Die exegenetischen und hermeneutischen Elemente von Lukas 10, 35-40


Hausarbeit (Hauptseminar), 2008

15 Seiten, Note: 1,4


Leseprobe

Inhalt

I. EINFÜHRUNG/ VORWORT

II. EXEGESE
Zur Mutter der beiden Zebedäussöhne
Umfeld der beiden Zebedäussöhne
Zu deiner Rechten und deiner Linken sitzen
Kelch
Mit der Taufe getauft werden mit der ich getauft bin
Lösegeld
Diener

III. BIBLISCHE THEOLOGIE
Die Herausforderung für die Zebedäussöhne und für uns
Die Interpretation Jesu über seine messianische Aufgabe

IV. HERMENEUTIK
Nicht Jesu Aufgabe, sondern die des Vaters
Nicht Herrschen sondern Dienen

V. ANWENDUNG
BIBLEOGRAPHIE

Kapitel I

Einführung/ Vorwort

In dieser Ausarbeitung sollen die exegetischen und hermeneutischen Gesichtspunkte, wie auch der theologische Hintergrund und die Anwendung in unserem täglichen Leben des Markusevangeliums, Kapitel 10, die Verse 35 bis 45 diskutiert werden.[1]

In Kapitel II geht es um die Exegese, die auf den historischen, kulturellen, geographischen und materiellen Hintergrund eingeht. Ebenfalls soll dargelegt werden wie die Menschen damals diese Worte aufgefasst haben. Überleitend zu Kapitel III wird die biblische Theologie ausgeführt. Unter anderem wird die Frage nach dem Gesamtkonzept betrachtet und Aufschluss über den Dienst im Reich Gottes gegeben. Die Hermeneutik, welche in Kapitel IV diskutiert wird, gibt uns Verständnis bzw. Information wie wir diese Bibelstelle heute interpretieren können und was sie uns heute noch zu sagen hat. Weiter hin werden auch die Parallelstellen betrachtet, da es sich hier um einen synoptischen Bericht handelt, welcher sowohl in Matthäus, Markus wie auch in Lukas zu finden ist. Im letzten Kapitel wird beschrieben, wie diese Passage unserem täglichen Leben angewendet werden kann.[2] Es empfiehlt sich im Voraus die Stelle in Markus, Kapitel 10, die Verse 35 bis 45 als auch die Parallelstellen in Matthäus, Kapitel 20, die Verse 20-28 und Lukas, Kapitel 22, die Verse 24-30 zu lesen, um einen groben Überblick zu erhalten.

Kapitel II

EXEGESE

Ausgelöst durch eine Anfrage der Zebedäussöhne, gibt Jesus eine zentrale Interpretation seiner messianischen Aufgabe. Sie lautet: Er stirbt zur Erlösung vieler Menschen und erfüllt damit Jesaja, Kapitel 53, die Verse 10-12 in denen geschrieben steht:

„Doch Jahwe gefiel es, ihn zu zerschlagen, er hat ihn leiden lassen. Wenn seine Seele das Schuldopfer gestellt haben wird, so wird er Samen sehen, er wird seine Tage verlängern; und das Wohlgefallen Jahwes wird in seiner Hand gedeihen. Von der Mühsal seiner Seele wird er Frucht sehen und sich sättigen. Durch seine Erkenntnis wird mein gerechter Knecht die Vielen zur Gerechtigkeit weisen, und ihre Missetaten wird er auf sich laden. Darum werde ich ihm die Großen zuteil geben, und mit Gewaltigen wird er die Beute teilen: dafür, dass er seine Seele ausgeschüttet hat in den Tod und den Übertretern beigezählt worden ist; er aber hat die Sünde vieler getragen und für die Übertreter Fürbitte getan.“[3]

In dieser Bibelstelle, ist der erste Teil der Passage geprägt, durch einen lebhaften Frage Antwort Dialog. Jedoch im zweiten Teil der Passage findet ein Monolog statt, in dem nur Jesus redet und die zentrale Interpretation seiner messianischen Aufgabe gibt.[4]

Zur Mutter der beiden Zebedäussöhne

In der jüdischen Tradition wird der Menschensohn als eine Gestalt vorgestellt, die am Ende der Zeit als Weltherrscher und Weltenrichter hervortritt.[5] Die beiden Zebedäussöhne haben erkannt, dass die Aufrichtung des Königreiches Jesu bald kommen wird. Sie meinen noch einmal schnell zugreifen zu können, um sich die besten Plätze zu sichern. Es wäre möglich, dass sich die Beiden durch die Schwesternschaft, d.h. Salome war die Schwester der Mutter von Jesus, ermutigt gefühlt hatten. (siehe Mt 20,20, Mk 15,40, Mt 27,56 und Joh 19,25).[6] Deshalb führt Matthäus hier die Mutter auf. Im Judentum gilt jedoch der Satz: Der Bote eines Menschen ist wie dieser selbst. Auf Grund dessen erwähnt Markus an dieser Stelle nicht wie Matthäus die Mutter.[7]

Umfeld der beiden Zebedäussöhne

Trotz der Fülle was die Beiden nicht verstanden hatten, hielten sie unbeirrbar fest an ihrem Glauben an Jesus, einem galiläischen Zimmermann, der sich die Feindschaft der orthodoxen religiösen Führer zugezogen hatte und kurz vor dem Tod stand. Diese Beiden dachten in dieser Situation trotzdem noch an die Herrlichkeit, welches auf große Treue und Vertrauen schließen läst. Sie hatten keinen Zweifel an Jesu endgültigem Sieg. Sie hatten ihr Herz an der richtigen Stelle.[8]

Zu deiner Rechten und deiner Linken sitzen

Häufig dient die Rechte Hand als Bild der Stärke, Kraft und Herrschaft. Im alten Orient bedeutete daher die Aussage ‚zur Rechten’ die zweite Rangstelle und ‚zur Linken’ die dritte Rangstelle nach dem König.[9] Die Plätze ‚zur Rechten’ und ‚zur Linken’ galten früher im jüdischen Denken als die Ehrenvollsten.[10]. Auch sitzen ‚zur Rechten’ und ‚zur Linken’ des Herrschers dessen Würdenträger. Rechts ist der Ehrenplatz (siehe 1 Kö 2,19). Der Auferstandene sitzt zur Rechten des Vaters. Von daher ist die Bitte der beiden Zebedäussöhne leicht zu verstehen, aber die Bitte ist auch voll mit Ergeiz und Selbstbezogenheit.

[...]


[1] C. I. Scofield, D. D., Scofield Bibel: Revidierte Elberfelder Übersetzung; Mit Einleitungen Erklärungen und Kettenangaben (Wuppertal: R. Brockhaus Verlag, 2001). In dieser Ausarbeitung werden alle Bibelverse der Elberfelder Bibel entnommen. Jedoch soll angemerkt werden, dass verschiedene Bibeln verwendet werden um die Textstellen miteinander zu vergleichen.

[2] Rodney Friend, Kursbeschreibung/ Lehrplan Hermeneutik (Kniebis: Europäisches Theologisches Seminar, 2007), 2.

[3] Heinz- Werner Neudorfer und Eckard J. Schnabel, Das Studium des Neuen Testaments, Bd. 1, Eine Einführung in die Methoden der Exegese (Wuppertal: R. Brockhaus Verlag, 1999), 374.

[4] Josef Blank und andere, EKK, Evangelisch- Katholischer Kommentar zum neuen Testament, II/2, Das Evangelium nach Markus, 2. Teilband (Zürich: Benzinger Verlag & Neukircher Verlag, 1989), 100.

[5] Neudorfer, Das Studium des Neuen Testaments, 241.

[6] Fritz Rienecker und Werner de Boor, Wuppertaler Studienbibel, Das Markus Evangelium (Wuppertal: R. Brockhaus Verlag, 1955), 192.

[7] Gerhard Maier, Edition C Bibelkommentar, Bd. 2 , Markus- Evangelium (Holzgerlingen: Hänssler Verlag, 2007), 442-443.

[8] William Barcley, Auslegung des Neuen Testaments: Markus Evangelium (Neukirchen- Vluyn: Aussaat Verlag, 2006), 227-228.

[9] Maier, Edition C Bibelkommentar, 443.

[10] Neudorfer, Das Studium des Neuen Testaments, 187.

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
Die exegenetischen und hermeneutischen Elemente von Lukas 10, 35-40
Hochschule
Europäisches Theologisches Seminar, Freudenstadt
Veranstaltung
Hermeneutik
Note
1,4
Autor
Jahr
2008
Seiten
15
Katalognummer
V123535
ISBN (eBook)
9783640413799
ISBN (Buch)
9783640410354
Dateigröße
401 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Elemente, Lukas, Zebedäussöhne, Kelch, Taufe, Lösegeld, Diener, nicht Herrschen sondern Dienen, Zur Rechten und zur Linken sitzen
Arbeit zitieren
Gregor Dilger (Autor:in), 2008, Die exegenetischen und hermeneutischen Elemente von Lukas 10, 35-40, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/123535

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