Worin besteht eigentlich der Zusammenhang zwischen Motivation und Lernerfolgen? Mit diesen Fragen beschäftige ich mich in dem Hauptteil des Essays, indem ich zuerst die Theorien der Lernmotivation erläutere und diese jeweils mit Beispielen aus empirischen Studien belege und des Weiteren der Frage auf den Grund gehe, was die Lernmotivation fördert oder beeinträchtigt.
Welche Fähigkeiten sind wichtig für „gutes“, erfolgversprechendes Lernen? Einerseits spielt das Kennen und Beherrschen von Lernstrategien und lernorganisatorischen Kompetenzen eine große Rolle, andererseits sind die motivationalen Komponenten genauso wichtig. Die PISA-Studie von 2000 fand heraus, dass „Schüler und Schülerinnen mit einer positiven Einstellung zum Lernen mit viel größerer Wahrscheinlichkeit in effektive Lernstrategien investieren“. Der passende Einsatz von Lernstrategien hat einen positiven Einfluss auf den Lernerfolg. Die Motivation beizubehalten, ist für viele Lernende eine große Herausforderung. Der Spaß am Unterricht und vor allem am Lernen sinkt mit der Zeit vermehrt rapide ab. Die Lehrkräfte versuchen oft erfolglos, das Interesse der Schüler zu wecken. Doch können die Lehrenden die Motivation der Lernenden vor ihrer Abwärtsspirale bewahren und wenn ja, inwiefern können sie das tun?
Inhaltsverzeichnis
1) Einleitung: Motivation als Grundbaustein des erfolgreichen Lernens
2) Hauptteil: Wie motivationale Orientierungen das Lernen unterstützen und wie Lehrkräfte zum Motivationserhalt beitragen können
3) Schluss: Zusammenfassung der Ergebnisse
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die zentrale Bedeutung der Lernmotivation für den schulischen und lebenslangen Lernerfolg. Sie beleuchtet wissenschaftliche Theorien zur Motivationspsychologie und analysiert, durch welche pädagogischen Maßnahmen Lehrkräfte die Lernmotivation ihrer Schüler gezielt fördern und gegen einen Motivationsabfall schützen können.
- Grundlagen der Lernmotivation als Basis für Bildungsprozesse
- Leistungsmotivation: Erfolgs- vs. Misserfolgsorientierung
- Intrinsische vs. extrinsische Lernmotivation
- Bedeutung des Fähigkeitsselbstkonzepts für schulische Leistungen
- Rolle von Lehrkräften bei der Motivationsförderung (Autonomie, Kompetenz, soziale Eingebundenheit)
Auszug aus dem Buch
2) Hauptteil: Wie motivationale Orientierungen das Lernen unterstützen und wie Lehrkräfte zum Motivationserhalt beitragen können
Es gibt verschiedene Theorien über das Herstellen und Beeinflussen der Lernmotivation. Ich werde mich im Hauptteil dieses Essays vor allem mit drei dieser Ansätze beschäftigen: die Leistungsmotivation, die Unterscheidung von intrinsischer und extrinsischer Motivation und das Fähigkeitsselbstkonzept.
Das Konzept der Leistungsmotivation beschreibt das Verhalten eines Lernenden sich selbst Leistungsziele zu setzen und diese zu erreichen bzw. zu übertreffen. Man unterscheidet zwischen erfolgsorientierten und misserfolgsorientierten Personen. Die erfolgsorientierten Schüler führen ihre Lernerfolge auf sich selbst und ihre eigenen Anstrengungen zurück und schöpfen daraus ihr hohes Selbstwertgefühl. Deshalb fällt es ihnen leichter sich neuen, oft auch schwierigen, Aufgaben und Herausforderungen mit einer positiven Einstellung zu stellen (Lankes 2010, S. 24). Moulton und Feather stellten in ihrem Experiment zur „Leistungsänderung nach Erfolg und Misserfolg“ fest, dass erfolgsmotivierte Personen nach Erfolg schwerere Aufgaben und nach Misserfolg leichtere Aufgaben wählen, während es bei misserfolgsorientierten Schüler die entgegengesetzte Reaktion hervorruft (Eickhorst 1994, S.114). Durch ein geschwächtes Selbstwertgefühl vermeiden misserfolgsorientierte Personen eher Leistungssituationen.
Zusammenfassung der Kapitel
1) Einleitung: Motivation als Grundbaustein des erfolgreichen Lernens: Die Einleitung definiert das Lernen als aktiven Prozess und verdeutlicht die zentrale Rolle der Motivation für den Lernerfolg. Es wird die Problemstellung aufgezeigt, dass Lehrkräfte zwar die Lernumgebung gestalten, aber die Lernmotivation der Schüler im Zeitverlauf oft abnimmt.
2) Hauptteil: Wie motivationale Orientierungen das Lernen unterstützen und wie Lehrkräfte zum Motivationserhalt beitragen können: Dieser Teil erläutert die Theorien der Leistungsmotivation, der intrinsischen/extrinsischen Motivation sowie des Fähigkeitsselbstkonzepts. Zudem werden Möglichkeiten für Lehrkräfte aufgezeigt, durch Autonomie, Kompetenzerleben und soziale Eingebundenheit dem Motivationsverlust entgegenzuwirken.
3) Schluss: Zusammenfassung der Ergebnisse: Das Kapitel fasst die wesentlichen Erkenntnisse zusammen und betont die Notwendigkeit einer motivationsorientierten Gestaltung von Unterricht. Es wird festgehalten, dass Motivation ein Grundbaustein für Lernerfolg ist und aktiv durch transparente Ziele und ein freundliches Lernklima gefördert werden kann.
Schlüsselwörter
Lernmotivation, Lernerfolg, Leistungsmotivation, Intrinsische Motivation, Extrinsische Motivation, Fähigkeitsselbstkonzept, Selbstbestimmungstheorie, Lehrkräfte, Unterrichtsgestaltung, Lernstrategien, Schulleistung, Autonomie, Kompetenz, Soziale Eingebundenheit, Lebenslanges Lernen
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die wissenschaftlichen Zusammenhänge zwischen der Motivation von Lernenden und deren langfristigem Lernerfolg im schulischen Kontext.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die zentralen Themen sind verschiedene psychologische Motivationstheorien, der Einfluss des Selbstkonzepts auf Leistungen sowie die praktischen Gestaltungsmöglichkeiten für Lehrkräfte im Unterricht.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Ziel ist es zu klären, ob und inwiefern Lehrkräfte die Abwärtsspirale der sinkenden Lernmotivation durch gezielte pädagogische Maßnahmen stoppen oder vermeiden können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse, in der Befunde aus der empirischen Erziehungswissenschaft und Fachdidaktik ausgewertet und in einen pädagogischen Kontext gesetzt werden.
Was wird primär im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Leistungsmotivation, die Differenzierung zwischen intrinsischer und extrinsischer Motivation und die Selbstbestimmungstheorie als Rahmen für motivierenden Unterricht.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die inhaltliche Ausrichtung am besten?
Besonders prägend sind die Begriffe Lernmotivation, Fähigkeitsselbstkonzept, Selbstbestimmungstheorie und Unterrichtsqualität.
Wie unterscheiden sich erfolgsorientierte von misserfolgsorientierten Schülern laut der Arbeit?
Erfolgsorientierte führen Erfolge auf eigene Anstrengung zurück und wählen eher herausfordernde Aufgaben, während misserfolgsorientierte Personen schwierige Situationen aufgrund eines geschwächten Selbstwertgefühls eher meiden.
Welche drei Voraussetzungen nennt die Selbstbestimmungstheorie für gesteigerte intrinsische Motivation?
Für eine Steigerung der intrinsischen Motivation müssen laut der Selbstbestimmungstheorie die drei Bedürfnisse nach Autonomie, Kompetenz und sozialer Eingebundenheit erfüllt sein.
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- Anonym (Author), 2017, Motivation als Voraussetzung zum Lernerfolg. Welche Fähigkeiten sind wichtig für erfolgversprechendes Lernen?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1235893