Im Mittelpunkt der vorliegenden Arbeit stehen die Berufsbezeichnungen der gegenwärtigen deutschen Sprache. Dabei soll der Frage nachgegangen werde, ob sich der anglo-amerikanische Sprachgebrauch und die Debatte um geschlechtergerechte Sprache auch im Gebrauch der deutschen Berufsbezeichnungen niederschlagen. In diesem Zusammenhang widmet sich die Ausarbeitung zunächst dem Sprachwandel als theoretischer Grundlage. Darauf aufbauend soll zunächst der anglo-amerikanische Einfluss mit entsprechendem Kontext näher erläutert werden. Hier spielen Aspekte wie Globalisierung, Medien und zeitgeschichtlich-politische Verhältnisse (z.B. Europa) eine besondere Rolle. Im Rahmen der geschlechtergerechten Berufsbezeichnungen wird die Debatte um geschlechtergerechte Sprache die theoretische Grundlage schaffen und auch Möglichkeiten des geschlechtergerechten Schreibens sollen aufgezeigt werden. Nach dem theoretischen folgt dann der analytische Teil der Arbeit, in diesem soll zunächst die Quellenauswahl und Datenerhebung erläutert werden. Anhand verschiedener Beispiele und einer Betrachtung der Berufsfelder soll dann der anglistische Einfluss auf die Berufsbezeichnungen quantitativ und qualitativ analysiert werden, wobei der Ausdruck „Manager“ besonders im Vordergrund steht. Bei dem Gebrauch von geschlechtergerechten Berufsbezeichnungen wird ebenfalls eine quantitative Analyse der Datengrundlage erfolgen.
Inhaltsverzeichnis
1. Ziele und Fragestellungen der Arbeit
2. THEORETISCHER TEIL
2.1. Sprachwandel im Kontext von Berufsbezeichnungen
2.2. Anglo-amerikanische Einflüsse auf Berufsbezeichnungen
2.2.1. Anglizismen
2.2.2. Globalisierung und zeitgeschichtliche Verhältnisse
2.2.3. Anglistische Berufsbezeichnungen
2.3. Geschlechtergerechte Berufsbezeichnungen
2.3.1. Die Debatte um geschlechtergerechte Sprache
2.3.2. Möglichkeiten geschlechtsneutralen Schreibens
3. ANALYTISCHER TEIL
3.1. Quellenauswahl und Datenerhebung
3.2. Anglizismen im Gebrauch von Berufsbezeichnungen
3.3. Der Gebrauch geschlechtergerechter Berufsbezeichnungen
4. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss des anglo-amerikanischen Sprachgebrauchs sowie der Debatte um geschlechtergerechte Sprache auf die Verwendung deutscher Berufsbezeichnungen. Anhand einer empirischen Analyse von Stellenanzeigen und journalistischen Artikeln wird geprüft, inwieweit offizielle Sprachnormen mit dem tatsächlichen Sprachgebrauch korrelieren.
- Sprachwandel und soziolinguistische Grundlagen
- Einfluss von Anglizismen und Globalisierung auf Berufsbezeichnungen
- Feministische Sprachkritik und geschlechtergerechte Formulierungen
- Quantitative Analyse von Stellenanzeigen im deutschsprachigen Raum
- Wirkung von "Plastikwörtern" wie "Manager" in der modernen Arbeitswelt
Auszug aus dem Buch
2.1. Sprachwandel im Kontext von Berufsbezeichnungen
Sprache und Gesellschaft beeinflussen sich gegenseitig (vgl. Wittemöller 1988, 1). Gesellschaftliche Veränderungen führen auch zu Änderungen in der Sprache der Menschen, die eine Gesellschaft bilden und in ihr leben, sowohl auf der Ebene des Sprachsystems, als auch auf der des Sprachgebrauchs (vgl. Samel 2000, 87). Verschiedenste Faktoren verändern Gesellschaft und Sprache, wie zum Beispiel „Neuprägungen in den Bereichen Politik, Technik oder Werbung, Anglizismen und Trendwörter“ (Samel 2000, 87). In diachroner Betrachtung ändern sich Moral, Sitten, Traditionen, Religiosität, Schönheits- und Wertvorstellungen (vgl. Keller 2003, 23). Sprache steht also in einem dynamischen System (siehe Abbildung 1). Dabei hat sie allerdings evolutiven Charakter und genauso wenig, wie die biologische Evolution, ein Ziel, somit kann auch sie nicht als intentional betrachtet werden (vgl. Keller 2003, S. 22ff.). Sprache ist ein kollektives Phänomen und geht nicht von dem einzelnen Individuum aus, dabei folgt dieses aber der Artikulationsökonomie (vgl. Keller 2003, 25ff.).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Ziele und Fragestellungen der Arbeit: Einführung in die Thematik der Berufsbezeichnungen und Formulierung der Forschungsfrage hinsichtlich anglo-amerikanischer Einflüsse und geschlechtergerechter Sprache.
2. THEORETISCHER TEIL: Darstellung der theoretischen Grundlagen zu Sprachwandel, den Ursachen und Wirkungsweisen von Anglizismen sowie der Entwicklung der Debatte um geschlechtergerechte Sprache.
3. ANALYTISCHER TEIL: Präsentation der empirischen Untersuchung, bestehend aus der Datenerhebung in Stellenanzeigen und Zeitungsartikeln sowie der detaillierten Auswertung der Anglizismen-Verwendung und des Gender-Gebrauchs.
4. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Untersuchungsergebnisse und Bestätigung der Hypothesen hinsichtlich der zunehmenden Verwendung englischer Begriffe und dem Stand der geschlechtergerechten Formulierungen.
Schlüsselwörter
Sprachwandel, Berufsbezeichnungen, Anglizismen, Geschlechtergerechte Sprache, Stellenanzeigen, Globalisierung, Feministische Sprachkritik, Manager, Soziolinguistik, Diskursanalyse, Sprachpolitik, Identität, Arbeitswelt, Fremdspracheneinfluss, Sprachgebrauch.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert, wie sich die englische Sprache und die Gender-Debatte auf die Benennung von Berufen im Deutschen auswirken.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den Schwerpunkten zählen der Sprachwandel, der Einfluss von Anglizismen in der Wirtschaft sowie die Umsetzung von geschlechterneutraler Sprache in professionellen Texten.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Es soll empirisch geklärt werden, ob offizielle sprachpolitische Vorgaben und ein veränderter internationaler Arbeitsmarkt den tatsächlichen Sprachgebrauch messbar beeinflussen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit führt eine quantitative Analyse eines Korpus aus 100 aktuellen Stellenanzeigen durch und ergänzt diese durch eine Betrachtung überregionaler journalistischer Texte.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Kontext über Sprachwandel und Genderforschung sowie eine analytische Auswertung der Daten hinsichtlich Anglizismen und Schreibweisen für Geschlechtergerechtigkeit.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentlich sind Begriffe wie Berufsbezeichnungen, Anglizismen, Sprachwandel, geschlechtergerechte Sprache und der Arbeitsmarkt.
Warum wird der Begriff "Manager" in der Analyse hervorgehoben?
Dieser Begriff tritt laut Untersuchung besonders häufig auf und fungiert als vielseitig einsetzbares "Plastikwort" mit positiver Konnotation, das weit über das ursprüngliche Aufgabenfeld hinausgeht.
Wie unterscheidet sich der Sprachgebrauch in Zeitungen von dem in Stellenanzeigen?
Stellenanzeigen weisen eine hohe Dichte an Anglizismen auf (ca. 40 %), während in überregionalen Zeitungen bei Berufsbezeichnungen hingegen kaum anglizistische Einflüsse festzustellen sind.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2017, Schlagen sich der anglo-amerikanische Sprachgebrauch und die Debatte um geschlechtergerechte Sprache im Gebrauch deutscher Berufsbezeichnungen nieder?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1234616