In dieser Hausarbeit werde ich über Thomas Hobbes und Jean-Jacques Rousseau sprechen, zwei bedeutende Politikwissenschaftler, deren politische Theorien Jahrhunderte nach ihrem Tod ihre Faszination nicht verloren haben. In meiner Literaturrecherche wurde mir deutlich, dass die berühmten Philosophen, Dichter und Denker sehr unterschiedliche Ansichten über die menschliche Natur hatten. Daraus lässt sich die Frage ableiten: „Ist der Mensch von Natur aus gut oder böse?“. Um diese Grundfrage der Anthropologie beantworten zu können, habe ich mich mit den beiden oben genannten Philosophen beschäftigt. Die Betrachtung dieser beiden Theorien ist deshalb besonders interessant, weil beide Philosophen grundsätzlich unterschiedliche Menschenbilder propagierten. Gibt es Menschlichkeit? Haben Menschen natürliche Triebe, und wenn ja, können sie moralisch beurteilt werden? Mit diesen Fragen beschäftigten sich unter anderem Jean-Jacques Rousseau und Thomas Hobbes. Dabei soll es aber nicht um die Auswertung von Menschenbildern gehen, sondern um das Verhältnis der beiden Menschenbildern. Gerade in der heutigen Gesellschaft, die von globalen Konflikten wie Klimawandel, Flüchtlingskrisen und Pandemien betroffen ist, ist das Thema Menschlichkeit wichtiger denn je. Die Beantwortung der Forschungsfrage: „Inwiefern ist der Mensch von Natur aus böse oder gut- ein philosophischer Vergleich?“, soll helfen zu verstehen, wie verschiedene Philosophen über das Menschenbild denken. Beginnen werde ich mit dem Naturzustand, von Hobbes und Rousseau, anschließend werde ich die Kritik dieser erläutern. Daraufhin werde ich im Hauptteil, beide Philosophen vergleichen und erläutern, ob der Mensch gut oder böse ist. Am Ende werde ich mein Fazit formulieren und meine Leitfrage beantworten.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Thomas Hobbes Bibliographie
2.1 Thomas Hobbes, der Naturzustand
2.2 Kritik an seiner Theorie
3. Jean Jacques Rousseau Bibliographie
3.1 Jean Jacques Rousseau, der Naturzustand
3.2 Kritik an Rousseau
4. Vergleich Hobbes und Rousseau
5. Schluss
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht das gegensätzliche Menschenbild von Thomas Hobbes und Jean-Jacques Rousseau, um die anthropologische Grundfrage zu beantworten, ob der Mensch von Natur aus gut oder böse ist, und analysiert die daraus abgeleiteten staatstheoretischen Konsequenzen.
- Anthropologischer Vergleich zwischen Hobbes und Rousseau
- Analyse der Konzepte des Naturzustands
- Untersuchung der Entstehung von Gesellschaftsverträgen
- Kritische Reflexion der Konzepte von Freiheit und Souveränität
- Gegenüberstellung von Leviathan und Contrat Social
Auszug aus dem Buch
2.1 Thomas Hobbes, der Naturzustand
Die These „der Mensch sei von Natur aus egoistisch, weder gut noch böse, auf Machtzuwachs bedacht, egoistisch apolitisch“, ist einer der Kerngedanken des englischen Hauslehrers und Philosophen Thomas Hobbes. Dieser lebte von 1588 bis 1679, zu einer Zeit, in der sowohl in England als auch auf dem Kontinent blutige Bürger- und Religionskriege stattfanden. Zudem erlebte er die Hinrichtung von Karls 1, die Militärdiktatur unter Oliver Cromwell und den dreizigjährigen Krieg, wobei beide Kriege einen religiös- konfessionellen Charakter hatten.
Ebenso musste er 1660 nach Paris fliehen, da er gegen das englische Parlament ausgesagt hatte (vgl.Wittschier 2006: 76). Womöglich haben diese Umstände, zu Hobbes pessimistischen Menschenbild beigetragen (vgl. Kliemann 2020:162). Denn laut ihm ist der Mensch von Natur aus ein egoistisches, nicht mitteilbares, machthungriges Tier, völlig instinktiv kontrolliert, immer kriegsbereit und voller Todesangst. Darüber hinaus sind Konkurrenzdenken, Misstrauen und Ruhm Teil der menschlichen Natur und prägen den Alltag im Naturzustand (vgl. Hobbes 1996:115).
In dem Naturzustand existiert keine Gerechtigkeit, keine Gesetze, keine Regeln, weder Besitz noch Eigentum. Das Naturrecht gibt jedem die Freiheit, alles zu tun, um sich die Selbstachtung zu sichern, denn jeder besitzt nur so lange etwas, bis ihm jemand Mächtigeres dieses wegnimmt (vgl. Mayer-Tasch 1991:1). Aufgrund dessen sieht der Mensch seine Mitmenschen als sein natürlichen Feind an: Homo homini Lupus“- der Mensch ist dem Menschen ein Wolf! Und deswegen leben die Menschen in ständiger Angst um deren Leben und Properietät, da man es nur so lange als sein Eigentum betrachten kann, bis man es halten und gegenüber anderen Personen verteidigen kann.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung stellt die Forschungsfrage nach der menschlichen Natur in den Kontext heutiger gesellschaftlicher Herausforderungen und skizziert den methodischen Vergleich der Philosophen Hobbes und Rousseau.
2. Thomas Hobbes Bibliographie: Dieses Kapitel liefert biografische Eckdaten zu Thomas Hobbes und seinem Werdegang, der entscheidend durch seine Zeitumstände geprägt wurde.
2.1 Thomas Hobbes, der Naturzustand: Es wird Hobbes' pessimistisches Menschenbild im Naturzustand als kriegerischer "Kampf aller gegen alle" charakterisiert, in dem der Mensch primär durch Angst und Selbsterhaltungstrieb bestimmt wird.
2.2 Kritik an seiner Theorie: Hier wird die Hobbes’sche Sichtweise als einseitig sowie historisch bedingt kritisiert und die Stabilität des staatsphilosophischen Modells des Leviathans hinterfragt.
3. Jean Jacques Rousseau Bibliographie: Das Kapitel skizziert das Leben Rousseaus und seinen Fokus auf die Lehren der Freiheit und Gleichheit als zentrale Denker der Aufklärung.
3.1 Jean Jacques Rousseau, der Naturzustand: Rousseau entwirft ein optimistischeres Bild des Menschen, der im Naturzustand frei und gleich lebt, bevor soziale Strukturen und Eigentum zu einer Entfremdung und Ungleichheit führen.
3.2 Kritik an Rousseau: Die Kritik setzt sich kritisch mit Rousseaus utopischem Ansatz auseinander, der in komplexen modernen Gesellschaften mit divergierenden Interessen kaum praktikabel erscheint.
4. Vergleich Hobbes und Rousseau: Dieser Abschnitt kontrastiert die gegensätzlichen Menschenbilder und Staatskonzepte der beiden Theoretiker und arbeitet Gemeinsamkeiten sowie Unterschiede in ihren Freiheitsbegriffen heraus.
5. Schluss: Der Schluss fasst die Ergebnisse zusammen und stellt fest, dass der Mensch weder rein gut noch rein böse ist, sondern durch ein Zusammenspiel von Anlage und Umwelt geprägt wird.
Schlüsselwörter
Thomas Hobbes, Jean-Jacques Rousseau, Naturzustand, Menschenbild, Leviathan, Gesellschaftsvertrag, Freiheit, Gleichheit, Eigentum, Krieg aller gegen alle, Wille, Souveränität, Philosophie, Anthropologie, Politische Theorie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die politische Philosophie von Thomas Hobbes und Jean-Jacques Rousseau mit dem Fokus auf deren gegensätzliche Menschenbilder hinsichtlich der Frage, ob der Mensch von Natur aus gut oder böse ist.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen umfassen den Naturzustand, die Konzepte von Freiheit und Gleichheit, die Entstehung des Gesellschaftsvertrages sowie die Staatsmodelle des Leviathans und der Republik Rousseaus.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das primäre Ziel ist es, durch einen philosophischen Vergleich zu untersuchen, wie Hobbes und Rousseau das Menschenbild definieren und welche Konsequenzen dies für die Notwendigkeit von staatlichen Herrschaftsformen hat.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine Literaturrecherche und eine komparative Analyse, um die Theorien beider Philosophen gegenüberzustellen und kritisch zu bewerten.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert detailliert die Theorien zum Naturzustand, die Kritik an beiden Denkern sowie einen direkten Vergleich ihrer Ansätze zur Lösung gesellschaftlicher Konflikte.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Naturzustand, Gesellschaftsvertrag, Menschenbild, Absolute Macht und Gemeinwohl geprägt.
Wie unterscheidet sich der Freiheitsbegriff bei Hobbes und Rousseau?
Bei Hobbes ist Freiheit das Recht, zu tun, was man will, was jedoch in Angst und ständiger Unsicherheit endet; für Rousseau bedeutet Freiheit dagegen Unabhängigkeit im Naturzustand und später bürgerliche Freiheit durch gemeinschaftliche Selbstbestimmung.
Warum wird der "Leviathan" kritisch gesehen?
Der Leviathan wird kritisch gesehen, da er als absolutes Staatsgebilde wenig Spielraum für individuelle Freiheit bietet und bei einem willkürlichen Souverän zu einem tyrannischen System führen kann.
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- Anonym (Autor:in), 2022, Inwiefern ist der Mensch von Natur aus böse oder gut? Vergleich Hobbes und Rousseau, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1239900