Als soziales System bildet ein Betrieb den Rahmen für eine Vielzahl an interindividuellen Konflikten, die im beruflichen Kontext beispielsweise zwischen Führungskräften und Mitarbeitern, zwischen Mitarbeitern einer Hierarchiestufe, zwischen Mitarbeitern unterschied-licher Hierarchiestufen, zwischen Teams oder zwischen Führungskraft und Betriebsrat entstehen können und auf individuelle, interaktionelle oder strukturelle Konfliktauslöser zurückzuführen sind, die sich meist sogar wechselseitig beeinflussen und verstärken. Bei der Konfliktbearbeitung ist es Aufgabe der betrieblichen Sozialarbeit, die Beteiligten als neutrale dritte Person bei der Lösungsfindung zu unterstützen und die positiven Entwicklungschancen, die sich aus Konflikten ergeben produktiv zu nutzen. Dabei bedient sich die Soziale Arbeit beispielsweise der Mediation als Methode der Sozialen Einzelfallhilfe mit spezifischen Verfahrensweisen, die auf kommunikations- und konflikttheoretischem Wissen beruhen.
In der vorliegenden Hausarbeit wird der Versuch unternommen, mit Hilfe des Fachbuches „Mediation: Konfliktmanagement für moderne Unternehmen“ von Gerhard Altmann, Heinrich Fiebiger und Rolf Müller einen groben Überblick über den Begriff, Ziele und Methoden der Mediation im Betrieb zu geben. Mit einem kritischen Fazit und einer Literaturrecherche zum Thema Mediation in der betrieblichen Sozialarbeit schließt die Hausarbeit.
Inhaltsverzeichnis
1. DEFINITION UND ZIELE DER MEDIATION
2. GEGENSTAND DER MEDIATION IM BETRIEB
3. WESENTLICHE ELEMENTE DER MEDIATION
3.1 KONFLIKTRASTER
3.2 ERSTER KONTAKT – VORBEREITUNGEN
3.3 DAS ERÖFFNUNGSTREFFEN
3.4 EINZELGESPRÄCHE MIT DEN PARTEIEN
3.5 GEMEINSAME SITZUNGEN UND WECHSELDIPLOMATIE
3.6 ABSCHLUSSTREFFEN
4. AUSGEWÄHLTE METHODEN DES MEDIATORS
4.1 KOMMUNIKATIVE GRUNDFERTIGKEITEN
4.2 DEESKALATIONSSTRATEGIEN
5. FAZIT
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, einen systematischen Überblick über den Begriff, die Ziele und die praktischen Methoden der Mediation im betrieblichen Kontext zu geben, basierend auf dem Fachbuch von Altmann, Fiebiger und Müller.
- Grundlagen und Definition der betrieblichen Mediation
- Identifikation und Analyse von betrieblichen Konfliktsituationen
- Strukturierte Prozessphasen der Mediation
- Methodisches Repertoire des Mediators
- Kritische Reflexion der Rolle der betrieblichen Sozialarbeit
Auszug aus dem Buch
3.1 Konfliktraster
Ein Konfliktraster dient zur Identifizierung der wichtigsten Konfliktaspekte. Sachliche Auseinandersetzungen werden verstärkt durch subjektive Empfindungen und Verhaltensweisen, die den Parteien nicht immer bewusst sind bzw. die eine Lösung schwierig machen. Durch Notieren aller Aspekte in einem Konfliktraster, beispielsweise gegensätzliche Interessen und wunde Punkte oder von außen beobachtbare Daten wie zum Beispiel den bisherigen Verlauf, bisherige Lösungsversuche, die Rechtslage und den organisatorischen Kontext, die in Zusammenhang mit dem Konflikt stehen sowie mögliche Lösungen macht der Mediator die unterschiedlichen bzw. vielleicht sogar ähnlichen Vorstellungen der Streitparteien sichtbar (vgl. Altmann, Fiebiger, Müller, 2005, S. 64). Besonders die schwer zugänglichen und nicht direkt beobachtbaren Daten sind meist am bedeutsamsten. Dazu zählen die Interessen der Konfliktparteien sowie bestimmte Verhaltens- und Reaktionsmuster in Konflikten, die aus früheren Erfahrungen resultieren (vgl. Altmann, Fiebiger, Müller, 2005, S. 65).
Zusammenfassung der Kapitel
1. DEFINITION UND ZIELE DER MEDIATION: Dieses Kapitel definiert Mediation als neutrales Verfahren zur Konfliktlösung und hebt die Ziele der Einigung, Versöhnung sowie die Stärkung der Autonomie der Betroffenen hervor.
2. GEGENSTAND DER MEDIATION IM BETRIEB: Hier werden die Ursachen von betrieblichen Konflikten erläutert, die durch unterschiedliche Interessen oder Machtverhältnisse entstehen und das Arbeitsklima negativ beeinflussen können.
3. WESENTLICHE ELEMENTE DER MEDIATION: Dieses Kapitel beschreibt das prozesshafte Vorgehen in fünf Phasen sowie die Bedeutung der Prozesshaftigkeit und der emotionalen Haltung des Mediators.
4. AUSGEWÄHLTE METHODEN DES MEDIATORS: Der Fokus liegt auf den notwendigen Kompetenzen des Mediators, insbesondere in den Bereichen der Gesprächsführung und der strategischen Deeskalation.
5. FAZIT: Das Kapitel bietet eine kritische Würdigung des rezensierten Fachbuches und bemängelt das Fehlen einer tiefergehenden Integration der Rolle der Sozialarbeit.
Schlüsselwörter
Mediation, Betriebliche Sozialarbeit, Konfliktmanagement, Konfliktlösung, Soziale Einzelfallhilfe, Mediator, Arbeitsklima, Deeskalation, Kommunikation, Konfliktraster, Prozesshaftigkeit, Konsens, Interessenkonflikt, Unternehmenskultur, Gesprächsführung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit dem Einsatz von Mediation als Methode der betrieblichen Sozialarbeit zur konstruktiven Bearbeitung von innerbetrieblichen Konflikten.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen umfassen die Definition und Zielsetzung von Mediation, die Analyse von Konfliktursachen im Unternehmen, die Phasen des Mediationsprozesses sowie methodische Kompetenzen des Mediators.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, einen fundierten Überblick über das Konzept der Mediation im Betrieb zu vermitteln und die Anwendbarkeit anhand der Literatur kritisch zu reflektieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse des Fachbuches von Altmann, Fiebiger und Müller sowie einer ergänzenden Auseinandersetzung mit theoretischen Grundlagen der betrieblichen Sozialarbeit.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Verortung der Mediation, eine detaillierte Darstellung des Prozessablaufs (von der Vorbereitung bis zum Abschluss) sowie eine Analyse spezifischer Methoden wie aktives Zuhören und Reframing.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Mediation, Konfliktmanagement, betriebliche Sozialarbeit, Prozesshaftigkeit, Konsensbildung und methodische Gesprächsführung.
Warum betont die Autorin die Rolle des Mediators als neutrale Person?
Die Neutralität ist entscheidend, damit der Mediator die Parteien bei der Lösungsfindung unterstützen kann, ohne selbst in Entscheidungsprozesse einzugreifen oder parteiisch zu wirken.
Welche Kritik übt die Autorin am gewählten Fachbuch?
Die Autorin bemängelt, dass die spezifische Rolle der Sozialarbeiterrolle, der ökonomische Nutzen und strukturelle Konfliktauslöser im rezensierten Werk nur oberflächlich behandelt werden.
Warum ist das Konfliktraster ein wichtiges Hilfsmittel?
Es hilft dem Mediator dabei, komplexe Konfliktaspekte – auch solche, die nicht direkt beobachtbar sind – systematisch zu erfassen und für die Konfliktparteien sichtbar zu machen.
Was unterscheidet Mediation von einem Gerichtsverfahren?
Im Gegensatz zu gerichtlichen Verfahren zeichnet sich die Mediation durch Freiwilligkeit, eine direktere Beteiligung der Konfliktparteien an der Lösungsfindung und die Vermeidung von verbindlichen fremdbestimmten Urteilen aus.
- Quote paper
- Virginia Koch (Author), 2008, Mediation in der betrieblichen Sozialarbeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/123372