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Loslösung von literarischen Konventionen. Poetry Slam in Deutschland

Titel: Loslösung von literarischen Konventionen. Poetry Slam in Deutschland

Projektarbeit , 2019 , 30 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Silvia John (Autor:in)

Literaturwissenschaft - Moderne Literatur
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Im Namen der deutschen UNESCO-Kommission wurde Poetry Slam 2016 im deutschsprachigen Raum in das bundesweite Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes aufgenommen. Damit wurde der Einfluss des Poetry Slam auf Bildung und Kultur offiziell anerkannt. Dass die Slammer-Szene in Deutschland mittlerweile größer ist als in ihrem Ursprungsland, trug scheinbar entscheidend zur Aufnahme in das Verzeichnis bei.

Als Fortsetzung und Anknüpfung an die antike Tradition der Dichterwettstreite, etablierte sich Poetry Slam zu einem Veranstaltungsformat, das etwas Uncooles wieder cool machte. Die Slams setzen historische Literaturwettstreite fort, die bis in die Frühzeit der Menschheitsgeschichte in allen Kulturen zu finden sind. Als erste verifizierbare Form gilt hierbei der Agon, der um 700 v.Chr. in Griechenland entstand. Dichter wetteiferten dabei zunächst um die beste Trauerrede oder den besten Götterhymnus. Nach und nach kamen immer mehr Disziplinen dazu, wodurch zunehmend Tänzer, Pantomimen und Ensembles bei den Wettbewerben teilnahmen. Als bekanntestes Beispiel für Dichterwettkämpfe dieser Zeit gelten die Panathenäischen Spiele in Athen. In der klassischen Form wurde Dichtung dazu verwendet, Geschichten zu verinnerlichen und sich an sie zu erinnern.4 Von dieser Idee hat sich Poesie jedoch schon lange verabschiedet. Die meist verbreitete Form von Lyrik in der heutigen Zeit wird unter der Bezeichnung Spoken Word zusammengefasst. Diese umspannt zahnreiche Bewegungen, die alle einem verbindenden Grundsatz folgen: nämlich, dass Poesie für die Aufführung vor einem Publikum gemacht ist. Es ist noch nicht möglich zu behaupten, eine endgültige Sammlung von HipHop, Slam und anderen Stilen des gesprochenen Wortes auflisten zu können, da sich die Kunstform immer noch entwickelt und ihre Grenzen austestet.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Ursprünge der Slam-Bewegung in Amerika

3. Einordnung der Begriffe Slam, Slam Poetry und Poetry Slam

4. Was haben Social Beat und Trash mit Slam Poetry zu tun?

5. Literarische Publikumskultur

6. Der Sprung über den Atlantik. Poetry Slam in Deutschland

7. Vergleich von Motiven in Amerika und Deutschland

8. Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die Projektarbeit untersucht die Entstehung und Entwicklung der Poetry-Slam-Bewegung ausgehend von ihren US-amerikanischen Wurzeln in Chicago bis hin zu ihrer Etablierung in Deutschland. Dabei liegt der Fokus auf der Analyse der soziokulturellen Hintergründe, der Abgrenzung von verwandten Strömungen sowie der Bedeutung der Performance für dieses spezifische Veranstaltungsformat.

  • Historische Entstehung und Dynamiken des Poetry Slam in den USA
  • Semantische Einordnung der Begriffe Slam, Slam Poetry und Poetry Slam
  • Vergleich und Abgrenzung zu Strömungen wie Social Beat und Trash
  • Analyse der Vernetzung und des Aufbaus einer literarischen Publikumskultur
  • Untersuchung der Rezeption und Etablierung des Formats in Deutschland

Auszug aus dem Buch

2. Ursprünge der Slam-Bewegung in Amerika

Poetry Slam stammt ursprünglich aus den USA und ist eine Form des öffentlichen Lesewettbewerbs, auf dem sowohl unbekannte als auch etablierte Poeten eigene Texte vortragen und mit diesen gegeneinander antreten. Eine Publikumsjury oder das gesamte Publikum entscheidet über Erfolg oder Misserfolg des Vortrags. Bob Holman, selbst Slammer und Mitbegründer des Nuyorican Poets Café in New York, beschreibt Poetry Slam als eine Bewegung, die aus dem Wunsch der Bevölkerung entstanden ist, eine neue Art von Literaturlesungen zu etablieren. Begonnen hat alles mit Marc Kelly Smith, einem ehemaligen Bauarbeiter aus Chicago, der Lesungen zwar mochte, von ihnen aber immer mehr gelangweilt war. Also initiierte er in der Get me High Lounge in Bucktown, Chicago, um 1986 eine Open Mic Night, bei der jeder für zwei Dollar auf die Bühne durfte. Die Get me High Lounge wurde nach und nach zu einem Sammelpunkt für Künstler, die ihre Texte außerhalb des etablierten Literaturbetriebes an interessiertes Publikum weitergeben wollten. Doch das Ziel der Chicagoer Slams war nicht allein die Präsentation der Texte vor zahlreichen Zuschauern, sondern „die Popularisierung der Literatur bei breiten Bevölkerungsschichten.“

Als Grundstein für den Slam in Chicago wird die literarische Off-Szene der frühen 80er Jahre gesehen, in der sich Künstler aus der vorwiegend weißen Mittelschicht mittels Lesungen eine eigene Öffentlichkeit schufen, die bewusst fernab von althergebrachten akademischen Einrichtungen waren. Wie zu Beginn des Kapitels angesprochen, begann die Slam-Bewegung mit Marc Kelly Smith 1986 in Chicago. Smith gründete noch im selben Jahr das Chicago Poetry Ensemble, welches von da an wöchentliche Auftritte veranstaltete und „später als Prototyp für alle Slam-Teams gelten wird.“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung thematisiert die Aufnahme des Poetry Slams in das Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes und skizziert die historische Herleitung als moderne Fortführung antiker Dichterwettstreite.

2. Ursprünge der Slam-Bewegung in Amerika: Dieses Kapitel zeichnet die Entstehung des Formats durch Marc Kelly Smith in Chicago nach und beleuchtet die Rolle des interaktiven Wettbewerbs als Instrument zur Popularisierung von Literatur.

3. Einordnung der Begriffe Slam, Slam Poetry und Poetry Slam: Hier erfolgt eine sprachwissenschaftliche und kontextuelle Untersuchung der Begrifflichkeiten unter Berücksichtigung ihrer Herkunft aus dem Sport und der Anwendung in der Off-Szene.

4. Was haben Social Beat und Trash mit Slam Poetry zu tun?: Das Kapitel klärt die begriffliche Verwirrung im Kontext der 90er-Jahre-Literaturszenen und grenzt Slam Poetry von den Bewegungen Social Beat und Trash ab.

5. Literarische Publikumskultur: Die Analyse konzentriert sich auf die interaktionsästhetischen Merkmale des Poetry Slams und dessen Funktion als neue Form der Publikumsbeteiligung.

6. Der Sprung über den Atlantik. Poetry Slam in Deutschland: Hier wird der Transfer des US-amerikanischen Konzepts nach Deutschland, die Rolle der Szene-Clubs und die Entwicklung erster nationaler Meisterschaften beschrieben.

7. Vergleich von Motiven in Amerika und Deutschland: Das Kapitel vergleicht die inhaltlichen Schwerpunkte und soziokulturellen Hintergründe beider Slam-Szenen und arbeitet Unterschiede in der Themenwahl heraus.

8. Schlussbetrachtung: Die Abschlussbetrachtung reflektiert die schleichende Institutionalisierung und Kommerzialisierung des Poetry Slams und deren Einfluss auf die künstlerische Originalität des ursprünglichen Formats.

Schlüsselwörter

Poetry Slam, Literatur, Spoken Word, Performance, Wettbewerb, Chicago, Deutschland, Social Beat, Trash, Live-Literatur, Partizipation, Marc Kelly Smith, Popliteratur, Slam-Szene, Publikum

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Entstehung und der internationalen Ausbreitung des Poetry Slams, wobei ein besonderer Schwerpunkt auf dem Vergleich zwischen den US-amerikanischen Wurzeln und den spezifischen Entwicklungen der deutschen Szene liegt.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die historische Analyse der Slam-Bewegung, die soziale Funktion der Performance, die begriffliche Abgrenzung zu anderen literarischen Strömungen sowie die Rolle des Publikums als bewertende Instanz.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das primäre Ziel besteht darin, die Entwicklung vom literarischen Nischenphänomen zum anerkannten Kulturerbe nachzuzeichnen und die Veränderungen des Literaturverständnisses durch die Kombination von Text und Performance zu verdeutlichen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine deskriptive und analytische Vorgehensweise gewählt, die auf der Auswertung von Fachliteratur, Interviews mit Akteuren der Szene und der Untersuchung von historischen Quellen basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden neben den Ursprüngen in Chicago die terminologischen Feinheiten, die Überschneidungen mit Bewegungen wie Social Beat sowie die Etablierung des Formats im deutschen Sprachraum detailliert analysiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Poetry Slam, Performance, Partizipation, Literatur, Wettbewerb, Spoken Word, Social Beat und die Rolle der Slam-Gemeinschaft als Akteur einer neuen Publikumskultur.

Inwiefern beeinflusste Hip-Hop die Entwicklung des Poetry Slams?

Der Hauptteil betont die enge Verbindung zwischen Hip-Hop-Kultur und der Slam-Ästhetik. Rap diente als Plattform für gesellschaftskritische Themen und inspirierte viele Slam-Poeten in ihrer Performanceweise und inhaltlichen Ausrichtung.

Warum unterscheidet sich die deutsche Slam-Szene von der amerikanischen?

Die Arbeit stellt fest, dass die amerikanische Szene stark von Minoritäten und expliziten politischen Themen geprägt war, während die deutsche Szene anfangs weniger ethnisch-multikulturell durchmischt war und eine eigene Eigendynamik in Universitätsstädten entwickelte.

Ende der Leseprobe aus 30 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Loslösung von literarischen Konventionen. Poetry Slam in Deutschland
Hochschule
Universität Erfurt  (Geisteswissenschaftliche Fakultät)
Veranstaltung
Was war Popliteratur?
Note
2,0
Autor
Silvia John (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2019
Seiten
30
Katalognummer
V1240166
ISBN (PDF)
9783346665775
ISBN (Buch)
9783346665782
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Poetry Slam Trash Beat Social Beat
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Silvia John (Autor:in), 2019, Loslösung von literarischen Konventionen. Poetry Slam in Deutschland, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1240166
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Leseprobe aus  30  Seiten
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