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Stigmatisierung in der Pränataldiagnostik. Am Beispiel der Methode Nackentransparenz-Test

Titel: Stigmatisierung in der Pränataldiagnostik. Am Beispiel der Methode Nackentransparenz-Test

Hausarbeit , 2022 , 12 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Anonym (Autor:in)

Pädagogik - Allgemein
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Ist die Pränataldiagnostik stigmatisierend? Diese Frage soll in der vorliegenden Hausarbeit am Beispiel der Methode des Nackentransparenztests erörtert werden. Diese pränataldiagnostische Methode wurde
für die vorliegende Hausarbeit gewählt, da die Einführung dieser Methode Anfang der 2000er-Jahre zu einer umfassenden Diskussion geführt hat, unter anderem aufgrund des selektiven Charakters der Methode und der nicht-eindeutigen Untersuchungsergebnisse.

Zunächst wird der Begriff Stigmatisierung definiert und anschließend die Pränataldiagnostik anhand einer Definition vorgestellt und die dazugehörigen gesetzlichen Grundlagen erläutert. Es folgt eine Erläuterung der Methode des Nackentransparenz- Test sowie der aktuelle Forschungsstand zu den negativen und positiven Aspekten der im
vorangegangen definierten Methode. Abschließend wird die Methode im Fazit unter dem Aspekt der Stigmatisierung betrachtet und die positiven sowie negativen Aspekte der Methode gegenübergestellt.

Diese Erörterung und Analyse der verschiedenen Aspekte soll einen Versuch darstellen, Stigmatisierung in der Pränataldiagnostik einzuordnen. Dabei bietet diese Darstellung selbstverständlich nur einen kleinen Einblick in das breite Feld der Pränataldiagnostik.

Die Pränataldiagnostik als noch junge medizinische Disziplin ist seit vielen Jahren oft Gegenstand von politischen, medizinischen und privaten Diskussionen in Deutschland. Die medizinischen Entwicklungen rund um die umfassenden pränataldiagnostischen Methoden haben unter anderem zu einer andauernden ethischen Diskussion über den Wert des
Menschlichen Lebens geführt. Während Befürworter den wissenschaftlichen Fortschritt bejubeln, kritisieren Gegner der Pränataldiagnostik die stigmatisierende Wirkung der pränataldiagnostischen Methoden. Fest steht, die Pränataldiagnostik ist aus der Schwangerschaftsvorsorge nicht mehr wegzudenken und die umfassenden Methoden
liefern immer genauere Ergebnisse zu dem Gesundheitszustand des Fötus. Verschiedene pränataldiagnostische Methoden können heutzutage unter anderem Behinderungen von Ungeborenen erkennen. In Folge dessen kann es zu selektiven Abtreibungen kommen, die das Bild von Menschen mit Behinderung in unserer Gesellschaft verändern können. Bereits heute entscheiden sich etwa neun von zehn Schwangeren bei einem positiven Trisomie-Befund für eine Abtreibung.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Begriffsdefinition Stigmatisierung

3. Pränataldiagnostik

3.1. Definition

3.2. Gesetzliche Grundlagen

4. Methode Nackentransparenz- Test

4.1. Negative Aspekte der Methode

4.2. Positive Aspekte der Methode

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht, inwiefern die Pränataldiagnostik – exemplarisch dargestellt an der Methode des Nackentransparenz-Tests – eine stigmatisierende Wirkung auf Menschen mit Behinderungen ausübt und welche ethischen Herausforderungen sich aus der heutigen medizinischen Praxis ergeben.

  • Grundlagen und Definition des Stigmatisierungsbegriffs
  • Medizinische und gesetzliche Rahmenbedingungen der Pränataldiagnostik
  • Funktionsweise und Durchführung des Nackentransparenz-Tests
  • Kritische Analyse von Nutzen versus ethischer Risiken
  • Auswirkungen pränataler Diagnostik auf die gesellschaftliche Wahrnehmung von Behinderung

Auszug aus dem Buch

4.1 Negative Aspekte der Methode

Ein negativer Aspekt der pränataldiagnostischen Methode Nackentransparenz-Test ist die Ungenauigkeit. Bei den Untersuchungsergebnissen der Methode handelt es sich, wie bereits im vorangegangen Kapitel erläutert, nur um eine Risikoeinschätzung und keine Diagnose. Die Methode gibt lediglich das statistische Risiko für bestimmte Chromosomen-Abweichungen beim Ungeborenen an: „Die Testresultate liefern keine endgültige Diagnose, sondern geben eine rein rechnerische Wahrscheinlichkeit an“. Ersttrimester Test weisen dementsprechend eine hohe Fehlerquote auf: „Bei etwa 96 von 100 Frauen mit auffälligem Befund stellt sich in weiteren Untersuchungen heraus, dass das Kind keine Chromosomenabweichung hat. Etwa 10 von 100 vorhandenen Chromosomen-Abweichungen erkennt der Test nicht.“ Der falsch- negative Befund kann zu einer grundlosen Verunsicherung der Schwangeren führen.

Ein weiterer negativer Aspekt des Nackentransparenz- Test ist der weitere mögliche Untersuchungsverlauf bei einem auffälligen Befund. Bei dem Test handelt es sich lediglich um eine statistische Risikoberechnung, die einer Entscheidung für oder gegen invasive Untersuchungsmethoden dient. Es folgen meist weitere Untersuchungen, um den Befund abzuklären. Bei diesen weiteren Untersuchungen handelt es sich oftmals um invasive Untersuchungsmethoden, da hier eindeutige Untersuchungsergebnisse geliefert werden. Mit den nicht- invasiven Untersuchungsmethoden geht wie bereits im Kapitel „3.1. Definition“ erläutert ein erhöhtes Risiko einher.

Ein weiterer negativer Aspekt, der nicht nur auf den Nackentransparenz- Test sondern auch auf viele weitere pränataldiagnostische Methoden zutrifft ist die ärztliche Selektion, die von diesen Methoden ausgeht. Wolfgang van den Daele beschreibt: „Gleichwohl ist unverkennbar, dass die vorgeburtliche Diagnostik, soweit sie zum Schwangerschaftsabbruch führt, aus dem klassischen Legitimationskreis des arztlichen Heilauftrags herausfallt: Sie wendet nicht Leid vom zukünftigen Kind ab, sie wendet das Kind selbst ab, weil es genetisch bedingt an schwerer Krankheit oder Behinderung leiden würde. Das ist nicht ärztliche Prävention, sondern Selektion.“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die ethische Debatte der Pränataldiagnostik ein und stellt die zentrale Forschungsfrage nach der stigmatisierenden Wirkung am Beispiel des Nackentransparenz-Tests.

2. Begriffsdefinition Stigmatisierung: Dieses Kapitel erläutert den soziologischen Hintergrund des Stigma-Begriffs als gesellschaftlichen Prozess der Abwertung und Ausgrenzung.

3. Pränataldiagnostik: Es werden die historische Entwicklung, die medizinische Definition der Verfahren sowie der gesetzliche Rahmen in Deutschland dargelegt.

3.1. Definition: Hier wird der Umfang vorgeburtlicher Untersuchungen aufgezeigt und zwischen invasiven sowie nicht-invasiven Methoden unterschieden.

3.2. Gesetzliche Grundlagen: Dieses Kapitel behandelt das Gendiagnostikgesetz, das Schwangerschaftskonfliktgesetz und die Regelungen des Paragrafen 218 StGB.

4. Methode Nackentransparenz- Test: Die Untersuchungsmethode wird detailliert beschrieben, einschließlich ihrer Anwendung und der bei der Diagnostik beobachteten „Soft-Marker“.

4.1. Negative Aspekte der Methode: Hier werden die methodische Ungenauigkeit, Fehlerquoten und die Problematik der ärztlichen Selektion kritisch beleuchtet.

4.2. Positive Aspekte der Methode: Dieses Kapitel fokussiert auf das geringe Risiko des Tests und den Nutzen durch frühzeitige Beratung oder medizinische Vorbereitung auf die Geburt.

5. Fazit: Das Fazit führt die Argumente zusammen und betont die Notwendigkeit einer ethischen Abwägung zwischen medizinischem Nutzen und der Gefahr einer Stigmatisierung.

Schlüsselwörter

Pränataldiagnostik, Stigmatisierung, Nackentransparenz-Test, Schwangerschaft, behindertenfeindlich, Selektion, Chromosomenabweichung, Ersttrimester-Screening, Ethik, vorgeburtliche Untersuchung, Trisomie 21, medizinische Indikation

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die ethischen und gesellschaftlichen Auswirkungen der Pränataldiagnostik, insbesondere in Bezug auf die Stigmatisierung von Menschen mit Behinderungen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Felder sind der soziologische Stigmatisierungsbegriff, der gesetzliche Rahmen der Schwangerschaftsvorsorge sowie die Vor- und Nachteile pränataler Diagnostikverfahren.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, am Beispiel des Nackentransparenz-Tests zu erörtern, ob moderne pränataldiagnostische Verfahren eine stigmatisierende Wirkung entfalten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine Literaturanalyse und eine kritische Auseinandersetzung mit medizinischen und ethischen Fachbeiträgen, um die Problematik einzuordnen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Definition der Pränataldiagnostik, eine Erläuterung der gesetzlichen Grundlagen und eine detaillierte Auswertung der Vor- und Nachteile des Nackentransparenz-Tests.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Pränataldiagnostik, Stigmatisierung, ärztliche Selektion, Trisomie, Schwangerschaftskonflikt und Ethik.

Warum wird der Nackentransparenz-Test als Beispiel herangezogen?

Die Auswahl erfolgte aufgrund der hohen gesellschaftlichen Diskussion, die durch die Einführung dieses Tests Anfang der 2000er Jahre wegen seines selektiven Charakters entstand.

Was bedeutet der Begriff „falsch-negativ“ in diesem Kontext?

Falsch-negativ bedeutet, dass der Test eine Chromosomenabweichung nicht erkennt, obwohl eine solche tatsächlich beim Ungeborenen vorliegt, was bei Schwangeren zu einer trügerischen Sicherheit führen kann.

Inwiefern spielt der Paragraf 218 für das Thema eine Rolle?

Der Paragraf 218 und der ergänzende Paragraf 218a regeln die Bedingungen für Schwangerschaftsabbrüche in Deutschland, was im Kontext der pränataldiagnostischen Diagnosen von großer Bedeutung ist.

Was versteht man unter „ärztlicher Selektion“ laut Wolfgang van den Daele?

Damit ist die Kritik gemeint, dass Diagnostik bei vorliegender Behinderung nicht dem Heilauftrag des Arztes dient, sondern zur Abwendung des Kindes durch dessen Selektion aufgrund genetischer Merkmale führt.

Ende der Leseprobe aus 12 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Stigmatisierung in der Pränataldiagnostik. Am Beispiel der Methode Nackentransparenz-Test
Hochschule
Universität Bremen
Note
1,7
Autor
Anonym (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2022
Seiten
12
Katalognummer
V1239302
ISBN (PDF)
9783346659033
ISBN (Buch)
9783346659040
Sprache
Deutsch
Schlagworte
stigmatisierung pränataldiagnostik beispiel methode nackentransparenz-test
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Anonym (Autor:in), 2022, Stigmatisierung in der Pränataldiagnostik. Am Beispiel der Methode Nackentransparenz-Test, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1239302
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Leseprobe aus  12  Seiten
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