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Der Missbrauch von Runen im Dritten Reich

Title: Der Missbrauch von Runen im Dritten Reich

Term Paper , 2002 , 14 Pages , Grade: 2

Autor:in: Chrstiane Baltes (Author)

Scandinavian Languages
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Einleitung

Die hier vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der Runenkunde im Dritten Reich und deren Steuerung durch den Nationalsozialismus. Im zweiten Kapitel skizziere ich die Grundlagen für die Entwicklung einer Runensymbolik, wobei ich dabei von der völkisch-esoterischen Bewegung als richtungsweisend ausgehe. Im dritten Kapitel behandle ich die Unterschiede und Ähnlichkeiten der Theorien einiger mir als repräsentativ für die damalige Forschung erscheinenden NS-Runenkundler über die Entstehung des Runenalphabets. Im Folgenden erläutert das vierte Kapitel die Bedeutung der Runen im Dritten Reich anhand ihrer Verwendung als Sinnzeichen bei gesellschaftlichen Feiern und innerhalb politischer Organisationen. Anschließend gehe ich im fünften Kapitel auf die Institutionen zur Erforschung und Popularisierung der Runen näher ein, indem ich jeweils die Struktur, die Zielsetzung und die Charakteristika des Amtes Rosenberg, des Ahnenerbes und der SS darzustellen versuche. Abschließend gelange ich im fünften Kapitel zu einer eigenen Beurteilung zum Missbrauch der Runen.
Als zentrale Informationsquellen dieser Arbeit zähle ich aufgrund ihrer umfassenden Darstellung und der breiten Quellenlage, auf die sie sich stützen, die Arbeiten von Ulrich Hunger und Karlheinz Weissmann. Zu Weissmann möchte ich noch anmerken, dass mir seine rechtspolitische Einstellung bei der Lektüre seines Buches vor Augen war und ich mich um eine kritische Auseinandersetzung bemüht habe. Ferner zog ich die Arbeit Katers über das Ahnenerbe hinzu und benutzte das Buch von Fest in Bezug auf die SS und die Figur Heinrich Himmler. Mit Guido Lists „Geheimnis der Runen“ erhielt ich Einblick in die völkisch-okkulte Lehre. Andersson und Enoksen beleuchten das Thema aus schwedischer Sicht und bieten jeweils eine auf den Punkt gebrachte Zusammenstellung der wesentlichen Fakten das Thema betreffend.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Grundlagen für die Entwicklung der Runensymbolik im Dritten Reich

3. Die Entstehung des Runenalphabetes nach nationalsozialistischer Auffassung

4. Die Bedeutung der Runen im Dritten Reich

5. Institutionen zur Erforschung und Popularisierung der Runen

5.1. Das Amt Rosenberg

5.2. Das Ahnenerbe

5.3. Die SS

6. Abschließende Beurteilung zum Missbrauch der Runen

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den ideologisch motivierten Missbrauch der Runenkunde im Dritten Reich und analysiert, wie nationalsozialistische Institutionen historische Symbole instrumentalisierten, um die pseudowissenschaftliche Doktrin einer germanisch-arischen Überlegenheit zu stützen und zu legitimieren.

  • Ursprung und völkisch-esoterische Grundlagen der NS-Runensymbolik
  • Theorien zur Entstehung des Runenalphabets im Nationalsozialismus
  • Verwendung von Runen als politisches und rituelles Machtsymbol
  • Rolle zentraler Institutionen wie das Amt Rosenberg, das Ahnenerbe und die SS
  • Kritische Aufarbeitung der methodischen Instrumentalisierung in der NS-Forschung

Auszug aus dem Buch

4. Die Bedeutung der Runen im Dritten Reich

Als schriftliche Zeugnisse der Urväter der germanischen Rasse bildeten die Runen für die Nationalsozialisten eine Art Schlüssel zum Geheimnis der Überlegenheit des germanisch-arischen Volkes. Sie drückten zum einen die völkisch-esoterische Weltanschauung aus und galten zum anderen als traditionserhaltende Symbole zur Erinnerung an germanische Kulte, Helden und Götter.

Vor diesem Hintergrund galten die Runen als kraftspendende Symbole. Schriftrunen wurde verachtet, da diese Funktion nur die profane Repräsentation der Degenerierung vorheriger Kulturen darstellte. Diese negative Entwicklung hänge zusammen mit der Rassendurchmischung während der Völkerwanderung und treffe keine Aussage über die eigentliche Verwendung der Runen in der urgermanischen Hochkultur.

Weiterhin wurden Runen zu politischen Symbolen, so z. B. als Emblem der Hitlerjugend, der Apothekervereinigung, der SS, der SA und des Reichsbundes Deutsche Familie. Insbesondere in der Hitlerjugend wurden Runen als Leistungsabzeichen vergeben und erhielten ihren kultischen Charakter bei Weihehandlungen durch die jeweiligen HJ-Funktionäre.

Bei gesellschaftlichen Feiern wie Hochzeiten, Beerdigungen oder Geburtstagen wurden Runen als rituelle Symbolzeichen verwendet. So stand z. B. die Yr-Rune für den Tod als Zeichen auf Grabsteinen, und die Man-Rune für die Geburt. Dieselbe Verwendung fanden diese Runen auch innerhalb der SS als Merkmale zur Wiedererkennung, für Kampfansagen oder zur vereinfachten Kommunikation. Die Wahl der jeweiligen Rune für einen bestimmten Anlass wurde aber weder begründet, noch wurde ihre genaue Bedeutung erklärt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit gibt einen Überblick über die Runenkunde im Dritten Reich und skizziert die methodische Vorgehensweise sowie die zentralen Fragestellungen hinsichtlich der Steuerung durch das NS-Regime.

2. Grundlagen für die Entwicklung der Runensymbolik im Dritten Reich: Dieses Kapitel behandelt den Einfluss der völkisch-esoterischen Bewegung und von Autoren wie Guido List, deren Lehren den Grundstein für die spätere NS-Runenideologie legten.

3. Die Entstehung des Runenalphabetes nach nationalsozialistischer Auffassung: Es werden die verschiedenen, oft spekulativen Theorien von NS-Runenkundlern analysiert, die versuchten, die Entstehung der Runen mit einer arischen Vorzeit zu verknüpfen.

4. Die Bedeutung der Runen im Dritten Reich: Dieses Kapitel erläutert die praktische Anwendung von Runen als politische Sinnzeichen und ihre rituelle Bedeutung in Organisationen wie der Hitlerjugend oder der SS.

5. Institutionen zur Erforschung und Popularisierung der Runen: Hier werden die Strukturen und Zielsetzungen des Amtes Rosenberg, des Ahnenerbes sowie der SS untersucht, die als staatliche Instanzen die Instrumentalisierung der Runenforschung vorantrieben.

6. Abschließende Beurteilung zum Missbrauch der Runen: Die Arbeit schließt mit einer kritischen Reflexion über die methodische Willkür der damaligen Runenforschung und die bewusste Verzerrung historischer Tatsachen zur Legitimierung des Unrechtsregimes.

Schlüsselwörter

Runenkunde, Dritte Reich, Nationalsozialismus, Ariosophie, Runensymbolik, Amt Rosenberg, Ahnenerbe, SS, Germanisch-arische Rasse, Völkische Esoterik, Guido List, Instrumentalisierung, NS-Propaganda, Runen-Futhark, Rassenphilosophie

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht, wie das nationalsozialistische Regime die Runenkunde instrumentalisiert hat, um eine völkische Ideologie zu verbreiten und den Anspruch auf eine „arisch-germanische“ Überlegenheit zu untermauern.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Im Zentrum stehen die historische Entstehung der NS-Runenideologie, ihre rituelle und politische Verwendung im Alltag sowie die Rolle staatlicher Institutionen bei der pseudowissenschaftlichen Aufbereitung dieser Themen.

Was ist die primäre Forschungsfrage der Arbeit?

Die Autorin geht der Frage nach, wie die Runenforschung im Dritten Reich gesteuert wurde, um als Instrument für die Weltanschauung der Nationalsozialisten zu dienen und historische Fakten zugunsten einer Rassenideologie zu verzerren.

Welche wissenschaftliche Methode liegt der Arbeit zugrunde?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und einer kritischen Auseinandersetzung mit zeitgenössischen Quellen sowie den Theorien maßgeblicher NS-Runenkundler, ergänzt durch historische Forschungsliteratur.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der theoretischen Grundlagen (völkisch-okkultistische Strömungen), die Analyse der NS-Abstammungstheorien sowie eine Untersuchung der Institutionen (Amt Rosenberg, Ahnenerbe, SS), die die Runenforschung kontrollierten.

Welche Schlagworte charakterisieren diese Publikation am besten?

Die Arbeit ist durch Begriffe wie „Ariosophie“, „Instrumentalisierung“, „NS-Symbolik“ und „völkisch-esoterische Bewegung“ geprägt, die den Kern der kritischen Analyse bilden.

Welche Rolle spielte die SS bei der Runenforschung?

Die SS unter Heinrich Himmler war einer der Hauptakteure, die runenkundliche Ansätze förderten, um die Unterweisung der eigenen Mitglieder jenseits seriöser Wissenschaftlichkeit zu steuern und für ideologische Zwecke zu nutzen.

Warum wird die „Patchwork-Methode“ der NS-Runenforscher erwähnt?

Der Begriff beschreibt die willkürliche und unkritische Zusammenstellung von Sagen, Mythen und historischem Material, die keiner wissenschaftlichen Prüfung standhielten, aber zur Legitimierung der NS-Ideologie beitragen sollten.

Wie wurde die Rolle des Ahnenerbes bewertet?

Das Ahnenerbe wird als eine Organisation dargestellt, die Gelehrte gezielt steuerte und bei mangelnder politischer Gefügigkeit, wie im Falle von Herman Wirth, sanktionierte, um die ideologische Kontinuität zu wahren.

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Details

Title
Der Missbrauch von Runen im Dritten Reich
College
Humboldt-University of Berlin  (Nordeuropa-Institut)
Course
GK Mediävistik - Skandinavische Runeninschriften
Grade
2
Author
Chrstiane Baltes (Author)
Publication Year
2002
Pages
14
Catalog Number
V123592
ISBN (eBook)
9783640286621
ISBN (Book)
9783640286706
Language
German
Tags
Missbrauch Runen Dritten Reich Mediävistik Skandinavische Runeninschriften
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Chrstiane Baltes (Author), 2002, Der Missbrauch von Runen im Dritten Reich, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/123592
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