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Die Euromediterrane Partnerschaft als Reformbeschleuniger in den Partnerländern?

Title: Die Euromediterrane Partnerschaft als Reformbeschleuniger in den Partnerländern?

Term Paper , 2008 , 14 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Linda vom Hofe (Author)

Politics - Topic: International Organisations
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Mit Beginn des Barcelona Prozesses (BP) 1995 hat sich die Europäische Union (EU) das
ehrgeizige Ziel gesetzt, einen Raum des Friedens, der Stabilität und des gemeinsamen
Wohlstandes im Mittelmeerbecken sowie eine für das Jahr 2010 angestrebte Euro-mediterrane
Freihandelszone (EMFZ) zu erschaffen. Nach derzeitigem Stand der Dinge ist man sich in
Politik und Literatur einig, dass dieses Ziel wohl nicht erreicht werden wird. Verschiedenste
Versuche, den Erfolg oder Misserfolg der Euromediterranen Partnerschaft (EMP) zu messen,
sind seit Beginn des BP erfolgt: Während einige Autoren betonen, dass die EMP in einigen
mediterranen Partnerländern (MPL) in gewissen Gebieten durchaus Erfolge vorzuweisen hat
und die EMP beispielsweise der einzige Hintergrund ist, in dem sich israelische und
palästinensische Vertreter regelmäßig treffen (JMC Berlin 2008), weisen andere Autoren
darauf hin, dass die EMP bisher, gemessen an den eigenen Zielvorgaben, eher ein Misserfolg
denn ein Erfolg war (Philippart 2003). Ausgehend von letzterer Einschätzung des BP, wird
diese Hausarbeit sich damit beschäftigen, warum die EMP bislang nicht die gewünschten
Erfolge erzielt hat und welche Mechanismen hinter dieser Fehlentwicklung stecken. Hierbei
wird insbesondere der wirtschaftliche Korb betrachtet werden. Die zentrale Fragestellung
lautet daher: Warum konnte der Barcelona Prozess bisher nur begrenzt einen Anreiz für
wirtschaftliche Reformen in den MPL schaffen?
Zur Beantwortung dieser Frage werde ich in erster Linie den Anchoring-Ansatz von Alfred
Tovias und Mehmet Ugur (Tovias/Ugur:2004) als Erklärungsmodell heranziehen, der in
Abschnitt 2 näher erläutert wird, denn dieser Ansatz beinhaltet ein Modell, das zeigt, dass die
EMP unter bestimmten Voraussetzungen funktionieren kann. Nachdem gezeigt wurde, wie
die EU theoretisch als Reformbeschleuniger in den MPL fungieren könnte, wird Teil 3 zeigen,
dass dies jedoch bisher sehr begrenzt der Fall war. In Abschnitt 4 werden dann die Gründe
bzw. Erklärungen für das suboptimale Ergebnis der EMP näher betrachtet, um dann zu einer
abschließenden Bewertung in Teil 5 zu kommen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Die EMP in der Theorie: der Anchoring-Ansatz

2.1 Divergierende Interessen beider Akteure

2.2 Das optimale Tauschgeschäft

3 Die Reformbilanz der EMP in der Praxis

3.1 Handelsliberalisierung:

3.2 Wechselkurse, Geldpolitik und Finanzmarktliberalisierung

3.3 Privatisierung

3.4 Ausländische Direktinvestitionen

4 Warum Divergenzen zwischen Theorie und Praxis?

4.1 Ungünstige Ausgangsbedingungen

4.2 Unvollständige Verträge

4.3 Unausgewogene Verteilung der Kosten und fehlende Anreize

4.4 Mangelnde Zugeständnisse der EU

5 Schluss

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Gründe für das begrenzte Ausbleiben wirtschaftlicher Reformen in den mediterranen Partnerländern (MPL) im Rahmen des Barcelona-Prozesses. Ziel ist es, durch die Anwendung des theoretischen Anchoring-Ansatzes von Tovias und Ugur aufzuzeigen, warum die Mechanismen der Europäischen Union als Reformbeschleuniger in der Praxis bisher versagt haben.

  • Analyse des Anchoring-Ansatzes als Erklärungsmodell für Reformprozesse.
  • Untersuchung der wirtschaftlichen Reformbilanz der EMP in den Partnerländern.
  • Identifikation von Defiziten in der Vertragsgestaltung zwischen EU und MPL.
  • Bewertung der Kosten-Nutzen-Verteilung und der Anreizstrukturen für Reformen.
  • Diskussion der mangelnden Handelszugeständnisse seitens der EU.

Auszug aus dem Buch

2.1 Divergierende Interessen beider Akteure

Die Zusammenarbeit der EU mit den MPL im Rahmen der EMP bietet für beide Akteure Vorteile. Die EU verfolgt in der Region vor allem Sicherheits- und ökonomische Interessen und verspricht sich von einer politischen und ökonomischen Stabilisierung der Region eine effektivere Bekämpfung von Terrorismus und eine geringere Belastung durch illegale Migration. Des weiteren bietet die EMP für die EU die Möglichkeit sich mittels beiderseitiger Liberalisierung einen besseren Zugang zu den Märkten der MPL zu verschaffen, sowie einen größeren Handlungsspielraum für ausländische Direktinvestitionen. (Tovias/Ugur 2004:398)

Für die Regierungen der MPL hingegen bietet die Zusammenarbeit mit der EU zunächst einmal den Vorteil, dass Widerstand von Interessengruppen durch das Spielen einer „tied hands“ Strategie geschmälert werden kann, indem bei Widerstand gegen bestimmte Reformen einfach auf die Vereinbarungen mit der EU verwiesen wird. (Tovias/Ugur 2004: 397f.)

Mittelfristig profitiert auch die gesamte wirtschaftliche Situation der MPL von den Reformen: sie schaffen nicht nur mehr Wachstum und Arbeitsplätze, sondern sie verringern auch die von internationalen Kreditgebern verlangten Risikoprämien und verstärken den Zufluss an ausländischen Direktinvestitionen. (Tovias/Ugur 2004: 398)

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Zielsetzung des Barcelona-Prozesses ein und formuliert die zentrale Forschungsfrage nach den mangelnden Anreizen für wirtschaftliche Reformen in den MPL.

2 Die EMP in der Theorie: der Anchoring-Ansatz: Das Kapitel erläutert das theoretische Modell von Tovias und Ugur, das Bedingungen für ein „optimales Tauschgeschäft“ definiert, um Reformanreize effektiv zu gestalten.

3 Die Reformbilanz der EMP in der Praxis: Hier wird untersucht, wie es in den verschiedenen Sektoren der MPL (Handel, Währung, Privatisierung, Investitionen) tatsächlich um die Umsetzung wirtschaftlicher Reformen steht.

4 Warum Divergenzen zwischen Theorie und Praxis?: Dieses Kapitel analysiert die Ursachen für das Scheitern des Anchoring-Modells, insbesondere hinsichtlich politischer Rahmenbedingungen, mangelhafter Verträge und fehlender Anreize.

5 Schluss: Das Fazit fasst zusammen, dass die EMP bisher kaum reformbeschleunigend gewirkt hat und schlägt Lösungsansätze vor, wie die EU ihre Politik effizienter gestalten könnte.

Schlüsselwörter

Barcelona-Prozess, Euromediterrane Partnerschaft, Anchoring-Ansatz, Wirtschaftsreformen, mediterrane Partnerländer, Europäische Union, MEDA-Programm, Handelsliberalisierung, Privatisierung, Direktinvestitionen, Vertragsgestaltung, Anreizstrukturen, Reformbeschleuniger, Politische Stabilität, Transformationsindex.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die Effektivität des Barcelona-Prozesses hinsichtlich der Förderung wirtschaftlicher Reformen in den mediterranen Partnerländern der EU.

Welches sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die theoretischen Grundlagen des Anchoring-Ansatzes, die praktische Reformbilanz in den MPL und die Analyse struktureller Defizite in der EU-Politik gegenüber diesen Ländern.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist die Beantwortung der Forschungsfrage, warum die EMP bisher nur begrenzt Anreize für wirtschaftliche Reformen in den Partnerländern schaffen konnte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine modelltheoretische Analyse auf Basis des Anchoring-Ansatzes von Tovias und Ugur durchgeführt und diese mit empirischen Daten aus dem Bertelsmann Transformationsindex und Berichten der EIB verknüpft.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Herleitung der Bedingungen für ein erfolgreiches „Ankern“ sowie eine detaillierte Prüfung dieser Bedingungen in der aktuellen Reformpraxis der MPL.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Schlüsselbegriffe sind Anchoring-Ansatz, Reformbeschleuniger, Wirtschaftsreformen, mediterrane Partnerländer (MPL) und politische Autokratien.

Warum greift das Anchoring-Modell laut der Arbeit in der Praxis nicht?

Das Modell greift nicht, weil fundamentale Voraussetzungen wie vollständige Verträge, adäquate Anreizmechanismen und ausreichende Handelszugeständnisse durch die EU bisher fehlen.

Welchen Einfluss haben die innenpolitischen Bedingungen in den MPL auf die Reformen?

Da viele MPL liberale Autokratien sind, stehen wirtschaftliche Reformen oft im Konflikt mit den Interessen der Regierenden, ihre Macht durch große Staatssektoren und Subventionen zu sichern.

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Details

Title
Die Euromediterrane Partnerschaft als Reformbeschleuniger in den Partnerländern?
College
Free University of Berlin
Grade
1,7
Author
Linda vom Hofe (Author)
Publication Year
2008
Pages
14
Catalog Number
V123566
ISBN (eBook)
9783640281435
Language
German
Tags
Euromediterrane Partnerschaft Reformbeschleuniger Partnerländern
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Linda vom Hofe (Author), 2008, Die Euromediterrane Partnerschaft als Reformbeschleuniger in den Partnerländern?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/123566
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