Bis vor ein paar Jahren war es für Hobby-Regisseure kaum möglich, ihr Videomaterial am heimeigenen Computer schneiden, nachzubearbeiten und anschließend wieder auszugeben. Die Gründe hierfür liegen in der Tatsache, dass damalige Rechner mit ihren technischen Restriktionen nicht in der Lage waren, schnell und komfortabel genug mit den Datenmengen umzugehen. Als PCs für den Heimanwender dann langsam eine ausreichende Leistungsfähigkeit erlangt hatten, waren Videoschnittlösungen immer noch viel zu teuer, als dass sie sich viele Benutzer solche hätten leisten können.
Heute jedoch werden Videoschnittsysteme immer erschwinglicher und so bietet der Markt sowohl für Einsteiger in die Welt des digitalen Videoschnitts, sowie für Anwender mit (semi-)professionellen Anforderungen verschiedenste Angebote beim Kauf eines solchen Systems.
Im Folgenden wollen wir eine kurze Einführung in die technische Entwicklung und Begrifflichkeit dieses Themas geben. Wir werden den Arbeitsablauf des Digitalisierens von Videomaterial darstellen und ferner einige Produkte verschiedener Anbieter aus verschiedenen Preisklassen vorstellen. Hierfür verwenden wir unter anderem das Informationsmaterial, welches uns bei unserem Besuch der CeBit 2001 von den jeweiligen Herstellern zur Verfügung gestellt wurde.
Inhaltsverzeichnis
I. Vorwort
II. Digitaler Videoschnitt im Wandel der Zeit
a) Historie – Videoschnitt früher und heute
III. Ablauf
a) Video Capturing
b) Videobearbeitung
c) Videoausgabe
IV. Software für den Videoschnitt
a) Tabelle - Videoschnittsoftware
V. Produktvorstellung
a) Einsteiger
b) Fortgeschrittene
c) Professionelle
VI. Résumee
a) Auswertung der Möglichkeiten und zukünftige Erwartungen
Zielsetzung und Themen
Das Ziel der Arbeit ist es, einen technischen Überblick über den digitalen Videoschnitt an heimischen PCs zu geben, den typischen Workflow von der Aufnahme bis zur Ausgabe zu erläutern und aktuelle Hardware- sowie Softwarelösungen für verschiedene Anwendergruppen vorzustellen.
- Technische Entwicklung und Grundlagen des digitalen Videoschnitts
- Methodischer Arbeitsablauf: Capturing, Bearbeitung und Ausgabe
- Vergleichende Analyse von Videoschnittsoftware
- Produktübersicht nach Anforderungs- und Preisklassen
- Ausblick auf zukünftige Kompressionsverfahren wie Wavelet
Auszug aus dem Buch
Digitaler Videoschnitt im Wandel der Zeit
Bis vor etwa sechs Jahren waren PCs auf den Schreibtischen der Heimanwender nicht in der Lage die anfallenden Datenmengen, die bei nonlinearem Videoschnitt anfallen, zu bewältigen. Datenträger waren nicht groß und vor allen Dingen nicht schnell genug, um das Videomaterial in annehmbarer Qualität abzuspeichern. Auf einen 18 Gigabyte gossen Datenträger bekäme man etwa 60 Minuten Video im PAL Format (768x576 Pixel).
Nonlinearer Videoschnitt beschreibt in diesem Zusammenhang den Vorgang des Einlesens der Videodaten in den Computer, deren anschließenden Nachbearbeitens und letztlich die Möglichkeit zur Wiederausgabe auf andere Medien, wie Videokassette oder heute CD, DVD oder DV-Band.
Möglich geworden ist dies seinerzeit überhaupt erst durch die Einführung der hardwaregestützten Echtzeitkompression, da CPUs unter 400Mhz allein gar nicht in der Lage gewesen wären, die gewünschten Videodaten zu überspielen und in geeigneter Geschwindigkeit mit ihnen umzugehen. Hierbei digitalisierten und komprimierten Videocapturekarten das Videomaterial über sogenannte Codecs per Hardware in Echtzeit auf die Festplatte, dekomprimierten es beim Abspielen und stellten ein PAL-Videosignal zur Aufzeichnung bereit. Bei analogem Videomaterial, wie etwa dem einer VHS-C Kamera, wurde auf jedes Einzelbild getrennt JPEG-Algorithmen angewendet, und dieses so quasi Bild für Bild übertragen.
Zusammenfassung der Kapitel
I. Vorwort: Dieses Kapitel motiviert die Entstehung des Werkes durch die technische Entwicklung, die Videoschnitt auch für Heimanwender erschwinglich gemacht hat.
II. Digitaler Videoschnitt im Wandel der Zeit: Hier wird die historische Entwicklung des nonlinearen Videoschnitts und der technologische Fortschritt von analogen zu digitalen Medien beschrieben.
III. Ablauf: Dieses Kapitel erläutert den klassischen Workflow, beginnend mit dem Video Capturing über die Bearbeitung bis hin zur fertigen Videoausgabe.
IV. Software für den Videoschnitt: Eine tabellarische Übersicht verschiedener Softwarelösungen für den Videoschnitt mitsamt einer technischen Bewertung.
V. Produktvorstellung: Dieses Kapitel klassifiziert verschiedene Hard- und Softwarepakete nach Anwendergruppen wie Einsteiger, Fortgeschrittene und Profis.
VI. Résumee: Die Auswertung fasst den aktuellen Stand zusammen und gibt einen Ausblick auf zukünftige Entwicklungen im Bereich der Videokompression.
Schlüsselwörter
Videoschnitt, Digitaler Videoschnitt, Nonlinearer Videoschnitt, Video Capturing, Hardwarekompression, Codecs, FireWire, M-JPEG, MPEG-2, Videobearbeitung, Echtzeit Editing, Wavelet-Kompression, DV-Format, Videoproduktion, Datenrate.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die technischen Grundlagen und Möglichkeiten des digitalen Videoschnitts am heimischen Computer sowie eine Übersicht marktgängiger Produkte.
Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?
Zu den Schwerpunkten zählen die historische Entwicklung, der technische Prozess des Capturing, die kreative Videobearbeitung und die verschiedenen Ausgabemöglichkeiten.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist eine verständliche technische Einführung für Anwender, um eine Orientierung beim Kauf von Videoschnittsystemen verschiedener Preisklassen zu ermöglichen.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es wurde ein technischer Systemvergleich durchgeführt, ergänzt durch Informationsmaterial, das im Rahmen der CeBit 2001 gesammelt wurde.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in den Workflow (Capturing, Schnitt, Ausgabe), einen Vergleich von Schnittsoftware und eine strukturierte Marktübersicht von Produkten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Videoschnitt, Nonlinearer Schnitt, Hardwarekompression, FireWire, Codecs, M-JPEG und MPEG-2.
Warum ist die Kompressionsrate beim Capturing entscheidend?
Die Kompressionsrate beeinflusst maßgeblich den benötigten Speicherplatz auf der Festplatte sowie die resultierende Bildqualität des Videomaterials.
Welche Vorteile bietet das Wavelet-Verfahren laut Autor?
Wavelet bietet eine hohe Bildqualität bei extremen Kompressionsraten, hohe Fehlertoleranz und vermeidet Block- oder Pixelartefakte in dekomprimierten Bildern.
- Citation du texte
- Nicolas Glaser (Auteur), 2001, Videoschnittlösungen - Eine technische Einführung, Möglichkeiten und Produktübersicht, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/12374