Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Philosophy - Theoretical (Realisation, Science, Logic, Language)

Paradigmenwechsel und "Anything goes". Die Wissenschaftsauffassung Thomas S. Kuhns in der Kritik Paul K. Feyerabends

Title: Paradigmenwechsel und "Anything goes". Die Wissenschaftsauffassung Thomas S. Kuhns in der Kritik Paul K. Feyerabends

Seminar Paper , 1999 , 15 Pages

Autor:in: Christian Schwießelmann (Author)

Philosophy - Theoretical (Realisation, Science, Logic, Language)
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Die Proseminararbeit kontrastiert die Wissenschaftsaufassung von Thomas S. Kuhn mit Paul K. Feyerabends Generalkritik an wissenschaftstheoretischen Konzeptionen. Nach Kuhns Auffassung erfolgt der Erkenntnisgewinn eines Faches nicht ausschließlich linear und kumulativ, sondern durch so genannte Paradigmenwechsel und wissenschaftliche Revolutionen. In Abgrenzung zu Poppers Kritischem Rationalismus plädiert Feyerabend für Wissenschaftspluralismus und Methodenfreiheit. Erkenntnisgewinn resultiert nach Feyerabend aus dem Widerstreit verschiedener Ansätze und Hypothesen und folgt nicht allein der Logik einer abstrakten übergeordneten Wissenschaftstheorie oder einer Falisifikationsregel.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Skizze der Wissenschaftsauffassung Kuhns

3. Kritik der Kuhnschen Wissenschaftsauffassung

3.1 Feyerabends Standpunkt in der Wissenschaftstheorie

3.2 Feyerabends Einwände gegen Kuhn

4. Schluß

5. Literaturverzeichnis

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, die wissenschaftstheoretischen Konzeptionen von Thomas S. Kuhn und Paul K. Feyerabend gegenüberzustellen. Im Zentrum steht dabei die Frage, inwieweit sich die Verfahren der Wissenschaften in ein gemeinsames theoretisches Schema einfügen lassen oder ob – wie Feyerabend argumentiert – eine pluralistische, methodisch nicht festzulegende Vorgehensweise den Kern wissenschaftlichen Fortschritts besser erfasst.

  • Vergleich der Wissenschaftsauffassungen von Thomas S. Kuhn und Paul K. Feyerabend
  • Analyse des Kuhnschen Paradigma-Begriffs und der Phasen wissenschaftlicher Entwicklung
  • Untersuchung von Feyerabends Kritik am Rationalismus und seinem anarchistischen Wissenschaftsbild
  • Diskussion des Konzepts der Inkommensurabilität und des wissenschaftlichen Fortschritts

Auszug aus dem Buch

3.2 Feyerabends Einwände gegen Kuhn

Paul K. Feyerabend nahm schon früh (1965) in einem Aufsatz Stellung zur Wissenschaftsauffassung Kuhns, von der er in der Retrospektive behauptet, sie sei seiner gar nicht so unähnlich gewesen: >>Mein Widerspruchsgeist erstreckte sich auch auf Ideen, die meinen eigenen sehr ähnlich waren. Beispielsweise kritisierte und mißbilligte ich Kuhns Struktur wissenschaftlicher Revolutionen, als ich sie um 1960 im Manuskript las, mit ziemlich altmodischen Argumenten<< (Feyerabend 1997, S. 191).

Den Aufsatz, den er damit meinte, arbeitete er 1977 um, indem er Abschnitte hinzufügte und stilistische Änderungen vornahm. Dieser Aufsatz (Feyerabend 1978, S. 153-204), spöttelnd überschrieben mit Kuhns Struktur wissenschaftlicher Revolutionen: Ein Trostbüchlein für Spezialisten? nützt unserem Zweck einer Gegenüberstellung der Wissenschaftstheoretiker am besten. Wir werden ihn abschnittsweise, aber nicht völlig, sondern sporadisch behandeln, was sich angesichts seiner Gliederung in 14 Abschnitte, davon zehn grundsätzliche, auch empfiehlt. Im ersten Abschnitt (Feyerabend 1978, S. 154) gesteht Feyerabend, daß er >>eine Unmenge<< aus den Diskussionen mit Kuhn (1960/61 in Berkeley) gelernt habe und Wissenschaft seitdem in einem neuen Licht sehe. Er akzeptiert die Allgegenwart von Anomalien als eine Selbstverständlichkeit, die jedem Wissenschaftler bekannt sein müßte, da eine Theorie, die mit allen Experimenten übereinstimmt, ein unwirkliches >>Traumding<< sei (ebenda, S. 203). Nicht akzeptieren kann er die Wissenschaftstheorie Kuhns, weil ihre ideologische Ladung die >>Grundlage für ein gebildetes und kurzsichtiges Spezialistentum<< bilde, für Antihumanismus, für Blockade des Wissensfortschrittes.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die kontrastierenden Positionen von Kuhn und Feyerabend ein und legt den Fokus auf die Untersuchung ihres jeweiligen Verständnisses von Wissenschaft und methodischem Vorgehen.

2. Skizze der Wissenschaftsauffassung Kuhns: Dieses Kapitel erläutert das Paradigma-Modell von Kuhn, inklusive der Phasen der vorparadigmatischen Periode, der normalen Wissenschaft und wissenschaftlicher Revolutionen.

3. Kritik der Kuhnschen Wissenschaftsauffassung: Dieser Abschnitt analysiert die philosophische Auseinandersetzung zwischen beiden Denkern und thematisiert Feyerabends methodologische Einwände.

3.1 Feyerabends Standpunkt in der Wissenschaftstheorie: Hier wird Feyerabends anarchistische Position dargelegt, die sich strikt gegen dogmatische Methodologien und den Falsifikationismus Poppers richtet.

3.2 Feyerabends Einwände gegen Kuhn: In diesem Teil werden spezifische Kritikpunkte Feyerabends an Kuhns normalwissenschaftlichem Rätsellösen und der ideologischen Ausrichtung des Wissenschaftsbetriebs erörtert.

4. Schluß: Das Fazit stellt fest, dass beide Theoretiker trotz gegensätzlicher Grundannahmen darin übereinstimmen, dass Wissenschaft ein komplexes, pluralistisches und von irrationalen Elementen begleitetes Unterfangen ist.

5. Literaturverzeichnis: Auflistung der im Text verwendeten Quellen und weiterführenden wissenschaftlichen Werke.

Schlüsselwörter

Thomas S. Kuhn, Paul K. Feyerabend, Paradigma, Wissenschaftstheorie, Inkommensurabilität, Normalwissenschaft, Anarchismus, Wissenschaftsgeschichte, Erkenntnistheorie, Methodenzwang, Fortschritt, Rationalismus, Wissenschaftliche Revolution, Kontrainduktion, Anomalien.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit einem wissenschaftstheoretischen Vergleich der Auffassungen von Thomas S. Kuhn und Paul K. Feyerabend, insbesondere im Hinblick auf deren unterschiedliche Sichtweisen auf wissenschaftlichen Fortschritt und Methodik.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder sind die Struktur wissenschaftlicher Revolutionen, der Status der "Normalwissenschaft", der Anarchismus in der Erkenntnistheorie und die Inkommensurabilität von wissenschaftlichen Theorien.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, Ähnlichkeiten und Abweichungen in den Wissenschaftskonzeptionen beider Denker herauszuarbeiten und zu zeigen, dass sich wissenschaftliches Handeln nicht durch ein einziges, starres Schema erklären lässt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine vergleichende Literaturanalyse, bei der die Hauptwerke der Autoren, wie „Die Struktur wissenschaftlicher Revolutionen“ und „Wider den Methodenzwang“, bipolar gegenübergestellt werden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Darstellung von Kuhns Paradigma-Modell und eine detaillierte Auseinandersetzung mit Feyerabends Kritik an diesem Modell sowie seiner eigenen, anarchistischen Wissenschaftsphilosophie.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Paradigma, Inkommensurabilität, Normalwissenschaft, Anarchismus, Erkenntnis für freie Menschen und Wissenschaftsgeschichte.

Wie unterscheidet sich Kuhns "Normalwissenschaft" von Feyerabends Kritik?

Kuhn sieht in der Normalwissenschaft eine notwendige Phase des Rätsellösens innerhalb eines Paradigmas, während Feyerabend dies als methodologische Einengung und ideologische Blockade des Fortschritts ablehnt.

Was bedeutet "Inkommensurabilität" in diesem Kontext?

Der Begriff beschreibt die Unvereinbarkeit aufeinanderfolgender Paradigmata, da sich mit dem Wechsel die Begriffsnetze, Problemsichten und wissenschaftlichen Normen fundamental verändern, was einen rationalen Vergleich erschwert.

Excerpt out of 15 pages  - scroll top

Details

Title
Paradigmenwechsel und "Anything goes". Die Wissenschaftsauffassung Thomas S. Kuhns in der Kritik Paul K. Feyerabends
College
University of Rostock  (Institut für Philosophie)
Course
Proseminar: Zur Wissenschafts- und Erkenntnistheorie im 20. Jahrhundert
Author
Christian Schwießelmann (Author)
Publication Year
1999
Pages
15
Catalog Number
V12360
ISBN (eBook)
9783638182669
ISBN (Book)
9783638757751
Language
German
Tags
Wissenschaftstheorie/Paul Feyerabend/Thomas Kuhn
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Christian Schwießelmann (Author), 1999, Paradigmenwechsel und "Anything goes". Die Wissenschaftsauffassung Thomas S. Kuhns in der Kritik Paul K. Feyerabends, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/12360
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  15  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint