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Vergangenheitsaufarbeitung in der DDR und in der BRD (1945-1989)

Title: Vergangenheitsaufarbeitung in der DDR und in der BRD  (1945-1989)

Term Paper , 2007 , 16 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Linda vom Hofe (Author)

Politics - History of Political Systems
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Summary Excerpt Details

Nach dem Ende des zweiten Weltkriegs hatten die Gesamtheit der Deutschen mit ähnlichen
Problemen zu kämpfen: diese Probleme waren nicht nur wirtschaftlicher und familiärer Natur,
sondern auch psychologischer Natur. Jeder musste das Geschehene zunächst für sich
einordnen und sich seiner Rolle während der Zeit der nationalsozialistischen Herrschaft
bewusst werden. Auf welch unterschiedliche Art und Weise dies, sowohl auf politischer, als
auch auf der gesellschaftlichen Ebene geschehen kann, zeigte sich schon wenige Jahre nach
Ende des Krieges. Obwohl man das selbe erlebt hatte, die Niederlage des
nationalsozialistischen Deutschlands der gemeinsame Ausgangspunkt war, stellte sich noch
vor den Staatsgründungen der Bundesrepublik und der DDR heraus, auf wie ungleiche Art
und Weise die Vergangenheit bewältigt, verarbeitet und sogar instrumentalisiert werden kann.
In der folgenden Arbeit soll nun überprüft werden, welchen Einfluss das politische System
und die damit verbundenen Werte und Normen auf die Vergangenheitsbewältigung eines
Landes haben.
Warum kam es also nach dem zweiten Weltkrieg in der BRD und in DDR zu einem
unterschiedlichen Umgang mit der nationalsozialistischen Vergangenheit und wie sah dieser
aus?
Bei der Beantwortung dieser Frage wird zu überprüfen sein, inwiefern es hauptsächlich
systembedingte Erklärungsfaktoren waren, die die Vergangenheitsaufarbeitung in beiden
Ländern beeinflusst haben, oder ob auch externe Einflüsse eine Rolle gespielt haben könnten.
Hierbei bedarf es zunächst einer genaueren Betrachtung der Vergangenheitsaufarbeitung in
der Bundesrepublik (Teil 2) und in der DDR (Teil 3), um dann anschließend die
Erklärungsfaktoren für die unterschiedliche Vergangenheitsaufarbeitung (Teil 4) genauer
herausarbeiten zu können. Im letzen Teil (5) soll dann sowohl ein Fazit versucht werden, als
auch ein Ausblick auf den gesamtdeutschen Umgang mit der Vergangenheit nach der
Wiedervereinigung geben.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Vergangenheitsaufarbeitung in der Bundesrepublik

2.1 Juristische Aufarbeitung der Vergangenheit

2.2 Politische Aufarbeitung der Vergangenheit

2.3 Historische Aufarbeitung der Vergangenheit

2.4 Gesellschaftliche und individuelle Aufarbeitung der Vergangenheit

3. Vergangenheitsaufarbeitung in der DDR

3.1 Juristische Aufarbeitung der Vergangenheit

3.2 Politische Aufarbeitung der Vergangenheit

3.3 Historische Aufarbeitung

3.4 Gesellschaftliche und individuelle Aufarbeitung

4. Erklärungsansätze für die unterschiedliche Vergangenheitsaufarbeitung

4.1 Individuelle psychologische Erklärungsansätze

4.2 Politische und systembedingte Erklärungsansätze

5. Fazit und Ausblick

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht, warum es in der Bundesrepublik Deutschland und der DDR nach 1945 zu einem grundlegend unterschiedlichen Umgang mit der nationalsozialistischen Vergangenheit kam. Dabei wird der Frage nachgegangen, inwieweit das jeweilige politische System sowie dessen zugrunde liegende Werte und Normen die Vergangenheitsbewältigung beeinflussten oder ob externe Faktoren eine entscheidende Rolle spielten.

  • Einfluss politischer Systeme auf die Vergangenheitsbewältigung
  • Juristische, politische und historische Aufarbeitung in BRD und DDR
  • Psychologische Mechanismen der Verdrängung in der Nachkriegsgesellschaft
  • Systembedingte Unterschiede bei der Interpretation des Nationalsozialismus
  • Die Rolle von Öffentlichkeit und pluralistischer Gesellschaft

Auszug aus dem Buch

2.4 Gesellschaftliche und individuelle Aufarbeitung der Vergangenheit

Die deutsche Bevölkerung empfand sich zunächst als Opfer; und zwar als Opfer von Krieg, Flucht und Vertreibung gleichermaßen wie von Hitler und den Alliierten: „Konfrontiert mit der säuberungspolitischen Entschlossenheit der Alliierten, begann sich die Mehrheit vielmehr sehr rasch als „Opfer“ zu sehen: nicht nur als Opfer von Bombenkrieg, Flucht und Vertreibung, sondern als Opfer einer in der Tat empfindlichen Praxis der Internierung, als Opfer einer spätestens aufgrund der Ungerechtigkeiten des ausgedehnten „Persilschein-Wesens“ zur Farce geratenen Entnazifizierung- und ganz allgemein als Opfer einer vermeintlich postulierten Kollektivschuldthese.“ (Frei 2005:68) Diese Ausprägung von Opfermentalitäten wurde von der Tabuisierung individueller Verantwortung begünstigt, die so eine moralische Entlastung von der Vergangenheit ermöglichten. (Hammerstein 2007:29) So wurde die Frage nach der eigenen Schuld, bzw. nach der eigenen Verantwortung von großen Teilen der Bevölkerung zunächst beiseite geschoben. Auch gesamtgesellschaftlich hatten der wirtschaftliche Wiederaufbau und die außenpolitische Anlehnung an die USA, um Souveränität zu erreichen, zunächst Vorrang.

Der Mangel an selbstkritischem Bewusstsein zog sich noch bis in die 50er Jahre hinein, denn auch auf individueller Ebene hatten das Erlangen eines gewissen Wohlstands Vorrang vor der Beschäftigung mit der Vergangenheit. Da es sich jedoch in der BRD um eine pluralistische Gesellschaft handelte, konnten „eine kritische Öffentlichkeit, Innovationen im Bereich der Histographie, alternative Bewegungen (...) hier vor allem seit den sechziger Jahren mit Erfolg Verdrängungstendenzen, politische Instrumentalisierungen und Defizite traumatisieren und aufbrechen, währenddessen die Reichweite vergleichbarer Tendenzen in der DDR deutlich limitiert war.“ (Hammerstein 2007:29)

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Vorstellung der Forschungsfrage bezüglich der unterschiedlichen Aufarbeitung der NS-Vergangenheit in BRD und DDR sowie Erläuterung des methodischen Vorgehens.

2. Vergangenheitsaufarbeitung in der Bundesrepublik: Analyse der juristischen, politischen, historischen und gesellschaftlichen Aufarbeitungsprozesse in Westdeutschland unter Berücksichtigung von Phasen der Verdrängung und des Wandels.

3. Vergangenheitsaufarbeitung in der DDR: Untersuchung des staatlich instrumentalisierten Umgangs mit der NS-Vergangenheit, der sich durch den Gründungsmythos des Antifaschismus auszeichnete.

4. Erklärungsansätze für die unterschiedliche Vergangenheitsaufarbeitung: Gegenüberstellung individueller psychologischer Faktoren mit systembedingten, politischen Erklärungsansätzen, um die Differenzen zwischen den deutschen Staaten zu begründen.

5. Fazit und Ausblick: Zusammenfassende Betrachtung der Erkenntnis, dass das demokratische System der BRD im Gegensatz zur Diktatur der DDR eine offenere Auseinandersetzung mit der Vergangenheit ermöglichte.

Schlüsselwörter

Vergangenheitsaufarbeitung, Bundesrepublik, DDR, Nationalsozialismus, Antifaschismus, Totalitarismus, Verdrängung, Schuldfrage, Erinnerungskultur, Transformation, Systemvergleich, NS-Verbrechen, Aufklärung, Gesellschaft, Geschichtsbild

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit primär?

Die Arbeit analysiert die Unterschiede im Umgang mit der nationalsozialistischen Vergangenheit in der Bundesrepublik Deutschland und der DDR zwischen 1945 und 1989.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Im Fokus stehen die juristische, politische und historische Aufarbeitung sowie die individuelle gesellschaftliche Wahrnehmung in beiden deutschen Staaten.

Was ist das primäre Ziel dieser Untersuchung?

Das Ziel ist die Beantwortung der Frage, warum zwei Staaten mit gleicher Ausgangsbasis einen so unterschiedlichen Weg der Vergangenheitsbewältigung einschlugen.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es handelt sich um eine systematische, vergleichende Analyse politischer Systeme und deren Einfluss auf gesellschaftliche Erinnerungsprozesse auf Basis von Fachliteratur.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Betrachtung der Aufarbeitung in BRD und DDR sowie eine anschließende Prüfung von Erklärungsansätzen für die Unterschiede.

Welche Schlagworte charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Schlagworte sind Vergangenheitsaufarbeitung, Antifaschismus, Verdrängung, Systemvergleich und Erinnerungskultur.

Warum spielt der Antifaschismus für die DDR eine so große Rolle?

Der Antifaschismus diente der DDR als Gründungsmythos, um sich als „besseres Deutschland“ ohne Kontinuität zum NS-Regime abzugrenzen und das eigene System zu legitimieren.

Welchen Einfluss hatte das demokratische System der BRD auf die Aufarbeitung?

Durch die pluralistische Gesellschaft und eine kritische Öffentlichkeit konnten ab den 1960er Jahren gesellschaftliche Verdrängungstendenzen aufgebrochen und ein aufklärerischer Diskurs etabliert werden.

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Details

Title
Vergangenheitsaufarbeitung in der DDR und in der BRD (1945-1989)
College
Free University of Berlin
Grade
2,0
Author
Linda vom Hofe (Author)
Publication Year
2007
Pages
16
Catalog Number
V123565
ISBN (eBook)
9783640281428
Language
German
Tags
Vergangenheitsaufarbeitung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Linda vom Hofe (Author), 2007, Vergangenheitsaufarbeitung in der DDR und in der BRD (1945-1989), Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/123565
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