Die FIFA Fußballweltmeisterschaft 2010 in Südafrika und deren Auswirkungen auf die Hotelbranche


Projektarbeit, 2007

38 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS

ABBILDUNGSVERZEICHNIS

1. EINLEITUNG
1.1 Fragestellung und Intention
1.2 Begriffsdefinition: Hotellerie
1.3 Definition: Fußballweltmeisterschaft

2. WEITERE FAKTEN ZUR FUßBALLWELTMEISTERSCHAFT
2.1 Die FIFA
2.3 Auswirkungen einer Fußballweltmeisterschaft auf das Austragungsland

3. DIE REPUBLIK SÜDAFRIKA
3.1 Standort Südafrika
3.2 Tourismus in Südafrika
3.3 Fußball in Südafrika
3.4 Die Fußballnationalmannschaft Südafrikas

4. DIE FUßBALL WELTMEISTERSCHAFT 2010 IN SÜDAFRIKA
4.1 Bewerbung und Vergabe des Zuschlags
4.2 Match Event Services Pty AG

5. AUSWIRKUNGEN AUF DIE HOTELBRANCHE
5.1 Allgemeine Situation
5.2. WM-Standort Pretoria
5.3 WM-Standort Bloemfontein
5.4 WM-Standort Rustenburg
5.5 WM-Standort Nelspruit
5.6 WM-Standort Port Elizabeth
5.7 WM-Standort Johannesburg
5.8 WM-Standort Kapstadt

6. INTERVIEW MIT HOTELEIGENTÜMERN IN SÜDAFRIKA
6.1 Sinn und Zweck der Interviews
6.2 Das Interview
6.3 Reflektion

7. ABSCHLIEßENDE WÜRDIGUNG

LITERATURVERZEICHNIS

ANHANG

ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

ABBILDUNGSVERZEICHNIS

Abbildung 1: Austragungsorte der WM

Abbildung 2: Die Fußballnationalmannschaft Südafrikas

Abbildung 3: Nelson Mandela mit dem WM- Pokal kurz nach der Bekanntgabe des Zuschlags für Südafrika

Abbildung 4: Stadien- Überblick

1. EINLEITUNG

1.1 Fragestellung und Intention

Eines der größten Sportereignisse der Welt ist die Fußballweltmeisterschaft. Sie stellt eine besondere Herausforderung an Organisatoren, Medien und den ausrichtenden Staat.

Um solche Mega-Events bewerben sich immer mehr Länder der Erde, denn sie sind zunehmend ein Instrument der Entwicklung und des wirtschaftlichen Fortschritts.[1]

Eine Fußballweltmeisterschaft bringt viele Investitionen mit sich. Beispielsweise muss die Infrastruktur erneuert werden, Stadien und Hotels müssen gebaut oder modernisiert werden. Weiterhin werden sicherlich zahlreiche Touristen in dieser Zeit das austragende Land besuchen. Dies schafft auf der einen Seite Arbeitsplätze und fördert die Wirtschaft, auf der anderen Seite birgt es aber auch einen gewissen Risikofaktor.[2] Zum Einen für die Fans, die nach Südafrika kommen, da dieses Land ein großes Kriminalitätsproblem hat, auf der anderen Seite aber auch für Unternehmen, die z.B. neue Unterkünfte oder Hotels bauen oder die in die Infrastruktur investieren und nicht wissen, ob diese auch nach der WM noch ausreichend genutzt werden.

Aufgrund des von der FIFA eingeführten Rotationsprinzips[3], durften sich für die WM 2010 nur afrikanische Länder bewerben. Für das besagte Jahr fiel die Wahl am 15. Juni 2004 durch das Exekutivkomitee des Welt-Fußball-Verbandes auf Südafrika.

Meine Arbeit beschäftigt sich mit der Frage, inwiefern sich die Fußballweltmeisterschaft auf Südafrika und besonders auf die dortige Hotelbranche auswirken wird.

1.2 Begriffsdefinition: Hotellerie

In der Tourismuswissenschaft wird das Beherbergungsgewerbe in Hotellerie und Parahotellerie unterteilt, wobei die Hotellerie das Kernstück darstellt, denn sie stellt die Gesamtheit der Einrichtungen dar, die während ihres Aufenthalts den Bedarf von Touristen nach Beherbergungs-, Bewirtungs- und Komplementärleistungen decken sollen.

Die Parahotellerie hingegen wirkt ergänzend zur klassischen Hotellerie, denn sie soll vorwiegend die Nachfrage nach Beherbergungsleistungen decken während Bewirtungs- und Komplementärleistungen entfallen[4].

Zur Vereinfachung wird in meiner Arbeit wird vorwiegend der Überbegriff „Hotelbranche“ verwendet.

1.3 Definition: Fußballweltmeisterschaft

Die Fußballweltmeisterschaft, wie wir sie heute kennen, findet alle 4 Jahre statt und ist ein Fußballturnier zwischen 32 Nationalmannschaften. Es gehört zu den meist beachteten Sportereignissen der Welt.

Die 32 Startplätze werden vor Beginn des Turniers über einen Zeitraum von 2 Jahren in kontinentalen Qualifikationsrunden von den Nationalmannschaften ausgespielt. Über den Zeitraum von vier Wochen findet dann die Endausscheidung in dem jeweiligen Austragungsland statt.

Das derzeitige Verfahren sieht wie folgt aus: die 32 qualifizierten Mannschaften spielen in einer Vorrunde in acht Gruppen mit jeweils vier Mannschaften. In diesen Gruppen muss jeder gegen jeden antreten. Der internationale Dachverband, die FIFA, die in Punkt 2.2 näher erläutert wird, lost diese Einteilung aus.

Die Mannschaften, die nach den Spielen Gruppenerster und –zweiter sind, qualifizieren sich für das folgende Achtelfinale. Nun wird im K.O. – System (das bedeutet: der Verlierer nach jeder Partie scheidet aus) der Weltmeister ermittelt. Der dritte Platz wird unter den Verlierern der beiden Halbfinals ausgespielt[5].

Die Weltmeisterschaft wirkt sich bis heute nicht nur auf sportliche, sondern auch auf politische, soziologische und vor allem ökonomische Bereiche aus. Weltweit steigt außerdem das Interesse an einem Besuch eines Weltmeisterschaftspiels. Diese Veranstaltung ist somit ein Mega- Event mit hohen Infrastrukturanforderungen, sowie Chancen und Risiken für das jeweilige Austragungsland.[6]

2. WEITERE FAKTEN ZUR FUßBALLWELTMEISTERSCHAFT

2.1 Die FIFA

Die FIFA (Féderation Internationale de Football Association) ist die Dachorganisation des Fußballs auf globaler Ebene und stellt die Vereinigung der nationalen Fußballverbände dar. Die Organisation wurde am 21. Mai 1904 in Paris gegründet. Seit jeher lautet der Leitfaden der FIFA „den Fußball fortlaufend zu verbessern und weltweit zu verbreiten, wobei der völkerverbindende, erzieherische, kulturelle und humanitäre Stellenwert des Fußballs berücksichtigt werden soll.“[7]

Ebenso soll die FIFA eigene weltweite Wettbewerbe durchführen sowie die Durchsetzung der Spielregeln des International Football Association Board (IFAB) garantieren.[8]

Die Organisation ist in Zürich in der Schweiz sesshaft und seit 1998 ist Josef S. Blatter der achte Präsident der FIFA.[9] Die Anzahl der Mitglieder hat sich derweil auf 205 vergrößert, wodurch sich Fußball mit ca. 200 Millionen aktiven Fußballspielern zur bedeutendesten Sportart der Welt entwickelt hat.[10]

2.2 Auswirkungen einer Fußballweltmeisterschaft auf das Austragungsland

Sportmegaevents wie die Fußballweltmeisterschaft haben beträchtliche volkswirtschaftliche Ausmaße. Besucher der WM kaufen zum Beispiel Eintrittskarten, nutzen das Transportwesen und konsumieren Leistungen des Hotel- und Gaststättenwesens. Die Veranstalter investieren in den Ausbau von Verkehrs- und Infrastruktur und setzen sich für die Renovierung, den Neubau oder den Ausbau von Stadien ein. Außerdem sind solche Großveranstaltungen wie Fußballweltmeisterschaften beachtliche Werbeträger und die Übertragungsrechte liefern Millionen von Euro.[11]

Für das spezielle Land, die Region oder auch die einzelne Stadt bieten sich viele neue Aussichten wie z.B. die Schaffung von Arbeitsplätzen, Chancen für Existenzgründer. Die Lebensqualität der in den Städten wohnenden Bevölkerung kann verbessert werden, aber auch ein wachsendes Spektrum an Angeboten, Regeneration und Erneuerungen für die einzelnen Städte und Regionen kann erreicht werden.[12] Durch die Berichterstattung und das Tourismusaufkommen sind solche Spitzensportveranstaltungen außerdem Werbung und Aufwertung des Imagebildes für das Austragungsland.[13] Ähnlich große Veranstaltungen der vergangenen Jahre haben gezeigt, dass viele Besucher ein solches Geschehnis zu einer Kurzreise, einem Wochenendaufenthalt oder sogar im Rahmen eines längeren Urlaubs nutzen und besuchen.[14]

Der Sport hebt zugleich die regionale Identität und das Selbstbewusstsein einerseits der Menschen in der Region, andererseits aber auch der Athleten, Funktionäre und Zuschauer, denn es werden Rassen- und Klassenschranken überwunden und Werte wie Fairness, Teamgeist, Kooperation,[15] Rücksichtsnahme, Chancengleichheit, Toleranz, Solidarität und Engagement[16] vermittelt.

Allerdings verbirgt sich hier auch gleichzeitig ein Risikofaktor, denn es kann zu Ausschreitungen zwischen Zuschauergruppen und im Ernstfall auch zu rassistischen Übergriffen kommen.[17]

3. DIE REPUBLIK SÜDAFRIKA

3.1 Standort Südafrika

Die Republik Südafrikas liegt an der Südspitze Afrikas und hat eine Einwohnerzahl von ca. 43 Millionen, was 35 Personen je km2 entspricht.

Seit 1994 ist das Land eine demokratische Republik. Der derzeitige Präsident ist Thabo Mbeki, der 1999 von der Nationalversammlung gewählt wurde. Die Hauptstadt Südafrikas ist Pretoria und der Parlamentssitz befindet sich in Kapstadt. Die Amtssprachen sind Englisch, Afrikaans, Ndebele, Nordsotho, Südsotho, Setswana, Swati, Tsonga, Venda, Xhosa und Zulu.

Die Bevölkerung setzt sich zusammen aus 77,56 % Schwarzen, 10,35 % Weißen, 8,69 % Mischlingen und 2,50 % Asiaten. Der Anteil derer, die unter der Armutsgrenze leben liegt bei 11,5 %.

Die offizielle Währung ist der südafrikanische Rand (ZAR, 100 Cent=1 Rand).

Die drei größten Städte Südafrikas sind Kapstadt mit 854.616 Einwohnern, in der sich auch das legislative Zentrum der Republik befindet, Durban mit 715.669 Einwohnern und Johannesburg mit 712.507 Einwohnern. Johannesburg ist zugleich die Hauptfinanz- und Geschäftsstadt des Landes.

3 % der Bevölkerung sind in der Landwirtschaft tätig, 31 % in der Industrie und 66 % im Dienstleistungssektor.[18]

In Südafrika existieren noch immer einige Probleme im Zuge vergangener Apartheidsstrukturen.[19] „Strictly speaking, they are fairly serious social, labour and health problems (principally AIDS, affecting an estimated 20 % of the population) which the two democratic governments in the history of the country (between 1994 and 1999 the President was Nelson Mandela) have tried to tackle with a series of plans and programmes providing water and electricity for the entire population. They are now committed to developing a vigorous programme to fight unemployment. These problems are distincly reflected in the population that largely comprises the mainly black lower classes.”[20]

Durch die Lage am südlichen Wendekreis ist das Klima subtropisch und zumeist sonnig und trocken.

3.2 Tourismus in Südafrika

Der am schnellsten wachsende Industriezweig des Landes ist der Tourismussektor. Er macht 4,9 % des BIP aus. Die internationalen Besucherzahlen sind zwischen 1994 und 2001 rapide angestiegen. Südafrika umfasst ein großes geografisches Angebot und daher eine Vielzahl verschiedener Anziehungsfaktoren für unterschiedliche Bedürfnisse der Gäste. Dem Besucher bieten sich sowohl karge Halbwüsten- und Hochgebirgslandschaften aber auch subtropische Vegetationen und Badestrände, also eine Vielfalt an Landschaftsformen. Ein wichtiger touristischer Magnet ist zum Beispiel der 1889 gegründete Krüger Nationalpark geworden. Er gilt als Synonym für den Schutz der Flora und Fauna Afrikas. Auf einer riesigen Grundfläche etwa so groß wie Belgien leben hier in der charakteristischen Buschsavanne zahlreiche geschützte Spezies Südafrikas.

Eine weitere touristische Region befindet sich in und um Kapstadt. Die Stadt ist mit den vielen Weinländereien, der Garden Route und dem Tafelberg, der über 1000 Meter hoch ist, weltweit bekannt.

Auch den Reiseveranstaltern ist der Markt Südafrika nicht unbekannt, sie reagieren mit mehrwöchigen, gut durchdachten Rundreisen, deren wirtschaftliche Auswirkungen in Südafrika eindeutig sichtbar sind. Mittlerweile wird davon ausgegangen, dass über 3 % der Angestellten aus der Tourismusbranche kommen.

Insbesondere die europäischen Reisebüros haben in den letzten Jahren in der Durchführung von Pauschalreisen einen gewinnbringenden Markt entdeckt.[21]

Touristikern zufolge stocken die Veranstalter ihre Programme derzeit sogar immer weiter auf und die Destinationen investieren Millionen in Infrastruktur und Marketing. So lag die Zahl der Gäste aus dem Ausland in Südafrika 2005 bei beispielsweise 7,368 Millionen, was eine Entwicklung im Vergleich zum Vorjahr von + 10,3 % ist. Aus Deutschland besuchten 2005 rund 249504 Menschen das Land, eine Steigerung um + 1,7 % zum Vorjahr aufzeigt. Die Prognosen für die kommenden Jahre sind weiter steigend.[22] Dieser Anstieg ist größtenteils eine Folge der Werbekampagnen in den Niederlanden, Frankreich, den Vereinigten Staaten, Großbritannien und Deutschland.

Für das WM Jahr 2010 wird mit einer Gästezahl von 10 Millionen gerechnet.[23]

Zusammenfassend kann man aussagen, dass die Republik Südafrika mit dem Tourismus einen sehr bedeutenden Wirtschaftszweig errichtet hat, der eine beträchtliche Anzahl neuer Arbeitsplätze mit sich bringt.[24]

3.3 Fußball in Südafrika

Die Geschichte des Fußballs in Afrika ist verknüpft mit der Geschichte und der politischen Situation im Land. Sie ist in zwei Epochen unterteilt: vor und nach der Entkolonialisierung.

Sein wahres fußballerisches Potenzial darstellen konnte Südafrika erst nach dem 2. Weltkrieg.

Wenn man sein Augenmerk mehr auf Afrika südlich der Sahara legt, dann ist Fußball, in den auch Schwarze mit eingebunden sind, eine sogar noch jüngere Erscheinung. Das erste Land, aus dem Schwarze jemals an einer Fußballweltmeisterschaft teilnehmen konnten, war Zaire 1974, später folgte Kamerun (1982, 1990, 1994 und 1998), Nigeria (1994 und 1998) und erst 1998 zum ersten Mal Südafrika.

Am Ende des 20. Jahrhunderts ist die „ Confédération africaine de football” mit 52 Mitgliedern zum größten Verwaltungskörper der Welt geworden und viele Nationen hatten bis dahin afrikanische Spieler für sich herangezogen.[25]

Seit 1992 ist Südafrika wieder Mitglied der FIFA, nachdem es 1961 zunächst suspendiert wurde und 1976 schließlich ganz von der FIFA ausgeschlossen worden war. Einer der Gründe war damals, dass auch der Sport vom Apartheidregime betroffen war, so durften bis Mitte der 50er Jahre nur Weiße in Sportvereinen aktiv sein, was gegen die Grundsätze der FIFA verstößt.

Ab den 60er Jahren begannen schwarze Bevölkerungsgruppen gemischt-rassische Verbände zu gründen. Jedoch wurde seitens der Regierung ein Alleinvertretungsanspruch der weißen Verbände in den internationalen Sportorganisationen eingeführt. Da dies Verstöße sowohl gegen die olympischen Regeln als auch gegen das Reglement der FIFA sind, die beide die Diskriminierung von Sportlern aufgrund ihrer Rasse oder Religion verbieten, konnte Südafrika nicht länger Mitglied der FIFA sein.

Die seit 1992 amtierende Regierung unter de Klerk brachte dann den Wandel durch die Aufhebung sämtlicher Boykottmaßnahmen. Sport in Vereinen wurde wieder für die gesamte Bevölkerung möglich und somit gab es keinen Grund für die FIFA Südafrika nicht wieder aufzunehmen.[26]

Heute ist Südafrika laut der FIFA eines der führenden Länder im Bereich Fußball. Südafrika kann auf eine lange Tradition im Bereich sportlicher Kultur verweisen, vor allem im Kricket und im Rugby, aber seit dem Zeitalter der Demokratie ist Fußball die populärste Sportart der Nation geworden.[27]

3.4 Die Fußballnationalmannschaft Südafrikas

Südafrikas erstes offizielles Länderspiel fand am 2. November 1924 in Amsterdam gegen die Niederlande statt. Nach dem Ende der Apartheid und der erneuten Mitgliedschaft in der FIFA kam es am 7. Juli 1992 zum Neustart der südafrikanischen Nationalmannschaft. Von den Fans und Landsleuten wird die Mannschaft „Bafana, Bafana“[28] gerufen.

Die Nationalmannschaft Südafrikas gehört zu den stärksten des gesamten Kontinents. Die weltweiten Leistungen, die in dem kurzen Zeitraum des Neuaufbaus erlangt werden konnten, sind bemerkenswert.[29]

1996 richtete Südafrika den Afrikanischen Nationen-Pokal aus und wurde „Afrika- Meister“. Im gleichen Jahr erreichte das Land den 16. Platz auf der Rangliste der FIFA unter den Fußballnationalmannschaften. Dies war die bisher höchste Position.

Im Zuge der folgenden Afrika-Meisterschaft 1998 in Burkina Faso erlangte Südafrika den zweiten Platz. Im gleichen Jahr nahmen sie an der WM- Endrunde in Frankreich teil, wodurch ein enormer Imagegewinn sowie das Interesse der Weltöffentlichkeit erreicht wurde. 2000 nahm das Land dann an den olympischen Spielen teil und 2002 erneut an der WM- Endrunde, diesmal in Japan/Korea. Im selben Jahr wurden sie schließlich COSAFA-Cup-Sieger (Meisterschaft der Confederation of Southern African Football Associations). Der Engländer Stuart Baxter trainierte die Südafrikaner in den Qualifikationsspielen zur Fußballweltmeisterschaft 2006 in Deutschland.[30]

Für die Betreuung und Vorbereitung der afrikanischen Nationalmannschaft auf die WM 2010 ist der brasilianische Trainer Carlos Alberto Parreiras verantwortlich. In den nächsten Monaten will er die Leistung seiner Elf gegen die Nationalmannschaften von Uruguay und Italien testen.[31]

4. DIE FUßBALL WELTMEISTERSCHAFT 2010 IN SÜDAFRIKA

4.1 Bewerbung und Vergabe des Zuschlags

Die Bewerbungsphase für die Fußballweltmeisterschaft im Jahr 2010 begann im Oktober 2002. Die FIFA setzt eine so lange Vorbereitungszeit an, damit sich die Bieterländer genügend auf das große Ereignis in ihrem Land vorbereiten können.

Die Länder, die sich für die nächste WM bewerben, erhalten ein Pflichtenheft von der FIFA, welches Kriterien, wie Stadien, Infrastruktur, Trainingsmöglichkeiten, Transportmöglichkeiten, Unterkünfte, medizinische Versorgung etc. beinhaltet. Ein Komitee der FIFA bereist alle Bieterländer und erstellt einen Bericht. Außerdem haben die Bieterländer die Möglichkeit eine abschließende Präsentation ihres Landes vor dem Komitee abzuhalten, bevor entschieden wird, wer den Zuschlag erhält.[32]

Südafrika bewarb sich bereits für 2006 um die Austragung der Weltmeisterschaft, verlor aber knapp mit 11:12 Stimmen gegen Deutschland.

„Damals brach es uns das Herz, aber wir gingen unseren Weg tapfer weiter. Doch eine erneute Niederlage wäre ein enormer Rückschlag. Ein Zuschlag wäre das größte Geschenk, das uns die FIFA im zehnten Jahr unserer Demokratie machen könnte“, meinte Danny Jordaan (Leiter der Bewerbungskommission Südafrikas)[33].

Die Bewerbung Südafrikas fällt in dem oben angesprochenen Inspektionsbericht der FIFA sehr positiv aus:

„Mit einer Vergabe der FIFA Fußballweltmeisterschaft 2010 an Südafrika würde die Einheit unter den ethnischen Gruppen, die während Jahren sowohl kulturell, als auch sportlich getrennt waren, wesentlich gestärkt. Südafrika bietet zudem eine Vielzahl kultureller Sehenswürdigkeiten, die Touristen aus der ganzen Welt anziehen. Die Trümpfe des WM-Projekts, das der Inspektionsgruppe präsentiert wurde, sind die im Allgemeinen hervorragende Infrastruktur sowie das klare, ausführliche und solide Konzept, was Verlässlichkeit gewährleistet. Bemerkenswert ist auch die starke Unterstützung durch die Regierung. Die Bewohner Südafrikas sind äußerst fußballbegeistert und zeigen ihre Vorfreude auf eine mögliche FIFA- Fußballweltmeisterschaft in ihrem Land ganz offen und spontan.

Die Investitionen, die für die FIFA- Fußballweltmeisterschaft 2010 getätigt werden müssten, würden entscheidend zur Entwicklung des Landes beitragen. Trotz gewisser Fragezeichen bezüglich der Sicherheit ist die Inspektionsgruppe der Meinung, dass Südafrika das Potenzial hat, eine großartige WM durchzuführen.“[34]

Im Zuge der Vergabe des Zuschlags für die WM 2010 gab es als weitere Mitbewerber noch Libyen, Tunesien, Marokko und Ägypten. Tunesien und Libyen schieden schon vorzeitig aus dem Wettbewerb aus und Ägypten erhiellt bei der Abstimmung durch die 24 Mitglieder des Exekutivkomitees der FIFA keine einzige Stimme. Südafrika hingegen konnte die Wahl mit 14:10 Stimmen gegen Marokko für sich entscheiden. Dies wurde am 15. Mai 2004 durch den derzeitigen Präsidenten der FIFA Joseph Blatter verkündet.

Ganz Südafrika nahm die Entscheidung mit riesiger Freude auf:

„Ich fühle mich wie ein kleiner Junge mit 15 Jahren. Es ist ein toller Tag für uns. Wir haben uns gegen hochklassige Konkurrenten durchgesetzt. Das war nicht einfach. Ich wünsche unseren Mitbewerbern, dass sie auch einmal so feiern können wie wir heute.“, war die Reaktion Nelson Mandelas.[35]

4.2 Match Event Services Pty AG

Die MATCH AG ist eine Tochtergesellschaft von Byrom Holdings plc und hat ihren Sitz in Zug in der Schweiz. Sie unterhält außerdem Niederlassungen in Zürich und Johannesburg.

Am 30. Oktober 2007 vergab das FIFA-Exekutivkomitee nach Abschluss eines öffentlichen Ausschreibungsverfahrens die FIFA-Hospitality-Rechte an die MATCH Event Services Pty AG.

Dieser Zuschlag umfasst die Rechte für den exklusiven, weltweiten Verkauf von Hospitality-Paketen und den Betrieb des FIFA-Hospitality-Programms.

„The rights have been awarded to the best bidder, recognising the world’s biggest hospitality rights property. This longterm partnership is giving FIFA sustainable assets and promoting hospitality across all of FIFA’s events. FIFA is taking on board the most experienced and competent team to deliver high-quality services.”[36]

Die Gesellschaft MATCH AG ist damit dafür zuständig, Unterkunft, Ticketing (Kartenverkauf) und professionelle Dienstleistungen unter anderem für die Weltmeisterschaft 2010 bereitzustellen. Sie soll dazu beitragen, den Unterkunftsbedarf für die Monate Juni und Juli 2010 zu decken.

Die Ziele im Bereich Unterkunft wurden für diesen Zeitraum exakt festgelegt: Kleine und mittelständische Unternehmen sollen in das Programm aufgenommen werden, ein beträchtlicher Zuwachs der Anzahl an eingetragenen und klassifizierten Hotels sowie anderen Unterkunftsmöglichkeiten in Südafrika soll erreicht werden, außerdem soll der ganzen Welt die unglaubliche Bandbreite der Möglichkeiten der Beherbergung im Austragungsland vorgestellt werden.[37]

MATCH wird für die eben genannten Anlässe ein ausreichendes Hotelzimmer- und Nichthotelunterkunftskontingent bereitstellen und managen. Außerdem handelt die AG die Geschäftsbedingungen für die Unterkünfte mit den jeweiligen Betrieben aus.[38] Zu diesem Zweck setzt MATCH sich mit den in Frage kommenden Unterkünften in Verbindung und verschickt Informationsmaterial sowie die Verträge.[39]

5. AUSWIRKUNGEN AUF DIE HOTELBRANCHE

5.1 Allgemeine Situation

Während der Recherche in Bezug auf meine Projektarbeit hat sich herausgestellt, dass die Chancen und Risiken für die Hotelbranche in den einzelnen Austragungsstädten so unterschiedlich sind, dass eine Verallgemeinerung nicht möglich ist. Daher werde ich im Folgenden einige Standorte als Beispiele einzeln untersuchen und die Verhältnisse erklären.

Zum allgemeinen Verständnis muss gesagt werden, dass im Jahr 2000 in Südafrika eine Gemeindereform eingeführt wurde. Viele Städte wurden mit den umliegenden Gemeinden und Townships vereinigt und haben daher neue Namen erhalten.[40]

2010 werden in Südafrika in neun verschiedenen Städten Spiele ausgetragen. Einen Überblick über die Lage der Austragungsorte soll folgende Karte geben.

[...]


[1] Vgl. P. König, Chancen und Risiken der Fußballweltmeisterschaft 2010 für das Austragungsland Südafrika, Hamburg 2005, S. 8

[2] vgl. ebd., S. 9

[3] vgl. Anhang S. XII

[4] vgl. Prof. Dr. U. K. Henschel, Hotelmanagement, Edition Dienstleistungsmanagement, 2. Auflage, München 2005, S. 4

[5] vgl. P. König, a.a.O., S.13

[6] vgl. M. Heyne, Die ökonomischen Effekte von Fußballweltmeisterschaften, Das Beispiel ‚Fußball- WM 2006’, Marburg 2006, S. 11 ff

[7] vgl. M. Heyne, a.a.O., S.15

[8] vgl. M. Heyne, a.a.O., S.15

[9] vgl. P. König, a.a.O., S. 14

[10] vgl. M. Heyne, a.a.O., S.16

[11] vgl. P. König, a.a.O., S.15 f

[12] vgl. G. Trosien und M. Dinkel, Sport-Tourismus als Wirtschaftsfaktor, Produkte, Branchen, Vernetzung, Butzbach-Griedel 2001, S. 67

[13] vgl. P.König, a.a.O., S.16

[14] vgl. G. Trosien und M. Dinkel, a.a.O., S.70

[15] vgl. P. König, a.a.O., S. 16

[16] vgl. G. Trosien und M. Dinkel, a.a.O., S. 72

[17] vgl. P. König, a.a.O., S.17

[18] vgl. Dr. M. von Baratta, Der Fischer Weltalmanach 2003, Frankfurt am Main 2002, S. 755 f

[19] vgl. Inspection Group Report for the 2010 FIFA World Cup, Online-Dokument auf http://www.fifa.com/mm/document/tournament/competition/ig%5freport%5ffwc2010%5fen%5f25997.pdf S. 61 (15.11.2007)

[20] vgl. Inspection Group for the 2010 FIFA World Cup, a.a.O., S. 61 f (15.11.2007)

[21] vgl. P. König, a.a.O., S.24 f

[22] vgl. S. Spohr, Südliches Afrika Special, in: Touristik Report Nr. 16/06, Hrsg. H. Berninger, 10. August 2006, S. 32 f

[23] vgl. D. Mewis, Südafrika Traumziel am Ende der Welt, in: Tagungswirtschaft Nr. 2/07, S. 98

[24] vgl. P. König, a.a.O., S. 25

[25] vgl. L. Crolley und D. Hand, Football and European Identity, Historical Narratives through the Press, London and New York 2006, S. 151

[26] vgl. P. König, a.a.O., S.28 ff

[27] vgl. Inspection Group for the 2010 FIFA World Cup, a.a.O., S. 62 (15.11.2007)

[28] vgl. Anhang S. XII

[29] vgl. P. König, a.a.O., S. 33

[30] vgl. ebd., S. 33 f

[31] vgl. o.V., Online-Dokument http://www.kapstadt.org/wm-2010-suedafrika/fussball-wm2010/, (13.11.2007)

[32] Vgl. M. Heyne, Die ökonomischen Effekte von Fußballweltmeisterschaften, Das Beispiel ‚Fußball-WM 2006’, Marburg 2006, S. 28ff

[33] vgl. P. König, Chancen und Risiken der Fußballweltmeisterschaft 2010 für das Austragungsland Südafrika, Hamburg 2005, S. 37

[34] vgl. P. König, a.a.o., S. 38, Zitat aus dem Inspection Group Report for the 2010 FIFA World Cup

[35] vgl. ebd., S.39, Zitat nach Nelson Mandela

[36] vgl. o.V., Online-Dokument auf http://www.sports-city.org/news_details.php?news_id=2510 (13.11.2007), Zitat nach FIFA-Generalsekretär Jérôme Valcke

[37] vgl. o.V., Online-Dokument auf http://de.fifa.com/worldcup/organisation/matchag/accommodation.html (18.11.07)

[38] vgl. o.V., Online-Dokument auf http://de.fifa.com/worldcup/organisation/matchag/index.html (18.11.07)

[39] vgl. MATCH Event Services PTY, all you need to know about becoming an approved accomodation provider for the FIFA 2010 Worldcup

[40] vgl. o.V., Online-Dokument auf http://www.reisebuchkiste.de/land/suedafrika/i-landleute.php (20.11.07)

Ende der Leseprobe aus 38 Seiten

Details

Titel
Die FIFA Fußballweltmeisterschaft 2010 in Südafrika und deren Auswirkungen auf die Hotelbranche
Hochschule
EBC Hochschule Hamburg
Note
1,3
Autor
Jahr
2007
Seiten
38
Katalognummer
V123690
ISBN (eBook)
9783640357123
ISBN (Buch)
9783640357048
Dateigröße
896 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
FIFA, Fußballweltmeisterschaft, Südafrika, Auswirkungen, Hotelbranche
Arbeit zitieren
Kaja Ringert (Autor:in), 2007, Die FIFA Fußballweltmeisterschaft 2010 in Südafrika und deren Auswirkungen auf die Hotelbranche, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/123690

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Die FIFA Fußballweltmeisterschaft 2010 in Südafrika und deren Auswirkungen auf die Hotelbranche



Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden