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Der Wandel von Werten in Zeiten der Covid-19-Pandemie

Titel: Der Wandel von Werten in Zeiten der Covid-19-Pandemie

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2022 , 23 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Anonym (Autor:in)

Philosophie - Philosophie der Gegenwart
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Vor etwas mehr als zwei Jahren begann die weltweite Ausbreitung des Virus SARS-CoV-2 mit weitreichenden Auswirkungen auf viele Lebensbereiche der Menschen. Die Menschheit sieht sich mit der Pandemie einer Krisensituation ausgesetzt, die Gesellschaften nicht nur auf der naturwissenschaftlichen – sprich gesundheitlichen – Ebene herausfordert, sondern auch ihre jeweiligen Einstellungen zu vertretenden Werten neu auslotet. Angesichts der Toten im Zusammenhang von Covid-19, einer von Experten prognostizierten Überlastung der Gesundheitssysteme, beschwor der damalige Vizebundeskanzler Olaf Scholz sogar eine neue Normalität, indem er die ersten politischen Maßnahmen gegen eine weitere Virusverbreitung öffentlich machte. Von Kontaktbeschränkungen, über Maskenpflicht bis hin zu einer späteren Diskussion über eine Impfpflicht ist die deutsche Gesellschaft in vielen Lebensbereichen so sehr von externen Umwelteinflüssen betroffen wie lange nicht mehr zuvor. Dieser Wandel von externen Einflüssen innerhalb kürzester Zeit und der daraus resultierenden Unklarheit über die anfängliche Gesamtsituation wirft die Frage auf, ob sich nicht auch innerhalb des Menschen etwas wandelt. Verändern sich in solchen Krisenzeiten nicht auch die Einstellungen der Menschen zu ihren bis dahin vertretenden Werten oder anders gefragt, hat die Corona-Pandemie das Potenzial einen Wertewandel in Deutschland zu provozieren? Rücken nun vermehrt materialistische Werte in den Vordergrund einer sonst postmaterialistisch geprägten Gesellschaft?

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Begriffliche Annäherung an „Wertewandel“

3. Ingleharts „The Silent Revolution“

3.1. Entwicklungsdynamik

3.2. Ingleharts Grundverständnis und Hypothesen

3.3. Die empirische Grundlage für Inglehart

3.4. Kritik an der Inglehartschen Theorie

4. Klages Wertewandel

4.1. Ursachenforschung in der BRD

4.2. Der Mehrebenenansatz von Klages

5. Die vierte Wertestudie der Werte-Stiftung

5.1. Motivation und Zielsetzung

5.2. Der theoretische Hintergrund

5.3. Ergebnisdarstellung und Auswertung der vierten Wertestudie

6. Die Pandemie und der Wertewandel

7. Fazit

8. Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht, ob die Corona-Pandemie das Potenzial hatte, einen nachhaltigen Wertewandel in der deutschen Gesellschaft zu provozieren, indem sie das Verhältnis zwischen materialistischen und postmaterialistischen Werten analysiert.

  • Wissenschaftlicher Diskurs zu den Begriffen Werte und Wertewandel
  • Analyse der Wertewandel-Theorien von Ronald Inglehart und Helmut Klages
  • Vorstellung und Auswertung der vierten Wertestudie der Werte-Stiftung
  • Untersuchung des Kontexts der Corona-Pandemie auf gesellschaftliche Einstellungen
  • Kritische Reflexion über die Stabilität von Werten gegenüber situativen Einflussfaktoren

Auszug aus dem Buch

3.2. Ingleharts Grundverständnis und Hypothesen

Grundsätzlich liegt Ingleharts Wertewandel-Theorie die Auffassung zugrunde, dass eine gesellschaftliche Einstellungsänderung von materialistischen Werten hin zu postmaterialistischen Werten stattgefunden hat (vgl. Inglehart, 1977; 22) Seit 1945 ist keine westliche Gesellschaft Opfer eines Leids vergleichbaren Ausmaß‘ wie das des zweiten Weltkriegs geworden. Inglehart fasst knapp zusammen: „In short people are safe and they have enough to eat” (Inglehart, 1977; 22). Er hält fest, dass in westlichen Gesellschaften die Grundbedürfnisse der Menschen erfüllt sind und somit die Befriedigung höherer Bedürfnisse angestrebt werden.

Die Hierarchisierung von Bedürfnissen lässt sich anhand der maslowschen Bedürfnispyramide, an der sich auch Inglehart orientiert, nachvollziehen. Sie besagt im Wesentlichen, dass die Bedürfnisse eines Menschen einer bestimmten Reihenfolge unterworfen sind. So sind die etwa physiologische Bedürfnisse wie Nahrungssuche und deren Aufnahme wichtiger als etwa das Bedürfnis nach Selbstverwirklichung. Erst wenn der Mensch ein Bedürfnis zufriedenstellend befriedigt hat, wird er sich dem nächsten Bedürfnis zuwenden und dessen Befriedigung anstreben können.

Der Mensch verfolgt der Bedürfnisbefriedigung, das für ihn noch nicht gegeben ist, das für ihn knapp ist. Dies fasst Inglehart in seiner Mangelhypothese nochmals zusammen. Dabei geht er auch näher auf die Bedürfnishierarchisierung ein und sieht auf den ersten Bedürfnisebenen materielle Werte und auf den von ihm als höher angesehenen Ebenen postmaterielle Werte (vgl. Osterdiekhoff, 2001; 43). Für die Bildung und Veränderung von im Menschen existierenden Werten ist die Sozialisation genauso bedeutet wie die zuvor beschriebene Mangelhypothese. Inglehart beschreibt mithilfe seiner Sozialisationshypothese, dass die Bildung von Werten als Orientierung im individuellen Handeln, maßgeblich in der Jugendzeit ausgebildet werden. Die in der Jugend entwickelten Werte werden in der Regel auch im Erwachsenenalter weiterhin vertreten.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik ein, wie die Corona-Pandemie als Krisensituation das Potenzial für einen gesellschaftlichen Wertewandel in Deutschland beeinflussen könnte.

2. Begriffliche Annäherung an „Wertewandel“: Dieses Kapitel definiert den Begriff "Werte" als Steuerungselement menschlichen Handelns und führt in den soziologischen Diskurs ein.

3. Ingleharts „The Silent Revolution“: Hier werden die Kernthesen von Inglehart vorgestellt, insbesondere die Mangel- und Sozialisationshypothese, sowie die darauf basierende Kritik.

4. Klages Wertewandel: Das Kapitel erläutert Helmut Klages' historisch fokussierten Ansatz für die BRD und dessen Mehrebenenmodell zur Erklärung von Wertewandel.

5. Die vierte Wertestudie der Werte-Stiftung: Dieses Kapitel präsentiert die methodischen Grundlagen und Annahmen der Studie zur Untersuchung von Werteverschiebungen während der Pandemie.

6. Die Pandemie und der Wertewandel: Die Autoren ziehen eine Bilanz aus den Studienergebnissen und prüfen, ob die Corona-Krise tatsächlich zu einem Wandel führte oder lediglich temporäre Einstellungsänderungen bewirkte.

7. Fazit: Das Fazit fasst die Analyse zusammen und kommt zu dem Schluss, dass kein signifikanter Wertewandel stattgefunden hat.

8. Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Sekundärliteratur und Quellen.

Schlüsselwörter

Wertewandel, Corona-Pandemie, Inglehart, Klages, Materialismus, Postmaterialismus, Werteforschung, Sozialisationshypothese, Mangelhypothese, Einstellungsänderung, Gesellschaft, Deutschland, Umfrageergebnisse, Krise, Stabilität.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, ob die Corona-Pandemie in Deutschland einen fundamentalen Wertewandel ausgelöst hat, also eine Verschiebung von materialistischen zu postmaterialistischen Werten.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die soziologische Werteforschung anhand von Ronald Inglehart und Helmut Klages, die Definition von Werten und deren Volatilität sowie die empirische Analyse von Daten aus der vierten Wertestudie der Werte-Stiftung.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, wissenschaftlich zu prüfen, ob die durch die Pandemie hervorgerufene Krisensituation zu einer nachhaltigen Veränderung in den Wertvorstellungen der deutschen Bevölkerung geführt hat.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Literaturanalyse soziologischer Klassiker sowie auf die deskriptive Auswertung von empirischen Umfragedaten einer Online-Studie mit 1205 Teilnehmern.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen zu Inglehart und Klages, eine methodische Einführung in die vierte Wertestudie und deren konkrete Auswertung im Hinblick auf aktuelle Pandemie-Einflüsse.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Wertewandel, Mangelhypothese, Sozialisationshypothese, Covid-19, gesellschaftliche Resilienz und die Unterscheidung zwischen Werten, Einstellungen und Präferenzen.

Wie bewertet der Autor die Rolle des "Faktors Zeit" für einen Wertewandel?

Der Autor argumentiert, dass echte Wertewandel generationelle Prozesse sind, die Jahrzehnte dauern, weshalb die kurze Dauer der Pandemie von etwa zwei Jahren bei weitem nicht ausreicht, um einen nachhaltigen Wandel zu begründen.

Gibt es einen klaren Beleg für eine Rückkehr zu materialistischen Werten?

Nein. Die Arbeit kommt zu dem Ergebnis, dass die These einer Verstärkung materialistischer Werte durch die Pandemie empirisch nicht haltbar ist und lediglich eine leichte temporäre Verschiebung von Prioritäten vorliegt.

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Details

Titel
Der Wandel von Werten in Zeiten der Covid-19-Pandemie
Hochschule
Universität zu Köln
Note
1,3
Autor
Anonym (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2022
Seiten
23
Katalognummer
V1239606
ISBN (PDF)
9783346666079
ISBN (Buch)
9783346666086
Sprache
Deutsch
Schlagworte
wandel werten zeiten covid-19-pandemie
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Anonym (Autor:in), 2022, Der Wandel von Werten in Zeiten der Covid-19-Pandemie, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1239606
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