Das Leib-Seele-Verhältnis des Menschen bei Pannenberg und die Einflüsse auf seine eschatologischen Vorstellungen


Hausarbeit, 2018

15 Seiten, Note: 2,3

Anonym


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Mensch als zukunftsorientiertes Wesen

3. Anthropologie und Eschatologie bei Pannenberg
3.1 Der griechische Unsterblichkeitsgedanke
3.2 Moderne Perspektiven auf die eschatologische Erwartung
3.2.1 Das Einheitsverhältnis von Leib und Seele
3.2.2 Eschatologische Konsequenzen
3.3 Die Bedeutung der Auferstehungshoffnung für die Christen

4. Kritische Würdigung

5.Fazit

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Wenn man sich die Frage nach dem Menschen stellt, stößt man nicht nur auf unendliche viele Fragen, sondern auch viele verschiedene Vorstellungen, Ansichten und Theorien, die diese Fragen versuchen zu beantworten. Mit der Frage nach dem Menschen fragen wir nach uns selbst, nach unserer eigenen Existenz. So ist jede Frage und jede Antwort relevant für unser eigenes Dasein.

In dieser Arbeit beschäftige ich mich mit einer dieser Fragen zum Menschsein. Schon seit Jahrhunderten quält es die Menschen nicht zu wissen, was sie nach ihrem Tod erwartet. Es ist sicher, dass jeder Mensch früher oder später sterben wird. Doch was passiert danach? Existiert überhaupt ein Leben nach dem Tod? Und wenn ja, wie kann man sich dieses vorstellen?

Es existieren viele Antworten auf diese Fragen. Wolfhart Pannenberg stellt in seiner theologischen Anthropologie seine Vorstellungen zur Beantwortung dieser Fragen vor. In seinem Werk „Was ist der Mensch? Die Anthropologie der Gegenwart im Lichte der Theologie“ beschäftigt er sich in dem Kapitel „Hoffnung über den Tod hinaus“ mit eschatologischen Vorstellungen und wie es zu solchen kommt.

In dieser Arbeit widme ich mich Pannenbergs eschatologischen Vorstellungen und untersuche sie dahin gehend, inwiefern sie sich von dem Leib-Seele-Verhältnis des Menschen beeinflussen lassen.

Aus anthropologischer Sicht besteht der Mensch aus einem Körper und einer Seele. Ich befasse mich damit, wie Pannenberg dieses Verhältnis definiert. Zuerst muss aber geklärt werden wie es überhaupt dazu kommt, dass der Mensch sich Gedanken über ein Leben nach dem Tod macht. Mit Pannenbergs Auffassung darüber, beschäftige ich mich in meinem ersten Kapitel „Der Mensch als Zukunftswesen“. Dann folgt der Hauptteil meiner Arbeit, indem ich zuerst auf die griechische eschatologische Vorstellung von einer Unsterblichkeit der Seele als Gegenansicht zu Pannenbergs Vorstellung von einer Auferstehung der Toten eingehen werde. Nachdem die griechische Unsterblichkeitshoffnung erläutert wurde, gehe ich dazu über mich näher mit Pannenbergs anthropologischen Auffassungen zu beschäftigen. In dem Kapitel „Das Einheitsverhältnis von Leib und Seele“ werde ich erläutern wie Pannenbergs Vorstellungen über eine Einheit des Menschen aus Leib und Seele aussehen.

Danach folgt die intensive Auseinandersetzung mit dem Thema des Lebens nach dem Tod bei Pannenberg, gefolgt von der Bedeutung der Auferstehungshoffnung für die Christen. Darauf folgen die kritische Würdigung und das Fazit in Form einer Zusammenfassung meiner Ergebnisse.

2. Der Mensch als zukunftsorientiertes Wesen

Um verstehen zu können wie die eschatologische Vorstellung bei Pannenberg durch das Leib-Seele-Verhältnis bestimmt wird, ist es erst mal wichtig zu erläutern, wie Pannenberg zu dem Schluss kommt der Mensch glaube an ein Leben nach dem Tod.

Pannenberg eröffnet seinen Text „Hoffnung über den Tod hinaus“1 mit der These, dass der Mensch, im Gegensatz zu allen anderen Wesen, ein mit dem Zukunftssinn begabtes Wesen ist.2 Ein Tier nimmt nur das Gegenwärtige wahr, während dem Menschen der Blick für sowohl die Zukunft als auch für die Vergangenheit geöffnet ist. „Der zentrale Unterschied zwischen Mensch und Tier läge in der Weltoffenheit“3, welche seinen Blick für eine viel größere Wirklichkeit öffnet und ihn über alle vorfindliche Regelungen und über das eigene Dasein hinausfragen lässt.4

So verhilft die Weltoffenheit dem Menschen zu seiner Zukunftsoffenheit. Sie bringt ihn dazu über das eigene Leben hinaus zu fragen.

Pannenberg hebt hervor, dass die Zukunft für den Menschen eine sehr große Rolle spielt, da „sich alles menschliche Interesse“ „auf die Zukunft konzentriert“.5 Der Mensch strebt nach einer „guten“ und sicheren Zukunft, indem er versucht Vorhersagen über Zukünftiges zu treffen und sein Leben durch schon geschehene Begebenheiten und vorhandenes Wissen zu planen. Dies ist aber nur begrenzt möglich, weil die Zukunft immer sowohl Gutes als auch Schlechtes beinhalten kann und das eigentliche Wesen des Kommenden im „unvorhersehbaren Neuen“6 liegt. Pannenberg führt seine Argumentation über die Wichtigkeit der Zukunft weiter aus, indem er erläutert, dass dieses „Neue“ sowohl die Hoffnung als auch die Phantasie beflügelt. Laut Pannenberg ist ein Wesensmerkmal eines jeden Menschen, dass er Phantasie besitzt, denn „sie bildet den schöpferischen Grundzug im menschlichen Verhalten.“7 Mit Phantasie malt der Mensch sich in der Zukunft seine Träume aus, die ihm in der Gegenwart verwehrt bleiben.

Außerdem besitzt der Mensch, genauso wie er einen Sinn für das Zukünftige besitzt, auch einen Sinn für die Hoffnung.8 Er erhofft sich für seine Zukunft, dass ihm nur Gutes wiederfährt.

Eine weitere Eigenschaft bzw. Besonderheit des Menschen ist es sich bewusst zu sein, selbst einmal sterben zu müssen. Durch die Weltoffenheit, welche eine Distanz zum eigenen Sein mitbringt, stellt jeder Mensch fest, dass der Tod unausweichlich für ihn ist, weil alle Menschen vor ihm auch schon gestorben sind.9 Pannenberg stellt die Frage, ob Hoffnung überhaupt Sinn macht, wenn der Tod unausweichlich für jeden Menschen ist. Er beantwortet sie indem er feststellt: „Es gehört zum Menschen über den Tod hinaus zu hoffen, sowie es zum Menschen gehört, um den eigenen Tod zu wissen.“10 Er begründet dies mit der weltoffenen Bestimmung des Menschen. Diese bringt ihn nicht nur dazu Gott als sein unendliches Gegenüber zu denken, sondern auch Fragen über das Leben hinaus zu stellen. Diese beiden Gedanken sind laut Pannenberg eng miteinander verbunden.11 Die Bestimmung des Menschen ist an die Unendlichkeit Gottes gebunden, welcher jedoch die Zukunftsoffenheit nicht unterdrückt, sondern er „initiiert sie durch den Schöpfungsakt und realisiert sie durch das geschichtliche Handeln des Menschen.“12 Somit kann man sagen, dass der Mensch durch seine Angewiesenheit auf Gott und somit durch die Weltoffenheit gezwungen ist auf ein Leben nach dem Tod zu hoffen.

[...]


1 Pannenberg, Was ist der Mensch?, S. 31-40

2 Vgl. Pannenberg, Was ist der Mensch? , S. 31

3 Munteanu, Was ist der Mensch? , S. 166

4 Vgl. Pannenberg, Was ist der Mensch? , S.8

5 Pannenberg, Was ist der Mensch? , S.31

6 Pannenberg, Was ist der Mensch? , S.32

7 Pannenberg, Was ist der Mensch? , S.19

8 Pannenberg, Was ist der Mensch? , S.32

9 Vgl. Pannenberg, Was ist der Mensch? , S. 33

10 Pannenberg, Was ist der Mensch? , S.33

11 Vgl. Pannenberg, Was ist der Mensch? , S. 33

12 Munteanu, Was ist der Mensch? , S. 124

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
Das Leib-Seele-Verhältnis des Menschen bei Pannenberg und die Einflüsse auf seine eschatologischen Vorstellungen
Hochschule
Friedrich-Schiller-Universität Jena
Note
2,3
Jahr
2018
Seiten
15
Katalognummer
V1235891
ISBN (Buch)
9783346657299
Sprache
Deutsch
Schlagworte
leib-seele-verhältnis, menschen, pannenberg, einflüsse, vorstellungen
Arbeit zitieren
Anonym, 2018, Das Leib-Seele-Verhältnis des Menschen bei Pannenberg und die Einflüsse auf seine eschatologischen Vorstellungen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1235891

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