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Wenn der Sprachtod bedrohliche Realität wird: Herausbildung und Sprachrückgang der Kontaktsprache Michif im Westen Kanadas

Title: Wenn der Sprachtod bedrohliche Realität wird: Herausbildung und Sprachrückgang der Kontaktsprache Michif im Westen Kanadas

Term Paper , 2021 , 18 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Anonym (Author)

French Studies - Linguistics
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Im Rahmen der vorliegenden Hausarbeit soll die Frage diskutiert werden, ob der Fortbestand des Michif zum aktuellen Zeitpunkt stärker gefährdet ist als in der Literatur bislang angenommen und inwieweit das Michif dem Sprachtod ausgesetzt ist. Dabei soll auch der Sprachenrückgang vieler Sprachen indigenen Ursprungs, welcher die Anglisierung der kanadischen Bevölkerung bedingt, zum Untersuchungsgegenstand werden.

Im Folgenden soll daher die Herausbildung der Kontaktsprache Michif dargestellt werden, indem auch die Bedeutung des Michif als Mischsprache thematisiert wird. Im Anschluss daran sollen die Sprachkontaktphänomene der Phonologie, Morphologie und Syntax des Michif analysiert werden, um zu verstehen, wie sich die sprachliche Struktur der Sprache zusammensetzt und inwiefern diese Auswirkungen auf die aktuelle Situation der Sprache hat. Auf der Grundlage dieser Erkenntnisse sollen im Vergleich zum Chiac, eine Varietät des arkadischen Französisch, soziohistorische, soziolinguistische und sprachliche Merkmale umfangreich thematisiert und voneinander abgegrenzt werden. Dabei soll begründet werden, inwiefern es sich beim Michif um eine autonome Sprache handelt und warum diese Autonomie auch negative Auswirkungen haben kann. Im weiteren Sinne beschäftigt sich die Hausarbeit auch mit der Problematik des Sprachsterbens und mit der Frage, inwieweit das Michif einem Sprachtod ausgesetzt ist und damit eine zunehmende Anglisierung der kanadischen Bevölkerung nicht mehr einzudämmen ist. Im Anschluss daran werden Faktoren wie Identitätsverlust, Autonomie und Sprachkontakt diskutiert, da diese Einflüsse für den Sprachrückgang und drohenden Sprachtod des Michif darstellen. Abschließend soll die Situation des Michif im heutigen Kanada analysiert werden, sodass auf der Basis dieser Bedingungen für den Fortbestand der Sprache entwickelt werden können.

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Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG UND ERKENNTNISINTERESSE

2. HERAUSBILDUNG UND SPRACHRÜCKGANG DES MICHIF

3. DAS MICHIF ALS MISCHSPRACHE

4. SPRACHLICHE BESONDERHEITEN

4.1. Das phonologische System

4.2. Die Nominalstruktur des Michif

4.3. Die Verbalgrammatik des Michif

4.4. Syntaktische Anmerkungen

5. ABGRENZUNG ZUM CHIAC

5.1. Der Vergleich auf sprachlicher Ebene

5.2. Die soziohistorische und soziolinguistische Perspektive

6. DER SPRACHTOD ALS GEFAHR FÜR DIE KANADISCHE SPRACHENVIELFALT

6.1. Theoretische Grundlagen zum Sprachtod

6.2. Hintergründe für das Sprachsterben des Michif

7. FAZIT UND AKTUELLE ENTWICKLUNGEN

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht den prekären Status des Michif, einer kanadischen Mischsprache, um zu klären, inwieweit sie von einem drohenden Sprachtod betroffen ist und wie der Prozess ihres Sprachrückgangs im Kontext der Anglisierung Kanadas zu bewerten ist.

  • Soziolinguistische Grundlagen des Wandels und Sprachtods
  • Strukturelle Analyse der Sprachkontaktphänomene im Michif
  • Vergleichende Untersuchung zwischen Michif und der Varietät Chiac
  • Identitätsverlust und gesellschaftliche Einflussfaktoren
  • Prognose für den Fortbestand der Sprache unter aktuellen Rahmenbedingungen

Auszug aus dem Buch

4.1. Das phonologische System

Das Michif kombiniert zwei phonologische Systeme, welche jedoch einer getrennten Verwendung unterliegen und daher nicht zu einem einzigen System zusammengefasst werden (vgl. Papen 2005: 334). Darüber hinaus unterliegt das Vokalsystem des Michif einer quantitativen Differenzierung zwischen kurz und lang gesprochen, welche aus dem Cree übernommen wurde. Auf Grund dieser quantitativen Differenzierung entstehen im Michif so genannte Doppelvokale wie zum Beispiel ein /ii/, das lang gesprochen) wird, während das /i/ kurz gesprochen wird (vgl. ebd.: 333).

Die Konsonanten gelten im Michif als weniger problematisch, da sich deren Phoneme mit den französischen oder englischen decken, sodass an dieser Stelle der Sprachkontakt mit der englischen Sprache und deren Einfluss auf das Michif deutlich wird. Ein sprachliches Phänomen, welches auf den langen Sprachkontakt von Cree und Französisch zurückgeht, ist die Palatalisierung von /t/, /d/ und /k/ vor Vorderzungenvokalen wie /i/, /y/ und /ø/ oder vor dem stimmhaften palatalen Approximanten /j/. Die Palatalisierung bewirkt die Entstehung der Affrikate /tʃ/ oder /dƷ/ wie zum Beispiel beim französischen Wort petit, welches im Michif zu pchi wird und [ptʃi] ausgesprochen wird. Dasselbe gilt für die französischen Wörter dieu und cœur, welche im Michif zu jeu, was [dƷø] ausgesprochen wird, und choer, was als [tʃœR] realisiert wird, werden. Außerdem kann das Phonem /h/ in Wörtern aus dem Cree unterschiedlich als [h], [s] oder [ʃ] ausgesprochen werden, während das /h/ im Französischen nur eine Realisierung hat. Das h aspiré wird im Michif ausgesprochen, sodass aus honte auf Französisch im Michif hont wird, was [hõt] realisiert wird (vgl. ebd.: 333).

Zusammenfassung der Kapitel

1. EINLEITUNG UND ERKENNTNISINTERESSE: Einführung in die soziolinguistische Problematik des Sprachtods und Begründung der Forschungsfrage zur Gefährdung von Michif.

2. HERAUSBILDUNG UND SPRACHRÜCKGANG DES MICHIF: Historische Darstellung der Entstehung des Michif aus dem Kontakt zwischen Cree und Französisch sowie der sozioökonomischen Gründe für den späteren Sprachrückgang.

3. DAS MICHIF ALS MISCHSPRACHE: Erläuterung der linguistischen Klassifizierung des Michif als bisprachliches Phänomen und theoretische Einordnung der Relexifizierung.

4. SPRACHLICHE BESONDERHEITEN: Analyse der phonologischen, morphologischen und syntaktischen Strukturen, die das Michif als symbiotisches System kennzeichnen.

5. ABGRENZUNG ZUM CHIAC: Komparative Untersuchung von Michif und Chiac zur Bestimmung von Autonomiegraden und linguistischen Unterschieden innerhalb der hybriden Varietäten.

6. DER SPRACHTOD ALS GEFAHR FÜR DIE KANADISCHE SPRACHENVIELFALT: Theoretische Herleitung der Phasen des Sprachsterbens und Analyse spezifischer Faktoren für den drohenden Tod des Michif.

7. FAZIT UND AKTUELLE ENTWICKLUNGEN: Zusammenfassende Bewertung der Zukunftsaussichten für Michif unter Berücksichtigung aktueller politischer Schutzmaßnahmen und linguistischer Analysen.

Schlüsselwörter

Michif, Sprachtod, Soziolinguistik, Sprachkontakt, Cree, Französisch, Kanada, Chiac, Sprachrückgang, Mischsprache, Indigene Sprachen, Identitätsverlust, Sprachstruktur, Bilingualismus, Sprachpflege.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Michif, eine kanadische Kontaktsprache, im Hinblick auf ihre strukturelle Zusammensetzung und ihren gefährdeten Status im Kontext des Sprachsterbens.

Was sind die zentralen Themenfelder der Studie?

Die zentralen Themen sind Sprachkontaktphänomene, die soziolinguistischen Rahmenbedingungen der Métis-Gemeinschaft, der Vergleich mit anderen hybriden Sprachen wie Chiac sowie die theoretischen Phasen des Sprachsterbens.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Das Ziel ist es, zu untersuchen, ob der Fortbestand des Michif stärker gefährdet ist als bisher angenommen und inwieweit die Sprache dem Sprachtod im 21. Jahrhundert ausgesetzt ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine linguistische Analyse, die soziolinguistische Theorien – insbesondere von Sasse – mit deskriptiven Modellen der Varietätenlinguistik verknüpft, um Sprachstruktur und -status zu bewerten.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert detailliert die Phonologie, Nominalstruktur, Verbalgrammatik und Syntax, grenzt Michif von Chiac ab und expliziert die soziohistorischen Ursachen für den Sprachverfall.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wesentlichen Begriffe umfassen Mischsprache, Sprachtod, Sprachkontakt, Indigene Sprachen, Autonomie und der linguistische Vergleich zwischen Cree- und Französisch-basierten Einheiten.

Welchen Einfluss spielt die Autonomie bei der Gefährdung des Michif?

Die Eigenständigkeit bzw. Autonomie des Michif ist ein zweischneidiges Schwert: Sie macht die Sprache unabhängig von ihren Ursprungssprachen, führt aber dazu, dass sie in der Verantwortung für ihren eigenen Fortbestand steht, was den Schutz durch größere etablierte Sprachgruppen erschwert.

Wie unterscheidet sich Michif vom Chiac in Bezug auf die Sprachstruktur?

Während Chiac auf einer klaren Matrix-Sprache basiert, weist Michif eine komplexe Trennung zwischen einer französischen Nominalstruktur und einer auf Cree basierenden Verbalmorphologie auf.

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Details

Title
Wenn der Sprachtod bedrohliche Realität wird: Herausbildung und Sprachrückgang der Kontaktsprache Michif im Westen Kanadas
College
University of Mannheim
Grade
1,7
Author
Anonym (Author)
Publication Year
2021
Pages
18
Catalog Number
V1239849
ISBN (PDF)
9783346661890
ISBN (Book)
9783346661906
Language
German
Tags
wenn sprachtod realität herausbildung sprachrückgang kontaktsprache michif westen kanadas
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anonym (Author), 2021, Wenn der Sprachtod bedrohliche Realität wird: Herausbildung und Sprachrückgang der Kontaktsprache Michif im Westen Kanadas, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1239849
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