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Herir la sensibilidad del niño. Wiegenlieder bei Federico García Lorca

Title: Herir la sensibilidad del niño. Wiegenlieder bei Federico García Lorca

Term Paper , 2004 , 14 Pages , Grade: Sehr gut

Autor:in: Nina Fanninger (Author)

Romance Studies - Spanish Studies
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Summary Excerpt Details

Lieder und Süßigkeiten – das waren für Federico García Lorca die einzigen lebenden und dauerhaften Elemente seiner Heimat. Im Laufe seiner Reisen durch Spanien wurde er nämlich der Kathedralen und toten Steine müde und so suchte er nach Dingen, in denen sich das Gefühl der Geschichte versteckte.

Wahrscheinlich schenkte er gerade deswegen den spanischen Wiegenliedern so große Aufmerksamkeit, baute sie handlungstragend in „Bodas de sangre“ ein und hielt einen Vortrag (conferencia) zu diesem Thema. In diesem sagte er, es gäbe seiner Meinung nach zwei Arten von Wiegenliedern: europäische und spanische. Das europäische Wiegenlied habe kein anderes Ziel, als das Kind in den Schlaf zu wiegen, während das spanische Wiegenlied gleichzeitig die Sensibilität des Kindes verletzen wolle: La canción de cuna europea no tiene más objeto que dormir al niño, sin que quiera, como la española, herir al mismo tiempo su sensibilidad.

Doch sind es nur die spanischen Wiegenlieder, die die Sensibilität des Kindes verletzen? Gibt es nicht auch im deutschsprachigen Raum solche, die das Ziel verfolgen, das Kind auf die Unannehmlichkeiten und Grausamkeiten der Welt vorzubereiten? Je mehr ich mich mit dem Thema Wiegenlieder beschäftigte, desto mehr drängten sich mir diese Fragen auf. Ich hielt mich vorerst an García Lorcas conferencia, doch beschlichen mich schon im Laufe meiner ersten Recherchen leise Zweifel an seiner dort dargelegten Meinung, die immer lauter wurden.

Deswegen möchte ich mich in dieser Arbeit einerseits dem in „Bodas de sangre“ vorkommenden Wiegenlied und seiner Funktion im Text widmen und andererseits oben gestellte Fragen diskutieren und ihre Berechtigung verifizieren. Um mein Vorhaben zu realisieren, zog ich vor allem die Primärliteratur zu Rate, nämlich García Lorcas „Bodas de sangre“ in der Ausgabe von Allen Josephs und Juan Caballero und seine im Jahre 1928 erschienene conferencia „Las nanas infantiles“. Da es mir nicht möglich war, eine Anthologie spanischer Wiegenlieder zu erlangen, diente mir das Internet als Quell beispielhafter Wiegenlieder. Ich verglich diese mit jenen und gelangte so zu den Ergebnissen, die im Hauptteil dieser Arbeit dargelegt sind.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Das Wiegenlied in „Bodas de sangre“

1.1 Die Funktion des Wiegenliedes im Original

1.2 Inhaltsangabe „Bodas de sangre“

1.3 Die Funktion des Wiegenliedes im Text

2 Federico García Lorca und spanische Wiegenlieder

2.1 Conferencia „Las nanas infantiles“

3 Spanische und deutschsprachige Wiegenlieder im Vergleich

4 Die Entwicklung der Wiegenlieder

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle und Funktion von Wiegenliedern in Federico García Lorcas Werk „Bodas de sangre“, wobei insbesondere die von Lorca aufgestellte These kritisch hinterfragt wird, dass spanische Wiegenlieder die Sensibilität des Kindes verletzen sollen. Durch einen komparativen Ansatz werden spanische und deutschsprachige Lieder analysiert, um Gemeinsamkeiten in der Darstellung von Ängsten und Erschreckungsfiguren aufzuzeigen und die Transformation dieser Traditionen im Zeitverlauf zu beleuchten.

  • Analyse der Funktion des Wiegenliedes in „Bodas de sangre“
  • Vergleichende Untersuchung spanischer und deutschsprachiger Wiegenlieder
  • Auseinandersetzung mit Federico García Lorcas „Las nanas infantiles“
  • Betrachtung von Erschreckungsfiguren und deren Wirkung auf Kinder
  • Entwicklungsgeschichte und Tradierung von Wiegenliedern in verschiedenen Kulturen

Auszug aus dem Buch

1.3 Die Funktion des Wiegenliedes im Text

In Anlehnung an das auf Seite 3 erwähnte Wiegenlied aus Granada fertigte García Lorca eine eigene Version:

Suegra: Nana, niño, nana del caballo grande que no quiso el agua. El agua era negra dentro de las ramas. Cuando llega el puente se detiene y canta. ¿Quién dirá, mi niño, lo que tiene el agua con su larga cola por su verde sala?

Mujer: (Bajo) Duérmete, clavel, que el caballo no quiere beber.

Suegra: Duérmete, rosal, que el caballo se pone a llorar. Las patas heridas, las crines heladas, dentro de los ojos un puñal de plata. Bajaban al río. ¡Ay, cómo bajaban! La sangre corría más fuerte que el agua.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Das Wiegenlied in „Bodas de sangre“: Dieses Kapitel analysiert die spezifische Verwendung eines adaptierten Wiegenliedes aus Granada innerhalb des Dramas und setzt es in Bezug zu traditionellen Vorlagen.

2 Federico García Lorca und spanische Wiegenlieder: Hier wird der Vortrag „Las nanas infantiles“ behandelt, um Lorcas theoretische Überlegungen zur Natur und Wirkung spanischer Wiegenlieder zu erläutern.

3 Spanische und deutschsprachige Wiegenlieder im Vergleich: Dieses Kapitel stellt Lieder beider Sprachräume gegenüber, um Gemeinsamkeiten in der Verwendung von Erschreckungsfiguren und deren psychologischer Wirkung zu veranschaulichen.

4 Die Entwicklung der Wiegenlieder: Die Untersuchung betrachtet die zeitliche Veränderung von Wiegenliedern und zeigt auf, wie durch Abwandlungen die ursprüngliche, oft erschreckende Intention der Texte in der Moderne gemildert wird.

Schlüsselwörter

Wiegenlieder, Federico García Lorca, Bodas de sangre, Las nanas infantiles, spanische Literatur, deutschsprachige Wiegenlieder, Erschreckungsfiguren, Kindersensibilität, Tradition, Kulturvergleich, Melodie, Dramatik, Folklore, Mythos, Transformation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht die Bedeutung und Funktion von Wiegenliedern in Federico García Lorcas Drama „Bodas de sangre“ sowie deren Rolle in der kulturellen Tradition.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die zentralen Themen sind die psychologische Wirkung von Texten auf Kinder, der Vergleich zwischen spanischen und deutschsprachigen Traditionen sowie der Einfluss von Lorcas poetischem Verständnis auf sein Werk.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Das Ziel ist es, Lorcas These zu verifizieren, dass spanische Wiegenlieder gezielt die Sensibilität des Kindes verletzen sollen, indem man sie mit deutschsprachigen Beispielen und der tatsächlichen Funktion im dramatischen Kontext vergleicht.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Autorin?

Die Autorin nutzt eine literaturwissenschaftliche Analyse von Primärliteratur (Lorca) sowie einen komparativen Ansatz, bei dem Wiegenlieder aus verschiedenen regionalen Kontexten gegenübergestellt werden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des spezifischen Wiegenliedes in „Bodas de sangre“, die Auseinandersetzung mit Lorcas Konferenz zum Thema, den Kulturvergleich und die Betrachtung der historischen Entwicklung der Lieder.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Wiegenlieder, García Lorca, Bodas de sangre, Kindersensibilität, Erschreckungsfiguren und Kulturvergleich.

Welche Rolle spielt das „Pferd“ im analysierten Wiegenlied aus „Bodas de sangre“?

Das Pferd im Wiegenlied dient als Symbol für sexuelle Anziehungskraft und Tod und nimmt die tragischen Ereignisse des Stückes vorweg.

Wie unterscheidet sich die Tradierung von Wiegenliedern in außereuropäischen Kulturen?

Im Gegensatz zur europäischen Praxis, wo Wiegenlieder oft entschärft werden, werden sie in vielen außereuropäischen Kulturen unverändert tradiert, um die Geschichte und Existenz der Vorfahren im Gedächtnis zu bewahren.

Was besagt die Schlussfolgerung der Autorin zur Melodie?

Die Autorin betont, dass die Melodie eines Wiegenliedes eine zeitlose emotionale Qualität besitzt, die über den Wortlaut hinausgeht und die Identität einer Region dauerhaft bewahrt.

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Details

Title
Herir la sensibilidad del niño. Wiegenlieder bei Federico García Lorca
College
University of Vienna  (Institut für Romanistik)
Course
Literaturwissenschaftliches Proseminar II - Spanisch
Grade
Sehr gut
Author
Nina Fanninger (Author)
Publication Year
2004
Pages
14
Catalog Number
V124000
ISBN (eBook)
9783668115347
Language
German
Tags
herir wiegenlieder federico garcía lorca
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Nina Fanninger (Author), 2004, Herir la sensibilidad del niño. Wiegenlieder bei Federico García Lorca, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/124000
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