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Vergütung von Top-Managern: Reziprozität und soziale Ähnlichkeit

Title: Vergütung von Top-Managern: Reziprozität und soziale Ähnlichkeit

Term Paper (Advanced seminar) , 2008 , 21 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Doreen Dettmann (Author)

Business economics - Business Management, Corporate Governance
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Summary Excerpt Details

Die vorliegende Arbeit zeigt auf, dass neben ökonomischen Determinanten der Vergütung es auch stets sozial-psychologische Determinanten gibt, die die Höhe der Vergütung beeinflussen können. Die ökonomischen Theorien gehen vom begrenzt rationalen Verhalten sowie von einer Unabhängigkeit der Aufsichtrats- bzw. Boardmitglieder aus. Jedoch kann aufgezeigt werden, dass die Akteure im Vorstand als auch im Aufsichtsrat vom rationalen Verhalten abweichen und darüber hinaus weit weniger unabhängig sein können als es die ökonomischen Theorien annehmen. Soziale Einflussmechanismen können nämlich zu einer Abhängigkeit zwischen Vorstand und Aufsichtsrat führen, die Abkehr vom rationalen Verhalten fördern und ferner die Vergütung beeinflussen. Im Rahmen dieser Arbeit sind es die Reziprozität und die soziale Ähnlichkeit die als Mechanismen des sozialen Einfluss untersucht werden.

Excerpt


Struktur des Inhalts

1. Einleitung

2. Annahmen ökonomischer Theorien und kritische Würdigung

2.1. Annahmen

2.2. Kritische Würdigung der Annahmen

3. Sozial-psychologische Erkenntnisse zur Managervergütung

3.1. Reziprozität

3.2. Soziale Ähnlichkeit

3.3. Empirische Studien

3.3.1 Studie von Westphal und Zajac

3.3.2 Studie von Fiss

4. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, die Wirkungsweise sozial-psychologischer Mechanismen auf die Vergütung von Top-Managern zu untersuchen, da klassische ökonomische Theorien diese Einflüsse häufig vernachlässigen. Die Forschungsfrage konzentriert sich darauf, inwiefern soziale Faktoren wie Reziprozität und soziale Ähnlichkeit die Entscheidungsfindung in Kontrollorganen beeinflussen und somit zu einer von ökonomischen Modellen abweichenden Vergütungspraxis führen.

  • Kritische Analyse ökonomischer Verhaltensmodelle (Agentur-Theorie)
  • Einfluss von Reziprozität auf die Beziehung zwischen Vorstand und Aufsichtsrat
  • Bedeutung demographischer und sozialer Ähnlichkeiten bei der Auswahl neuer Entscheidungsträger
  • Vergleich empirischer Erkenntnisse zum amerikanischen und deutschen Corporate-Governance-System

Auszug aus dem Buch

3.1. Reziprozität

Die Redewendungen >Wie du mir, so ich dir< oder >vom Geben und Nehmen<, eignen sich hervorragend um die Norm der Reziprozität zu umschreiben. Diese fundamentale Norm findet sich in allen Gesellschaften und steht in Verbindung mit Austauschprozessen, die zu den Grundformen sozialer Beziehungen bzw. menschlichen Handeln gehört und das Verhalten von Individuen maßgeblich beeinflussen kann. Der Grundgedanke dieser Norm ist, dass wenn eine Person eine andere begünstigt eine Verpflichtung erzeugt wird, eine Gegenleistung zu erbringen. Dabei kann Gleiches mit Gleichem erwidert werden. D.h. „Beeinträchtigungen werden mit >Bestrafungen< oder >negativen Sanktionen<, Verbesserungen mit >Belohnungen< bzw. mit >positiven Sanktionen< beantwortet“.

Der Einfluss der von der Reziprozität ausgehen kann, wird dabei häufig übersehen und unterschätzt. In Unternehmen kann der Vorstand bewusst Gefälligkeiten für Aufsichtsratsmitglieder tätigen, indem er bspw. Autos, Lebens- und Krankenversicherungen, Aktienoptionen, Unternehmensvergünstigungen usw. bereitstellt. Diese Gefälligkeiten führen letztlich dazu, dass auf ein Ausgleich bzw. Rückzahlung des Aufsichtsrats abgestellt wird. Die Abzahlung kann dabei verschiedene Formen annehmen. Unter anderem kann der Aufsichtsrat einverstanden sein, einer höheren Vergütung des Vorstand zuzustimmen. Ferner kann die Bereitschaft vorhanden sein, weniger zu kritisieren und eine schlechte Leistung des Vorstands hinzunehmen. Zudem kann der Aufsichtsrat auch seine eigene Leistung steigern.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung motiviert die Untersuchung durch die Relevanz der Corporate Governance und die Kritik an exzessiven Managergehältern unter Berücksichtigung sowohl ökonomischer als auch sozial-psychologischer Faktoren.

2. Annahmen ökonomischer Theorien und kritische Würdigung: Dieses Kapitel erläutert die Grundannahmen rationaler Akteure und der Unabhängigkeit von Kontrollorganen und setzt sich kritisch mit deren Limitationen in der realen Unternehmenswelt auseinander.

3. Sozial-psychologische Erkenntnisse zur Managervergütung: Hier werden Reziprozität und soziale Ähnlichkeit als zentrale Einflussgrößen identifiziert und anhand von empirischen Studien (Westphal/Zajac, Fiss) in verschiedenen Governance-Systemen analysiert.

4. Zusammenfassung: Die Zusammenfassung resümiert die Ergebnisse der Arbeit und betont die Notwendigkeit, künftige Forschungen verstärkt auf qualitative Daten zu stützen, um die sozialen Einflussfaktoren besser zu durchdringen.

Schlüsselwörter

Managervergütung, Corporate Governance, Reziprozität, Soziale Ähnlichkeit, Agentur-Theorie, Aufsichtsrat, Vorstand, Board of Directors, Soziale Einflussmechanismen, Empirische Studien, Vorstandsgehälter, Verhaltensökonomie, Unternehmenskontrolle, Abhängigkeitsverhältnisse, Humankapital.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der vorliegenden Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit den Determinanten der Managervergütung und untersucht, wie über rein ökonomische Ansätze hinausgehende sozial-psychologische Faktoren die Vergütungshöhe von Top-Managern beeinflussen können.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die zentralen Themenfelder sind die Wirkungsweise der Norm der Reziprozität, der Einfluss demographischer und sozialer Ähnlichkeiten zwischen Entscheidungsträgern sowie die Unabhängigkeit von Aufsichtsgremien.

Welches primäre Ziel verfolgt die Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, dass soziale Mechanismen wie das "Wir-Gefühl" oder Gabenaustausch zwischen Vorstand und Aufsichtsrat die ökonomisch geforderte Unabhängigkeit untergraben und somit die Vergütungssituation maßgeblich beeinflussen können.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Literaturanalyse sowie die Auswertung und Diskussion bereits existierender quantitativer empirischer Studien aus dem amerikanischen und deutschen Kontext.

Was wird im Hauptteil der Arbeit primär behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine kritische Würdigung ökonomischer Theorien und eine tiefgehende Betrachtung sozial-psychologischer Erkenntnisse, inklusive spezifischer Studien von Westphal, Zajac und Fiss.

Welche Keywords charakterisieren die Arbeit am besten?

Die wichtigsten Begriffe sind Corporate Governance, Reziprozität, Managervergütung, soziale Ähnlichkeit und der Einfluss von Aufsichtsgremien auf die Vorstandsentscheidungen.

Wie beeinflusst die "Reziprozität" konkret die Vergütung laut dem Autor?

Reziprozität führt zu einer Art "Tauschhandel": Gefälligkeiten des Vorstands (wie Boni oder Versicherungen) erzeugen beim Aufsichtsrat eine Verpflichtung, die sich oft in einer geringeren Kritikbereitschaft oder der Zustimmung zu Gehaltserhöhungen äußert.

Gibt es Unterschiede in der Betrachtung des deutschen und des amerikanischen Systems?

Ja, die Arbeit differenziert zwischen dem dualistischen Aufsichtsrats-Modell (Deutschland) und dem monistischen Board-Modell (USA) und stellt fest, dass rechtliche Rahmenbedingungen wie die Mitbestimmung die Unabhängigkeit in Deutschland zusätzlich beeinflussen.

Warum hält der Autor quantitative Daten für unzureichend?

Der Autor kritisiert, dass quantitative Daten zwar Korrelationen aufzeigen, jedoch die tieferliegenden sozialen Prozesse und psychologischen Beweggründe der Akteure nur durch qualitative Methoden wie Interviews oder Beobachtungen wirklich verstehbar werden.

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Details

Title
Vergütung von Top-Managern: Reziprozität und soziale Ähnlichkeit
College
University of Potsdam
Course
Seminar: Vergütung von Top-Managern
Grade
1,7
Author
Doreen Dettmann (Author)
Publication Year
2008
Pages
21
Catalog Number
V124012
ISBN (eBook)
9783640288779
ISBN (Book)
9783640288908
Language
German
Tags
Vergütung Top-Managern Reziprozität Seminar Vergütung Top-Managern
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Doreen Dettmann (Author), 2008, Vergütung von Top-Managern: Reziprozität und soziale Ähnlichkeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/124012
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