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Die Wechsel bei Heinrich von Morungen

Title: Die Wechsel bei Heinrich von Morungen

Seminar Paper , 2003 , 21 Pages , Grade: 2

Autor:in: Lydia Ostler (Author)

German Studies - Older German Literature, Medieval Studies
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Wohl kaum eine Gattung des Minnesangs hat in den letzten Jahren so viele Fragen aufgeworfen wie der Wechsel. Es scheint, dass gerade deswegen die Forschung sich zurückhält, eindeutige Essays darüber abzufassen.
Ein Wechsel „ist ein kohärenter lyrischer Text, dessen strukturelle Merkmale die strophische Aufteilung von Männer- und Frauenrollen und das monologische Verhältnis der ihnen zugeordneten Äußerungen sind.“1 Gerade wegen diesen einzigartigen Charakterzügen der Gattung „Wechsel“ und aufgrund der darüber scheinbar fehlenden Existenz von Forschungsberichten hat diese Art von Minnesang mein Interesse geweckt. Deswegen habe ich die Wechsel bei Morungen zu meinem Seminararbeitsthema gewählt.



Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Überlegungen zu Funktionen des Wechsels nach Köhler/Schnell

2. Lied X - Ich hân sî vür alliu wîp

2.1. Inhalt

2.2 Betrachtung der Männer- und Frauenrolle

2.3. Ergebnis der Betrachtung

3. Lied XXVIII - Ich bin keiser

3.1 Vorbemerkung

3.2 Inhalt

3.3 Betrachtung der Männer- und Frauenrolle

3.4 Ergebnis der Betrachtung

4. Lied XXX - Owe sol mir aber iemer

4.1 Inhalt

4.2 Betrachtung der Männer- und Frauenrolle

4.3. Ergebnis der Betrachtung

5. Fazit der einzelnen Liedanalysen

6. Quellen- und Literaturverzeichnis

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die Gattung des Wechsels im Minnesang Heinrich von Morungens unter besonderer Berücksichtigung der Rollenverteilung zwischen Mann und Frau sowie der funktionalen Deutungen nach Köhler und Schnell.

  • Analyse ausgewählter Wechsel-Lieder von Heinrich von Morungen
  • Diskussion der Forschungsmeinungen zu Funktionen des Wechsels
  • Untersuchung der Geschlechterrollen und deren Darstellung
  • Reflexion über Kommunikationsprobleme ("Aneinandervorbeireden")
  • Synthese der Ergebnisse im Hinblick auf die Gattungszuordnung

Auszug aus dem Buch

2.1. Inhalt

Die Forschung ist sich darüber einig, dass Lied MF X echt ist, dass heißt, dass die Strophen eine Kohärenz in Ton und Inhalt aufweisen. Es treten Reim- und Wortresponsionen und Refrains auf, auf die ich, genauso wie auf die inhaltlichen Verbindungspunkte, später noch näher eingehen werde.

Lied MF X ist aus vier Strophen aufgebaut, wobei immer abwechselnd Mann und Frau sprechen. Gleich zu Beginn der einzelnen Strophen werden die Rollen durch Nennung des Partners sichtbar gemacht:

- Durch „wîp“ im ersten Vers der ersten Strophe

- Durch das Gegenstück „man“ dazu im ersten Vers der letzten Strophe

- Durch „er“ in der ersten Zeile der zweiten Strophe und „ir“ im zweiten Vers der dritten Strophe

Das Lied beginnt mit der Mannesstrophe. Er beschreibt seine Emotionen zu ihr; er hat sie zur Herrin auserkoren und stellt sie über alle anderen Frauen. Er ist nicht nur von ihren Charakterzügen, sondern auch von ihrer äußeren Gestalt angetan, denn „minneclîch ist ir der lîp“ (I,3). Indem er das Publikum durch „seht“ direkt anspricht, steht er offen zu ihr und ist scheinbar im Liebestaumel, da er sogar geschworen hat, dass ihm niemand teurer als sie auf der Welt sei. Der letzte Vers stellt den Höhepunkt seiner Liebesbeteuerungen in dieser Strophe dar, da er ihr Auftreten mit dem Aufgehen einer Sonne vergleicht. Es scheint, dass er sich seiner Gefühle sicher ist.

Im Anschluss daran folgt die Frauenstrophe. Hier tritt das Element Minneklagen ganz eindeutig hervor. Die Frau beginnt nämlich ihr mit dem Ruf „owê“, der ihre Verzweiflung ausdrückt. Während der Mann sozusagen prospektiv und freudvoll auf die Beziehung blickt, ruft sich die Frau diese schmerzvoll in Erinnerung. Ihr wird noch einmal bewusst, wie qual voll der Abschied von ihm war. Doch auch für sie gibt es Linderung ihres Schmerzes: Ihn überkommt das Weinen, während sie trauert und er bittet sie, doch von ihrer Traurigkeit abzulassen und fröhlich gestimmt zu sein. Seine Bitte erfüllt sich, da seine Tränen sie zwar berühren, ihr Herz sich aber trotz der äußeren Trauer wieder fröhlich stimmt.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Einführung in die Problematik der Gattung Wechsel und Erläuterung der methodischen Vorgehensweise anhand der Ansätze von Köhler und Schnell.

1. Überlegungen zu Funktionen des Wechsels nach Köhler/Schnell: Theoretische Auseinandersetzung mit der kontroversen Diskussion über die Funktion des Wechsels zwischen Liebesbekräftigung und kommunikativem Missverständnis.

2. Lied X - Ich hân sî vür alliu wîp: Detaillierte Inhaltsangabe, Rollenanalyse und Ergebnisdarstellung zum ersten analysierten Wechsel.

3. Lied XXVIII - Ich bin keiser: Untersuchung der umstrittenen Gattungszuordnung dieses Werkes sowie Analyse der Rollenkonstellationen.

4. Lied XXX - Owe sol mir aber iemer: Analyse dieses speziellen Tageliedwechsels unter besonderer Betrachtung der erotischen Momente und der Trennungsproblematik.

5. Fazit der einzelnen Liedanalysen: Zusammenfassende Betrachtung, die zeigt, dass die Funktion des Wechsels je nach Lied variiert.

6. Quellen- und Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Sekundärliteratur und Quellen.

Schlüsselwörter

Heinrich von Morungen, Minnesang, Wechsel, Geschlechterrollen, Literaturwissenschaft, Rüdiger Schnell, Jens Köhler, Mittelalterliche Lyrik, Minneklage, Tagelied, Kommunikation, Liebeskonzeption, Literarische Analyse, Gattungspoetik, Literaturgeschichte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Wechsel-Lieder von Heinrich von Morungen, um deren Funktion und die Darstellung der Geschlechterrollen im Minnesang zu analysieren.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen umfassen die Definition des Wechsels, die Analyse von Männer- und Frauenrollen sowie die Auseinandersetzung mit modernen literaturwissenschaftlichen Diskussionen über Kommunikationsstörungen in dieser Gattung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die Funktion des Wechsels bei Morungen durch die Analyse der Geschlechterrollen in drei ausgewählten Liedern zu beleuchten und kritisch zu bewerten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse durchgeführt, die auf der inhaltlichen Untersuchung der Strophen basiert und diese mit den theoretischen Ansätzen von Rüdiger Schnell und Jens Köhler in Bezug setzt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden drei spezifische Lieder (Lied X, XXVIII und XXX) detailliert analysiert, wobei jeweils Inhalt, Rollenverteilung und ein abschließendes Ergebnis erarbeitet werden.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Minnesang, Wechsel, Geschlechterrollen, Minneklage, Kommunikation und Morungen.

Wie wird das Lied „Ich bin keiser“ in der Forschung eingeordnet?

Das Lied ist in der Forschung umstritten; während ältere Arbeiten es eher als Mädchenlied einstuften, ordnet es die moderne Forschung, wie etwa Köhler, unter genauer Betrachtung der Gattung Wechsel zu.

Welche Rolle spielt die „Gesellschaft“ in Morungens Wechseln?

In den untersuchten Wechseln fungiert die Gesellschaft häufig als externes Hindernis oder Grund für die Distanz der Liebenden, etwa durch Verleumdung oder soziale Intrigen, was die Minneklage verstärkt.

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Details

Title
Die Wechsel bei Heinrich von Morungen
College
LMU Munich  (Institut für Deutsche Philologie)
Course
Proseminar Heinrich von Morungen
Grade
2
Author
Lydia Ostler (Author)
Publication Year
2003
Pages
21
Catalog Number
V12351
ISBN (eBook)
9783638182591
ISBN (Book)
9783638757720
Language
German
Tags
Wechsel Heinrich Morungen Proseminar Heinrich Morungen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Lydia Ostler (Author), 2003, Die Wechsel bei Heinrich von Morungen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/12351
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