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Lenin und Stalin als Heilige. Vergleich sozialistischer Personenkulte mit christlichen Heiligenkulten

Title: Lenin und Stalin als Heilige. Vergleich sozialistischer Personenkulte mit christlichen Heiligenkulten

Seminar Paper , 2018 , 22 Pages

Autor:in: Gregor Reigner (Author)

History of Germany - Postwar Period, Cold War
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Diese Arbeit vergleicht die Personenkulte um Lenin und Stalin mit christlichen Heiligenkulteen. Dazu gibt es einen Ausblick auf den Kult um Putin.

Zunächst folgt ein kurzes Kapitel darüber, was genau unter Personenkult bzw. Heiligenverehrung zu verstehen ist, um mich danach dem systematischen Vergleich zu widmen. Obwohl die Verehrung Lenins und Stalins einander ähneln, werden sie in separaten Kapiteln behandelt. Beide dienen als Repräsentation des Personenkultes im Realsozialismus, um einen Vergleich mit christlichen Personenkulten zu erleichtern. Aufgrund ihrer Vergleichbarkeit wird der Begriff des Personenkultes synonym mit Heiligenkult verwendet. Es wird die Methodik des historischen Vergleichs angewandt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Was ist Heiligenkult bzw. Personenkult?

3. Verehrung realsozialistischer Politiker

3.1 Lenin

3.1.1 Ikonographische Darstellung Lenins

3.2 Stalin

3.2.1 Ikonographische Darstellung Stalins

4. Mythenbildung

4.1 Stalin Mythos und Lenin Mythos

5. Wallfahrtorte

5.1 Lenins Mausoleum

5.2 Christliche Pilgerorte

6. Stalin-Kult unter Jugendlichen im Vergleich zu den sogenannten Jesus Freaks

7. Schlusswort

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht durch einen historischen Vergleich die Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen christlichen Heiligenkulten und dem Personenkult um realsozialistische Politiker, wobei der Fokus primär auf der Verehrung von Lenin und Stalin liegt, um zu klären, ob diese Phänomene als gleichwertig betrachtet werden können.

  • Vergleich von Personenkult und Heiligenverehrung
  • Analyse ikonographischer Parallelen
  • Die Rolle von Mythenbildung und Wallfahrtsorten
  • Untersuchung der Instrumentalisierung der Jugend
  • Kritische Betrachtung von Machtinszenierung und Religion

Auszug aus dem Buch

Ikonographische Darstellung Lenins

Besonders in der nachstalinistischen Zeit kam dem Leninkult wieder mehr Bedeutung zu; Lenin wurde als wahrer, unbefleckter Gründer der Sowjetunion dargestellt. In dieser Zeit wurde Lenin auf Plakaten in bewegender Pose, den Blick in die Ferne gerichtet vor einem dunklen Hintergrund dargestellt. Der in die Ferne gerichtete Blick ist ein Element der Pathosformel, und daher typisch für derartige Darstellungen.

Das interessante hierbei ist, das v.a. sein Gesicht stark erhellt ist, dies erinnert entfernt an einen Heiligenschein bzw. generell an die bildliche Darstellung christlicher Heiliger, deren Gesicht ebenfalls heller erscheint als der Hintergrund. Es scheint, als würde hinter Lenin die dunkle Vergangenheit liegen, während er in eine strahlende Zukunft blickt; fast so, als würde er den Pfad ins Paradies weisen.

Der Bildhauer Manfred Wagner schuf 1967 ein Lenin Denkmal. Das interessante ist weniger die Pose (Lenin wird in typischer dynamischer Haltung gezeigt, seine rechte Hand auf den Betrachter gerichtet), sondern der Gegenstand, den Lenin in der Hand hält: eine Schriftrolle. Dies erinnert entfernt an einige Darstellungen von Moses, der ebenfalls in bewegender Pose aus den 10 Geboten vorliest, d.h. ebenfalls einen Apellcharakter aufweist. Bei diesem Denkmal handelt es sich somit wiederum um eine sakral beeinflusste Darstellung Lenins.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Arbeit führt in das Thema des Personenkults ein und begründet die Zielsetzung, anhand eines historischen Vergleichs Parallelen zwischen dem Realsozialismus und dem Christentum aufzuzeigen.

Was ist Heiligenkult bzw. Personenkult?: Dieses Kapitel definiert die Begriffe Heiligenverehrung und Personenkult und unterscheidet dabei zwischen Kultanordnungen durch Institutionen und spontanen Formen von unten.

Verehrung realsozialistischer Politiker: Hier liegt der Fokus auf der kultischen Verehrung von Lenin und Stalin, wobei deren Sonderrollen sowie die ikonographischen Ähnlichkeiten zu religiösen Bildnissen analysiert werden.

Mythenbildung: Das Kapitel erläutert, wie durch die Ausschmückung realer Fakten Mythen entstehen, die politische Führer wie Stalin als unfehlbare Helden stilisieren.

Wallfahrtorte: Die Sektion untersucht das Mausoleum Lenins und den Vergleich zu christlichen Pilgerorten, um die Sakralisierung des politischen Gedenkens aufzuzeigen.

Stalin-Kult unter Jugendlichen im Vergleich zu den sogenannten Jesus Freaks: Das Kapitel vergleicht die Instrumentalisierung der Jugend bei den Weltjugendfestspielen mit der Eventkultur religiöser Gruppierungen wie den Jesus Freaks.

Schlusswort: Die Arbeit resümiert, dass die untersuchten Kulte der Realsozialisten de facto identisch mit religiösen Heiligenkulten sind.

Schlüsselwörter

Personenkult, Heiligenkult, Realsozialismus, Lenin, Stalin, Ikonographie, Mythenbildung, Sakralisierung, Wallfahrtsort, Sowjetunion, Propaganda, Jesus Freaks, Heldenverehrung, Politische Religion, Faschismus

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Publikation untersucht, inwieweit die Verehrung der realsozialistischen Führungspersönlichkeiten Lenin und Stalin als säkularisierte Form der christlichen Heiligenverehrung verstanden werden kann.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die Arbeit behandelt die Instrumentalisierung von Personenkulten, die bildliche Darstellung (Ikonographie), die Entstehung politischer Mythen, die Bedeutung von Gedenk- und Wallfahrtsorten sowie die Einbindung der Jugend in politische Kulte.

Welches primäre Ziel verfolgt die Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen religiösen und realsozialistischen Verehrungspraktiken aufzuzeigen und zu beantworten, ob diese Phänomene strukturell identisch sind.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zur Anwendung?

Es wird die Methode des historischen Vergleichs angewandt, um die Parallelen zwischen den beiden Systemen systematisch herauszuarbeiten.

Was wird im Hauptteil der Untersuchung explizit behandelt?

Der Hauptteil analysiert detailliert die Vorgehensweisen des Lenin- und Stalinkults, die Rolle der Propaganda, die Bedeutung des Mausoleums als Wallfahrtsort sowie Fallbeispiele wie die III. Weltjugendfestspiele.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren das Werk?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Personenkult, Heiligenkult, Sakralisierung, Ikonographie, Propaganda, Mythenbildung und Realsozialismus.

Inwiefern spielt das Bild des "unfehlbaren" Führers eine Rolle?

Der Autor zeigt auf, dass insbesondere Stalin sich aktiv als unfehlbar inszenierte, ähnlich wie das traditionelle Bild des Papstes, um Kritik systematisch zu unterbinden.

Warum wird der Stalin-Kult mit den "Jesus Freaks" verglichen?

Der Vergleich dient dazu, die "Eventisierung" von Verehrung in beiden Kontexten zu verdeutlichen, da beide Gruppen Jugendliche durch gemeinschaftliche festivalartige Strukturen binden und sakrale Charakterzüge aufweisen.

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Details

Title
Lenin und Stalin als Heilige. Vergleich sozialistischer Personenkulte mit christlichen Heiligenkulten
College
University of Vienna
Author
Gregor Reigner (Author)
Publication Year
2018
Pages
22
Catalog Number
V1239257
ISBN (PDF)
9783346658982
ISBN (Book)
9783346658999
Language
German
Tags
Geschichte Heiligenkult Personenkulte Lenin Stalin Putin
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Gregor Reigner (Author), 2018, Lenin und Stalin als Heilige. Vergleich sozialistischer Personenkulte mit christlichen Heiligenkulten, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1239257
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