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Das Verhältnis der Geschlechter im "Prozess der Zivilisation" von Norbert Elias und in den "Männerphantasien" von Klaus Theweleit

Die Entstehung des Panzers gegen die Frau

Title: Das Verhältnis der Geschlechter im "Prozess der Zivilisation" von Norbert Elias und in den "Männerphantasien"  von Klaus Theweleit

Presentation (Elaboration) , 2006 , 13 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Andrea Fiedler-Boldt (Author)

Sociology - Relationships and Family
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In dieser Arbeit beschäftige ich mich mit dem Verhältnis der Geschlechter zueinander, zum einen in der Zivilisationstheorie Norbert Elias’, zum anderen in den „Männerphantasien“ von Klaus Theweleit. Ich werde untersuchen, wie beide die Rolle der Frau in der Gesellschaft verstehen und welche Entwicklung im Frauenbild und im Verhältnis der beiden Geschlechter zueinander sie aufzeigen.

Dabei wird es sich hauptsächlich um die Entwicklungen vom späten Mittelalter bis zum 17/18 Jahrhundert handeln, in denen die Rolle der Frau, und das Verständnis von ihrer Rolle, einigen Schwankungen unterworfen war: auf eine Phase der Monogamisierung der Beziehung zwischen Mann und Frau ab dem 15. Jahrhundert folgte eine Phase der Sexualisierung der Frau im 17. und 18. Jahrhundert.

Wie beurteilen Klaus Theweleit und Norbert Elias diese Entwicklungen und welche Erklärungen führen sie an? Klaus Theweleit geht in seinen „Männerphantasien“ einige Male direkt auf Norbert Elias ein. Welche Kritik übt er an Elias? Sieht er andere Gründe für die Entwicklung des Geschlechterverhältnisses?

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 EINLEITUNG

2 NORBERT ELIAS UND „DER PROZESS DER ZIVILISATION“

3 KLAUS THEWELEIT – MÄNNERPHANTASIEN

4 DIE ROLLE DER FRAU UND DAS VERHÄLTNIS DER GESCHLECHTER

4.1 Monogamisierung und die Sexualisierung der Frau

5 FAZIT

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das Verhältnis der Geschlechter zueinander unter der vergleichenden Betrachtung der Zivilisationstheorie von Norbert Elias und den „Männerphantasien“ von Klaus Theweleit, um die gesellschaftliche Entwicklung des Frauenbildes vom späten Mittelalter bis zum 18. Jahrhundert zu analysieren.

  • Vergleich der theoretischen Ansätze von Elias und Theweleit
  • Analyse der historischen Entwicklung von Monogamie und Sexualisierung
  • Die Rolle der Frau als „Produktionsverhältnis“ in der Gesellschaft
  • Der Einfluss von Selbstdistanzierung und Selbstkontrolle auf die Geschlechterbeziehung
  • Kritische Auseinandersetzung mit der Machtstruktur zwischen den Geschlechtern

Auszug aus dem Buch

4 DIE ROLLE DER FRAU UND DAS VERHÄLTNIS DER GESCHLECHTER

Während in Norbert Elias Untersuchung der Entstehungsweise des bürgerlichen Menschen die Frau ein „Anhängsel der Entwicklung“ bleibt, begreift Klaus Theweleit das Verhältnis der Geschlechter als ein „Produktionsverhältnis“, in dem die Frau keinesfalls unberücksichtigt bleiben darf. Er setzt den Prozess der Entstehung des „zivilisierten Ich“ in Beziehung „zum Anteil, den die Frauen an ihm haben“. Er betont, dass die Mitwirkung der Frauen an der Entwicklung des männlichen Ich zum Herrscher-Ich, auch wenn sie erzwungen war, maßgeblich war.

Der sich eingrenzenden mittelalterlichen Welt steht ein sich mehr und mehr begrenzendes Individuum gegenüber. Der Mann nimmt Entgrenzungen vor und wird im selben Moment selbst zu einer fest umrissenen Einheit. Er legt sich einen „Panzer“ (Elias) zu. Es vollzieht sich ein langer Prozess der »Selbstdistanzierung, »Selbstkontrolle« und »Selbstbeobachtung«, eine »Dämpfung der Affekte«. Norbert Elias sieht diesen Prozess der eingrenzenden Ich-Bildung untrennbar mit dem der Zentralisierung der Staatsmachten verbunden. Daraus folgt für Theweleit ein Vorgang, dem Norbert Elias keine Beachtung schenkt: eine „Tendenz zur Entgrenzung der Körper in Zeiten der gesellschaftlichen Entgrenzung und Dezentralisierung“. So wurde die gelockerte gesellschaftliche Kontrolle realisiert als Möglichkeit neuer Freiheiten der Leiber. Neue Handelswege erschließen neue Lust, Gegenstände aus der Fremde enthalten die Möglichkeit neuer Gefühle. In Bezug auf die Frauen hebt Theweleit zwei gegensätzliche Bewegungen hervor: „während im Laufe der Lockerungen, die aus dem Zerfall der mittelalterlichen Gesellschaft resultieren, das Bild der Maria Muttergottes langsam dem der hohen Frau der Minneliteratur angenähert und das Bild der hohen Frau der Minne langsam durch das einer erreichbaren Geliebten ersetzt wird, wobei beide vorsichtig sexualisiert werden, beginnt gegen die wirkliche Erweiterung der sexuellen Lüste ein lang anhaltender Terror.“

Zusammenfassung der Kapitel

1 EINLEITUNG: Darstellung der Forschungsfrage und der methodischen Herangehensweise zur Analyse des Geschlechterverhältnisses bei Elias und Theweleit.

2 NORBERT ELIAS UND „DER PROZESS DER ZIVILISATION“: Biografie von Elias und Erläuterung seines Zivilisationsmodells, insbesondere hinsichtlich der Fremd- und Selbstzwänge.

3 KLAUS THEWELEIT – MÄNNERPHANTASIEN: Vorstellung des Ansatzes von Theweleit, der insbesondere die Geschlechterverhältnisse im Kontext faschistischer Strukturen untersucht.

4 DIE ROLLE DER FRAU UND DAS VERHÄLTNIS DER GESCHLECHTER: Vergleich der beiden Autoren hinsichtlich der Bedeutung der Frau für die gesellschaftliche Entwicklung und die Herausbildung des bürgerlichen Individuums.

4.1 Monogamisierung und die Sexualisierung der Frau: Untersuchung der historischen Mechanismen zur Etablierung der Monogamie und der damit verbundenen Kontrolle des Triebhaushalts.

5 FAZIT: Zusammenfassung der unterschiedlichen Sichtweisen, wobei Theweleit die Frau als aktives Produktionsverhältnis begreift, während Elias sie eher als Randfigur betrachtet.

Schlüsselwörter

Norbert Elias, Klaus Theweleit, Männerphantasien, Zivilisationsprozess, Geschlechterverhältnis, Produktionsverhältnis, Monogamie, Sexualisierung, Selbstzwang, Affektkontrolle, Körpergeschichte, Herrschaftsstruktur, Frauenbild, bürgerliche Gesellschaft, Faschismus

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit vergleicht die unterschiedlichen soziologischen und historischen Ansichten von Norbert Elias und Klaus Theweleit bezüglich des Verhältnisses von Mann und Frau.

Welches sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Themenfelder umfassen die Zivilisationstheorie, die Geschlechterbeziehungen, historische Transformationsprozesse der Sexualmoral sowie die Entstehung bürgerlicher Subjektivität.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Elias und Theweleit die Rolle der Frau und die Dynamik der Geschlechterbeziehung bewerten und welche Erklärungen sie für die gesellschaftlichen Veränderungen anbieten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine vergleichende Literaturanalyse der Hauptwerke beider Autoren, ergänzt durch die Analyse historischer Entwicklungen im Zeitraum vom späten Mittelalter bis zum 18. Jahrhundert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit den theoretischen Grundlagen von Elias („Prozess der Zivilisation“) und Theweleit („Männerphantasien“) sowie deren Anwendung auf das Verhältnis der Geschlechter, inklusive Aspekten wie Monogamisierung und Sexualisierung.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Kernbegriffe sind Zivilisationsprozess, Produktionsverhältnis, Affektkontrolle, Selbstdistanzierung und das Bild der Frau in der Gesellschaft.

Wie unterscheidet sich die Sichtweise von Elias und Theweleit in Bezug auf die Frau?

Während Elias die Frau in seiner Untersuchung der Zivilisation primär als „Anhängsel“ betrachtet, analysiert Theweleit das Geschlechterverhältnis als ein zentrales „Produktionsverhältnis“, an dessen Entwicklung die Frau maßgeblich beteiligt war.

Welche Rolle spielt die „Monogamisierung“ in der Argumentation von Theweleit?

Theweleit interpretiert die Durchsetzung der Monogamie ab dem 15. Jahrhundert nicht als ökonomische Notwendigkeit, sondern als machtpolitisches Instrument zur Absicherung von Herrschaftsverhältnissen durch innere Grenzen.

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Details

Title
Das Verhältnis der Geschlechter im "Prozess der Zivilisation" von Norbert Elias und in den "Männerphantasien" von Klaus Theweleit
Subtitle
Die Entstehung des Panzers gegen die Frau
College
Ruhr-University of Bochum  (Historisches Institut)
Course
Übung
Grade
1,3
Author
Andrea Fiedler-Boldt (Author)
Publication Year
2006
Pages
13
Catalog Number
V123422
ISBN (eBook)
9783640286348
ISBN (Book)
9783668090422
Language
German
Tags
Norbert Elias Zivilisationstheorie Theweleit Männerphantasien Geschlechterverhältnis
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Andrea Fiedler-Boldt (Author), 2006, Das Verhältnis der Geschlechter im "Prozess der Zivilisation" von Norbert Elias und in den "Männerphantasien" von Klaus Theweleit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/123422
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