Um einen ersten Überblick über das vorliegende Themenfeld zu verschaffen, werden im Folgenden zunächst die klassischen Essstörungen umfassend erläutert. Hierbei werden die Essstörungen Anoerexia nervosa, Bulimia nervosa und die Binge-Eating-Störung näher beschrieben. Da im Zentrum dieser Arbeit, die Esstörungen im Leistungssport stehen, muss zunächst eine Spezifizierung des Begriffes Leistungssport durchgeführt werden. Im Anschluss wird eine typische Essstörung im Leistungssport die Athletica Nervosa detailliert erläurt und es soll der Frage nachgegangen werden, was LeistungssportlerInnen dazu veranlasst, dieses Risiko einzugehen. Diesbezüglich soll ermittelt werden, welche Faktoren beim Auftreten einer Essstörung im Leistungssport eine entscheidende Rolle spielen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Klassische Essstörungen
2.1 Anorexia nervosa (Magersucht)
2.2 Bulimia nervosa
2.3 Binge-Eating-Störung
3. Leistungssport
3.1 Essstörungen im Leistungssport
3.2 Anorexia Athletica
3.3 Ätiologie
4. Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit zielt darauf ab, die Entstehung und Verbreitung von Essstörungen im Leistungssport zu beleuchten sowie die multifaktoriellen Ursachen für krankhaftes Essverhalten bei Athleten zu identifizieren und einzuordnen.
- Klinische Einordnung klassischer Essstörungen (Anorexia, Bulimie, Binge-Eating)
- Definition und Spezifizierung des Begriffs Leistungssport
- Analyse der Anorexia Athletica als sportartspezifisches Phänomen
- Untersuchung der ätiologischen Faktoren (psychosozial, leistungsbezogen, demographisch)
- Betrachtung des Einflusses von TrainerInnen und externen Leistungsanforderungen
Auszug aus dem Buch
3.1 Essstörungen im Leistungssport
Besser, erfolgreicher und dünner zu sein gewinnt in unserer modernen Industriegesellschaft immer mehr an Bedeutung. Magersüchtige sind die vermeintlichen „Gewinner“ dieses Druckempfindens. Sie neigen häufig zu Perfektionismus und verspüren den Drang, in allen Bereichen des alltäglichen Lebens Bestleistungen zu erzielen. Dieses Streben nach Perfektion setzt sich auch bei AthletInnen im Sport fort (vgl. Trabi & Scheer, 2007, S. 27).
Folglich führt der Druck auf den SportlerInnen, ihre Leistungsfähigkeit zu steigern, einer ästhetischen Norm zu entsprechen oder eine Gewichtsklasse zu erreichen, immer häufiger zu Anstrengungen, ein oft unrealistisch niedriges Körpergewicht zu erlangen und zu behalten. Daraus resultieren Veränderungen im Essverhalten. Kalorien werden gezählt, bestimmte kalorienreiche Lebensmittel vermieden oder chronisch Diät gehalten (vgl. Lebenstedt, S. 7).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Stellt das Problem von Essstörungen in der heutigen Gesellschaft dar und führt in die Relevanz des Themas innerhalb des Leistungssports ein.
2. Klassische Essstörungen: Definiert die klinischen Krankheitsbilder Anorexia nervosa, Bulimia nervosa und die Binge-Eating-Störung gemäß medizinischer Standards.
3. Leistungssport: Spezifiziert den Begriff Leistungssport und untersucht im Anschluss die spezifischen Essstörungen in diesem Feld sowie deren komplexe Ursachen.
4. Fazit: Fasst zusammen, dass Essstörungen im Leistungssport multifaktoriell bedingt sind und betont die Notwendigkeit von Prävention durch besser geschultes Umfeld.
Schlüsselwörter
Essstörungen, Leistungssport, Anorexia nervosa, Bulimia nervosa, Binge-Eating-Störung, Anorexia Athletica, Leistungsdruck, Ätiologie, Perfektionismus, Gewichtskontrolle, Female Athlete Triad, Trainerrolle, psychosoziale Faktoren, Fehlernährung, Prävention.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Problematik von Essstörungen bei Sportlerinnen und Sportlern, insbesondere im Kontext des Leistungssports.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Themen umfassen die Definition klassischer Essstörungen, die Charakterisierung des Leistungssports sowie die spezifischen Auslöser für Störungen wie die Anorexia Athletica.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, die häufig multifaktoriellen Ursachen für Essstörungen im Leistungssport zu identifizieren und die Rolle äußerer Einflüsse (z.B. Trainer) zu analysieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf einer fundierten Literaturanalyse und der Auswertung klinischer Studien basiert.
Was wird im Hauptteil detailliert behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Anorexia Athletica, die Entstehungsfaktoren (Psychosoziales, Leistungsanstieg, Demographie) und den Einfluss von Betreuungspersonen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Schlagworte sind Essstörungen, Leistungssport, Anorexia Athletica, Ätiologie und Leistungsdruck.
Was versteht man unter der "Female Athlete Triad"?
Dies ist eine gefährliche Symptomkonstellation bestehend aus Anorexie, sekundärer Amenorrhö und Osteoporose, die häufig bei Leistungssportlerinnen auftritt.
Welche Rolle spielen Trainer bei der Entstehung von Essstörungen?
Trainer haben einen massiven Einfluss; mangelndes Fachwissen oder unangemessener Druck bezüglich des Gewichts können die Auslösung einer Essstörung begünstigen.
Warum ist die Anorexia Athletica schwerer abzugrenzen?
Im Gegensatz zur klassischen Anorexie können die Athleten das Hungern oft selbst beenden, wenn ihr sportliches Ziel erreicht ist, was die Diagnose erschwert.
Ist der Leistungssport per se die Ursache?
Leistungssport wird eher als potenzieller Risikofaktor innerhalb einer multifaktoriellen Genese betrachtet, der bei entsprechender Prädisposition Störungen triggern kann.
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- Tobias Wocheslander (Author), Essstörungen im Leistungssport. Welche Faktoren begünstigen Athletica Nervosa?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1234803