Die beiden Hauptthemen dieser Arbeit sind eine Bestandsaufnahme der aktuellen soziolinguistischen Situation der slowenischen Sprache in Kärnten mit ihrer Mannigfaltigkeit an Mundarten, die anhand von Satzbeispielen aus dem Jauntaler Dialekt aus der Umgebung von Völkermarkt verdeutlicht werden soll, und die zweisprachige Namensgebung in Kärnten, die näher untersucht wird. Weiters wird auf die Problematik der slowenischen Schreibweise von Ortsnamen hingewiesen, ergänzt mit Toponymen von einigen Flurnamen, Hausnamen, Pflanzenarten und Baumarten aus dem Jauntalerdialekt des nordwestlichen Sprachgebietes.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Soziolinguistik
2.1 Allgemeines
2.2 Zur soziolinguistischen Lage in Kärnten
2.3 Satzbeispiele
2.3.1 Die Beispiele in der Schriftsprache
2.3.2 Die Beispiele im Jauntaler Dialekt
2.3.2.1. Gemeinde Griffen (obina Grebinj)
2.3.2.1.1. Großenegg (Tolsti vrh)
2.3.2.2. Gemeinde Völkermarkt (obina Velikovec)
2.3.2.2.1. St. Peter am Wallersberg (entpeter na Vi)
2.3.2.2.2. Bösenort (Hudi kraj)
2.3.2.2.3. Frankenberg (Brankovca)
2.3.2.3. Gemeinde Ruden (obna Ruda)
2.3.2.3.1. Kleindiex (Male Djeke)
2.3.2.4. Gemeinde Diex (obina Djeke)
2.3.2.4.1. Grafenbach (Knea)
3. Toponomastik
3.1 Allgemeines
3.2 Zur Siedlungsgeschichte Kärntens
3.3 Zum Namengut Kärntens
3.4 Toponyme
3.4.1 Flurnamen
3.4.2 Hausnamen
3.4.3 Pflanzenarten
3.4.4 Baumarten
4. Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die aktuelle soziolinguistische Situation des Slowenischen in Kärnten sowie das Namengut der Region, mit dem Ziel, die Vielfalt der lokalen Mundarten anhand von empirischen Satzbeispielen aus dem Jauntaler Dialekt zu dokumentieren und die Bedeutung zweisprachiger Toponyme aufzuzeigen.
- Soziolinguistische Bestandsaufnahme der slowenischen Sprache in Kärnten
- Dokumentation des Jauntaler Dialekts durch regionale Satzbeispiele
- Analyse der zweisprachigen Namensgebung und Siedlungsgeschichte
- Untersuchung von Flurnamen, Hausnamen sowie Pflanzen- und Baumarten
Auszug aus dem Buch
3.1 Allgemeines
Die Namenforschung ist dazu berufen, manche Fragen, bei denen andere Hilfsmittel versagen, teilweise oder ganz zu lösen, da ja auch sie es war, die zuerst den Nachweis für das vorgeschichtliche Illyrer- und Keltentum des Landes Kärnten erbracht hat. Somit liefert sie auch keinen unwesentlichen Beitrag zur Landesgeschichte und dient nicht nur allein der Sprachforschung. Natürlich können nur jene urzeitlichen Perioden des Landes erörtert werden, die noch namenkundlich erreichbar sind. Der Beginn liegt daher wahrscheinlich noch vor den Illyrern bei den Vorfahren der Italiker; dann kommen die Veneter, Kelten und die Römer an die Reihe.
Im gebirgigen Süden wohnen heute Slowenischsprachige vermischt mit Deutschsprachigen, wobei die Deutschkärntner sprachlich und historisch zu dem seinen Wesen nach eigenständigen bairisch-österreichischen Stamm gezählt werden kann, der Slowenischkärntner hingegen bildet einen von den Krainern und Untersteirern recht differenzierten besonderen Teil, der sich sprachlich und dem Wesen nach stark von den übrigen Slowenen unterscheidet. Die vielen Völker und Sprachen Kärntens – es sind deren nicht weniger als zehn, die sich im Laufe der prähistorischen und der geschichtlichen Zeit gegenseitig überschichtet und schließlich meistens abgelöst haben – zeigen ein Bild friedlichster Zusammenarbeit und innigsten Ineinanderfließens.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Arbeit gibt einen Überblick über die soziolinguistische Lage des Slowenischen in Kärnten und die zweisprachige Namensgebung in der Region.
2. Soziolinguistik: Dieses Kapitel behandelt die Sprachkontaktphänomene, den Rückgang der Sprachkompetenz bei der jüngeren Generation sowie die soziolinguistischen Besonderheiten im Jauntal.
3. Toponomastik: Hier werden die Siedlungsgeschichte, die Bedeutung des Namenguts für die Identitätsfindung und spezifische Kategorien wie Flur- und Hausnamen erörtert.
4. Zusammenfassung: Der abschließende Teil fasst die Forschungsergebnisse zusammen und betont die Notwendigkeit, das Wissen über die schwindenden Mundarten für zukünftige Generationen zu sichern.
Schlüsselwörter
Kärntner Slowenen, Jauntaler Dialekt, Soziolinguistik, Mehrsprachigkeit, Namenforschung, Toponomastik, Siedlungsgeschichte, Assimilation, Sprachwandel, Zweisprachigkeit, Identität, Volksgruppe, Sprachkontakt, Flurnamen, Sprachvitalität.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der aktuellen soziolinguistischen Situation der slowenischen Sprache in Kärnten und untersucht das dortige Namengut sowie dessen historische Hintergründe.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der soziolinguistischen Lage, der Siedlungsgeschichte, der Namenforschung (Toponomastik) und der dialektalen Vielfalt im Raum Völkermarkt.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, eine Bestandsaufnahme der slowenischen Sprache zu liefern und durch eine Dokumentation von Satzbeispielen und Toponymen die Komplexität und Vielfalt des Jauntaler Dialekts festzuhalten.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit kombiniert soziolinguistische Literaturanalysen mit einer vor Ort durchgeführten Feldforschung, bei der mundartliche Daten von Informanten unterschiedlicher Dörfer aufgezeichnet und transkribiert wurden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine soziolinguistische Analyse, die Untersuchung von Sprachkontakt und -wechsel sowie eine detaillierte toponomastische Auswertung von Orts-, Flur- und Hausnamen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Kärntner Slowenen, Jauntaler Dialekt, Zweisprachigkeit, Toponomastik, Sprachwandel und Siedlungsgeschichte.
Warum ist die Untersuchung des Jauntaler Dialekts so wichtig?
Der Dialekt ist bei der älteren Generation teilweise noch erhalten, droht jedoch mit der nächsten Generation vollständig zu verschwinden, weshalb eine wissenschaftliche Dokumentation zeitkritisch ist.
Welche Rolle spielt die Siedlungsgeschichte für die Namengebung?
Die Siedlungsgeschichte liefert durch die Schichtung verschiedener Ethnien (Illyrer, Kelten, Römer, Slawen, Baiern) die Grundlage für die heutige Namenslandschaft, die historisch eng miteinander verwoben ist.
Wie geht die Arbeit mit dem Phänomen der Zweisprachigkeit um?
Die Arbeit beleuchtet sowohl die administrative Seite der Zweisprachigkeit (z.B. Ortstafeln) als auch die gelebte Praxis im privaten und öffentlichen Raum, unter Berücksichtigung von Assimilationsprozessen.
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- Fabian Prilasnig (Author), 2009, Die soziolinguistische Situation und das slowenische Namengut in Kärnten, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/123869