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Zeitgenössische Ungleichheitsforschung - Soziale Schichtung und Mobilität

Title: Zeitgenössische Ungleichheitsforschung - Soziale Schichtung und Mobilität

Term Paper (Advanced seminar) , 2002 , 31 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Malko Ebers (Author)

Sociology - Social System and Social Structure
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Summary Excerpt Details

Die vorliegende Arbeit besteht aus den drei Themenfeldern: Grundlagen, gesellschaftlicher Wandel und Stabilisierungsfaktoren sozialer Ungleichheit. Im ersten Teil Grundlagen wird die gegenwärtige Sozialstruktur Deutschlands in Anlehnung an das dynamische Schichtmodell Rainer Geißlers vorgestellt, gegenüber anderen Strukturkonzepten abgegrenzt, und die zugrundeliegenden Begriffe werden operationalisiert.

Nach Darstellung der Sozialstruktur in der die soziale Mobilität stattfindet, wird der Begriff soziale Mobilität selbst erläutert und die verschiedenen Ausprägungen werden dargestellt. Es handelt sich also im ersten Teil um die Verortung sozialer Mobilität, da diese stark von der Sozialstruktur abhängt. Hieraus ergeben sich Fragen nach der Strukturprägung durch einzelne Determinanten wie zum Beispiel Bildungsabschlüssen. Der zweite Themenbereich gesellschaftlicher Wandel soll die Bereiche zunehmender sozialer Mobilität der Nachkriegsgesellschaft anhand der Schwerpunkte Bildung und Arbeitsmarkt aufzeigen. Wo findet oder fand soziale Mobilität im Zeitverlauf statt und welche Faktoren ermöglichten dies? In welchem Zusammenhang stehen die einzelnen Schichtindikatoren, wie Beruf, Einkommen, Sozialprestige oder Bildung?.

Der dritte Bereich Stabilisierungsfaktoren sozialer Ungleichheit steht dem zweiten konträr gegenüber. Hier sollen den Pluralisierungs- und Dynamisierungstendenzen Formen sozialer Schließung im Bereich der Familie, der Qualifikation/Bildung und des Arbeitsmarktes gegenübergestellt werden. Was behindert also soziale Mobilität und welche gesellschaftlichen Gruppen lassen sich hierbei identifizieren? Da alle Unterpunkte sowohl mobilisierende als auch hemmende Faktoren in Bezug auf soziale Mobilität angeben, steht die Einordnung in diese groben Kategorien nur für die zentrale Tendenz. Je nach spezifischer Sozialisation wird so der Bildungsweg vorgeprägt, woraus sich wiederum ein bestimmtes Berufsfeld ergibt.
Anhand der Gegenüberstellung stabilisierender wie auch flexibilisierender gesellschaftlicher Faktoren und Einflüsse soll so die Frage geklärt werden, wie durchlässig die gesellschaftliche Sozialstruktur ist und vor allem, wovon Mobilität abhängt. Wie offen ist die offene Gesellschaft Deutschlands wirklich?

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Prolog

2. Methodik

3. Soziale Schicht

3.1. Das moderne Schichtkonzept Rainer Geißlers

4. Soziale Mobilität

5. Moderne Entschichtungstheorien: Soziale Milieus – oder von der Klasse zur Schicht zum Milieu?

6. Die moderne Gesellschaft

7. Schichtstrukturen des Arbeitsmarkts – statistische Trends

8. Trend zur Mittelschicht und subjektive Schichteinteilung

9. Heiratsbeziehungen und Familieneinflüsse

10. Ungleichheit im Bildungssektor

11. Neuere Forschungsergebnisse: Elitenforschung, Pisa Studie

12. Neue Grundschicht

13. Schlussbemerkung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die These der „nivellierten Mittelstandsgesellschaft“ und analysiert kritisch, inwieweit die deutsche Gesellschaft tatsächlich als „offen“ im Sinne sozialer Mobilität bezeichnet werden kann. Dabei wird der Einfluss von Schichtstrukturen, Bildungschancen und sozialen Faktoren auf den Lebensweg des Einzelnen beleuchtet.

  • Analyse der theoretischen Grundlagen sozialer Schichtung und Mobilität
  • Untersuchung der Auswirkungen gesellschaftlichen Wandels auf die Schichtstrukturen
  • Identifikation von Stabilisierungsfaktoren sozialer Ungleichheit im Bildungs- und Arbeitsmarktsektor
  • Überprüfung der Durchlässigkeit der deutschen Sozialstruktur mittels empirischer Forschungsergebnisse

Auszug aus dem Buch

3. Soziale Schicht

In der Sozialstrukturanalyse werden die Teilbereiche einer Gesellschaft und ihre Zusammenhänge untereinander untersucht. Das ermöglicht die Klärung ihrer Funktionsweise sowie die Beobachtung möglicher Veränderungsprozesse in der Gesellschaft. Einer der wichtigsten Bestandteile ist die Analyse der Schichtstruktur, auch (normativ) Ungleichheitsanalyse. Zielsetzung der Sozialstrukturanalyse ist die möglichst getreue Darstellung der gesellschaftlichen Differenzierung, ihres Aufbaus.

Das Schichtkonzept ist seit der Schichtungsanalyse Theodor Geigers aus den 30’er Jahren ein soziologischer Grundbegriff vorwiegend der Makrosoziologie. Mit dieser aus der Geologie übernommenen Metapher soll soziale Ungleichheit, wie sie in jeder Gesellschaft existiert analysiert werden. Hierbei zeigen sich jedoch wichtige Unterschiede zu den Erdschichten der Geologie. Soziale Schichten können horizontal wie vertikal angeordnet sein, wohingegen Erdschichten immer übereinander lagern und sich eindeutig abgrenzen. Da zur Bildung eines Schichtindex in der Regel mehrere Faktoren, wie Bildungsabschluss, Einkommen, Sozialprestige etc. sozioökonomisch miteinander kombiniert werden und das daraus resultierende Verhalten nur typisch aber nicht deterministisch ist (nach Theodor Geiger) grenzen sich soziale Schichten an den Randbereichen nur schwach ab. Einfachere eindimensionale Modelle wie Einkommens- oder Berufsschichten lassen sich zwar untereinander klarer abgrenzen, sind dafür weniger realitätsnah.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Prolog: Einführung in den historischen Kontext des Begriffs Gleichheit/Ungleichheit und Formulierung der zentralen Forschungsfrage zur „nivellierten Mittelstandsgesellschaft“.

2. Methodik: Vorstellung des dreigliedrigen Aufbaus der Arbeit in Grundlagen, gesellschaftlichen Wandel und Stabilisierungsfaktoren.

3. Soziale Schicht: Theoretische Herleitung des Schichtbegriffs und Diskussion seiner Anwendbarkeit in der modernen Sozialstrukturanalyse.

4. Soziale Mobilität: Definition verschiedener Mobilitätsarten und Analyse der Dynamik sozialer Positionswechsel innerhalb einer Gesellschaft.

5. Moderne Entschichtungstheorien: Soziale Milieus – oder von der Klasse zur Schicht zum Milieu?: Diskussion, ob traditionelle Schichtmodelle durch Milieu- und Lebensstilkonzepte abgelöst werden sollten.

6. Die moderne Gesellschaft: Betrachtung des Wandels zur Dienstleistungsgesellschaft und der damit verbundenen veränderten Bedeutung von Arbeit und Wohlstand.

7. Schichtstrukturen des Arbeitsmarkts – statistische Trends: Statistische Analyse von Auf- und Abwärtsmobilität sowie die Rolle von Mobilitätsbarrieren auf dem Arbeitsmarkt.

8. Trend zur Mittelschicht und subjektive Schichteinteilung: Untersuchung des Zusammenhangs zwischen objektivem Status und subjektiver Identifikation in Ost- und Westdeutschland.

9. Heiratsbeziehungen und Familieneinflüsse: Analyse der Familie als Sozialisationsinstanz und der Bedeutung von Heiratsmustern für die soziale Schließung.

10. Ungleichheit im Bildungssektor: Darstellung der stabilen Korrelation zwischen sozialer Herkunft und Bildungschancen trotz Bildungsexpansion.

11. Neuere Forschungsergebnisse: Elitenforschung, Pisa Studie: Diskussion empirischer Daten, die den prägenden Einfluss sozialer Herkunft auf Karrierewege und schulischen Erfolg belegen.

12. Neue Grundschicht: Charakterisierung einer neu entstandenen, dauerhaft benachteiligten Gruppe innerhalb der modernen Wissensgesellschaft.

13. Schlussbemerkung: Fazit zur Durchlässigkeit der deutschen Sozialstruktur und Falsifizierung der These einer reinen Leistungsgesellschaft.

Schlüsselwörter

Soziale Schichtung, Soziale Mobilität, Sozialstruktur, Bildungschancen, Leistungsgesellschaft, Mittelstandsgesellschaft, Arbeitsmarkt, Ungleichheitsforschung, Bildungsungleichheit, Soziale Herkunft, Risikogesellschaft, Schichtmentalität, Chancengleichheit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Analyse der aktuellen sozialen Schichtstruktur in Deutschland und prüft die These, ob wir in einer „nivellierten Mittelstandsgesellschaft“ leben, in der soziale Herkunft keine Rolle mehr spielt.

Welche Themenfelder stehen im Mittelpunkt der Untersuchung?

Im Zentrum stehen die Grundlagen der sozialen Schichtung, der soziologische Wandel der Arbeits- und Dienstleistungsgesellschaft sowie die Faktoren, die soziale Mobilität entweder fördern oder hemmen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die Frage zu beantworten, wie durchlässig die deutsche Sozialstruktur tatsächlich ist und inwieweit der Aufstieg in der Gesellschaft weiterhin von individueller Leistung oder doch maßgeblich von der sozialen Herkunft abhängt.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Arbeit nutzt eine systematisierende Analyse soziologischer Theorien und verknüpft diese mit statistischen Daten und Forschungsergebnissen (u.a. PISA-Studie, Shell-Jugendstudie, Wohlfahrtssurveys).

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Dynamiken der Schichtbildung, untersucht den Einfluss von Familie und Bildung auf Lebenschancen und thematisiert die Entstehung einer neuen Grundschicht.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung am besten?

Die zentralen Begriffe umfassen soziale Mobilität, Schichtmentalität, Bildungsungleichheit und die kritische Hinterfragung des Konzepts der Leistungsgesellschaft.

Welchen Stellenwert nimmt die Pisa-Studie in dieser Arbeit ein?

Die Pisa-Studie dient als empirischer Beleg dafür, dass der Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Bildungserfolg in Deutschland trotz Bildungsexpansion weiterhin außergewöhnlich eng und damit ein Hindernis für Chancengleichheit ist.

Was besagt die These der „nivellierten Mittelstandsgesellschaft“ und wird sie bestätigt?

Helmut Schelskys These einer weitreichenden Entschichtung wird diskutiert, aber letztlich durch die Ergebnisse der Arbeit als eine der „großen Selbsttäuschungen“ unserer Gesellschaft, wie Miegel formuliert, falsifiziert.

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Details

Title
Zeitgenössische Ungleichheitsforschung - Soziale Schichtung und Mobilität
College
University of Constance  (Fachbereich Geschichte und Soziologie)
Course
Soziale Ungleichheit
Grade
1,0
Author
Malko Ebers (Author)
Publication Year
2002
Pages
31
Catalog Number
V12393
ISBN (eBook)
9783638182836
ISBN (Book)
9783638642378
Language
German
Tags
Soziale Schichtung Mobilität Schliessung Seniorität Lebensstile Ungleichheitsforschung Bildungssektor (Pisa) milieu
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Malko Ebers (Author), 2002, Zeitgenössische Ungleichheitsforschung - Soziale Schichtung und Mobilität, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/12393
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