Globalisierung ist ein modernes Phänomen, das sich durch die Entwicklung neuer Techniken
und gesellschaftliche Fortschritte entwickelt hat. Durch diese Weiterentwicklungen rückt die
Welt enger zusammen und steuert einen Zustand globaler Verflechtungen an, der Globalität.
Es werden neue Kulturformen geschaffen, und die Welt kann als ein transnationaler sozialer
Raum gesehen werden. Der Nationalstaat muß seine Souveränität aufgeben und kann sich
nicht vor dem globalen System abschotten, wie es noch vor einigen Jahrzehnten möglich war.
Teilweise verlieren die Staatssysteme enorm an Bedeutung, da sie nicht mehr zwingend
notwendig sind. Somit ist der Prozeß der Globalisierung ein ökonomisches und
gesellschaftliches Phänomen, das von der Politik maßgeblich mitgetragen wird. Die
Geographie, besonders die Humangeographie, vereint alle diese Wissensgebiete in sich, und
so ist es von Interesse, die Auswirkungen der Globalisierung aus dem Blickwinkel der
Teilgebiete Sozialgeographie, Wirtschaftsgeographie und aus ökologischer Sicht zu
beleuchten.
[...]
Inhaltsverzeichnis
I. Einleitung
II. Was ist Globalisierung?
III. Globalisierung und Sozialgeographie
IV. Globalisierung und Wirtschaft
V. Ökologische Dimensionen der Globalisierung
Durch die Anreicherung der Atmosphäre mit langlebigen Treibhausgasen, provoziert der
VI. Global cities
Schlußbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das komplexe Phänomen der Globalisierung unter Berücksichtigung ihrer ökonomischen, sozialen und ökologischen Auswirkungen, wobei insbesondere der Wandel der Bedeutung von Raum und Zeit analysiert wird.
- Grundlagen und Definition des Globalisierungsprozesses
- Sozialgeographische Perspektiven der Entankerung und des sozialen Wandels
- Ökonomische Dynamiken durch internationale Warenströme und Firmenverflechtungen
- Ökologische Herausforderungen und globale Risikosyndrome
- Die Rolle von "Global cities" als zentrale Steuerungs- und Kontrollzentren
Auszug aus dem Buch
III. Globalisierung und Sozialgeographie
Betrachtet man die Globalisierung auf gesellschaftlicher Ebene, so erkennt man die Tendenz, die Welt als globales Dorf anzusehen. Die Gesellschaft befindet sich in einem Prozeß der Denationalisierung, der eine Ausdehnung über die Grenzen des Nationalstaates hinaus bedeutet. Möchte man Globalisierung sozialgeographisch erfassen, so ist dies in erster Linie die: “...empirisch zu erforschende Konsequenz der Wirksamkeit von Entankerungsmechanismen.“ Das heißt, die Gesellschaft ist räumlich und zeitlich entankert . Das Verhältnis Mensch-Raum ist im Umbruch, da sich das alltägliche Handeln in größere Dimensionen ausweitet. Globalisierung bezeichnet also: “..das Potential und die Faktizität einer bisher nicht erreichten räumlichen und zeitlichen Ausgreifens sozialer Beziehungen, deren Bedingungen und Folgen.“ Lokales Wissen ist nun jeden Individuum zugänglich und kann unabhängig von Raum und Zeit abgerufen werden, damit ist ein Handeln über die Distanz notwendig und Austauschprozesse gewinnen enorm an Geschwindigkeit. Die Ausbreitung von Innovationen zum Beispiel kann sich innerhalb kürzester Zeit ändern und auch das Umfeld einer „Lebensform“ (Werlen 1997), die zwar in einem lokalen Kontext lebt, erfährt eine Ausdehnung der räumlich-zeitlichen Spannweite.
Zusammenfassung der Kapitel
I. Einleitung: Die Einleitung führt in die Globalisierung als ökonomisches und gesellschaftliches Phänomen ein und betont die Notwendigkeit, diese aus den Blickwinkeln der Humangeographie zu betrachten.
II. Was ist Globalisierung?: Dieses Kapitel definiert Globalisierung als Prozess der räumlichen Entankerung und thematisiert die Faktoren wie technologischen Fortschritt und Mobilität, die diesen Prozess beschleunigen.
III. Globalisierung und Sozialgeographie: Es wird die gesellschaftliche Ebene der Denationalisierung beleuchtet und der Wandel der "Lebensformen" im Kontext von Raum und Zeit beschrieben.
IV. Globalisierung und Wirtschaft: Dieses Kapitel analysiert die globalen Wirtschaftsstrukturen, den Einfluss multinationaler Unternehmen sowie die Liberalisierung der Warenmärkte.
V. Ökologische Dimensionen der Globalisierung: Hier werden ökologische Folgewirkungen wie der Klimawandel und Biodiversitätsverlust diskutiert und das Syndromkonzept zur Beschreibung globaler Umweltrisiken eingeführt.
VI. Global cities: Das Kapitel beschreibt die Rolle großer Metropolen als zentrale Knotenpunkte der globalen Wirtschaft, Politik und Kommunikation.
Schlußbetrachtung: Die Schlussbetrachtung fasst die Risiken und die wachsende Verantwortung der Weltgesellschaft zusammen und unterstreicht die Bedeutung nachhaltigen Handelns für zukünftige Generationen.
Schlüsselwörter
Globalisierung, Humangeographie, Denationalisierung, Entankerung, Weltwirtschaft, Global cities, Ökologische Dimensionen, Klimawandel, Nachhaltigkeit, Weltgesellschaft, Raum-Zeit-Modell, Strukturwandel, Risikosyndrome
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die vielfältigen Aspekte der Globalisierung und untersucht, wie technologische Fortschritte die Welt gesellschaftlich, wirtschaftlich und ökologisch verändern.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die zentralen Felder umfassen die sozialgeographische Perspektive auf den Raum, die ökonomische Globalisierung durch internationale Konzerne sowie ökologische Krisenphänomene.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, den Bedeutungswandel von Raum und Zeit durch die Globalisierung wissenschaftlich zu durchleuchten und die Auswirkungen auf den Nationalstaat und die Gesellschaft aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer humangeographischen Analyse, die theoretische Ansätze zur Raumtheorie mit aktuellen ökonomischen und ökologischen Daten verknüpft.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden die Definitionen von Globalisierung, deren Auswirkungen auf soziale Lebensformen, die wirtschaftliche Vernetzung sowie ökologische Gefährdungen durch das Syndromkonzept detailliert erörtert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?
Begriffe wie Entankerung, Denationalisierung, globale Wirtschaft, Global cities und ökologische Nachhaltigkeit stehen im Zentrum der Untersuchung.
Was genau versteht der Autor unter dem Konzept der „entankerten“ Gesellschaft?
Dies beschreibt eine Gesellschaft, die sich von traditionellen, räumlich und zeitlich fixierten Strukturen gelöst hat, da Informationen und Interaktionen nun weitgehend unabhängig vom Ort stattfinden können.
Warum spielen „Global cities“ eine so wichtige Rolle für das globale System?
Sie fungieren als zentrale Steuerungs- und Kontrollknoten für das globale Kapital, die Dienstleistungswirtschaft und multinationale Konzerne und treten dabei oft aus ihrem nationalen Kontext heraus.
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- Martin Scherf (Author), 2000, Geographische Aspekte der Globalisierung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/123288