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Eine Erklärung des Kampfes der Roten Armee Fraktion gegen den staatlichen Unterdrückungsapparat durch Michel Foucault

Titre: Eine Erklärung des Kampfes der Roten Armee Fraktion gegen den staatlichen Unterdrückungsapparat durch Michel Foucault

Dossier / Travail , 2021 , 19 Pages , Note: 1,0

Autor:in: Deborah Rohne (Auteur)

Politique - Fondements et Généralités
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Diese Arbeit möchte versuchen, die Hintergründe der RAF-Ideologie mit Hilfe der politischen Theorie- und Ideengeschichte zu verstehen. Entschieden wurde sich hierbei für die Souveränitätskritik Michel Foucaults. Da es im Rahmen dieser Arbeit nicht
möglich sein wird, einen politiktheoretischen Erklärungsversuch für die gesamte Ideologie der RAF herbeizuführen, werden jene Aspekte der Ideologie in den Vordergrund gestellt, die sich mit Souveränität und Staatskritik auseinandersetzen. Hierzu leistete Michel Foucault einen wertvollen Beitrag zur Frage, wie staatliche Souveränität innerhalb einer sich unter technologischem Fortschritt und Globalisierung verändernden Gesellschaft zu denken ist.

Der verwendete Quellenkorpus zur RAF-Ideologie setzt sich aus den offiziellen Erklärungen der RAF aus dem Zeitraum 1970-1996 zusammen. Da diese das hauptsächliche Instrument der RAF waren, um ihre politischen Idee zu erklären und ihre Taten und Anschläge zu legitimieren, wird ihnen für die Fragestellung eine hohe Aussagekraft zugewiesen. Für das Verständnis der Ideen Foucaults wurden seine Werke und Vorlesungen herangezogen.

Im ersten Schritt ist es bei der Anwendung auf den konkreten Fall der RAF zunächst wichtig, die Staatskritik der RAF herauszuarbeiten, um zu verstehen, was für ein Verständnis sie von staatlicher Souveränität hatte, und was sie dieser entgegensetzte. Der Fokus wird hierbei auf bestimmte Aspekte gelegt. Anschließend soll ein kurzer Überblick über die Souveränitätskritik Michel Foucault gegeben werden, bevor diese im nächsten Schritt zur Erklärung der RAF-Ideologie herangezogen werden sollen. Abschließend wird ein Fazit gezogen.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. „Ein von inneren Widersprüchen durchsetztes [...] Konvolut“ Die Ideologie der RAF

3. Staatskritik

3.1. „Der totale Überwachungsstaat [ist] Begleitwerkzeug zum sozialen Kahlschlag.“ Überwachungs- und Polizeistaat im Verständnis der RAF

3.2. Foucaults Konzept von Souveränität, Disziplin und gouvernementaler Verwaltung

3.3. Die Anwendbarkeit Michel Foucaults Souveränitätskonzept auf die Ideologie der RAF

4. Fazit

5. Literatur- und Quellenverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Ideologie der Roten Armee Fraktion (RAF) vor dem Hintergrund der politischen Theorie, wobei insbesondere die Staatskritik der RAF durch Michel Foucaults Souveränitätskritik analysiert wird, um das Verständnis der Gruppe von staatlicher Souveränität und ihrem eigenen Widerstand zu beleuchten.

  • Entwicklung und Grundpfeiler der RAF-Ideologie
  • Verständnis der RAF vom Überwachungs- und Polizeistaat
  • Michel Foucaults Konzepte von Biopolitik, Disziplin und Sicherheitsdispositiv
  • Analyse der staatlichen Maßnahmen zur Bekämpfung des Linksterrorismus im Lichte von Foucaults Theorien

Auszug aus dem Buch

3.1. „Der totale Überwachungsstaat [ist] Begleitwerkzeug zum sozialen Kahlschlag.“ Überwachungs- und Polizeistaat im Verständnis der RAF.

Ein prägnantes Bild, mit welchem die RAF die Bundesrepublik identifizierte, ist das des Überwachungs- und Polizeistaates. Dieses Erbe übernahm die RAF, welche gemeinsam mit anderen linksextremistischen Gruppen aus dieser hervorging, bereits aus der Studentenbewegung, die maßgeblich durch die Kritik an den Notstandsgesetzen geprägt wurde. Auch die RAF wandte sich gegen diese, welche sie als Mittel „zur Volksüberwachung und Kontrolle“ benannte.

Der Mordanschlag auf den Siemens-Forschungsleiter Karl Heinz Beckurts vom 9. Juli 1986 wurde unter anderem damit legitimiert, dass er persönlich für Kontroll- und Überwachungssysteme für weltweite Militär- und Polizeiapparate verantwortlich gewesen sei.

In den Fokus der Debatte geriet der Aspekt des Überwachungsstaates insbesondere nach der Verhaftung der Köpfe der ersten Generation der RAF, Gudrun Ensslin, Ulrike Meinhof und Andreas Baader. Das Argument der „Isolationshaft“ mit umfassender Überwachung der Inhaftieren nutzte die RAF gezielt zur Rekrutierung neuer Mitglieder und versuchte zugleich die Freipressung der „Genossen“ in verschiedenen Aktionen. Diese Debatte spiegelt sich innerhalb von zahlreichen Erklärungen und Schriften der RAF wieder, insbesondere hervorstechend sind hier die Hungerstreikerklärungen. Hier setzten die RAF-Mitglieder bewusst ihren Körper als Waffe ein, um vom Staat die Aufhebung der von ihnen proklamierten ‚Isolationshaft‘ zu erzwingen. Die Lage innerhalb der Gefängnisse wurde häufig öffentlichkeitswirksam mit Konzentrationslagern verglichen oder als „Vernichtungshaft“ tituliert, in denen die Gefangenen von der Regierung nach und nach ermordet werden sollten.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Identität und ideologische Selbstdarstellung der RAF ein, insbesondere deren Verständnis als Kriegsgefangene und das Verhältnis zur Bundesrepublik.

2. „Ein von inneren Widersprüchen durchsetztes [...] Konvolut“ Die Ideologie der RAF: Dieses Kapitel erläutert die dynamische und sich stetig entwickelnde Ideologie der RAF, geprägt vom „Primat der Praxis“ und der führenden Rolle von Meinhof und Mahler.

3. Staatskritik: Das Hauptkapitel analysiert das Staatsverständnis der RAF, Foucaults theoretische Begriffe und deren Anwendung auf die historische Situation der 1970er Jahre.

3.1. „Der totale Überwachungsstaat [ist] Begleitwerkzeug zum sozialen Kahlschlag.“ Überwachungs- und Polizeistaat im Verständnis der RAF: Hier wird das spezifische Bild des Überwachungs- und Polizeistaats bei der RAF sowie deren Nutzung der Debatten um Isolationshaft und Polizeigewalt untersucht.

3.2. Foucaults Konzept von Souveränität, Disziplin und gouvernementaler Verwaltung: Die theoretischen Grundlagen von Foucault, insbesondere Biopolitik, Disziplinarmacht und Sicherheitsdispositiv, werden dargelegt.

3.3. Die Anwendbarkeit Michel Foucaults Souveränitätskonzept auf die Ideologie der RAF: Dieses Kapitel bringt Foucaults Theorie mit den staatlichen Maßnahmen der BRD (z.B. Rasterfahndung) in Verbindung und zeigt Parallelen sowie Unterschiede in der Argumentation auf.

4. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Foucaults Souveränitätskritik wesentliche Aspekte der staatlichen Überwachung und das Verhalten der RAF in diesem Kontext erklären kann.

5. Literatur- und Quellenverzeichnis: Auflistung der verwendeten Primär- und Sekundärliteratur.

Schlüsselwörter

RAF, Rote Armee Fraktion, Michel Foucault, Souveränität, Staatskritik, Überwachungsstaat, Polizeistaat, Biopolitik, Disziplinarmacht, Sicherheitsdispositiv, Ideologie, BRD, Linksterrorismus, Hungerstreik, Isolationshaft.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die Ideologie der Roten Armee Fraktion (RAF) unter der theoretischen Perspektive der Souveränitätskritik des Philosophen Michel Foucault.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Neben der Selbstdarstellung der RAF stehen deren Staatskritik, der Vorwurf eines Überwachungs- und Polizeistaates und die Rolle staatlicher Institutionen im Zentrum der Betrachtung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die ideologische Fundierung der RAF und die staatliche Reaktion auf den Terrorismus durch die begrifflichen Instrumente von Michel Foucault besser verständlich zu machen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt die politische Theorie- und Ideengeschichte sowie eine Analyse der offiziellen Erklärungen der RAF im Zeitraum 1970 bis 1996.

Was sind die Schwerpunkte des Hauptteils?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der RAF-Ideologie, eine detaillierte Erläuterung der Foucaultschen Konzepte (Gouvernementalität, Biopolitik) und deren Anwendung auf die historischen Ereignisse des Deutschen Herbstes.

Welche zentralen Begriffe charakterisieren diese Arbeit?

Gouvernementalität, Biopolitik, Sicherheitsdispositiv, Überwachungsstaat und Souveränität stehen im Zentrum der theoretischen Diskussion.

Warum wird das Konzept der Gefangenbefreiung von der RAF so stark betont?

In der Arbeit wird deutlich, dass die Gefangenbefreiung für die zweite Generation der RAF ideologisch zentral wurde, um die Freipressung der eigenen Mitglieder zu legitimieren und den Kampf gegen die nach RAF-Verständnis unrechtmäßige Haft fortzusetzen.

Inwiefern unterscheidet sich Foucaults Perspektive von der Haltung der RAF?

Während Foucault den Wandel staatlicher Machtstrukturen objektiv analysiert, radikalisierte die RAF diese Kritik und wertete den Staat als „kalte Staatsungeheuer“ oder „faschistisch“ ab, um ihre gewaltsame Gegnerschaft zu rechtfertigen.

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Résumé des informations

Titre
Eine Erklärung des Kampfes der Roten Armee Fraktion gegen den staatlichen Unterdrückungsapparat durch Michel Foucault
Université
Christian-Albrechts-University of Kiel  (Institut für Sozialwissenschaften/ Politikwissenschaften)
Cours
Basisseminar Politische Theorie- und Ideengeschichte
Note
1,0
Auteur
Deborah Rohne (Auteur)
Année de publication
2021
Pages
19
N° de catalogue
V1239865
ISBN (PDF)
9783346661050
ISBN (Livre)
9783346661067
Langue
allemand
mots-clé
Michel Foucault Rote Armee Fraktion Linksterrorismus
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Deborah Rohne (Auteur), 2021, Eine Erklärung des Kampfes der Roten Armee Fraktion gegen den staatlichen Unterdrückungsapparat durch Michel Foucault, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1239865
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Extrait de  19  pages
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