Das narrative Interview ist eine Forschungsmethode der empirischen Sozialforschung, insbesondere der qualitativen Forschung. Die nachfolgenden Ausführungen sollen zeigen, wie sich diese Interviewart theoretisch in die soziale Forschung eingliedert, wie ein narratives Interview ablaufen sollte und wie es sich in einem selbst geführten Interview gestaltete. Dabei sollen unter anderem die Probleme bei der Umsetzung aufgeführt werden. Ich möchte hier keine konkrete Auswertung des Inhalts der Befragung vornehmen, sondern anhand des geführten Interviews eher die besondere Situation schildern.
Im Theorieteil wird kurz auf die Definitionen von Wissenschaftlern eingegangen und es soll aufgezeigt werden, wie sich das narrative Interview zu anderen Befragungsarten verhält und warum es überhaupt durchgeführt wird.
In Punkt vier wird dargelegt, wie ein narratives Interview ablaufen sollte.
In der Umsetzung wird kurz erläutert, welche Probleme auftreten können.
Wie das geführte Interview letztendlich verlaufen ist, möchte ich im letzen Abschnitt aufzeigen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Kurze theoretische Abhandlung
2.1. Eingliederung in die empirische Sozialforschung
2.2. Definition des narrativen Interviews
2.3. Warum wird das narrative Interview in der empirischen Sozialforschung genutzt?
3. Praktische Abhandlung
3.1. Allgemeines
3.2. Aushandlungsphase
3.3. Hauptteil
3.4. Nachfrageteil
3.5. Transkription
4. Das Interview als soziale Situation
4.1. Problempunkte im Interview
4.2. Interviewsituation
4.3. Interviewer
4.4. Interviewter
5. Versuch der Umsetzung, Vergleich zur Theorie
6. Abschluß
Zielsetzung und Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das narrative Interview als Methode der qualitativen Sozialforschung. Ziel ist es, den theoretischen Rahmen dieser Interviewform darzulegen und anhand eines selbst durchgeführten Interviews praxisnahe Erfahrungen sowie methodische Herausforderungen zu reflektieren.
- Grundlagen der qualitativen Sozialforschung
- Struktur und Phasen des narrativen Interviews
- Rollenverständnis von Interviewer und Interviewtem
- Methodische Aspekte der Transkription
- Reflexion der praktischen Anwendung und Fehleranalyse
Auszug aus dem Buch
3.3. Hauptteil
Nachdem die „erzählgenerative Anfangsfrage“ (Flick, 1995, S. 183) vom Interviewer gestellt ist und alle sich versichert haben, daß das Band läuft, kann der Interviewte mit dem Erzählen seiner Geschichte beginnen. „Der Hauptteil eines narrativen Interviews besteht daher aus der Erzählung selbsterlebter Ereignisse durch den Informanten.“ (Flick, 1995, S. 183). In dieser Phase hat nur der Befragte das Wort. Er kann sich nach und nach an die Geschehnisse erinnern, seine Emotionen und Gedanken wiedergeben.
Dem Interviewer obliegt nun die Aufgabe des aufmerksamen Zuhörens und einigen Gesten und kurzen zustimmenden Worten („Aufmerksamkeitsmarkierer“ (Glinka, 1998, S.12)), damit der Erzähler merkt, daß der Interviewer ihm zuhört und ihn versteht. Sollte sich der Forscher doch einmal zu Kommentaren hinreißen lassen, sollte er darauf achten, daß sie in „keinem Fall (einen) neu thematisierenden Charakter“ (Glinka, 1998, S.14) haben. Das heißt, es darf mit dieser Äußerung nicht so massiv in den Redefluß eingegriffen werden, daß damit ein neues Thema angeschnitten wird.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in die Forschungsmethode des narrativen Interviews und Vorstellung des Aufbaus der Hausarbeit.
2. Kurze theoretische Abhandlung: Einordnung in die qualitative Sozialforschung, Definition des Verfahrens und Erläuterung der Relevanz dieser Methode.
3. Praktische Abhandlung: Detaillierte Beschreibung der Phasen vom ersten Aushandeln über den Hauptteil bis zur Transkription.
4. Das Interview als soziale Situation: Analyse der Rahmenbedingungen und der Rollenverteilung zwischen Interviewer und befragter Person.
5. Versuch der Umsetzung, Vergleich zur Theorie: Reflexion über den eigenen Interviewverlauf und die Diskrepanzen zur wissenschaftlichen Theorie.
6. Abschluß: Zusammenfassende Bewertung des Nutzens narrativer Interviews für sowohl Interviewer als auch Befragte.
Schlüsselwörter
Narratives Interview, Qualitative Sozialforschung, Biographische Forschung, Stegreiferzählung, Interviewmethode, Empirische Sozialforschung, Transkription, Aushandlungsphase, Subjektivität, Erzählgenerative Anfangsfrage, Kommunikationssituation, Einzelfallstudie, Sozialwissenschaften
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Theorie und Praxis des narrativen Interviews als Instrument der qualitativen Sozialforschung.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentral sind die methodische Einordnung, der Ablauf der Interviewphasen und die sozio-kommunikative Dynamik zwischen den Beteiligten.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist die theoretische Durchdringung der Methode und deren praktische Erprobung im Rahmen einer Hausarbeit, inklusive einer Fehleranalyse.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird das narrative Interview angewandt, eine Form des offenen Interviews, das biographische Erzählprozesse anregt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, den praktischen Ablauf, die Analyse der Interviewsituation und einen reflexiven Umsetzungsbericht.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Narratives Interview, Qualitative Forschung, Erzählzwänge, Stegreiferzählung und biographische Analyse geprägt.
Warum ist die Aushandlungsphase für den Erfolg entscheidend?
Sie dient dazu, Vertrauen zu schaffen und dem Interviewten die Sinnhaftigkeit des Interviews sowie das Prinzip der freien Erzählung zu vermitteln.
Welche Rolle spielen die "Erzählzwänge" nach Schütze?
Sie sorgen dafür, dass der Erzähler seine Geschichte vollständig und intensiv entfaltet, da der Drang zur Gestaltbildung und Detaillierung das Erzählen aufrechterhält.
- Citar trabajo
- Grit Noack (Autor), 2001, Das narrative Interview. Theorie und Praxis, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1237