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Geschlechterdifferenzen in der Aggression und im aggressiven Verhalten

Title: Geschlechterdifferenzen in der Aggression und im aggressiven Verhalten

Seminar Paper , 2003 , 16 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Dipl. Soziologe Christian Prange (Author)

Sociology - Relationships and Family
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Grundsätzlich wird sowohl von Männern als auch von Frauen teils vehement die These vertreten, dass Männer von Natur aus das aggressivere und gewalttätigere Geschlecht sind, da diese Disposition bereits in den Genen verankert sei. Die Kriminalstatistik gibt diesen Menschen größtenteils recht, da der überwiegende Teil der Gewaltverbrechen von Männern begangen wird.

Doch ist es wirklich möglich, von diesen Fakten aus auf eine höhere Aggressivität von Männern zu schließen, oder besteht vielleicht die Möglichkeit, dass nur das Ausleben der Aggression zwischen Männern und Frauen differiert und sich dieses in extrem unterschiedlichen Verhaltensweisen manifestiert?

Die vorliegende Arbeit befaßt sich mit der Fragestellung, ob Männer gewalttätiger sind und generell ein höheres Aggressionspotential als Frauen besitzen, oder ob Frauen ihre Aggressionen nur nicht so spontan und unmittelbar ausdrücken. Dabei werde ich einen besonderen Schwerpunkt auf die Frage legen, wodurch diese Unterschiede determiniert werden bzw. warum Männer häufiger Gewalt als Frauen anwenden.

In Abschnitt eins werde ich zunächst eine Definition der Grundlegenden Begriffe Gewalt und Aggression vornehmen. In Abschnitt zwei soll eine differenzierte Betrachtung der unterschiedlichen Ausdrucksformen von Aggression und Gewalt bei Mann und Frau erfolgen. Dem schließt sich der dritte Teil an, in dem die verschiedenen Theorien kritisch betrachtet und verglichen werden. Abschnitt vier beschäftigt sich mit dem tatsächlichen Aggressionsverhalten beider Geschlechter. Schließlich werden in Abschnitt fünf die unterschiedlichen Sozialisationsbedingungen im Hinblick auf aggressives Verhalten bei Männern und Frauen untersucht. Am Ende erfolgt ein Resümee der gewonnenen Erkenntnisse und eine Diskussion der einzelnen Aspekte im Hinblick auf das Erkenntnisinteresse.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Grundlegende Definitionen

1.1: Aggression

1.2: Gewalt

2. Ausdrucksformen von Aggression

3. Aggressionstheorien

3. 1: Psychoanalyse

3. 2: Individualpsychologischer Erklärungsansatz

3. 3: Ethologie

3. 4: Soziobiologie

3. 5: Frustrations- Aggressions- Hypothese

3. 6: sozial-kognitive Lerntheorie

4. Tatsächliches Aggressionsverhalten

1: bei Männern

2: bei Frauen

5. Sozialisation des Aggressionsverhaltens

6. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die wissenschaftliche Fragestellung, ob Männer tatsächlich gewalttätiger sind und ein höheres Aggressionspotential besitzen als Frauen, oder ob sich geschlechtsspezifische Unterschiede primär in der Art und Weise des Aggressionsausdrucks manifestieren.

  • Kritische Analyse psychologischer und biologischer Aggressionstheorien.
  • Differenzierung zwischen verschiedenen Ausdrucksformen von Aggression und Gewalt.
  • Gegenüberstellung des tatsächlichen Aggressionsverhaltens bei Männern und Frauen.
  • Untersuchung der Rolle von Sozialisationsbedingungen bei der Ausbildung aggressiver Verhaltensmuster.
  • Diskussion geschlechterspezifischer Rollenbilder im Kontext von Gewalt.

Auszug aus dem Buch

3. 1. Psychoanalyse

Die Psychoanalyse wurde von Siegmund Freud begründet. Seine Denkweise erfuhr mehrere Wandlungen, welche an dieser Stelle nicht dargestellt werden können, da seine Theorien sehr komplex sind.

Am Ende der Freudschen Entwicklung steht sein drittes Triebmodell, in dem er annimmt, dass der Mensch eine angeborene Neigung zum Bösen, zur Aggression, Destruktion und somit zur Grausamkeit habe, welche durch einen Grundtrieb ausgelöst wird.

Seiner Ansicht nach besitzt der Mensch zwei Grundtriebe, den Lebenstrieb ( Eros ) und den Todestrieb ( Thanatos ). Damit sein eigenes Leben nicht zerstört wird, ist der Mensch gezwungen, diesen Todestrieb nach außen zu leiten und der Trieb wird somit zur Aggression.

Freuds Denkweise erscheint in diesem Zusammenhang sehr pessimistisch denn: „es sieht so aus als müßten wir anderes und andere zerstören um uns nicht selbst zu zerstören“ ( Freud 1940, 15, S.112 ). Nur die Kultur hindert den Menschen daran seine Aggressionen auszuleben, denn sonst wäre eine Gesellschaft unmöglich. Allerdings ist sie auf Grund dessen auch ständig vom Zerfall bedroht.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik der vermeintlich männlichen Natur von Aggression ein und skizziert den Aufbau der Untersuchung.

1. Grundlegende Definitionen: In diesem Kapitel werden die theoretischen Grundlagen durch Definitionen von Aggression und Gewalt gelegt.

2. Ausdrucksformen von Aggression: Es erfolgt eine detaillierte Differenzierung verschiedener Aggressionsarten, wie direkte, indirekte, physische oder psychische Formen.

3. Aggressionstheorien: Verschiedene wissenschaftliche Ansätze von der Psychoanalyse bis zur sozial-kognitiven Lerntheorie werden kritisch betrachtet und verglichen.

4. Tatsächliches Aggressionsverhalten: Dieser Abschnitt analysiert empirisch und theoretisch die Unterschiede im Aggressionsverhalten von Männern und Frauen.

5. Sozialisation des Aggressionsverhaltens: Das Kapitel untersucht, wie Erziehung und gesellschaftliche Rollenbilder aggressives Verhalten bei Jungen und Mädchen prägen.

6. Fazit: Die Arbeit schließt mit einer Synthese der Erkenntnisse und einem Plädoyer für einen konstruktiven Umgang mit Aggression jenseits starrer Geschlechterrollen.

Schlüsselwörter

Aggression, Gewalt, Geschlechterdifferenzen, Sozialisation, Psychoanalyse, Ethologie, Frustrations-Aggressions-Hypothese, sozial-kognitive Lerntheorie, Rollenbild, Destruktivität, Ausdrucksformen, Geschlechterforschung, Verhaltenssteuerung, Geschlechtsrollen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht kritisch die verbreitete Annahme, dass Männer von Natur aus aggressiver und gewalttätiger seien als Frauen, und hinterfragt diese These anhand soziologischer und psychologischer Erkenntnisse.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die Schwerpunkte liegen auf der Definition von Aggressionsbegriffen, der kritischen Würdigung bekannter Aggressionstheorien, der Analyse geschlechterspezifischer Verhaltensmuster sowie dem Einfluss von Sozialisation.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es zu klären, ob Männer tatsächlich ein höheres Aggressionspotential haben oder ob sich die Geschlechter lediglich in der Form und dem Anlass ihres Aggressionsausdrucks unterscheiden.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Analyse, bei der existierende psychologische, soziologische und ethologische Theorien sowie empirische Studien zum Aggressionsverhalten gegenübergestellt und kritisch diskutiert werden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Definition von Begrifflichkeiten, die Darstellung verschiedener Aggressionsformen, den theoretischen Diskurs, die empirische Betrachtung des Verhaltens beider Geschlechter sowie die Analyse der Sozialisation.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind neben Aggression und Gewalt insbesondere Geschlechterdifferenzen, Sozialisation, Aggressionstheorien sowie die Unterscheidung zwischen expressivem und instrumentellem Aggressionsverhalten.

Wie bewertet der Autor Freuds Annahme zur Aggression?

Der Autor stellt Freuds Todestrieb-Konzept als sehr pessimistisch dar und weist darauf hin, dass die Existenz eines solchen Triebes umstritten ist und Aggression zu komplex ist, um lediglich auf einen Trieb reduziert zu werden.

Welche Rolle spielen moderne Sozialisationsbedingungen laut dieser Untersuchung?

Die Untersuchung zeigt, dass Eltern trotz einer Tendenz zur Nivellierung von Geschlechterunterschieden ihre Kinder weiterhin geschlechtskonform erziehen, was maßgeblich zum unterschiedlichen Aggressionsverhalten von Jungen und Mädchen beiträgt.

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Details

Title
Geschlechterdifferenzen in der Aggression und im aggressiven Verhalten
College
Free University of Berlin  (Zentraleinrichtung für Frauen und Geschlechterforschung)
Course
Sozialisation – Aggression und Gewalt – Geschlecht
Grade
1,7
Author
Dipl. Soziologe Christian Prange (Author)
Publication Year
2003
Pages
16
Catalog Number
V12400
ISBN (eBook)
9783638182904
ISBN (Book)
9783638801706
Language
German
Tags
Geschlechterdifferenzen Aggression Verhalten Sozialisation Aggression Gewalt Geschlecht
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Dipl. Soziologe Christian Prange (Author), 2003, Geschlechterdifferenzen in der Aggression und im aggressiven Verhalten, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/12400
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