In der folgenden Arbeit möchte ich auf die Unterschiede und Gemeinsamkeiten von Empowerment und der Parteilichkeit in der Mädchen- und Frauenarbeit eingehen. Beide Konzepte sind in der sozialen Arbeit zu finden – mal mehr, mal weniger offensichtlich.
Da Empowerment auch in der Mädchen- und Frauenarbeit als Methode und Haltung vorzufinden ist, möchte ich in dieser Ausarbeitung Empowerment nicht vom feministischen Standpunkt isoliert verstehen.
Im ersten Teil werde ich auf die Gemeinsamkeiten eingehen. Das Augenmerk hierbei lege ich gezielt auf die gemeinsamen Grundlagen und Ausgangspunkte, die gemeinsamen Ziele und die gemeinsame professionelle Haltung. Danach werde ich die Unterschiede von Empowerment und Parteilichkeit in der Mädchen- und Frauenarbeit darlegen. Den Abschluss bildet ein persönliches Fazit dieser Auseinandersetzung.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Gemeinsamkeiten von Empowerment und Parteilichkeit in der Mädchen- und Frauenarbeit
2.1 Grundlagen und Ausgangspunkte
2.2 Ziele
2.3 Professionelle Haltung
3. Unterschiede von Empowerment und Parteilichkeit in der Mädchen- und Frauenarbeit
4. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die konzeptionellen Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen den Ansätzen des Empowerments und der Parteilichkeit innerhalb der Mädchen- und Frauenarbeit. Ziel ist es, das Zusammenspiel dieser beiden Haltungen in der professionellen Sozialen Arbeit zu beleuchten und deren Bedeutung für die Stärkung von Frauen und Mädchen sowie die gesellschaftliche Veränderung zu erörtern.
- Grundlagen und Entstehungsgeschichte von Empowerment und Parteilichkeit
- Die Rolle der professionellen Haltung in der Sozialen Arbeit
- Zielsetzungen zur Förderung von Autonomie und Selbstbestimmung
- Feministische Perspektiven und die Bedeutung des Geschlechterverhältnisses
- Politische Dimensionen sozialer Arbeit und gesellschaftliche Teilhabe
Auszug aus dem Buch
2.1 Grundlagen und Ausgangspunkte
Beide Begriffe – sowohl Empowerment als auch Parteilichkeit – gelten in der Sozialen Arbeit als Haltung der professionellen Helfer gegenüber den Betroffenen. Es kann zunächst festgestellt werden, dass beide Haltungen einen „grundlegenden kritischen und politisch reflexiven Kern und Ursprung“ haben. Beide sind aus Umbruchsituationen heraus in der sozialen Arbeit entstanden.
Empowerment und Parteilichkeit werden allerdings nicht als eine bestimmte Technik durchgeführt, sondern sie geschehen, durch einen möglichst verinnerlichten Prozess der professionellen Haltung. Meines Erachtens sind beide Haltungen „eine rationale, erlernbare und vermittelbare Kompetenz“, die bei vorhandener Motivation übernommen und verinnerlicht werden können. Beide Haltungen wirken aktivierend – sie wollen Raum geben, um verschiedenste Prozesse der Selbstheilung anzuregen.
Diese Prozesse werden im individuellen Bereich, in der Arbeit mit Gruppen als auch im politischen Bereich initiiert. Empowerment und Parteilichkeit in der Mädchen- und Frauenarbeit haben einen Lebenswelt- und Alltagsorientierten Standpunkt. Die Betroffenen gelten als Experten ihres Problems, als auch ihrer Lebenswelt. Der subjektive Betrachtungswinkel der Betroffenen wird in beiden Haltungen erkannt, erlaubt und als Ausgangspunkt der weiteren Vorgehensweise beachtet.
Sowohl im Empowerment als auch in der Parteilichkeit in der Mädchen- und Frauenarbeit wird davon ausgegangen, „dass das, was als Defizit wahrgenommen wird, das Ergebnis sozialer Strukturen und mangelnder Ressourcen darstellt, in denen sich vorhandene Fähigkeiten nicht entfalten können.“ Ebenso geht Rappaport davon aus, „dass viele Fähigkeiten beim Menschen bereits vorhanden oder zumindest möglich sind, vorausgesetzt man schafft Handlungsmöglichkeiten.“ Dies ist auch bei der parteilichen Haltung als Ausgangspunkt zu finden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung stellt die beiden zentralen Konzepte vor und erläutert die Absicht der Autorin, diese aus einem feministischen Standpunkt heraus zu analysieren.
2. Gemeinsamkeiten von Empowerment und Parteilichkeit in der Mädchen- und Frauenarbeit: Dieses Kapitel identifiziert die gemeinsamen Wurzeln, Ziele und die professionelle Haltung, die beide Ansätze in der Sozialen Arbeit teilen.
2.1 Grundlagen und Ausgangspunkte: Es wird dargelegt, dass beide Haltungen auf einem kritischen Kern beruhen und die Betroffenen als Experten ihrer Lebenswelt begreifen.
2.2 Ziele: Die Autoren beschreiben das gemeinsame Streben nach Partizipation, Autonomie und die Erweiterung von Handlungsmöglichkeiten.
2.3 Professionelle Haltung: Hier wird die expertenkritische Haltung und die Notwendigkeit der Selbstreflexion seitens der professionell Tätigen hervorgehoben.
3. Unterschiede von Empowerment und Parteilichkeit in der Mädchen- und Frauenarbeit: Dieses Kapitel arbeitet die spezifisch feministische Grundausrichtung der Parteilichkeit heraus, die das Geschlechterverhältnis als zentrales Strukturmerkmal betrachtet.
4. Fazit: Das Fazit resümiert, dass beide Konzepte gut vereinbar sind und die Wahl der Haltung primär von der Persönlichkeit und Einstellung der Fachkraft abhängt.
Schlüsselwörter
Empowerment, Parteilichkeit, Mädchenarbeit, Frauenarbeit, Soziale Arbeit, Professionelle Haltung, Partizipation, Autonomie, Selbstbestimmung, Feminismus, Geschlechterverhältnis, Gesellschaftliche Teilhabe, Selbstreflexion, Empowerment-Ansatz
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit den konzeptionellen Gemeinsamkeiten und Unterschieden der beiden Ansätze "Empowerment" und "Parteilichkeit" in der Mädchen- und Frauenarbeit.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Themenfelder umfassen die theoretischen Grundlagen der Ansätze, die Zielsetzungen in der Sozialen Arbeit, die professionelle Haltung der Fachkräfte sowie die politische Dimension feministischen Handelns.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es aufzuzeigen, wie Empowerment und Parteilichkeit in der Praxis der Sozialen Arbeit als rationale Kompetenz genutzt werden können, um benachteiligte Gruppen zu stärken.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Auseinandersetzung mit Fachliteratur und Modultexten, um die Begriffe systematisch zu vergleichen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Analyse der Gemeinsamkeiten in Bezug auf die Haltung und Zielsetzung sowie die Herausarbeitung der spezifisch feministischen Differenz der Parteilichkeit.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Begriffe sind Empowerment, Parteilichkeit, Mädchen-/Frauenarbeit, Autonomie und eine reflektierte professionelle Haltung.
Wie unterscheidet sich die Parteilichkeit von anderen Ansätzen?
Die Parteilichkeit zeichnet sich durch eine explizit feministische Perspektive aus, die das Geschlecht als maßgebliches Strukturierungsmerkmal gesellschaftlicher Machtverhältnisse begreift.
Welche Rolle spielt die Selbstreflexion für die Fachkraft?
Selbstreflexion ist essenziell, um eine professionelle Distanz zu wahren und eine Identifikation mit den Betroffenen zu vermeiden, während man gleichzeitig Teilidentifikationen erkennt.
Was bedeutet das "Expertentum" in diesem Kontext?
Die Betroffenen werden in beiden Konzepten als Experten für ihre eigene Lebenswelt und ihre Probleme anerkannt, was die Haltung des Professionellen maßgeblich beeinflusst.
Welches Fazit zieht die Autorin zur Anwendbarkeit der Konzepte?
Die Autorin kommt zu dem Schluss, dass beide Konzepte in der Praxis gut miteinander vereinbar sind und stark von der persönlichen Einstellung der professionell Tätigen abhängen.
- Quote paper
- Nicole Milkau-Schaudt (Author), 2008, Unterschiede und Gemeinsamkeiten der Begriffe 'Parteilichkeit' und 'Empowerment' in der Mädchen- und Frauenarbeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/123762