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Die Amerikakritik in „La signora è da buttare" von Dario Fo und Franca Rame

Title: Die Amerikakritik in „La signora è da buttare" von Dario Fo und Franca Rame

Seminar Paper , 2008 , 21 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Stefan Witzmann (Author)

Romance Studies - Italian and Sardinian Studies
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Summary Excerpt Details

Amerika oder besser gesagt die Vereinigten Staaten von Amerika waren und sind ein
beliebtes Reflektionsobjekt europäischer Kulturschaffender. „The American spirit of
life“ in all seinen vielfältigen Ausprägungen ist für viele Europäer zugleich bewundernswert
und abstoßend.1
Auch in der italienischen Kultur kommt dieser Sachverhalt häufig zum Ausdruck.
Beispielhaft sei hier nur auf das 1979 veröffentliche Musikalbum „California“ von
Gianna Nannini verwiesen. Auf dem Cover dieser CD wird die Freiheitsstatue abgebildet,
allerdings mit einem Vibrator statt einer Fackel in der Hand. Zudem befindet
sich auf dem Album ein Stück namens „America“, welches die Empfindungen bei
der Masturbation beschreibt („Fammi l’amore forte sempre più forte ed io sono
l’America“).2 Einerseits kommt hier der Freiheitsgedanke zum Vorschein, die Loslösung
von alten Fesseln. Anderseits wird auch die Provokation deutlich, welche die
wahrhafte Größe der amerikanischen Ideale in Frage stellt.
Aber nicht nur in der italienischen Musik wird die Bedeutung Amerikas kritisch hinterfragt.
In seinem Theaterstück „La signora è da buttare“ von 1967 geht der spätere
Nobelpreisträger Dario Fo auf diese Problematik sehr intensiv ein.3 Im Rahmen dieser
Seminararbeit eine dezidierte Analyse der Kritik Fos durchgeführt werden. Dies
umfasst neben der Beschreibung des allgemeinen Handlungskontextes auch eine
intensive Interpretation markanter Textpassagen. Auf welche Missstände innerhalb
der amerikanischen Politik und Gesellschaft möchte Fo aufmerksam machen und
wie tut er dies inszenatorisch? Am Schluss der Arbeit wird diesbezüglich noch eine
kurze Bewertung und Einordnung der Fo’schen Amerikakritik folgen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Allgemeines zur Darstellung der Kritik

3 Themen und Bezugspunkte der Fo’schen Amerikakritik

3.1 Die Rolle der „vecchia“

3.2 Die Figur der „Franca sposa“

3.3 Die Ermordung der „Franca sposa“

3.4 Die Darstellung der amerikanischen Außenpolitik

3.5 Weitere Anspielungen und Andeutungen

4 Zusammenfassung

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Diese Arbeit analysiert das Theaterstück „La signora è da buttare“ von Dario Fo und Franca Rame aus dem Jahr 1967. Ziel ist es, die spezifische Amerikakritik des Autors herauszuarbeiten, indem sowohl der satirische Kontext der Zirkus-Inszenierung beleuchtet als auch die symbolische Darstellung politischer Missstände der 1960er Jahre, wie den Vietnam-Krieg und das Kennedy-Attentat, interpretativ erschlossen wird.

  • Die Funktion des Zirkus als Ort politischer Allegorie und grotesker Kritik.
  • Symbolik und Bedeutung der Hauptfiguren „vecchia“ und „Franca sposa“ im Kontext der amerikanischen Geschichte.
  • Die kritische Aufarbeitung des Kennedy-Attentats und der offiziellen US-Untersuchungen durch Fo.
  • Die Darstellung und moralische Bewertung der amerikanischen Außenpolitik sowie des Vietnam-Krieges.
  • Medienkritik und die Auseinandersetzung mit US-amerikanischen Konsumidealen.

Auszug aus dem Buch

3.1 Die Rolle der „vecchia“

Neben den diversen Clowns gibt es innerhalb des Zirkusambientes auch Figuren, welche „ganz normale“ Menschen darstellen. Eine bedeutsame Rolle spielt hierbei die kranke und im Verlauf des Stückes auch sterbende „vecchia“. Bis zu ihrem Tod wird sie von der „infermiera“ sowie einigen Clowns gepflegt. Daraus kann gefolgert werden, dass ihr körperlicher Zustand schlecht ist. So fordern die Schwester und auch einige Clowns sie im Verlauf der Handlung auf sich auszuruhen und zu schlafen („Non è niente, signora! Non ti agitare, dormi, dormi. Ohooo, ohooo.“). Ebenso scheint die „vecchia“ geistig nicht auf der Höhe zu sein und sieht fälschlicherweise amerikanische Ureinwohner auftauchen, welche sie quasi reflexartig erschießen möchte („Gli indiani, gli indiani, presto il fucile!“). Insofern kann auch hieraus der Titel des Stückes hergeleitet werden: Die „vecchia“ ist keine vor Lebensfreude sprühende Dame, sondern vielmehr eine Figur im rasanten und offensichtlichen Verfall.

Trotz ihrer Demenz scheint sie sich ihrer hoffnungslosen Lage bewusst zu sein und verfällt in einen Zustand der Resignation („È proprio inutile che facciate venire il medico… Tanto per me è finita.“).

Die Beschreibung der „vecchia“ wird vertieft wird durch die Szene, in der die Clowns Erinnerungsfotos von ihr schießen („Una foto ricordo, facciamole una foto ricordo come ai bei tempi.“). Allein durch die Handlung, dass ein Abschiedsfoto geschossen werden soll, wird nochmals der schlechte Zustand der alten Frau reflektiert und gezeigt, dass auch die Clowns ihren nahen Tod kommen sehen. Für das Foto soll die „vecchia“ wie die Freiheitsstatue ausgeschmückt werden. Dies bedeutet, dass ihr eine Krone auf den Kopf gesetzt wird und sie eine Fackel erhalten muss. Allerdings wird der „vecchia“ nicht eine echte Fackel gegeben, sondern eine Flasche Coca-Cola. Nachdem das Foto geschossen wurde, ist ihr schwindelig. Allerdings machen sich die Clowns darüber lustig („Mi gira la testa…“ – „Ah, ah, aha, la libertà ubriaca!“).

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung verortet das Stück „La signora è da buttare“ als zeitgenössische Amerikakritik und umreißt die methodische Herangehensweise der Analyse.

2 Allgemeines zur Darstellung der Kritik: Dieses Kapitel erläutert den Zirkus als zentrales Setting des Stückes und analysiert die Funktion der Clowns als Mittel der satirischen Entlarvung gesellschaftlicher Missstände.

3 Themen und Bezugspunkte der Fo’schen Amerikakritik: Dieser Hauptteil untersucht die inhaltlichen Kernpunkte von Fos Amerikakritik, insbesondere die Verknüpfung von Theater-Allegorie mit realen historischen Ereignissen.

3.1 Die Rolle der „vecchia“: Die Analyse dieser Figur zeigt sie als Symbol für ein verfallendes, historisches Amerika, das seine Ideale verloren hat.

3.2 Die Figur der „Franca sposa“: Diese Figur wird als junge, dynamische Persönlichkeit identifiziert, die stellvertretend für die Ambivalenz des Kennedy-Mythos und den verpassten Neuanfang steht.

3.3 Die Ermordung der „Franca sposa“: Das Kapitel befasst sich mit der satirischen und kritischen Auseinandersetzung Fos mit den Verschwörungstheorien rund um den Kennedy-Mord und der Infragestellung offizieller Untersuchungsberichte.

3.4 Die Darstellung der amerikanischen Außenpolitik: Hier wird Fos scharfe Kritik am Vietnam-Krieg und am amerikanischen Imperialismus thematisiert, wobei insbesondere die Entmenschlichung durch moderne Kriegstechnologie hervorgehoben wird.

3.5 Weitere Anspielungen und Andeutungen: Dieses Kapitel fasst diverse weitere Kritikpunkte wie Rassismus, Medienmanipulation und den Umgang mit Drogen in der US-amerikanischen Gesellschaft zusammen.

4 Zusammenfassung: Die Arbeit schließt mit einer Bilanz von Dario Fos satirischem Theaterstil und hinterfragt kritisch, ob seine Polemik Gefahr läuft, zu einer eindimensionalen Kapitalismuskritik zu werden.

Schlüsselwörter

Dario Fo, Franca Rame, La signora è da buttare, Amerikakritik, Politisches Theater, Kennedy-Attentat, Vietnam-Krieg, Zirkus-Metapher, Satire, Gesellschaftskritik, Imperialismus, 1960er Jahre, italienisches Theater, Clowns, Kapitalismuskritik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht das Theaterstück „La signora è da buttare“ von Dario Fo und Franca Rame und analysiert, wie das Autorenpaar darin eine scharfe Kritik an der US-amerikanischen Politik und Gesellschaft der 1960er Jahre übt.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Im Zentrum stehen die Amerikakritik, die Aufarbeitung der Außenpolitik der USA, die Analyse des Kennedy-Attentats sowie die medien- und gesellschaftskritische Auseinandersetzung mit dem sogenannten „American way of life“.

Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?

Das Ziel ist es, die künstlerische Umsetzung der Amerikakritik Fos zu entschlüsseln und aufzuzeigen, wie das Ambiente des Zirkus als Verfremdungsmethode genutzt wird, um politische Missstände zu entlarven.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zur Anwendung?

Die Arbeit nutzt eine dezidierte Textanalyse markanter Passagen sowie eine kontextuelle Einbettung in die zeitgenössische politische Geschichte der 1960er Jahre.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung symbolträchtiger Figuren wie die „vecchia“ und „Franca sposa“, die Analyse spezifischer politischer Ereignisse wie den Vietnam-Krieg sowie eine kritische Auseinandersetzung mit der Medien- und Sicherheitspolitik jener Zeit.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?

Wichtige Begriffe sind Dario Fo, Amerikakritik, Politisches Theater, Kennedy-Attentat, Vietnam-Krieg, Satire und Gesellschaftskritik.

Welche Bedeutung hat das Zirkus-Ambiente in dem Stück?

Der Zirkus dient als Ort der Anarchie und des Grotesken, in dem das scheinbar „Normale“ der amerikanischen Gesellschaft entlarvt wird; er dient Fo zur Inszenierung politischer Parabeln.

Wie steht Fo zum offiziellen Untersuchungsbericht des Kennedy-Mordes?

Fo äußert in seinem Stück massive Zweifel an der offiziellen Einzeltätertheorie der Warren-Kommission und greift in seinen Dialogen Verschwörungstheorien und Ungereimtheiten des Prozesses auf.

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Details

Title
Die Amerikakritik in „La signora è da buttare" von Dario Fo und Franca Rame
College
http://www.uni-jena.de/  (Institut für Romanistik)
Course
Theater, das provoziert: Die Komödien von Dario Fo und Franca Rame
Grade
1,3
Author
Stefan Witzmann (Author)
Publication Year
2008
Pages
21
Catalog Number
V123835
ISBN (eBook)
9783640294145
Language
German
Tags
Fo Rame Komödie Kennedy
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Stefan Witzmann (Author), 2008, Die Amerikakritik in „La signora è da buttare" von Dario Fo und Franca Rame, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/123835
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