Im Folgenden werde ich anhand verschiedener Studien zeigen, dass dem so ist und sich die
wahrgenommene Kontrolle über einen Unfall oder eine Krankheit positiv auf die
Gesundheit auswirkt. Durch das Erlebnis eines Unfalls wird man oft mit einer Situation
konfrontiert, in der man die Kontrolle über die Geschehnisse verloren hat. Sei es dadurch,
dass man verletzt ist und sich nicht selbst helfen oder eigenmächtig bestimmen kann, was
mit einem passiert. Andererseits ist denkbar, dass man über den Unfall selbst keine
Kontrolle hat, da eine gegnerische Partei das Unglück verschuldete. Die Studien, die im
Abschnitt II vorgestellt werden, untersuchten die wahrgenommene Kontrolle der
Betroffenen über ein solches Ereignis und zeigen wie sich dies auf die Erholung und
Bewältigung der Geschehnisse auswirkt. Dabei gilt zu beachtet dass ich meine
Überlegungen vom Konzept der Selbstwirksamkeit abgrenze. Nach Aronson et al. (2004)
ist Selbstwirksamkeit „die Überzeugung, dass es im Bereich der eigenen Möglichkeiten
bzw. Fähigkeiten liegt, bestimmte Handlungen auszuführen, die zum gewünschten Ergebnis
führen können“ (ebd., 539). Auch wenn die Theorie über die wahrgenommene Kontrolle
sicherlich mit diesem Konzept artverwandt ist, bezieht sich die Selbstwirksamkeit eher auf
zukünftige Handlungsentscheidungen und ist daher als Erklärungsgrundlage für die
nachfolgenden Studien ungeeignet.
Inhaltsverzeichnis
- I. Einleitung
- II. Wahrgenommene Kontrolle bei der Bewältigung eines Unfalls oder einer Krankheit
- 1. Unfallstudien
- 1.1. Bulman & Wortman (1977)
- 1.2. Schulz & Decker (1985)
- 1.3. Frey (1992)
- 2. Krankheitsstudie
- 1. Unfallstudien
- III. Wahrgenommene Kontrolle bei Bewohnern von Altenheimen und deren Auswirkungen auf die Gesundheit
- 1. Induktion von Kontrolle
- 1.1. Langer & Rodin (1976)
- 1.2. Rodin & Langer (1977)
- 1.3. Schulz (1976)
- 2. Entzug von Kontrolle
- 1. Induktion von Kontrolle
- IV. Fazit und kritische Auseinandersetzung mit ethischen Problemen
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit untersucht den Einfluss der wahrgenommenen Kontrolle und deren Entzug auf die physische und psychische Gesundheit. Es wird analysiert, wie die subjektive Einschätzung der Kontrollmöglichkeiten über Unfälle, Krankheiten und das alltägliche Leben im Alter die Bewältigung von Situationen und den Gesundheitszustand beeinflusst.
- Auswirkungen wahrgenommener Kontrolle auf die Bewältigung von Unfällen
- Zusammenhang zwischen wahrgenommener Kontrolle und Krankheitsbewältigung (Asthma)
- Effekte der Induktion von Kontrolle bei Bewohnern von Altenheimen
- Negative Folgen des Entzugs von zuvor induzierter Kontrolle
- Ethische Implikationen von Interventionsstudien zur Kontrolle
Zusammenfassung der Kapitel
Kapitel I (Einleitung): Die Einleitung führt in das Thema der wahrgenommenen Kontrolle und deren Bedeutung für die Gesundheit ein und definiert den Forschungsgegenstand. Es wird zwischen verschiedenen Arten von Kontrolle und Gesundheit unterschieden und die Forschungsfragen der Arbeit formuliert.
Kapitel II (Wahrgenommene Kontrolle bei der Bewältigung eines Unfalls oder einer Krankheit): Dieses Kapitel präsentiert verschiedene Studien zum Einfluss der wahrgenommenen Kontrolle auf die Bewältigung von Unfällen und Krankheiten. Es werden Unfallstudien (Bulman & Wortman, Schulz & Decker, Frey) und eine Krankheitsstudie (Griffin & Chen) zusammengefasst, die den Zusammenhang zwischen wahrgenommener Kontrolle, Schuldzuweisung und dem Gesundheitszustand untersuchen.
Kapitel III (Wahrgenommene Kontrolle bei Bewohnern von Altenheimen und deren Auswirkungen auf die Gesundheit): Hier werden Studien zu den Auswirkungen der Induktion und des Entzugs von Kontrolle bei Bewohnern von Altenheimen vorgestellt. Es wird die Arbeit von Langer & Rodin, Rodin & Langer und Schulz zur Induktion von Kontrolle zusammengefasst, sowie die Studie von Schulz & Hanusa zum Entzug von Kontrolle und deren negativen Konsequenzen.
Schlüsselwörter
Wahrgenommene Kontrolle, Kontrollverlust, physische Gesundheit, psychische Gesundheit, Unfallbewältigung, Krankheitsbewältigung, Altenheimbewohner, Induktion von Kontrolle, Entzug von Kontrolle, ethische Implikationen, Selbstwirksamkeit.
Häufig gestellte Fragen
Wie beeinflusst wahrgenommene Kontrolle die Genesung nach Unfällen?
Studien zeigen, dass die Überzeugung, Kontrolle über die Bewältigung eines Ereignisses zu haben, die psychische und physische Erholung positiv beeinflusst.
Was passiert, wenn Bewohnern von Altenheimen Kontrolle entzogen wird?
Der Entzug von zuvor gewährter Kontrolle (z.B. durch Besuche oder Mitbestimmung) kann laut der Studie von Schulz & Hanusa zu negativen gesundheitlichen Folgen führen.
Was ist der Unterschied zwischen wahrgenommener Kontrolle und Selbstwirksamkeit?
Selbstwirksamkeit bezieht sich eher auf zukünftige Handlungsentscheidungen, während wahrgenommene Kontrolle die subjektive Einschätzung der aktuellen oder vergangenen Situation umfasst.
Welche Rolle spielt die Schuldzuweisung bei der Unfallbewältigung?
Die Arbeit untersucht, wie sich die Zuweisung von Schuld auf das Gefühl der Kontrolle und damit auf den Gesundheitszustand der Betroffenen auswirkt.
Wie kann Kontrolle bei Heimbewohnern induziert werden?
Durch kleine Entscheidungsspielräume, wie die Pflege einer eigenen Pflanze oder die Wahl des Besuchszeitpunkts, wie in den Studien von Langer & Rodin gezeigt wurde.
Gibt es ethische Probleme bei Kontrollstudien?
Ja, die Arbeit setzt sich kritisch mit der Frage auseinander, ob es ethisch vertretbar ist, Kontrolle zu Forschungszwecken erst zu geben und dann wieder zu entziehen.
- Citar trabajo
- Remo Schatz (Autor), 2009, Wie wirkt sich die Wahrnehmung von Kontrolle und deren Entzug auf die physische und psychische Gesundheit aus?, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/123672