Der Vergleich der Kostenentwicklung der Hilfen zur Erziehung, der Tarifentwicklung im TVöD SuE sowie Fallzahlenentwicklung der HzE zwischen 2012-2020
Aus dem Inhalt:
- Tabellarische Darstellungen;
- Grafische Darstellung;
- Erläuterung;
- Literaturverzeichnis
Inhaltsverzeichnis der Publikation
1. Tabellarische Darstellungen
2. Grafische Darstellung
3. Erläuterung
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit analysiert die wechselseitigen Abhängigkeiten und Einflussfaktoren der Kostenentwicklung in der Kinder- und Jugendhilfe im Zeitraum von 2012 bis 2020. Ziel ist es, den Zusammenhang zwischen steigenden Fallzahlen, der Tarifentwicklung im TVöD SuE und den Gesamtausgaben für Hilfen zur Erziehung (HzE) transparent zu machen und aufzuzeigen, wie externe Krisenereignisse diese ökonomischen Prozesse beeinflussen.
- Analyse der Kostenentwicklung in der Kinder- und Jugendhilfe (2012-2020)
- Vergleich der Tarifentwicklung im TVöD SuE als Kostenfaktor
- Untersuchung der Fallzahlenentwicklung bei Hilfen zur Erziehung
- Einfluss der Flüchtlingskrise (2015/2016) auf Infrastruktur und Kosten
- Auswirkungen der Coronapandemie auf das Leistungsangebot und Ausgaben
Auszug aus dem Buch
3. Erläuterung
Die Soziale Arbeit ist schon lange kein reines Organ der Wohlfahrtspflege mehr. Viel mehr stecken hinter den Institutionen der Sozialen Arbeit Wirtschaftsprozesse, die von den handelnden Fachkräften eine Fokussierung mit zweierlei Blick verlangen. Neben den sozialpädagogischen Aufgaben sind die handelnden Personen dazu aufgefordert, Kosten im Blick zu haben, mögliche Einsparungspotentiale zu erkennen und diese umzusetzen. Hinzu kommt die Problematik, dass Soziale Arbeit im Sinne der Ökonomisierung nicht der Frage gegenübersteht, ob das Handeln den angewandten Einsatz finanzieller Ressourcen rechtfertigt. Viel mehr wird der Fokus auf einen betriebswirtschaftlichen Prozess gelegt, der sich an Effizienz und Wettbewerbsfähigkeit im Sinne der Marktorientierung ausprägt (vgl. Düring 2014:o.S.). Des Weiteren unterliegen Institutionen der Sozialen Arbeit gesamtgesellschaftlichen Faktoren, die Einfluss auf die wirtschaftliche Situation der jeweiligen Einrichtung haben.
Die Ausgaben im Rahmen der Hilfen zur Erziehung nahmen zwischen 2012 und 2020 kontinuierlich zu (vgl. Abb. 1). Besonders in den Jahren 2015-2016 sahen sich die Hilfen zur Erziehung einem enormen Kostenzuwachses ausgesetzt (Statistisches Bundesamt (destatis) 2021:o.S.). Als Grund hierfür kann die Flüchtlingskrise und der damit verbundene Ausbau an Maßnahmen für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge angeführt werden. Eine Erhebung der Stadt Münster belegt dies anhand eines Anstiegs der HzE Leistungen im Jahr 2016 von UMA um ca. 1/3 der Gesamtleistungen (vgl. Stadt Münster 2017:11ff.). Hierbei spielen die Entgelte für die Finanzierung unterschiedlicher Maßnahmen eine zentrale Rolle.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Tabellarische Darstellungen: Dieses Kapitel präsentiert die statistischen Rohdaten zu den Ausgaben der Kinder- und Jugendhilfe sowie differenzierte Fallzahlen der Hilfen zur Erziehung für den Zeitraum 2011 bis 2020.
2. Grafische Darstellung: Hier wird der unmittelbare Vergleich zwischen Kostenentwicklung, Tarifentwicklung im TVöD SuE und der Fallzahlenentwicklung mittels einer übersichtlichen Abbildung visualisiert.
3. Erläuterung: Das Kapitel führt in die ökonomischen Zusammenhänge der Sozialen Arbeit ein und interpretiert die statistischen Befunde unter Berücksichtigung externer Ereignisse wie der Flüchtlingskrise und der Coronapandemie.
Schlüsselwörter
Soziale Arbeit, Wirtschaftlichkeit, Hilfen zur Erziehung, HzE, TVöD SuE, Tarifentwicklung, Fallzahlen, Ökonomisierung, Entgeltvereinbarungen, Flüchtlingskrise, Coronapandemie, Kostenentwicklung, Infrastrukturkosten, Qualitätsmanagement, öffentliche Jugendhilfe.
Häufig gestellte Fragen
Was ist der Kern der wissenschaftlichen Untersuchung?
Der Autor untersucht die ökonomische Entwicklung der Hilfen zur Erziehung in Deutschland unter Berücksichtigung von Kosten- und Fallzahlenanstiegen zwischen 2012 und 2020.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Arbeit behandelt die Schnittstelle zwischen sozialpädagogischer Leistungserbringung und betriebswirtschaftlichen Anforderungen, insbesondere im Kontext von Tarifentgelten und bedarfsabhängigen Fallzahlen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist die Identifikation von Korrelationen zwischen Personalkosten (TVöD SuE), Ausgaben für Jugendhilfeleistungen und der Anzahl der betreuten Fälle, um die Gesamtkostenentwicklung besser zu verstehen.
Welche wissenschaftliche Methodik liegt zugrunde?
Die Arbeit basiert auf einer deskriptiven Analyse und dem Vergleich offizieller statistischer Daten des Statistischen Bundesamtes sowie Entgelttabellen des öffentlichen Dienstes.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Datenlage, stellt die Zusammenhänge grafisch dar und leitet daraus Erklärungsmodelle ab, insbesondere zur Auswirkung unplanbarer Ereignisse auf die Finanzierung.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind HzE Kosten, Tarifentwicklung, Ökonomisierung der Sozialen Arbeit, Flüchtlingskrise und die Auswirkungen der Pandemie auf soziale Institutionen.
Inwiefern hat die Flüchtlingskrise ab 2015 die Kosten beeinflusst?
Der massive Anstieg an unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen erforderte einen schnellen Kapazitätsaufbau, der außerhalb der regulären Entgeltplanungen lag und zu deutlich steigenden Infrastruktur- und Betreuungskosten führte.
Wie wirkte sich die Coronapandemie auf die HzE-Fallzahlen aus?
Im Jahr 2020 kam es zu einem deutlichen Rückgang der Fallzahlen um 5,5 %, was primär auf pandemiebedingte Einschränkungen, Lockdowns und die Umstellung auf virtuelle Formate zurückgeführt wird.
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- Jan Berrens (Author), 2022, Finanzierungsdarstellung in der Kinder- und Jugendhilfe, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1239964