In der deutschen Sprache lassen sich unter anderem linguistische Eigenschaften, Funktionen und Wirkungen finden, die die Menschen in ihrem alltäglichen Sprachgebrauch intuitiv gebrauchen, welche allerdings von Sprachwissenschaftlern genauer untersucht werden. Probleme tauchen dann auf, wenn man mit dem Regelsystem einer Sprachen konfrontiert wird und sich bewusst mit diesem auseinandersetzen muss. Dabei kann es sich sowohl um die Muttersprache handeln, die in der Schule behandelt wird, als auch um Fremdsprachen, die man auf verschiedenen Wegen erlernen kann. Zu diesem Lernprozess, welcher bei allen Sprachen ähnlich ist, gehört es auch, sich näher mit Wortbildungsverfahren, Wortarten, deren Eigenschaften, Modifikationsmöglichkeiten und Funktionen zu beschäftigen.
Dazu gehört auch die Diminuierung, welche im allgemeinen Sprachgebrauch als Verkleinerungs- oder Verniedlichungsform angesehen wird. Diese Modifikationsart lässt sich auch in anderen Sprachen wie Italienisch, Portugiesisch oder Spanisch finden. Welche Bedeutung, Funktionen und Restriktionen mit diesem Verfahren verbunden sind, soll in dieser Arbeit untersucht werden. Dazu wird neben dem Deutschen auch das Spanische näher beleuchtet. Durch den Systemvergleich der beiden Sprachen sollen auch mögliche Schwierigkeiten aufgezeigt werden, die bei dem Erlernen des Spanischen vorkommen können.
Um eine solche kontrastive Analyse nachvollziehbar zu ermöglichen, wird einleitend ein grober Überblick über die wichtigsten Wortbildungsverfahren des Deutschen gegeben, um daraufhin näher auf die Derivation und Modifikationsarten einzugehen, die auch zu den wichtigsten spanischen Wortbildungsverfahren gehören. Da es sich bei der Diminuierungsfunktion vor allem im Spanischen um mehr als nur die Verkleinerung oder Verniedlichung handelt, wird im dritten Kapitel näher auf den Begriff und seine Bedeutung in beiden Sprachen eingegangen, um danach exemplarisch ausgewählte Diminutivsuffixe des Deutschen und Spanischen näher zu untersuchen. Zwar können mehrere Wortarten diminuiert werden, aber der Vergleichbarkeit halber wird sich bei den Erläuterungen auf Suffixe beschränkt, die Substantive ableiten. Diese Ausführungen dienen dazu, im darauffolgenden Kapitel einen sprachlichen Vergleich zu ermöglichen, um so Gemeinsamkeiten, aber auch Unterschiede aufzeigen zu können. Abschließend werden die wichtigsten Erkenntnisse zusammengefasst und auf mögliche Lernschwierigkeiten eingegangen, die im Lernprozess
aufkommen können.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Wortbildungsverfahren
2.1 Allgemeiner Überblick
2.2 Derivation
2.3 Modifikation
3. Diminuierung
3.1 Begriffsbestimmung
3.2 Diminutivbildung im Deutschen
3.3 Diminutivbildung im Spanischen
4. Kontrastiver Vergleich
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht kontrastiv das linguistische Verfahren der Diminuierung bei Substantiven im Deutschen und Spanischen. Ziel ist es, die funktionalen Ähnlichkeiten und Unterschiede in der Wortbildung aufzuzeigen sowie Lernschwierigkeiten zu identifizieren, die bei der Aneignung des spanischen Diminutivsystems durch deutsche Muttersprachler auftreten können.
- Grundlegende Wortbildungsverfahren im Deutschen und Spanischen
- Kategorisierung und Funktionen der Diminuierung (Verkleinerung, Verniedlichung, affektive Bedeutung)
- Analytischer Vergleich der Suffixsysteme beider Sprachen
- Soziolinguistische Aspekte und regionale Dialektvarianten beim Gebrauch von Diminutiven
- Didaktische Implikationen und Herausforderungen beim Fremdsprachenerwerb
Auszug aus dem Buch
3.1 Begriffsbestimmung
Spricht man von der Diminution, so assoziiert man mit diesem Verfahren gleich die Verkleinerungsfunktion, bei der durch die Ableitung einer Basis etwas verkleinert oder verniedlicht wird, wie bei Auto -> Autochen. Im Gegensatz zu einem als normal angesehenen Auto ist das Autochen verhältnismäßig klein. Sieht man sich nun das Adjektiv rot an, so kann man sagen, dass eine Sache zwar nicht rot, aber rötlich ist, sprich die Farbe wird in seiner Intensität reduziert. Neben der Verniedlichungsform und der Reduzierung geht mit der Diminuierung auch immer eine affektive Bedeutung einher, oder emotionale Konnotation wie Fleischer und Barz (2012: 235) diese bezeichnen. Die Konnotation ist kontextabhängig und kann entweder positiv oder negativ sein, wie die Beispiele Hündchen oder Köterchen zeigen. Ersteres ist positiv konnotiert und wird meist für kleine oder junge Hunde verwendet, wohingegen Köterchen abwertend ist und auch die Verniedlichung in diesem Fall nichts an der negativen Konnotation ändert, diese aber etwas abschwächt. Der Diminutiv wird ebenfalls verwendet um Koseformen zu bilden, was ebenfalls affektiv behaftet ist, so kann man Hans die Kosenamen Hansi oder auch Hänschen geben.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Thematik der Wortbildung ein und erläutert die Relevanz der Diminuierung als linguistisches Untersuchungsfeld für den Sprachvergleich.
2. Wortbildungsverfahren: Hier werden zentrale Wortbildungstypen wie Komposition, Derivation und Modifikation definiert, um die theoretische Basis für die nachfolgende Analyse zu schaffen.
3. Diminuierung: In diesem Hauptteil wird zunächst der Begriff definiert, bevor die spezifischen Diminutivsysteme des Deutschen und Spanischen getrennt voneinander detailliert beschrieben werden.
4. Kontrastiver Vergleich: Dieses Kapitel stellt beide Sprachsysteme gegenüber, arbeitet signifikante Unterschiede in der Komplexität und den Restriktionen heraus und diskutiert soziolinguistische Faktoren.
5. Fazit: Die Arbeit schließt mit einer Zusammenfassung der Ergebnisse und reflektiert die daraus resultierenden Herausforderungen für Fremdsprachenlernende.
Schlüsselwörter
Diminuierung, Kontrastive Analyse, Wortbildung, Derivation, Diminutivsuffixe, Deutsche Sprache, Spanische Sprache, Affektivität, Modifikation, Soziolinguistik, Sprachvergleich, Substantive, Sprachaneignung, Fremdsprachenlernen, Konnotation
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der kontrastiven linguistischen Untersuchung der Diminuierung von Substantiven im Deutschen und Spanischen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind Wortbildungsverfahren, die spezifischen Suffixsysteme beider Sprachen, soziolinguistische Nuancen und die Anwendbarkeit für Lernende des Spanischen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, Gemeinsamkeiten und Differenzen in der Diminuierungsfunktion zu analysieren und aufzuzeigen, warum Deutschsprachigen das Erlernen der komplexeren spanischen Diminutivstrukturen schwerfallen kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird ein systematischer, kontrastiver Sprachvergleich angewandt, der sich auf eine Literaturanalyse stützt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Definition der Diminuierung sowie die spezifischen Bildungsregeln und Verwendungskontexte der Suffixe für beide Sprachen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Diminuierung, Derivation, Kontrastive Analyse, Affektivität, Soziolinguistik und Substantivdiminutiva.
Warum spielt die soziale Schicht beim Spanischen eine Rolle?
Wie im Text erläutert, weist das Spanische soziolinguistische Unterschiede auf, bei denen bestimmte Suffixe, wie etwa -cita, bevorzugt in bestimmten sozialen Schichten oder Regionen verwendet werden.
Inwiefern unterscheiden sich die deutschen von den spanischen Suffixen?
Deutsche Suffixe wie -chen oder -lein sind grammatikalisch relativ fest und bewirken meist Genuswechsel (Neutra), während das Spanische ein weit größeres, regional geprägtes Suffix-Inventar besitzt und meist ohne Genuswechsel agiert.
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- Anonym (Author), 2022, Die Diminuierung bei Substantiven im Deutschen und Spanischen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1239210