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Marco Polo und sein Werk „Il Milione“

Bericht einer mittelalterlichen Reise oder zusammengestellter Reiseführer?

Title: Marco Polo und sein Werk „Il Milione“

Term Paper , 2008 , 29 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Benjamin Pommer (Author)

History of Europe - Middle Ages, Early Modern Age
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Das 12. und 13. Jahrhundert war der Zeitraum in Europa, in dem die Städte im Heiligen Römischen Reich und im nördlichen Teil der italienischen Halbinsel ihren wirtschaftlichen und politischen Aufstieg erfuhren. Die Handelstätigkeit war bis ins 19. Jahrhundert mit mühseligen und langwierigen Reisen verbunden, die nicht selten über den eigenen Sprach- und Kulturkreis hinaus führten. Um diesen Umstand ausreichend zu würdigen und vielleicht auch ein breiteres Publikum an den Strapazen teilhaben zu lassen, war ein schriftliches Festhalten dieser Reisen, sei es selbst oder durch andere durchaus üblich und verbreitet. Dabei sind der Grund bzw. die Motivation zum Reisen und der darauf folgende Verlauf durchaus wichtige Aspekte zum Verständnis der Notwendigkeit von Reisen im Hoch- und Spätmittelalter.
Hier gilt es gerade die Selbstverständlichkeit von Fernreisen für den Händler zu erwähnen, da so die teilweise geringe Quellenbasis und die immer aufs Neue vorhandene Motivation zum Reisen zu erklären wären. Das Werk „Il Milione“, welches das Vehikel dieser Arbeit ist, entstammt dabei den angedeuteten Motiven für das Reisen, nämlich das Verlassen des eigenen Kulturkreises in Italien aus wirtschaftlichen Gründen. Diese Basis wird dadurch erweitert, dass die anschließende Reise des Marco Polo und seiner Verwandten vor ihm anfangs auch aus wirtschaftlichen Erwägungen getätigt wurde, aber in ihrer Schilderung zugleich kulturelle und soziale Aspekte verfolgt. Das einleitende Zitat aus „Il Milione“, in der Version von Elise Guignard, führt dabei in die Problematik des Werkes ein und bildet den Rahmen dieser Untersuchung. Handelt es sich hierbei also um einen Reisebericht über den tatsächlichen Verlauf oder stellt es ein Sammelsurium verschiedener Abschriften oder regionaler Quellen in Asien dar? Dazu sollen zunächst der umfangreiche Forschungsstand in seiner Entwicklung und der in der Quelle sowie Literatur abgebildete Reiseverlauf dargestellt werden. Weiterhin wird das Werk mit Hilfe der quellenkritischen Methode analysiert und bewertet, um damit eine Basis für die Bewertung des Textes in Bezug auf die Fragestellung zu schaffen. Nicht zuletzt erfolgt eine Betrachtung der Rezeption dieses Werkes, anhand derer versucht wird, die Bedeutung für die Nachwelt und die in der Forschung vorherrschende Diskussion zu erfassen. Erst danach kann eine abschließende Betrachtung erfolgen, die den verschiedenen Facetten dieses Werkes gerecht wird

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einführung

1.1. Allgemeines

1.2. Forschungsstand

2. Die Reisen der Polos nach Asien

2.1. Vorgeschichte

2.2. Verlauf

2.3. Aufenthalt

2.4. Rückkehr

3. „Il Milione“ als Quelle

3.1. Äußere Quellenkritik

3.2. Innere Quellenkritik

3.3. Intention des Autors

3.4. Interpretation

4. „Il Milione“ als Textgattung

4.1. Geographische Bedeutung

4.2. Auslassung von Fakten

4.3. Inhaltliche Unklarheiten

5. „Il Milione“ in der Rezeption

5.1. Zeitgenössische Wahrnehmung

5.2. Bis zur Entdeckung Amerikas

5.3. Moderne Maßstäbe

6. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Werk „Il Milione“ kritisch auf seinen Charakter hin: Handelt es sich um den authentischen Reisebericht einer mittelalterlichen Reise oder um einen literarisch gestalteten Reiseführer? Ziel ist die quellenkritische Einordnung des Textes unter Berücksichtigung der Forschungsgeschichte, der Rezeptionsgeschichte sowie der Analyse von Auslassungen und Unklarheiten.

  • Quellenkritische Analyse der Urheberschaft und Authentizität von „Il Milione“.
  • Untersuchung des tatsächlichen Reiseverlaufs und der Aufenthaltsbedingungen der Polos in Asien.
  • Betrachtung von „Il Milione“ als Textgattung und geographische Quelle.
  • Analyse der Rezeption von der Zeitgenossenschaft bis in die Moderne (inkl. Einfluss auf Entdeckungsreisen).

Auszug aus dem Buch

1.1. Allgemeines

„Dieses Buch wird euch genau darüber unterrichten; denn Messer Marco Polo, ein gebildeter edler Bürger aus Venedig, erzählt hier, was er mit eigenen Augen gesehen hat. Es gibt allerdings einzelnes, das er nicht gesehen, jedoch von vertrauenswürdigen Leuten vernommen hat. Es wird daher Selbsterlebtes vom bloß Gehörten getrennt, auf daß unser Buch ein richtiges, ein wahrheitsgetreues und kein Fabelbuch sei.“

Das 12. und 13. Jahrhundert war der Zeitraum in Europa, in dem die Städte im Heiligen Römischen Reich und im nördlichen Teil der italienischen Halbinsel ihren wirtschaftlichen und politischen Aufstieg erfuhren. Kennzeichnend dafür waren vermehrter Reichtum aus der Handelstätigkeit des Bürgertums und sein damit verbundener Machtanspruch. Die Handelstätigkeit war bis ins 19. Jahrhundert mit mühseligen und langwierigen Reisen verbunden, die nicht selten über den eigenen Sprach- und Kulturkreis hinaus führten. Um diesen Umstand ausreichend zu würdigen und vielleicht auch ein breiteres Publikum an den Strapazen teilhaben zu lassen, war ein schriftliches Festhalten dieser Reisen, sei es selbst oder durch andere durchaus üblich und verbreitet. Dabei sind der Grund bzw. die Motivation zum Reisen und der darauf folgende Verlauf durchaus wichtige Aspekte zum Verständnis der Notwendigkeit von Reisen im Hoch- und Spätmittelalter.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einführung: Das Kapitel führt in die historische Bedeutung von Fernreisen im Mittelalter ein und präsentiert die zentrale Fragestellung der Arbeit bezüglich der Authentizität von „Il Milione“.

2. Die Reisen der Polos nach Asien: Dieser Teil zeichnet den tatsächlichen Reiseverlauf der Familie Polo von Venedig über die Seidenstraße bis nach China und die Rückreise über den Seeweg nach.

3. „Il Milione“ als Quelle: Hier erfolgt eine quellenkritische Auseinandersetzung mit dem Werk, wobei insbesondere die Urheberschaft, die Rolle des Schreibers Rustichello und die Problematik von Memoiren untersucht werden.

4. „Il Milione“ als Textgattung: Das Kapitel analysiert die Bedeutung des Werkes als geographische Quelle sowie die Gründe für faktische Auslassungen und inhaltliche Unklarheiten im Text.

5. „Il Milione“ in der Rezeption: Dieser Abschnitt beleuchtet die Aufnahme des Werkes durch Zeitgenossen sowie den bedeutenden Einfluss auf Entdeckungsreisende wie Christoph Columbus und moderne Forschungsansätze.

6. Zusammenfassung: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und kommt zu dem Schluss, dass das Werk eher als literarisch aufbereitete Zusammenfassung von Reiseerfahrungen zu betrachten ist.

Schlüsselwörter

Marco Polo, Il Milione, Quellenkritik, Mittelalter, Seidenstraße, Reisebericht, Rezeptionsgeschichte, Forschungsstand, Asienreise, Authentizität, Rustichello da Pisa, Entdeckungsreisen, Christoph Columbus, Handelsgeschichte, Textgattung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit analysiert kritisch, ob Marco Polos „Il Milione“ als ein historisch akkurater Reisebericht oder eher als ein literarisch gestalteter, zusammengestellter Reiseführer zu betrachten ist.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Felder sind die quellenkritische Analyse der Authentizität, der Reiseverlauf der Polos, die Einordnung des Werkes als Textgattung sowie die historische Rezeption des Buches.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das primäre Ziel ist es, den Wahrheitsgehalt und die Intention hinter „Il Milione“ zu bewerten, indem untersucht wird, ob es sich um eine authentische Schilderung oder eine Sekundärquelle mit epischen Ausschmückungen handelt.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Es wird eine quellenkritische Methode angewandt, die äußere und innere Quellenkritik umfasst, ergänzt durch einen Vergleich mit dem Forschungsstand und der Rezeptionsgeschichte.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil behandelt die Reisebiographie der Polos, die Untersuchung der Urheberschaft, die Problematik der Textfassung durch Rustichello sowie die Bedeutung des Werkes für Geographie und Entdeckungsgeschichte.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Zu den wichtigsten Schlüsselwörtern gehören Marco Polo, Il Milione, Quellenkritik, Mittelalter, Authentizität, Seidenstraße und Rezeptionsgeschichte.

Warum wird die Rolle von Rustichello da Pisa so kritisch betrachtet?

Er wird als Zweitautor oder Schreiber betrachtet, der die Reiseerinnerungen von Marco Polo literarisch aufbereitete, was die Frage nach der Originalität und dem Wahrheitsgehalt des Textes nachhaltig beeinflusst.

Welchen Einfluss hatte das Werk auf Christoph Columbus?

Columbus nutzte „Il Milione“ als theoretische Grundlage für seine Entdeckungsreisen, wobei ihn besonders die Angaben zu Reichtümern in Asien und die geographischen Beschreibungen inspirierten und seine Navigation beeinflussten.

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Details

Title
Marco Polo und sein Werk „Il Milione“
Subtitle
Bericht einer mittelalterlichen Reise oder zusammengestellter Reiseführer?
College
Helmut Schmidt University - University of the Federal Armed Forces Hamburg
Course
Reisen im Mittelalter
Grade
1,3
Author
Benjamin Pommer (Author)
Publication Year
2008
Pages
29
Catalog Number
V123861
ISBN (eBook)
9783640294220
ISBN (Book)
9783640294343
Language
German
Tags
Marco Polo Werk Milione“ Reisen Mittelalter
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Benjamin Pommer (Author), 2008, Marco Polo und sein Werk „Il Milione“ , Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/123861
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