Bücher als Spiegel der Persönlichkeit und der sprachlichen Kompetenz Karls V.


Hausarbeit, 2007
9 Seiten, Note: 1,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Vorstellung der Quelle
2.1. Was für eine Art Quelle liegt uns vor?
2.2. Wer ist der Verfasser des Bestandsverzeichnisses und wie objektiv ist die Quelle?
2.3. Was wird im vorliegendem Bestandsverzeichnis verzeich- net?
2.4. Wo ist das Bestandsverzeichnis entstanden und was ist das Interessante an diesem Ort?

3. Interpretation der Quelle
3.1. Inwiefern spiegeln die verschiedenen Bücher die Persön- lichkeit Karls V. wider?
3.2. Wie sahen die Sprachkenntnisse Karls V. aus?

4. Schluss

Literaturangaben

1. Einleitung

Die vorliegende Arbeit befasst sich mit der Interpretation einer Quelle aus dem Jahr 1558. Diese Quelle ist ein Bestandsverzeichnis des Besitzes Karls V.. Kon- zentrieren werde ich mich vor allem auf die Buchsammlung des Kaisers und die sich daraus resultierende Fragestellung: Inwiefern spiegeln die Bücher die Per- sönlichkeit des Kaisers wider und wie sahen seine sprachlichen Kenntnisse aus? Bevor diese Fragen beantwortet werden, möchte ich noch allgemeine Informatio- nen zum Bestandsverzeichnis geben und klären, ob es sich bei der vorliegenden Quelle um eine Traditions- oder Überrestquelle handelt. Eine kurze Einleitung zu den Verfassern der Quelle, zu ihrem Entstehungsort und zu ihrem Inhalt, soll als Hilfe für die darauf folgende Interpretation der Quelle dienen.

2. Vorstellung der Quelle

2.1. Was für eine Art Quelle liegt uns vor?

Die Quelle ist ein Bestandsverzeichnis von 1558 und erfasst Schmucksachen, Garderobe und Einrichtungsgegenstände Karls V.. Der Anlass für die Anferti- gung dieses Verzeichnisses war der Tod Karls V. am 21. September 1558.1

Solche Bestandsverzeichnisse, oder auch Inventare genannt, waren im Mittelalter und in der Frühen Neuzeit üblich. Sie hatten den Zweck, den Besitzstand einer Person oder Familie zu erfassen. Es sind Nachlass-, Kirchen-, Burg- und Ge- schäftsinventare bekannt.2 Bei der folgenden Quelle handelt es sich um ein Nachlassinventar, da sie nach dem Tod des Kaisers angefertigt wurde. Nachlass- inventare waren häufig mit einem Testament verknüpft, von welchem die Kirche oft profitierte. „Sämmtliche obengenannte Gegenstände sind, soweit sie nicht im Kloster verblie ben, am 1. November 1558, seiner Majestät Geschmeidebewahrer, Juan Esteque, übergeben wor den.“3 Diese Quelle ist in erster Linie eine Verwaltungsakte und ist nicht unbe- dingt dafür bestimmt gewesen eine historische Sicht zu vermitteln. Aus diesem Grund ist ein Bestandsverzeichnis, wie dieses was uns vorliegt, eine Überrest- quelle.

2.2. Wer ist der Verfasser des Bestandsverzeichnis- ses und wie objektiv ist die Quelle?

Als Verfasser dieser Quelle sind drei Personen bekannt: Juan de Regla, Martin Gaz- telu und Luis Quixada. Juan de Regla war der letzte der zahlreichen Beichtväter von Karl V..4 Der zweite Verfasser dieser Quelle, Martín Gaztelú, war einer der Sekretäre Karls V..5 Luis Quixada hatte die Oberaufsicht über den Hofstaat Karls V..6 Alle drei Männer standen viele Jahre lang im engen Kontakt mit dem Kaiser. Sie erstellten zwar das Bestandsverzeichnis, trafen jedoch keine Entschei- dungen über die Weitergabe der aufgelisteten Gegenstände. Deshalb kann man davon ausgehen, dass die Quelle objektiv ist.

2.3. Was wird im vorliegendem Bestandsverzeichnis verzeichnet?

Die Inventarliste liegt nur im Auszug vor. Jedoch bietet auch dieser Auszug ei- nen großen Überblick über den Besitz Karls V.. Jeweils in kleineren Abschnitten wurden die Gegenstände, meist thematisch geordnet, aufgezählt. Aufgelistet sind zahlreiche Bilder von Tizian und anderen Künstlern, Bezoar-Steine, Quadranten, Astrolabien, mathematische Instrumente, zahlreiche Uhren, Brillen, Medaillen, Bücher in mehreren Sprachen und zu verschiedenen Themen, Landkarten, Sil- berzeug mit Gewichtsangaben, Schmucksachen, Reliquien, Kruzifixe, zahlreiche Einrichtungsgegenstände, Tiere und Gegenstände aus der Geschirrkammer.

Am Schluss wurde vermerkt, dass die genannten Gegenstände, zum Teil an das Kloster und zum Teil an den Geschmeidebewahrer Juan Esteque übergeben wor- den sind.

[...]


1 Stirling, William: Bestandsverzeichnis der Schmucksachen, Garderobe und Einrichtungsgegenstände Karls V. in San Jerónimo de Yuste, Auszug, 1558. hrsg. von A. Kohler, Quellen zur Geschichte Karls V., Darmstadt 1990.

2 Rödel, D.: Inventar, Artikel in: Lexikon des Mittelalters, hrsg. von Robert-Henri Bautier, München/Zürich 1991. Sp. 474 – 475.

3 Stirling, William: Bestandsverzeichnis der Schmucksachen, Garderobe und Einrichtungsgegenstände Karls V. in San Jerónimo de Yuste, Auszug, 1558. hrsg. von A. Kohler, Quellen zur Geschichte Karls V., Darmstadt 1990.

4 Kohler, Alfred: Karl V., 1500 – 1558: Eine Biographie, München 2005, S. 136.

5 Kohler, Alfred: Karl V., 1500 – 1558: Eine Biographie, München 2005, S. 356.

6 Kohler, Alfred: Karl V., 1500 – 1558: Eine Biographie, München 2005, S. 356.

Ende der Leseprobe aus 9 Seiten

Details

Titel
Bücher als Spiegel der Persönlichkeit und der sprachlichen Kompetenz Karls V.
Hochschule
Universität Kassel
Veranstaltung
Text und Kontext - Seminar
Note
1,3
Autor
Jahr
2007
Seiten
9
Katalognummer
V123811
ISBN (eBook)
9783640446964
ISBN (Buch)
9783640447671
Dateigröße
399 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Frühe Neuzeit, Karl V., Sprachen, Französisch, Niederländisch, Spanisch, Deutsch, Geschichte
Arbeit zitieren
Olessja Bojko (Autor), 2007, Bücher als Spiegel der Persönlichkeit und der sprachlichen Kompetenz Karls V., München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/123811

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