Welche Hindernisse müssen Frauen überwinden? Warum gibt es so wenige Frauen in Führungspositionen? Welche Faktoren behindern oder erschweren die Karriereentwicklung von Frauen? In der Arbeit wird versucht, ein tiefgehendes Verständnis dieser Probleme zu erlangen.
Zu Beginn dieser Arbeit wird die historische Entwicklung der Frauenbewegungen etwas genauer unter die Lupe genommen. Es soll ein grobes Verständnis darüber geschaffen werden, wann die Frauen in Deutschland anfingen, etwas zu verändern. Im nächsten Abschnitt werden die wichtigsten Basisinformationen zu dem Thema "Führung" erläutert, um die Entwicklung begleiten zu können. Der darauffolgende Teil thematisiert die vorherrschenden Vorurteile, mit den die Frauen auch heute noch konfrontiert werden und welche Auswirkung diese auf das Verhalten der Frauen hat. Es folgen die möglichen Ursachen, weshalb es zu der Unterrepräsentanz der Frauen kommen könnte. Die Ursachen basieren auf zwei unterschiedlichen Theorien; der Gleichheitstheorie und der Differenztheorie. Abschließend wird in einem Fazit dargestellt, was aus heutiger Sicht die richtigen und sinnvollen Ansätze wären, diese Unterrepräsentanz der Frauen in Führungspositionen, vorzubeugen.
In den letzten Jahren hat sich für die Gleichberechtigung von Männern und Frauen viel getan. Sei es das "Gendern" oder die Umstrukturierung auf dem Arbeitsmarkt. Vor 50 Jahren erlaubte das Bürgerliche Gesetzbuch der Bundesrepublik Deutschland den Ehemännern, das Arbeitsverhältnis ihrer Frauen zu kündigen. Doch seit der Einführung des Gesetzes zur Chancengleichheit hat sich für Männer und vor allem für Frauen viel geändert. Heute wollen und können Frauen ihren Traumberuf erlernen, beruflich auf eigenen Beinen stehen und müssen nicht dem überholten Bild der Hausfrau entsprechen. Obwohl die öffentliche und mediale Diskussion zur Forderung nach mehr Frauen in Führungspositionen dazu beigetragen hat, dass ihre Unterrepräsentanz weitgehend nicht mehr als gesellschaftsfähig angesehen wird, bleibt doch festzustellen, dass Frauen nach wie vor - insbesondere in den höchsten Managementebenen – deutlich seltener als Männer in Führungspositionen sind.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1. Historische Entwicklung
1.1 Die erste deutsche Frauenbewegung
1.2 Die zweite deutsche Frauenbewegung
2. Grundlagen
2.1 Definition des Begriffes Führungskraft
2.2 Anforderung an Führungskräfte
2.3 Anforderungen, um Führungskraft zu werden
3. Vorurteile gegenüber Frauen in Führungspositionen
3.1 Die Gleichheitstheorie: Mann und Frau sind gleich
3.1.1 Gleiche Potenziale
3.1.2 Strukturelle Barrieren
3.1.3 Frauenförderung
3.2 Die Differenztheorie: Mann und Frau sind nicht gleich
3.2.1 Stereotype
3.2.2 Leistungsverhalten: „Die fleißige Liese und der kluge Hans“
4. Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Gründe für die Unterrepräsentanz von Frauen in Managementebenen in Deutschland. Dabei steht die zentrale Forschungsfrage im Mittelpunkt, welche Faktoren und Barrieren Frauen bei der Karriereentwicklung hemmen und mit welchen theoretischen Modellen – der Gleichheitstheorie und der Differenztheorie – sich dieses Phänomen wissenschaftlich erklären und adressieren lässt.
- Historischer Kontext der Frauenbewegung in Deutschland
- Anforderungsprofile und Definitionen von Führungskräften
- Strukturelle Barrieren und Herausforderungen im Arbeitsmarkt
- Analyse von Geschlechterstereotypen und Leistungszuschreibungen
- Evaluierung von Maßnahmen zur Frauenförderung
Auszug aus dem Buch
3.1.2 Strukturelle Barrieren
Eine wichtige Rolle bei der Erklärung der starken Unterrepräsentanz von Frauen in Spitzenpositionen spielen Barrieren, denen Frauen in den Unternehmen konfrontiert sind. Hinsichtlich der strukturellen Hindernisse, die Frauen zu überwinden haben, werden zwei Argumentationen aufgeführt. Zum einen werden Frauen und Männer als Humankapital eines Unternehmens betrachtet und die zweite Argumentation betrachtet die Auswirkung des „Patriarchats“ (Henn, 2012).
Humankapitaltheoretische Argumentation
Die grundsätzliche Bedeutung der „traditionellen Humankapitaltheorie“ lautet wie folgt: Die Humankapitaltheorie postuliert eine Beziehung zwischen Bildung, Produktivität und Einkommen. Der Blick richtet sich daher zunächst auf diese Kausalbeziehungen. Darauf aufbauend werden ebenfalls die theoretischen Auswirkungen der Humankapitaltheorie, die empirischen Befunde und sowie die Ertragsraten der Bildung genauer betrachtet (Diebolt et al., 2017).
Die humankapitaltheoretische Argumentation betrachtet Männer und Frauen als Humankapital. Unternehmen stellen Arbeitskräfte ein, investieren in Schulungen, Weiterbildungen, Einarbeitungen usw. und streben dabei geringe Transaktionskosten und eine hohe Verzinsung ihrer Investitionen an (Henn, 2012).
Führungspositionen sind meist verbunden mit einer uneingeschränkten zeitlichen Verfügbarkeit. Die Arbeitsplätze im Spitzenmanagement sind auf den traditionellen männlichen Managerzugeschnitten, „der selbst keine Versorgungsleistung im privaten Raum zu erbringen hat, gleichwohl aber zuverlässig versorgt wird“ (Mueller, C. W., Wallace J. E., 1996) Es wird allgemein angenommen, dass Frauen ihre beruflichen und familiären Verpflichtungen nicht koordinieren können, und es gilt, wer die Karriere mit Kindern verbinden möchten, kann die zeitlichen Anforderungen, die an sie gestellt werden, oft schwer erfüllen. Darüber hinaus stellt die unzureichende Betreuungssituation besonders von Kleinkindern eine weitere Barriere dar.
Aus diesen aufgeführten Gründen werden Frauen oft in eine „Gruppe“ gepackt, die nicht dafür geeignet ist, Führungskraft zu werden oder höhere Positionen in einem Unternehmen zu besetzen. Daraus folgt, dass nicht in die Qualifikation der Frauen investiert wird, und sie schlussendlich die weniger anspruchsvollen und schlechter bezahlten Arbeitsplätze einnehmen. Durch die Folge des niedrigeren Einkommens der Frau, entsteht die Situation, dass für die Familie „lohnender“ ist, dem Mann die Erwerbstätigkeit zu übergeben.
Zusammenfassung der Kapitel
Historische Entwicklung: Dieses Kapitel zeichnet die Meilensteine der ersten und zweiten deutschen Frauenbewegung nach und analysiert deren Einfluss auf das gesellschaftliche Rollenverständnis.
Grundlagen: Es erfolgt eine wissenschaftliche Verortung der Begriffe Führung und Führungskraft sowie die Darlegung allgemeiner Anforderungsprofile an Führungspersonen.
Vorurteile gegenüber Frauen in Führungspositionen: Das Kapitel analysiert Ursachen der Unterrepräsentanz anhand der Gleichheitstheorie (inkl. struktureller Barrieren) und der Differenztheorie (inkl. Stereotype und Leistungsverhalten).
Fazit und Ausblick: Diese Zusammenfassung reflektiert die Ergebnisse der Arbeit und betont die Relevanz der Gleichberechtigung in der modernen Wirtschaft.
Schlüsselwörter
Frauen in Führungspositionen, Gleichheitstheorie, Differenztheorie, Humankapital, Strukturelle Barrieren, Frauenförderung, Geschlechterstereotype, Karriereentwicklung, Führungskompetenz, Unterrepräsentanz, Patriarchat, Leistungsverhalten, Organisationspsychologie, Chancenungleichheit, Spitzenmanagement.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Hausarbeit setzt sich mit der Unterrepräsentanz von Frauen in deutschen Führungspositionen auseinander und analysiert die Ursachen für dieses Phänomen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die Themen umfassen historische Frauenbewegungen, moderne Definitionen von Führung, die Analyse von Barrieren sowie die psychologischen Faktoren von Geschlechterstereotypen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, ein tieferes Verständnis für die Hindernisse bei der Karriereentwicklung von Frauen zu erlangen und die theoretischen Modelle zu beleuchten, die diese Lage erklären.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Es handelt sich um eine Literaturarbeit, die existierende Theorien, Studien und fachwissenschaftliche Erkenntnisse (u.a. Gleichheitstheorie und Differenztheorie) zusammenführt und auswertet.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Einordnung, eine theoretische Definition von Führung, eine Analyse der Gleichheits- und Differenzmodelle sowie eine Auseinandersetzung mit strukturellen und mentalen Barrieren.
Welche Begriffe charakterisieren diese Arbeit am stärksten?
Zu den Kernbegriffen zählen Gleichheitstheorie, Differenztheorie, strukturelle Barrieren, Führungskompetenz und Frauenförderung.
Was besagt die Differenztheorie im Kontext der Arbeit?
Die Differenztheorie geht davon aus, dass Männer und Frauen von Natur aus unterschiedliche Stärken und Schwächen besitzen, die ihre Rollen und ihren beruflichen Werdegang beeinflussen.
Wie beeinflussen Stereotype laut dieser Arbeit den beruflichen Aufstieg?
Stereotype fungieren als kognitive Schemata, die bei der Identifikation von Führungskräften oft unbewusst dazu führen, dass „weibliche“ Eigenschaften als weniger kompetent oder geeignet für Managementpositionen wahrgenommen werden.
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- Sarah Schwarzenberg (Author), 2021, Frauen in Führungspositionen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1238316