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Mindestbesteuerung von Unternehmen und Konzernen auf nationaler Ebene im globalen Markt. Die Beziehungen zwischen Deutschland und Irland

Title: Mindestbesteuerung von Unternehmen und Konzernen auf nationaler Ebene im globalen Markt. Die Beziehungen zwischen Deutschland und Irland

Master's Thesis , 2022 , 63 Pages , Grade: 2,7

Autor:in: Florian Bressler (Author)

Law - Tax / Fiscal Law
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Summary Excerpt Details

Die Arbeit erläutert die Pläne der Europäischen Union zu einer Mindestbesteuerung von Unternehmen. Um eine detailreiche und nachvollziehbare Logik in die Vorhaben der Europäischen Union beziehungsweise der OECD zu bringen, wird zu Beginn der Arbeit die Grundproblematik erörtert und damit die Dringlichkeit der entsprechenden Maßnahmen dargelegt. Anschließend werden die wesentlichen Begrifflichkeiten erläutert, welche zum Verständnis der Thematik relevant sind.

Unter Berücksichtigung der bereits erfolgten Maßnahmen wird eine IST-Analyse der gegenwärtigen Maßnahmen durchgeführt und hierbei insbesondere das deutsche internationale Steuerrecht und die Doppelbesteuerungsabkommen, die Verhinderung einer Doppelbesteuerung sowie die Sicherungsmaßnahme für eine Mindestbesteuerung in den Blick genommen.

Zur Veranschaulichung wird konkret die Beziehung zwischen der Bundesrepublik Deutschland (im Folgenden DEU) und Irland (IRL) betrachtet, beides Mitgliedsstaaten der Europäischen Union. Am Beispiel dieser beiden Länder wird unter Betrachtung der globalen Mindestbesteuerung auf den Richtlinienentwurf der Europäischen Kommission eingegangen, wobei allerdings anzumerken ist, dass dieser sich stark an der Gesetzesvorlage der OECD orientiert.

Des Weiteren sind Geschäftsbeziehungen zu betrachten, welche aus Konzernstrukturen und Gesellschaften mit verbundenen Unternehmen bestehen. Nach einer kurzen Darstellung des Entwicklungsprozesses werden im Rahmen des BEPS-Projektes die „Pillar one“ und „Pillar two“ erläutert. Aufbauend auf diese – noch – theoretischen Ansätze werden im nächsten Schritt die Vorhaben und ihre Auswirkungen auf das internationale Steuerrecht analysiert.

Die voranschreitende Globalisierung und das damit verbundene Zusammenwachsen der Märkte stellen sowohl die Politik als auch Wissenschaftler und Steuerpflichtige vor internationale steuerrechtliche Herausforderungen. Die stetig wachsende Anzahl von multinationalen Konzernen und die Entwicklung neuer Produkte beziehungsweise Dienstleistungen haben dazu geführt, dass das internationale Steuerecht mit seinen Anknüpfungspunkten teilweise veraltet ist.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung / Einführung

2. Grundprobleme des internationalen Steuerrechts

2.1 Ein Überblick über internationale Steueroasen und Niedrigsteuerländer

2.2 Aggressive Steuerplanung der Staaten („race to the bottom“)

3. Theoretische Grundlagen und Begrifflichkeiten

3.1 Techniken der Gewinnverlagerungen / -verschiebungen in Niedrigsteuerländer – internationale Steuerplanung

3.1.1 Wesen der Gewinnverlagerungen (Grundlagen)

3.1.2 Verrechnungspreise (buchmäßige Gewinnverlagerungen)

3.1.3 Funktionsweise der Gewinnverlagerung bei immateriellen Wirtschaftsgütern und stillen Reserven (realen Gewinnverlagerungen)

3.1.4 Fehlende Anknüpfungsmerkmale

3.2 (Zukünftige) Herausforderungen im internationalen Ertragssteuerrecht

4. Rechtsquellen

4.1 Werkzeugkasten und Instrumente der Staaten

4.2 Doppelbesteuerungsabkommen

4.2.1 Grundstruktur und Zweck eines DBA

4.2.2 Änderungen des DBA – IRL durch multilaterale Maßnahme

4.3 Internationales deutsches Ertragssteuerrecht

4.3.1 Grundlegende nationale Normen

4.3.2 Ertragssteuern unter Berücksichtigung der ATAD und Prinzipien des Steuerrechts

4.4 Die Hinzurechnungsbesteuerung des AStG

4.5 Zwischenfazit

5. Aktionsplan zur Bekämpfung der Gewinnverkürzung und Gewinnverlagerung – BEPS-Aktionsplan

5.1 Entstehung und Hintergrund des Zwei-Säulen-Projektes der Inclusive Framework on BEPS

5.2 Multilaterales Instrument

5.3 Das Zwei-Säulen-Projekt der OECD (Inklusive Framework on BEPS) im Detail

5.3.1 Säule 1 – Ziele und Stand der Änderungen

5.3.2 Säule 1 – Nexus-Regelungen

5.3.3 Säule 2 – globale Mindestbesteuerung /GloBE-Regelungen

6. Kritikpunkte am Vorhaben der OECD und Europäischen Kommission

7. Schlusswort

Zielsetzung & Themen

Diese Master-Thesis analysiert die Herausforderungen der Mindestbesteuerung multinationaler Unternehmen im globalen Markt, mit besonderem Fokus auf das Verhältnis zwischen Deutschland und Irland. Das primäre Ziel ist es, die Möglichkeiten innerhalb des aktuell geltenden Rechts im Hinblick auf Gewinnermittlung und Steuersubstrat-Zuordnung darzustellen sowie die Auswirkungen geplanter Reformen (insbesondere des BEPS-Aktionsplans der OECD) auf das internationale Steuerrecht zu bewerten.

  • Internationales Steuerrecht und Probleme bei grenzüberschreitenden Sachverhalten
  • Methoden der Gewinnverlagerung und Steuerumgehung (z.B. Verrechnungspreise)
  • Die Rolle der Doppelbesteuerungsabkommen und nationale Korrekturvorschriften
  • Der BEPS-Aktionsplan der OECD und die Umsetzung der Zwei-Säulen-Lösung
  • Kritische Analyse der Effektivität geplanter Mindestbesteuerungs-Regelungen

Auszug aus dem Buch

3.1 Techniken der Gewinnverlagerungen / -verschiebungen in Niedrigsteuerländer – internationale Steuerplanung

Unter dem Begriff der Internationalen Steuerplanung werden Sachverhalte subsumiert, welche dazu dienen, bei grenzüberschreitenden Sachverhalten eine geringstmögliche Steuerbelastung (sog. „weiße Einkünfte“) zur erzielen und sich dabei in dem gesetzlichen Rahmen (defensive Steuerplanung) zu bewegen. Die aggressive Steuerplanung orientiert sich nicht an den gesetzlichen Rahmenbedingungen. Somit steht es den Entscheidungsträgern der Unternehmungen im Rahmen der defensiven Steuerplanung grds. frei, die Vorteile aus dem Steuerwettbewerb für ihr Unternehmen zu nutzen. Den Unternehmen stehen hierzu einige Instrumente zur Verfügung, welche auch die OECD erkannt hat und auf die sie in Zukunft reagieren möchte. Die Techniken der Gewinnverlagerungen und / oder -verkürzungen lassen sich in buchmäßige und reale Gewinnverlagerungen gliedern, wobei Erstere insbesondere durch die Verrechnungspreise geprägt sind, während die realen Gewinnverlagerungen durch die Verlegung von Standorten und die Verlagerung von Vermögensgegenständen (Funktionsverlagerungen) interpretiert werden. Darüber hinaus gibt es noch weitere Praktiken, um die Gewinne in Hochsteuerländern zu reduzieren und damit die Gewinne des Konzerns zu minimieren.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung / Einführung: Darstellung der globalen steuerrechtlichen Herausforderungen und Einführung in die Ziele der Arbeit bezüglich des BEPS-Projektes.

2. Grundprobleme des internationalen Steuerrechts: Analyse des internationalen Steuerwettbewerbs und der Mechanismen hinter aggressiver Steuerplanung sowie deren Auswirkungen auf die Staatshaushalte.

3. Theoretische Grundlagen und Begrifflichkeiten: Definition wesentlicher Begriffe und Erläuterung der Techniken von Gewinnverlagerungen, unterteilt in buchmäßige und reale Verlagerungen.

4. Rechtsquellen: Untersuchung existierender bilateraler Instrumente wie Doppelbesteuerungsabkommen und nationaler Korrekturmechanismen im deutschen Steuerrecht.

5. Aktionsplan zur Bekämpfung der Gewinnverkürzung und Gewinnverlagerung – BEPS-Aktionsplan: Detaillierte Erläuterung des OECD-Aktionsplans und der Zwei-Säulen-Lösung zur Einführung einer globalen Mindestbesteuerung.

6. Kritikpunkte am Vorhaben der OECD und Europäischen Kommission: Diskussion der kritischen Stimmen in Wissenschaft und Politik bezüglich administrativer Belastungen und der Wirksamkeit der Maßnahmen.

7. Schlusswort: Zusammenfassende Bewertung der Reformen und Ausblick auf die zukünftige Bedeutung eines internationalen Konsenses in der steuerlichen Unternehmensbesteuerung.

Schlüsselwörter

Internationale Steuerplanung, Gewinnverlagerung, Mindestbesteuerung, BEPS-Aktionsplan, Doppelbesteuerungsabkommen, Welteinkommensprinzip, Verrechnungspreise, Säule 1, Säule 2, Steuersubstrat, OECD, EU-Richtlinienentwurf, Steuerwettbewerb, Gewinnverkürzung, Quellensteuer.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Master-Thesis grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit der Wirksamkeit und den Auswirkungen einer globalen Mindestbesteuerung auf multinationale Konzerne, insbesondere unter Berücksichtigung der steuerrechtlichen Beziehungen zwischen Deutschland und Irland.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Zentrale Felder sind die Techniken der internationalen Steuergestaltung, der Wandel von den klassischen Anknüpfungspunkten physischer Präsenz hin zu neuen Allocationsregeln sowie die regulatorische Antwort der OECD und EU durch das Zwei-Säulen-Programm.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die Möglichkeiten zur Gewinnverlagerung unter geltendem Recht aufzuzeigen und die Auswirkungen der neuen globalen Mindestbesteuerungsregeln auf die steuerliche Rechtslage grenzüberschreitender Konzerne kritisch zu analysieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich primär auf eine theoretische Auseinandersetzung mit der internationalen Fachliteratur, OECD-Berichten sowie der Analyse gesetzlicher Regelungen und Richtlinienentwürfe.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Grundlegung zum internationalen Steuerrecht, eine Darstellung der bestehenden nationalen und bilateralen Rechtsquellen sowie eine detaillierte Analyse der BEPS-Reformen inklusive Säule 1 und Säule 2.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Gewinnverlagerung, Pillar One, Pillar Two, BEPS-Aktionsplan, Doppelbesteuerungsabkommen (DBA) und die Hinzurechnungsbesteuerung nach dem AStG.

Warum spielt die Beziehung zwischen Deutschland und Irland eine besondere Rolle?

Irland dient in dieser Arbeit als exemplarisches Beispiel für ein Niedrigsteuerland innerhalb der EU, an dem die praktischen Implikationen der Mindestbesteuerung und die Auswirkungen neuer gesetzlicher Vorgaben (wie des 15%-Mindeststeuersatzes) im Vergleich zu Deutschland besonders verdeutlicht werden können.

Wie bewertet der Autor die Wirksamkeit des 15%-Mindeststeuersatzes?

Der Autor stuft die Maßnahmen grundsätzlich als wirksames Mittel gegen steuerlich motivierte Gewinnverlagerungen ein, weist jedoch auf die Komplexität der Umsetzung und die verbleibenden Rechtsunsicherheiten bei der praktischen Anwendung hin.

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Details

Title
Mindestbesteuerung von Unternehmen und Konzernen auf nationaler Ebene im globalen Markt. Die Beziehungen zwischen Deutschland und Irland
College
Private University of Applied Sciences Goettingen
Grade
2,7
Author
Florian Bressler (Author)
Publication Year
2022
Pages
63
Catalog Number
V1234536
ISBN (PDF)
9783346662699
ISBN (Book)
9783346662705
Language
German
Tags
Mindestbesteuerung globale Mindestbesteuerung Säulen Pillar one Pillar two GloBE
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Florian Bressler (Author), 2022, Mindestbesteuerung von Unternehmen und Konzernen auf nationaler Ebene im globalen Markt. Die Beziehungen zwischen Deutschland und Irland, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1234536
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