Kaum ein anderes Thema hat Deutschland 2015 so sehr beschäftigt wie der Zustrom von Flüchtlingen. Die soziale Ungleichheit wird in Zeiten der Globalisierung im weltweiten Zusammenhang wahrgenommen und ruft Migration hervor. Neben vielen anderen Ländern ist auch Deutschland stark von Einwanderungen betroffen, denn die Bundesrepublik gehört zu den bedeutendsten Einwanderungsländern.
Das Werk gliedert sich in 5 Kapitel. Im ersten Kapitel wird die historische Entwicklung der Migration in Deutschland thematisiert, denn Wanderungsbewegungen hat es zu allen Zeiten gegeben. Es wird ein Einblick in die Geschichte Deutschlands, welches sich ab dem Ende des 19. Jahrhunderts immer mehr zum Einwanderungsland entwickelt hat, geben. Zudem werden Migrationsprozesse, Migrationsformen und Migrationsgruppen vorgestellt. Das zweite Kapitel bezieht sich auf die aktuelle Situation in Deutschland und im Landkreis Rottweil. Es wird die heutige Struktur der Bevölkerung sowie das aktuelle Geschehen verdeutlicht. Das dritte Kapitel zeigt die im Landkreis Rottweil auftretenden Probleme und Herausforderungen, welche durch die hohen Zuwanderungszahlen entstehen. Integration bedeutet staatsbürgerliche, soziale sowie kulturelle Gleichberechtigung. Daraus resultieren rechts-, sozial-, kultur- und bildungspolitische Herausforderungen und Gestaltungsaufgaben, die nicht sofort gelöst werden können. Es mangelt an Geld, an Unterkünften aber auch an der Willkommenskultur der Gesellschaft. In Folge dessen werden im darauffolgenden Kapitel, im vierten Kapitel, Lösungen bzw. Konzepte und Maßnahmen für die Bewältigung dieser Herausforderungen aufgezeigt. Neben Integrationskursen und Migrationsdiensten gibt es viele verschiedene Projekte und Projektgruppen, welche das Zusammenleben in der Gesellschaft verbessern und erleichtern sollen. Dieses Kapitel zeigt auch, dass sich die Bundesrepublik Deutschland und der Landkreis Rottweil um eine gelingende Integration bemühen. Das fünfte und letzte Kapitel dient als Ausblick. Wie geht es weiter? Was muss sich ändern? Und die meist gestellte Frage: Wie viele Schutzbedürftige werden noch zu uns kommen
Inhaltsverzeichnis
1. Einführung
2. Historische Entwicklung der Migration in Deutschland
2.1 Deutschland - vom Aus- zum Einwanderungsland
2.2 Kriegsflüchtlinge und Vertriebene – die Nachkriegsjahre (1945-1954)
2.3 Gastarbeiter (1955-1972)
2.4 Der Anwerbestopp 1973 und seine Folgen
2.5 Politische Wende (seit 1989)
2.6 Entwicklung seit dem Jahr 2000
2.7 Die Flüchtlingskrise (ab 2015)
3. Aktuelle Zahlen und Situation
3.1 Deutschland
3.2 Landkreis Rottweil
4. Probleme und Herausforderungen durch die hohen Zuwandererzahlen am Beispiel des Landkreises Rottweil
5. Konzepte und Maßnahmen zur Integration von Zuwanderern am Beispiel des Landkreises Rottweil
6. Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die historische Entwicklung, die aktuelle Situation sowie die daraus resultierenden Herausforderungen und Integrationsmaßnahmen im Bereich der Migration in Deutschland, mit einem spezifischen Fokus auf den Landkreis Rottweil als praktisches Beispiel.
- Historische Etappen der deutschen Migrationsgeschichte vom Aus- zum Einwanderungsland.
- Analyse der aktuellen statistischen Datenlage zu Migration in Bund und Landkreis.
- Herausforderungen der Unterbringung und sozialen Integration von Flüchtlingen.
- Evaluation kommunaler Integrationskonzepte und ehrenamtlicher Unterstützungsstrukturen.
Auszug aus dem Buch
2.7 Die Flüchtlingskrise (ab 2015)
2015, das Jahr, das Deutschland veränderte. Nie zuvor suchten in Deutschland eine derartige Anzahl von Menschen Schutz vor Armut, Krieg und Verfolgung. Weltweit sind seit Ende 2013 so viele Menschen auf der Flucht wie seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr.
Im Jahr 2015 ist der höchste jemals gemessene Wanderungsüberschuss von Ausländern in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland aufgetreten. Grund hierfür sind knapp zwei Millionen Zuwanderer, welche überwiegend Flüchtlinge waren. Die Auswanderungszahl hingegen beträgt gerade einmal rund 860.000. Der Wanderungssaldo lag damit bei über 1,1 Millionen ausländischen Menschen und ist somit mehr als doppelt so hoch wie im Jahr 2014. Doch die Zahl der Einwanderungen stieg weiter. Im Jahr 2015 stellten 476.649 Menschen einen Asylantrag in Deutschland. Im Vergleich zum Vorjahr eine Steigerung um 135%. Im Folgejahr 2016 verzeichnete sich eine Zahl von insgesamt 745.545 Asylanträgen. Der höchste Jahreswert seit Bestehen des Bundesamtes und eine weitere Steigerung zum Vorjahr um 63,5%. Betrachtet man den Zuwachs an Asylanträgen nach einzelnen Staatsangehörigkeiten, waren landesweit die zahlenmäßig stärksten Zuwächse aus Syrien sowie Irak und Afghanistan zu beobachten. Über drei Viertel (81,25%) aller 2016 gestellten Erstanträge entfallen auf diese drei Herkunftsländer.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einführung: Die Einleitung beleuchtet den Wandel von Migration als reinem Anpassungsprozess hin zu einem zweiseitigen Integrationsprozess und skizziert das methodische Vorgehen der Arbeit.
2. Historische Entwicklung der Migration in Deutschland: Dieses Kapitel zeichnet die verschiedenen Phasen der Migration von 1945 bis zur Flüchtlingskrise ab 2015 nach.
3. Aktuelle Zahlen und Situation: Die Darstellung liefert statistische Daten zur Bevölkerungsstruktur und den Zuwanderungszahlen sowohl für die Bundesrepublik als auch spezifisch für den Landkreis Rottweil.
4. Probleme und Herausforderungen durch die hohen Zuwandererzahlen am Beispiel des Landkreises Rottweil: Hier werden die durch hohe Zuwanderungsraten entstandenen administrativen und sozialen Engpässe in den Kommunen des Landkreises Rottweil analysiert.
5. Konzepte und Maßnahmen zur Integration von Zuwanderern am Beispiel des Landkreises Rottweil: Das Kapitel beschreibt konkrete Integrationsbemühungen, Unterbringungsstrategien und die Rolle ehrenamtlicher Strukturen vor Ort.
6. Ausblick: Der Ausblick resümiert die Notwendigkeit einer nachhaltigen Integrationspolitik zur Bewältigung der demografischen Herausforderungen und zur Teilhabe der Migranten.
Schlüsselwörter
Migration, Integration, Flüchtlinge, Zuwanderung, Landkreis Rottweil, Asyl, Willkommenskultur, Demografischer Wandel, Sprachförderung, Soziale Teilhabe, Integrationsmaßnahmen, Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, Gastarbeiter, Arbeitsmarkt, Staatsangehörigkeitsgesetz.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Migration in Deutschland im historischen Rückblick sowie die aktuelle Situation, wobei sie den Fokus auf die Herausforderungen und Maßnahmen im Landkreis Rottweil legt.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Zu den Schwerpunkten zählen die historische Entwicklung (von 1945 bis 2015), die aktuelle statistische Lage, die infrastrukturellen Herausforderungen der Kommunen und die konkrete Integrationsarbeit.
Welches Ziel verfolgt die Arbeit primär?
Ziel ist es, durch die Verknüpfung der historischen Entwicklungsphasen und aktueller Daten ein umfassendes Bild der Migrations- und Integrationssituation auf nationaler und lokal-spezifischer Ebene zu zeichnen.
Welche wissenschaftliche Methode wird angewendet?
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die sich auf aktuelle Studien, amtliche Materialien von Regierungsstellen und ergänzende Zeitungsartikel stützt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Analyse, einen statistischen Überblick, die Identifikation von Problemen durch Zuwanderung und die Vorstellung konkreter Integrationskonzepte am Beispiel des Landkreises Rottweil.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Migration, Integration, Asyl, Zuwanderer, Willkommenskultur, Arbeitsmarkt, Sprachförderung und demografischer Wandel.
Wie bewertet die Arbeit die Rolle der ehrenamtlichen Helfer im Landkreis Rottweil?
Ehrenamtliche Helfer, etwa über das Rottweiler Bündnis für Flüchtlingshilfe, werden als essenzieller Bestandteil einer gelingenden, aktiven Willkommenskultur und der sozialen Einbindung von Geflüchteten hervorgehoben.
Was ist das „Rotationsprinzip“ und warum wurde es in der Arbeit erwähnt?
Es bezeichnet das Konzept, ausländische Arbeitskräfte (Gastarbeiter) zeitlich befristet zu beschäftigen und durch neue zu ersetzen, was sich jedoch als ineffektiv für die Arbeitgeber erwies.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2016, Migration und Integration in Deutschland. Eine Analyse im Landkreis Rottweil, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1239241