MacGyver: Eine Analyse der Serie


Seminararbeit, 1999

24 Seiten, Note: gut


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1) MacGyver
1.1) Einführung
1.2) Zahlen, Daten, Fakten
1.3) Charaktere
1.4) Organisationen innerhalb des MacGyver-Universums
1.5) MacGyver: Ein gewaltloser Held in einer gewalttätigen Welt
1.6) Handlungsstruktur und Erzählweise
1.7) Generelle Bemerkungen
1.8) Die Handlungsträger der Serie

2) Bibliographie

1 MacGyver

1.1 Einführung

Um es dem Leser dieser Analyse ein wenig leichter zu machen, sich in eine komplexe Serienwelt wie die des MacGyver hineinzuversetzen, ist es nötig, gleich am Anfang die wesentlichen Fakten darzustellen, die dann im Laufe die­ser Arbeit vertieft und erweitert werden.

MacGyver, der Titelheld der Serie , ist eine Art moderner James Bond, ein In­diana Jones, der darauf bedacht ist bzw. sein muß, mit den ihm zur Verfügung stehenden Mitteln hauszuhalten. Er braucht nur sein Schweizer Messer und was in nächster Nähe so herumliegt und er kann einen Konvoi voller Böse­wichte stoppen, einen Hubschrauber vom Himmel holen oder eine Geisel aus der uneinnehmbarsten Festung befreien. Wenn alle anderen Möglichkeiten er­schöpft sind, um das anstehende Problem zu lösen, wird der Auftrag an MacGyver übergeben (man weiß nie so genau, wer den Auftrag gibt), und er hat noch nie eine Herausforderung angenommen, der er nicht gewachsen ge­wesen wäre (vgl. Merril l).

Das Nette an MacGyver ist, daß er keine Waffen trägt, geschweige denn sie benutzt. Wenn es zu einer Schießerei kommt, läuft er meistens wie von der Ta­rantel gestochen herum, strickt sich aus Spinnweben eine kugelsichere Weste oder bastelt sich aus ein paar Büroklammern ein Fluchtfahrzeug. Das ist natür­lich übertrieben – aber nicht sehr. Auf das Thema „Gewaltlosigkeit“, das im Umfeld von Kindern und Jugendlichen natürlich ein sehr wichtiges ist, wird später im Kapitel 1.5 noch näher eingegangen.

Außer daß er verhältnismäßig gutaussehend ist, was ihm natürlich bei sei­nen weiblichen Fans zahlreiche Bonuspunkte einbringt, ist Richard Dean An­derson, der Darsteller des MacGyver, auch sonst genau der richtige Mann für die Rolle des klugen, oft ein bißchen sarkastischen Abenteurers, der bei seinen Aufträgen seinen Rucksack nicht für Sachen, die er mitnimmt, trägt, sondern für Sachen, die er unterwegs aufliest. Seine Rolle bedarf zwar keiner schauspiele­rischen Glanzleistungen, aber Anderson, ein TV-Veteran aus verschiedenen US-amerikanischen Serien, schafft es, sie mit genau dem richtigen Quäntchen Lebhaftigkeit zu spielen. Die Produzenten wissen ebenfalls genau, was sie ma­chen: geniale und zynisch – scharfe Texte, zielbewußte Regie und eindrucks­volle Spezialeffekte (vgl. Merrill).

Die meisten Actionserien beginnen mit einem sogenannten "Haken" (engl. "hook"), damit meint man spannende Szenen aus der jeweiligen Folge, die den Seher davon abhalten sollen umzuschalten. MacGyver hingegen beginnt mit etwas, das das Produzententeam "opening gambit" genannt hat, frei übersetzt heißt das "MacGyver’s Eröffnungsschlagabtausch". Dieses "opening gambit" ist so etwas wie ein fünf- bis zehnminütiges Miniabenteuer mit dem Helden als Hauptakteur. Nach dessen Bewältigung beginnt erst die Haupthandlung der Folge. Dieses Element ist ein wirksames Stilmittel, einerseits um den Unterhal­tungswert der Serie zu steigern, andererseits um die Haupthandlung inhaltlich zu festigen.

So beginnt eine Folge damit, daß MacGyver auf einem Autofriedhof die Übergabe militärischer Geheimdokumente an fremde Spione stört. Er reißt die wertvolle Aktenmappe an sich, wird jedoch von den Spionen wieder gefaßt und in ein Auto gesperrt. MacGyver entkommt durch den Kofferraum und benutzt die vorhandene Gerätschaft um die Bösewichte in zehn Meter Höhe an einem Seil baumeln zu lassen. Jetzt erst kommt der Vorspann und MacGyver begibt sich nach Birma, um einen Kanister voll mit tödlichem Gift wiederzubekommen, der bei einem Flugzeugabsturz in der Nähe eines Dorfes, dessen Bewohner Sklaven eines Drogenbosses sind, verlorengegangen ist. Jedoch wird bei MacGyver nichts zu ernst genommen. Ziemlich am Anfang dieser Folge, als Mac, wie ihn seine Freunde nennen, von den Soldaten des Drogenbosses in der sengenden Hitze an einen Pfahl gebunden wird, hört man ihn sagen: "Meine Mutter wußte immer, wie man herrliches Grillhähnchen zubereitet, jetzt beginne ich, Mitleid mit dem Hähnchen zu empfinden." Angesichts der brenzli­gen Situation, in der MacGyver sich befindet, ist so ein Scherz natürlich reinster Galgenhumor, wie er in Wirklichkeit sicher nie vorkommen würde. Die Serie MacGyver ist jedoch der Wirklichkeit meistens doch ein wenig fremd, und das wissen ihre Seher auch ganz genau. Darum wirken solche Witze auch nicht grotesk, sondern sind vielmehr ein starkes Standbein, wenn nicht sogar das Um und Auf der Serie.

(vgl. Merrill)

1.2 Zahlen, Daten, Fakten

Schauspieler:

Richard Dean Anderson Angus MacGyver

Dana Elcar Pete Thornton

Gelegentlich auftretende Schauspieler:

John Anderson Harry Jackson (1985 – 1990)

Teri Hatcher Penny Parker (1986 – 1990)

Bruce McGill Jack Dalton (1986 – 1992)

Michael Des Barres Murdoc (1987 – 1991)

Elyssa Davalos Nikki Carpenter (1987 – 1988)

Dalton James Sean A. „SAM“ Malloy (1992)

Idee von: Lee David Zlotoff

Produzententeam: Henry Winkler, John Rich, Stephen Downing, Michael Greenburg

Musik: Randy Edelman, Dennis McCarthy, Ken Harrison

MacGyver ist eine Henry Winkler / John Rich Produktion in Verbindung mit Pa­ramount Broadcast on ABC Television. MacGyver wurde zum ersten Mal im amerikanischen Fernsehen am 29. September 1985 auf ABC ausgestrahlt, lief dann nahezu ununterbrochen bis zur Einstellung der Serie 1992, zum letzten Mal wurde sie am 8. August selbigen Jahres über den Äther geschickt.

Nach der Absetzung der Serie wurden noch zwei Fernsehfilme gedreht, die Handlung folgte dem Schema der Serie:

MacGyver: Der Schatz von Atlantis (1994)

MacGyver: Endstation Hölle (1994)

(vgl. Brooks)

1.3 Charaktere

1.3.1 Angus MacGyver

Angus MacGyver, der es vorzieht, daß man ihn nur MacGyver nennt, wurde am 23. März 1950 geboren, wuchs in Mission City im US-Bundesstaat Minnesota auf und zog nach Beendigung seines Studiums an der Western Tech University nach Kalifornien. Bevor er Pete Thornton, einen Agenten beim DXS (Depart­ment of External Services), traf, verdingte er sich seinen Lebensunterhalt mit diversen kleinen Jobs. Thornton war sofort begeistert von MacGyvers Geniali­tät, immerhin schaffte er es mit einer Büroklammer, einer Zange und einem Paar Schuhbänder, daß sie zwei Männern mit Maschinengewehren entkommen konnten, und brachte ihn ebenfalls beim DXS unter. Über die Jahre hinweg entwickelte sich zwischen den beiden eine enge Freundschaft, die dazu führte, daß MacGyver ebenfalls zur Phoenix Foundation wechselte, als Pete dort zum Direktor ernannt wurde.

MacGyver, oder "Mac", wie ihn seine Freunde nennen, ist Meister der spontanen Improvisation. Er kann gewöhnliche Haushaltsgegenstände dazu benutzen, um ihm und seinen Freunden aus der Patsche zu helfen. Alles, was er gewöhnlich mit sich herumschleppt, ist ein Schweizer Messer und eine Rolle Isolierband. Er trägt keine Waffe, ein traumatisches Erlebnis in seiner Kindheit hat ihn dazu veranlaßt, jeglicher Form von Gewalt abzuschwören, sofern die Situation es zuläßt. Seine äußerste Loyalität zu seinen Freunden zeichnet ihn aus; seine Feinde müssen seine Cleverness, Wendigkeit und seinen Einfalls­reichtum anerkennen und meistens klein beigeben.

Macs ungewöhnlichster Charakterzug ist seine Furcht vor romantischen Ver­wicklungen. Diese Furcht, die schon so manche Beziehung vereitelt hat, rührt von seinen früheren Erfahrungen her. Sein Vater und seine Großmutter kamen in einem Autounfall um, als er gerade zwölf Jahre alt war; seine Mutter starb, nachdem sich Komplikationen bei einem Schlaganfall ergeben hatten, während MacGyver gerade für einen Auftrag in Übersee weilte. Er fürchtet sich davor, daß jeder, dem er etwas näher kommt, sterben könnte, genau wie seine Eltern und seine Großmutter.

Trotz seiner Befürchtungen bei jeglicher Art von Beziehungen, bleibt MacGyver ein ewiger Optimist. Er glaubt fest daran, daß sich die Welt bessern kann und wird, immer eine Person auf einmal.

(vgl. Kelley)

1.3.2 Pete Thornton

Pete Thornton, MacGyvers Boß und bester Freund, arbeitete viele Jahre als Angestellter des Department of External Services (siehe Kapitel 1.3.1). Wäh­rend dieser Zeit traf er MacGyver, bei der Jagd nach dem international ge­suchten Attentäter Murdoc. Sieben Jahre später nahm er die Position des Di­rektors bei der Phoenix Foundation an, die er bis zum Ende der Serie innehat. Thornton hat einen Sohn, Michael, aus einer früheren Ehe. In der sechsten Staffel stellt sich heraus, daß Pete an inoperablem grünem Star leidet, ein schweres Augenleiden, das mit der Zeit zur völligen Erblindung des Patienten führt.

Erwähnenswert ist, daß diese Krankheit Petes nicht zufällig den Autoren der Serie in den Sinn kam, sondern eine notwendige Einführung war, da auch der Schauspieler des Pete Thornton, Dana Elcar, in Wirklichkeit an diesem schrecklichen Leiden erkrankte. Elcar ist mittlerweile vollständig erblindet und benötigt eine spezielle Computerausrüstung, um gedruckten Text lesen zu kön­nen. Man kann sich vorstellen, welche Belastung das für diesen Mann ist, be­sonders am Set.

(vgl. Kelley)

1.3.3 Jack Dalton

Immer wenn Jack Dalton in MacGyvers Leben auftaucht, scheinen die Dinge kompliziert zu werden. Er glaubt, immer ein As im Ärmel zu haben, und mei­stens ist es ein „Wie-Werde-Ich-So-Schnell-Wie-Möglich-Reich-Plan“, der nach hinten losgeht. Geboren als Sohn eines (posthum) zu hohen Ehren gekomme­nen Air Force Piloten, wurde Jack kurz nach seiner Geburt zur Adoption frei gegeben. Er wuchs zusammen mit MacGyver in Mission City, Minnesota auf und zog ebenfalls nach Kalifornien, wo er einen Taxidienst aufmachte, der eher von kurzer Dauer war, bevor er sich entschloß, seinen Lebensunterhalt mit ei­ner eigenen Fluggesellschaft („Fly-By-Night“) zu verdienen. Nachfolgende Un­ternehmen waren „Jack-Be-Quick“ Botendienste und seine derzeitige Firma, „Dalton Air“.

[...]

Ende der Leseprobe aus 24 Seiten

Details

Titel
MacGyver: Eine Analyse der Serie
Hochschule
Universität Salzburg  (Institut für Kommunikationswissenschaft)
Note
gut
Autor
Jahr
1999
Seiten
24
Katalognummer
V12327
ISBN (eBook)
9783638182379
Dateigröße
525 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Die Serie MacGyver wird in dieser Arbeit sehr detailliert analysiert. Es wird auf inhaltliche und formale Aspekte sehr genau eingegangen. Gute Arbeit, als Referatsthema äusserst geeinget. 180 KB
Schlagworte
MacGyver, Eine, Analyse, Serie
Arbeit zitieren
Herbert Reichl (Autor), 1999, MacGyver: Eine Analyse der Serie, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/12327

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