Shareholder und Stakeholder Value Management. Chancen und Schwächen


Seminararbeit, 2022

29 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Abkurzungsverzeichnis

Formelverzeichnis

1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung und Gang der Arbeit

2 Theoretische Grundlagen des Shareholder Value Management
2.1 Grundlagen des Models
2.2 Kritische Betrachtung des Shareholder Value

3 Theoretische Grundlagen des Stakeholder Value Management
3.1 Grundlagen des Models
3.2 Kritische Betrachtung des Stakeholder Value

4 Chancen und Schwachen
4.1 Gegenuberstellung der zwei Ansatze
4.2 Bewertung und Handlungsempfehlung

5 Fazit und Ausblick

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Shareholder Verbindungen

Abbildung 2: Shareholder Value Netzwerk

Abbildung 3: Stakeholder Map eines GroBunternehmens

Abbildung 4: Berechnung unternehmensorientierter Stakeholderwert

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Vergleich Shareholder Value mit Stakeholder Value

Abkurzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einleitung

1.1 Problemstellung

Strategisches Handeln ist ausschlaggebend fur eine erfolgreiche Unternehmensfuhrung. Wichtiger Bestandteil ist, wer welche Entscheidungen im Unternehmen treffen darf und wer auf diese einwirkt. Hiermit setzt sich die sogenannte Corporate Governance (CG) auseinander. Die Markte sind schnelllebig und es bedarf ein gutes Konzept, welches zu marktspezifischen Anforderungen passt. Der Kundenservice orientiert sich an den ange- botenen Produkten und Dienstleistungen. Die Konzepte mussen angeglichen werden, damit das Unternehmen auch wettbewerbsfahig bleibt. Von der CG wird die Ausrich- tung der Unternehmensziele festgelegt. Viele Unternehmen sehen sich in einem mehr- schichtigen Spannungsfeld mit unterschiedlichen Interessen konfrontiert. Die Debatte, welche Interessen primar befriedigt werden sollen, wird in den zwei unterschiedlichen Managementstrategien Shareholder Value und Stakeholder Value diskutiert.1 Auf der einen Seite gibt es die Kapitaleigentumer (Shareholder) und denen gegenuber stehen alle, die am Unternehmen beteiligt sind (Stakeholder). Auf dem Weltmarkt besteht ein groBer Wettbewerbsdruck, der durch die Globalisierung forciert wird. Konzerne bemu- hen sich stets, neue Kapitalgeber zu gewinnen. Die Aktien von immer mehr Firmen werden auf den internationalen Borsen gehandelt. Dadurch wird es externen Eigenkapi- talgeber ermoglicht, in die Firma zu investieren. Der interne Druck steigt hinsichtlich der Eigenkapitalrentabilitat, da sich Unternehmen nach dem Initial Public Offering (IPO) mit den Marktfuhrern messen. Die Suche nach Einsparpotenzialen zur Senkung von betriebsinternen Kostenaufwendungen bei z. B. Personal oder Forschung sind die Folge dieses Szenarios. Durch Unternehmenstransparenz sind externe Kontrollen durch- fuhrbar und eine Ubernahme des eigenen Konzerns durch ein wirtschaftsstarkeres Un- ternehmen moglich.2 Um auch weiterhin innovative und leistungsstarke Produkte pra- sentieren zu konnen, muss ein Unternehmen klug investieren und seine Netzwerke im Unternehmensumfeld pflegen. Ein weiterer entscheidender Faktor besteht in der Wahr- nehmung der Offentlichkeit und der Verantwortung in den Zeiten anwachsender Kon- zerngewinne bei zeitgleich steigenden Aufwendungen gegenuber der gesamten Gesell- schaft.3

Wie soll ein Manager unter den Voraussetzungen sein Unternehmen strategisch erfolgs- versprechend steuern? Die Interessen der Aktionare stehen auf der einen Seite und die Interessen der Anteilseigner eines Unternehmens auf der Gegenseite.

1.2 Zielsetzung und Gang der Arbeit

Zentraler Ausgangspunkt dieser Seminararbeit ist die Darstellung und der analytische Vergleich zweier Ansatze und die Ausarbeitung von Chancen und Schwachen der bei­der Konzepte. Zu Beginn wird der Begriff des Shareholder Value Management einge- ordnet und die Grundlagen des Ansatzes erklart, welche abschlieBend mit einer kriti- schen Betrachtung endet. Dem gegenuber wird der Stakeholder Value Management Ansatz erklart und differenziert betrachtet. Nachfolgenden werden die Chancen und Schwachen in einer Gegenuberstellung dargestellt, woraufhin eine Bewertung der Dis- kussion und eine Handlungsempfehlung folgen. Die Arbeit endet mit einem kritischen Fazit und Ausblick, inwiefern welcher Management Ansatz fur Unternehmen als zu- kunftsweisend gilt.

2 Theoretische Grundlagen des Shareholder Value Management

2.1 Grundlagen des Models

Die erste wissenschaftliche Grundlage zu diesem Ansatz lieferte Rappaport in seinem 1986 veroffentlichten Buch "Creating Shareholder Value"4 Dort beschreibt er, dass die­ses Konzept als neuer MaBstab fur Unternehmensleistungen zu betrachten sei. Die Be- grifflichkeit des Shareholders lasst sich sinngemaB mit Anteilseigner ubersetzen.5 Ziel des Shareholder Value Managements ist es den Wert des Eigenkapitals zu maximieren. Hinsichtlich dieser Betrachtungsweise kann der Shareholder Value allgemein auch als Marktwert in Aktien dargestellten Unternehmensvermogens gesehen werden. Somit dient das Konzept des Shareholder Value Managements zur Maximierung des Eigentu- mervermogens, welches durch Aktien widergespiegelt wird.6 Durch Ihre Eigenkapital- geber werden den Aktiengesellschaften monetare Mittel zur Verfugung gestellt. Durch diese Investments sollen die wirtschaftlichen Prozesse des Unternehmens weiter auf- recht erhaltet werden.7 Diese Unternehmensfuhrungsstrategie richtet sich ausschlieBlich an die okonomischen Interessen der Shareholder. Das Ziel der Unternehmensstrategie ist also die Steigerung des eingesetzten Eigenkapitalwertes der Aktionare.8 Die Bewer- tung des Shareholder Value lasst sich an den Interessen eines Aktionars messen. Dieser bewertet eine Aktie am Stichtag und sieht anhand des Wertes einen aktuellen Stand der zukunftigen Einnahmen. Die Summe aus der ausgeschutteten Dividende einer Haltepe- riode und der am Ende einer Halteperiode generierten Verkaufserlose, welche am Be- wertungsstichtag abgezinst werden, bilden diesen Wert.9 Aus Sicht der Shareholder sind demnach zukunftig flieBende Cashflows sowie risikoangepasste Renditeaussichten in Gestalt von Kapitalkosten die ausschlaggebenden Parameter des Unternehmenswertes und des Shareholder Value.10

Ein sehr angesehenes Modell zur Ermittlung des Shareholder Value ist die Discounted Cash Flow (DCF) Methode. Diese zeichnet sich durch die zahlungs- und zukunftsorien- tierten Ermittlung der zu diskontierenden Free Cash Flows (FCF) und eines risikoange- passten Diskontierungsfaktors dar. Als theoretische Grundlage dient die Kapitalwertme- thode aus der Investitionstheorie. AuBerdem gelten die zukunftigen Zahlungsstrome sowie ein Kalkulationszins, welcher aus Kapitalmarktdaten erschlossen wurde.

Die Ermittlung des Shareholder Value anhand der DCF Methode erfolgt in vier Phasen: 1. Prognose der Free Cash Flows, 2. Einschatzung der Kapitalkosten, 3. Schatzung des Restwertes, 4. Kalkulation des Shareholder Value und Analyse.11

Die vorausbestimmten FCF beschreiben die zukunftigen Geldzustrome vor Finanzie- rungskosten, nach den Ertragssteuern und weiteren Investitionen in das Anlagevermo- gen und operative Umlaufvermogen. Das zur Verfugung stehende Kapital kann zur Til- gung von Schulden, Fremdkapitalzinsen oder der Ausschuttung von Dividenden genutzt werden.

Zur Vereinfachung der Bewertung vom Cash-Flow schlagt Rappaport vor, Werttreiber (Value Driver) zu benennen. Als Value Driver dienen die ErfolgsgroBen Umsatzwachs- tum, Umsatzuberschussrate, Erweiterungsinvestitionsraten in Working Capital und An- lagevermogen und den Steuersatz, welcher in der unten dargestellten Formel in Verbin­dung gebracht werden.12

Formel 1: Berechnung anhand von Wertreibern

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Eigene Darstellung in Anlehnung an Welge, M. K., Al -Laham, A., Werttreiber, 2008, S. 235

Rappaport schlagt vor, eine "ewige Rente" zur Berechnung des Restwerts fur die nach der Planungsperiode zuflieBenden Free Cash Flows einzufuhren. Diese "ewige Rente" ist der Quotient aus einem als reprasentativ angesehenen betrieblichen Cash Flow und den Kapitalkosten. Die Kausalitat zwischen der erwartenden ewigen Rente und dem relevanten Risiko einer Investition wird durch das Capital Asset Pricing Model (CAPM) beschrieben. Die Ermittlung des Restwert am Ende der Planungsperiode wird in der folgenden Formel dargestellt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Formel 2: Restwert am Ende der Planungsperiode

Quelle: Eigene Darstellung in Anlehnung an Welge, M. K., Al-Laham, A., Ewige Rente, 2008, S. 236

Es wird in diesem Verfahren davon ausgegangen, dass in einer Gegebenheit, in der Renditen uber den Kapitalkostensatz erzielt werden, Wettbewerber in die Sparte einzie- hen und im Zuge der Konkurrenzsituation die Renditen auf das Niveau des Kapitalkos- tensatz fallen.13

Die Finanzierung durch Unternehmen erfolgt nicht nur durch das Eigenkapital, sondern auch durch die Beschaffung von Fremdkapital. Die zukunftig erwarteten Zahlungsflusse sind teils unvorhersehbar und stellen eine Unsicherheit dar. Daher muss bei der Diskon- tierung mit unterschiedlichen Diskontierungssatzen gearbeitet werden und zwar diffe- renziert fur das Eigenkapital und Fremdkapital. Der relevante Kapitalkostensatz ist der sogenannte "Weighted Average Cost of Capital" (WACC), zu Deutsch "gewogener Durchschnitt". Die Herleitung der Daten erfolgt uber die Eigen und Fremdkapitalkos- tensatze, die sich aus vorhanden Marktdaten ergeben.14 Wenn die zu erwartenden FCF diskontiert und die einzelnen Barwerte addiert werden, ist der Unternehmenswert als Ergebnis festzuhalten. Wird vom Unternehmenswert das Fremdkapital subtrahiert, er- rechnet sich der angefallene Anteil des Eigenkapitalgebers am Unternehmenswert. Dies ist der Shareholder Value.15

Der WACC Prozess mit FCF ist eines der gelaufigsten DCF Methoden und zahlt somit in die Kategorie der Verfahren fur Gesamtbewertungen an Unternehmen.

[...]


1 Vgl. Schmidt, R., Weifi, M., Debatte, 2003, S. 1.

2 Vgl. Koslowski, P., Druck, 1999, S. 3 ff .

3 Vgl. Zimmermann, P., Anspruche, 1998, S. 2.

4 Vgl. Rappaport, A., Grundlage, 1986, S. 3 ff.

5 Vgl. Skrzipek, M., Definition, 2005, S. 9.

6 Vgl. Peschke, M. A., Maximierung, 1997, S. 40.

7 Vgl. Wagner, C., Interessen, 2019, S. 204.

8 Vgl. Vollmer, J., Strategie, 2014, S. 54.

9 Vgl. Suchtig, J., Bewertung, 1991, S. 436.

10 Vgl, Welge, M. K., Al-Laham, A., Faktoren, 2008, S. 238.

11 Vgl, Muller, A., DCF, 2006, S. 299.

12 Vgl, Muller, A., DCF, 2001, S. 219.

13 Vgl. Welge, M. K., Al-Laham, A., Restwert, 2008, S. 236.

14 Vgl. http://www.wirtschaftslexikon24.com/d/weighted-average-cost-capital-wacc/weighted-average- cost-capital-wacc.htm, Zugriff am 15.02.2022.

15 Vgl. Schmeisser, W., WACC, 2008, S. 115.

Ende der Leseprobe aus 29 Seiten

Details

Titel
Shareholder und Stakeholder Value Management. Chancen und Schwächen
Hochschule
FOM Hochschule für Oekonomie & Management gemeinnützige GmbH, Düsseldorf früher Fachhochschule
Note
2,0
Autor
Jahr
2022
Seiten
29
Katalognummer
V1236439
ISBN (Buch)
9783346690265
Sprache
Deutsch
Schlagworte
chancen, schwächen, shareholder, stakeholder, value, management
Arbeit zitieren
Theeravat Jonigkeit (Autor:in), 2022, Shareholder und Stakeholder Value Management. Chancen und Schwächen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1236439

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