Die ältere Geschichte der deutschen Sprache basiert auf den erhaltenen althochdeutschen
Schriftdokumenten. Somit ist die Sprachgeschichte des Deutschen vor allem eine
Schriftgeschichte.
Die vorliegende Arbeit stellt nun das Althochdeutsche (Ahd.) in einen kurz gefassten
Gesamtüberblick auf dem Hintergrund der umfassenden Fachliteratur und der vielfältigen
Quellen zum ältesten Deutsch dar. Dabei wird zunächst auf die Begrifflichkeit sowie auf en
Zeit- und Sprachraum des Althochdeutschen eingegangen. Im weiteren Verlauf der Arbeit
werden die soziokulturellen Voraussetzungen des Althochdeutschen kurz dargestellt, die
wichtigsten althochdeutschen Schreiborte und Hauptwerke herausgearbeitet und das
Schaffen einer der einflussreichsten Persönlichkeiten der ahd. Sprache und Literatur
hervorgehoben.
Neben den genannten Aspekten wird anschließend die Geschichte des Schreibens
thematisiert und dabei das monastische Schreiben besonders hervorgehoben.
Abschließend wird ein Überblick über die Ausbildung der deutschen Alphabetschrift im
Althochdeutschen ermöglicht und die wichtigsten Merkmale aufgezeigt.
[...]
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Begriff, Zeit und Sprachraum des Althochdeutschen
2.1 Zum Begriff Althochdeutsch
2.2 Der Zeitraum
2.3 Der Sprachraum
3. Soziokulturelle Voraussetzungen des Althochdeutschen
4. Die wichtigsten althochdeutschen Schreiborte und Hauptwerke
4.1 Klösterliche Überlieferungsorte
4.2 Die Sprachquellen des Althochdeutschen
4.2.1 Inschriften
4.2.2 Glossen
4.2.3 Übersetzungstexte
5. Notker der Deutsche
5.1 Notkers Anlautgesetz
5.2 Notkers Auslautgesetz
6. Althochdeutsche Hauptwerke
6.1 Bairisch
6.2 Alemannisch
6.3 Ostfränkisch
6.4 Südrheinfränkisch
6.5 Rheinfränkisch
6.6 Mittelfränkisch
7. Geschichte des Schreibens
8. Monastisches Schreiben
9. Exklusive Schriftlichkeit
10. Die deutsche Alphabetschrift und ihre Ausbildung im Althochdeutschen
11. Fazit
12. Bibliografie
12.1 Sammelbände
12.2 Monographien und Aufsätze
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit bietet einen komprimierten Überblick über das Althochdeutsche (Ahd.), wobei sie sowohl die sprachwissenschaftlichen Grundlagen als auch die soziokulturellen Rahmenbedingungen und die Entwicklung der Schriftlichkeit im Frühmittelalter analysiert.
- Definition und zeitliche Eingrenzung des Althochdeutschen.
- Geographische Verteilung und dialektale Vielfalt der Schreiblandschaften.
- Die Rolle monastischer Einrichtungen bei der Tradierung von Texten.
- Besonderheiten der Adaption des lateinischen Alphabets an das deutsche Phoneminventar.
- Das Lebenswerk und der sprachhistorische Einfluss von Notker dem Deutschen.
Auszug aus dem Buch
4.2.1 Inschriften
Sie stellen die älteste Sprachschrift dar, die durch den ganzen ahd. Zeitraum vertreten ist. Unterteilt werden sie in Runen und Inschriften in lateinischer Schrift. Charakteristisch für die Runenschriften des 6.- 8. Jahrhundert sind ihre noch teilweise altertümliche (festlandrunisch, vor- oder frühahd.) bzw. ihre christliche Sprachform. Inschriften in lateinischer Schrift sind aus ahd. Zeit nur zwei bekannt, eine aus Köln (9.Jh.) und eine aus Rheinessen (Grabinschrift 10.Jh., jetzt in Mainz)24.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema der althochdeutschen Sprachgeschichte ein und umreißt die behandelten Schwerpunkte der Arbeit.
2. Begriff, Zeit und Sprachraum des Althochdeutschen: In diesem Kapitel werden Definitionen sowie der zeitliche und räumliche Rahmen des Althochdeutschen anhand der Fachliteratur diskutiert.
3. Soziokulturelle Voraussetzungen des Althochdeutschen: Das Kapitel beleuchtet den Einfluss der Christianisierung und der karolingischen Reformen auf die kulturelle und sprachliche Entwicklung.
4. Die wichtigsten althochdeutschen Schreiborte und Hauptwerke: Hier werden zentrale Klöster als Zentren der Überlieferung sowie die verschiedenen Quellenarten wie Inschriften, Glossen und Übersetzungstexte vorgestellt.
5. Notker der Deutsche: Dieses Kapitel widmet sich dem Wirken Notkers als bedeutender Pädagoge und Übersetzer sowie seinen lautgesetzlichen Errungenschaften.
6. Althochdeutsche Hauptwerke: Eine systematische Übersicht über die bedeutendsten Sprachzeugnisse, unterteilt nach den verschiedenen fränkischen und oberdeutschen Dialektgebieten.
7. Geschichte des Schreibens: Dieses Kapitel thematisiert die Ausbildung von Lese- und Schreibkompetenzen sowie die materiellen und handwerklichen Aspekte der damaligen Schreibkultur.
8. Monastisches Schreiben: Hier liegt der Fokus auf der Rolle der Mönche und dem Kloster als primärer Ort der Textproduktion und Überlieferung.
9. Exklusive Schriftlichkeit: Es wird die gesellschaftliche Exklusivität von Schriftlichkeit und das Monopol des Klerus in Bezug auf Bildung und Alphabetisierung diskutiert.
10. Die deutsche Alphabetschrift und ihre Ausbildung im Althochdeutschen: Dieses Kapitel analysiert die Herausforderungen bei der Anwendung des lateinischen Schriftsystems auf das deutsche Phoneminventar.
11. Fazit: Die Arbeit schließt mit einer zusammenfassenden Einordnung des Althochdeutschen als Sprachperiode und der Würdigung der Überlieferungspraxis.
12. Bibliografie: Dieses Verzeichnis listet die verwendeten Sammelbände, Monographien und Aufsätze für die vorliegende Arbeit auf.
Schlüsselwörter
Althochdeutsch, Sprachgeschichte, Frühmittelalter, Klosterschule, Notker der Deutsche, Schriftlichkeit, Dialektologie, Lautverschiebung, Paläographie, lateinische Schrift, Übersetzungsliteratur, Monastisches Schreiben, Sprachquellen, Graphemik, Phoneminventar.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit behandelt die Sprachgeschichte des Deutschen im Zeitraum vom 8. bis zum 11. Jahrhundert und untersucht die Entwicklung der althochdeutschen Schriftlichkeit.
Welche zentralen Themenfelder stehen im Vordergrund?
Im Zentrum stehen die Begriffsbestimmung, die räumliche Dialektvielfalt, der Einfluss klösterlicher Schreibzentren sowie die Herausforderungen der Alphabetisierung und Schriftsprachenbildung.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage dieser Arbeit?
Ziel ist es, einen strukturierten Gesamtüberblick über das Althochdeutsche zu geben und die wesentlichen soziokulturellen und philologischen Bedingungen seiner Überlieferung darzustellen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zur Anwendung?
Der Autor stützt sich auf eine tiefgreifende Auswertung der einschlägigen Fachliteratur und philologischer Standardwerke, um die Sprachgeschichte und Überlieferungszeugnisse zu systematisieren.
Was wird im Hauptteil der Untersuchung behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der soziokulturellen Voraussetzungen, die Analyse der wichtigsten Schreiborte und Quellen sowie eine detaillierte Auseinandersetzung mit Notker dem Deutschen und der Entwicklung der deutschen Alphabetschrift.
Welche Schlagworte charakterisieren das Dokument am besten?
Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie Althochdeutsch, Schriftgeschichte, Klostertradition, Lautgesetze und frühmittelalterliche Sprachforschung beschreiben.
Welche Bedeutung kommt Notker dem Deutschen für das Althochdeutsche zu?
Notker der Deutsche personifiziert den Höhepunkt der althochdeutschen Übersetzungskultur und gilt als Brückenfigur zwischen der Übersetzungspraxis und der entstehenden Literatur.
Warum war die Verschriftlichung im Frühmittelalter eine solche Herausforderung?
Die größte Schwierigkeit bestand in der Inkongruenz zwischen dem lateinischen Zeichensystem und dem deutschen Phoneminventar, was zu einer Vielzahl von individuellen und lokal begrenzten Schreibversuchen führte.
- Arbeit zitieren
- Tobias Rohmann (Autor:in), 2008, Anfänge deutscher Schriftlichkeit – eine Analyse des Althochdeutschen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/123477