Das Thema Mobbing stellt eine große Problematik unserer heutigen Gesellschaft dar. Im Schulalltag sehen sich viele LehrerInnen mit dieser Art von Gewalt unter SchülerInnen konfrontiert. Mobbing-Fälle sind dabei stets sehr komplex und für Außenstehende schwer nachzuvollziehen. Peer Groups sind ein entscheidender Faktor, wenn es um Mobbing geht. In der Arbeit soll die Frage, was Gruppen beziehungsweise Peer Groups im Speziellen eigentlich sind, geklärt werden. Zudem ist es sehr wichtig, sich die Bedeutung, den Stellenwert, den solche Peer Groups für Jugendliche haben, vor Augen zu führen. Auf dieser Grundlage ist das weitere Vorgehen leichter zu verstehen, da die Peers der SchülerInnen immer wieder auftreten werden und die Möglichkeit von Gruppenzwang nur auf der Basis des Stellenwertes der Zugehörigkeit zu Gruppen erläutert werden kann.
Nachdem sowohl in definitorischer Hinsicht als auch inhaltlich mit Blick auf die Jugendlichen die Bedeutung von Peer Groups herausgestellt wurde, gelangt diese Arbeit zu dem Themenkomplex des Gruppenzwanges, auch Gruppendruck genannt. Hierbei soll die Funktionsweise und Dynamik von Gruppenzwang verdeutlicht werden, indem eine nähere Betrachtung der Entstehung und Äußerung von Gruppendruck vorgenommen wird.
Diese Arbeit beschäftigt sich des Weiteren mit der Frage, was Mobbing eigentlich ist, und versucht, die Strukturen von Mobbing aufzudecken und zu erläutern. Neben der Klärung von Definitionsansätzen und der Entstehung von Mobbing sollen hier auch die Rollen der verschiedenen Beteiligten beleuchtet werden. Wie wird ein Mensch im Schulalter zum Täter und was bedeutet Mobbing für das Opfer? Was verbirgt sich hinter dem Begriff „Täter/Opfer“ und welche entscheidende Rolle können Zeugen spielen?
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Definition des Begriffs Gruppe/Peer Group
2.1 Der Stellenwert von Peer Groups für Jugendliche
3. Gruppenzwang
3.1 Was ist Gruppenzwang und wie äußert er sich?
3.2 Entstehung von Gruppenzwang
4. Mobbing
4.1 Was ist Mobbing?
4.1.1 Mobbing als Gewalttat – Die fünf Arten von Gewalt
4.1.2 Formen von Mobbing
4.2 Entstehung von Mobbing
4.3 Die Beteiligten
4.3.1 Täter
4.3.2 Opfer
4.3.3 Täter/Opfer
4.3.4 Zeugen
5. Gruppenzwang und Mobbing – und ihre gegenseitige Beeinflussung
6. Fazit
7. Literaturverzeichnis
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Hausarbeit untersucht die komplexen Dynamiken und Strukturen von Mobbing im schulischen Umfeld unter besonderer Berücksichtigung der Rolle von Peer Groups und dem Einfluss von Gruppenzwang. Ziel ist es, die wechselseitigen Wirkungsmechanismen zwischen diesen Phänomenen zu beleuchten und zu verstehen, wie soziale Konstellationen innerhalb einer Klasse Gewaltprozesse initiieren oder verstärken können.
- Bedeutung und Stellenwert von Peer Groups für Jugendliche
- Funktionsweise und Entstehung von Gruppenzwang
- Definition, Formen und Ursachen von Mobbing
- Analyse der Rollenverteilung (Täter, Opfer, Zeugen)
- Transfer zur wechselseitigen Beeinflussung von Mobbing und Gruppenzwang
Auszug aus dem Buch
3.1 Was ist Gruppenzwang und wie äußert er sich?
Gruppenzwang ist gekennzeichnet durch den „Erwartungsdruck“ (Bittner 2013: 86) der Mitglieder einer Gruppe bzw. Peer Group, der auf ein Individuum, das dieser Peer Group angehört, gerichtet ist. Von der Gruppe wird ein bestimmtes Verhalten erwartet, das das Individuum dann zu leisten hat. Eine Gruppe habe in einer solchen Situation immer ein „Druckmittel“ (ebd.: 87), das eingesetzt werde, sollte die Möglichkeit bestehen, dass das Individuum sich dem Erwartungsdruck nicht beugt. Häufig beinhalte dieses Druckmittel, dem Betreffenden „die Zugehörigkeit zu entziehen“ (Bittner 2013: 87). Dadurch wirkt der Gruppenzwang auf besagtes Individuum, der es zu „Konformität“ (Wilkening 1978: 1) zwingt.
„Konformität ist immer gekennzeichnet durch eine Anpassung, ein Nachgeben gegenüber einem Gruppendruck, wobei die Verhaltensänderung stets in Richtung auf eine größere Übereinstimmung mit der Gruppe und den von ihr geäußerten Normen erfolgen muß [sic]. [...] Im allgemeinen genügt die reine Anwesenheit mehrerer Personen, die abweichende Urteile abgeben, zur Induzierung einer Urteilsänderung.“ (ebd.)
Gruppenzwang beschreibt also die Einwirkung einer Gruppe auf einen Einzelnen und äußert sich in einer Konformität innerhalb der Gruppe, die das Individuum erst noch annehmen muss. Aufgrund der dann vorherrschenden, tatsächlich Druck und Spannung auslösenden Gruppendynamik nimmt das Individuum diese Konformität auch an, da es sonst den Ausstoß aus der Gruppe riskiert (vgl. Bittner 2013: 87), was, wie im vorherigen Kapitel beleuchtet wurde, existenzielle Konsequenzen für das Individuum nach sich ziehen kann und darum als unbedingt zu vermeiden gilt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik von Mobbing im Schulalltag ein und formuliert die Forschungsfrage zur Bedeutung von Peer Groups sowie deren Einfluss auf Mobbingprozesse.
2. Definition des Begriffs Gruppe/Peer Group: Das Kapitel erläutert soziologische und psychologische Definitionen von Gruppen und stellt den hohen Stellenwert von Peer Groups für die Identitätsfindung Jugendlicher dar.
3. Gruppenzwang: Hier werden die Mechanismen des Gruppenzwangs als Erwartungsdruck analysiert, der Konformität erzwingt, um den sozialen Ausschluss innerhalb einer Peer Group zu verhindern.
4. Mobbing: In diesem Kapitel werden Definitionen von Mobbing, diverse Gewaltformen sowie die Rollen von Tätern, Opfern und Zeugen im schulischen Kontext detailliert dargelegt.
5. Gruppenzwang und Mobbing – und ihre gegenseitige Beeinflussung: Dieses Kapitel führt die beiden zentralen Themen der Arbeit zusammen und untersucht, wie Gruppendynamiken und Mobbing-Prozesse sich gegenseitig verstärken.
6. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und unterstreicht die enge Kopplung von sozialem Druck, Konformitätserwartungen und gewaltvollem Handeln gegen Außenseiter.
7. Literaturverzeichnis: Hier werden alle in der Arbeit verwendeten Quellen und wissenschaftlichen Publikationen aufgelistet.
Schlüsselwörter
Mobbing, Gruppenzwang, Peer Group, Jugendliche, Konformität, Gewalt, Schulkultur, Erwartungsdruck, Gruppendynamik, Täter, Opfer, Zeugen, soziale Isolation, Identitätsfindung, Schulleben.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Hausarbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der Analyse von Mobbing unter Jugendlichen im schulischen Kontext und untersucht insbesondere, wie Gruppenzwang und Gruppendynamiken Gewaltprozesse begünstigen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Themen umfassen die Definition und Bedeutung von Peer Groups, die Entstehung von sozialem Druck in Gruppen sowie die verschiedenen Formen und Akteure von Mobbing.
Welches Ziel verfolgt die Forschungsarbeit?
Primäres Ziel ist es, die komplexen Strukturen und Hintergründe von Mobbing zu durchleuchten und die wechselseitige Beeinflussung von Gruppenzwang und Mobbing aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird zur Erkenntnisgewinnung verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse einschlägiger sozialpsychologischer und pädagogischer Standardwerke zum Thema Gruppendynamik und Gewaltprävention.
Welche Schwerpunkte bilden den Hauptteil der Arbeit?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung von Gruppenprozessen, die detaillierte Klassifizierung von Mobbing unter Berücksichtigung der Akteure sowie einen Transfer der gewonnenen Erkenntnisse auf die Interaktion von Mobbing und Gruppenzwang.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Arbeit?
Die Arbeit wird wesentlich durch Begriffe wie Mobbing, Gruppenzwang, Konformität, Peer Group und soziale Dynamik charakterisiert.
Warum spielt die Rolle der "Bystander" (Zeugen) eine so kritische Rolle bei Mobbing?
Zeugen unterstützen durch ihre Anwesenheit oder bloßes Nicht-Eingreifen oft ungewollt das Mobbing-Geschehen, da sie Angst haben, selbst zum Opfer zu werden oder den Status in der Gruppe zu verlieren.
Wie beeinflusst der Status einer Peer Group das Mobbing-Verhalten?
Eine hohe Attraktivität oder ein hoher Status einer Clique führt dazu, dass Mitglieder eher bereit sind, aggressive Normen zu übernehmen und abweichende Individuen auszuschließen, um ihre Zugehörigkeit zu demonstrieren.
- Arbeit zitieren
- Master of Education Marie Sophie Jendrusch (Autor:in), 2014, Die Beziehung zwischen Mobbing und Gruppenzwang im schulischen Kontext, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1236024