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Ist die Epistokratie eine geeignete Regierungsform?

Eine kritische Auseinandersetzung mit Jason Brennans Argumenten für eine Epistokratie

Titel: Ist die Epistokratie eine geeignete Regierungsform?

Hausarbeit , 2018 , 27 Seiten , Note: 2,3

Autor:in: Marina Athanail (Autor:in)

Politik - Politische Theorie und Ideengeschichte
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Das Ziel der vorliegenden Arbeit besteht darin zu untersuchen, ob die Epistokratie in Brennans Sinne eine geeignete Regierungsform für heutige politische Systeme darstellt. Hierbei dient Brennans Werk „Against Democracy“ als Grundlage der Argumentation für die Epistokratie, während die zahlreichen Rezensionen und Kritiken dazu ein kritisches Licht auf Brennans Sichtweise zum einen und zur Epistokratie zum anderen werfen sollen. Der Fokus wird hinsichtlich der Demokratiekritik auf Brennans Wählerkritik gelegt. Dies hat mehrere Gründe: Zum einen verlangt der kapazitive Rahmen dieser Arbeit eine Einschränkung der Untersuchungspunkte aus Brennans umfassenden Werk. Zum anderen belegt Brennan seine Kritik zum Wählerverhalten im Vergleich zu seinen anderen Kritikpunkten am stärksten durch empirische Evidenzen, wodurch eine kritische Analyse zugänglicher gemacht wird. Weiterhin ist seine Kritik zum demokratischen Wählerverhalten das wohl wesentlichste und schwerwiegendste Argument für sein Verständnis von Epistokratie, das es zu beleuchten gilt. Somit besteht der erste Abschnitt dieser Arbeit darin, das Werk Brennans in seinen Grundaussagen und seiner Struktur vorzustellen und zusammenzufassen. Im weiteren Verlauf fokussiert sich diese Arbeit auf Brennans wesentlichen Argumentationspunkten. Diese sind zum einen seine Argumente zum Wählerverhalten und zum anderen seine Prämissen über die Epistokratie, deren Prinzipien und möglichen Auslegungsformen. Nachdem die Sichtweise Brennans gegenüber der Demokratie bzw. dem Wählerverhalten und der Epistokratie aufgezeigt wurde, widmet sich der nächste Abschnitt dieser Arbeit der gegenübergestellten Kritik an Brennan und der Epistokratie. Hierbei konzentriert sich diese Arbeit auf die am häufigsten kritisierten Punkte an Brennans Argumentation bzw. der Epistokratie. Diese liegen zum einen in der Kritik der Diagnose, also der methodischen Vorgehensweise Brennans im Allgemeinen und zum anderen in der Kritik in der Therapie, also Brennans Lösungsvorschlag der Epistokratie. Im letzten Abschnitt gilt es dann, im Zuge einer Zusammenfassung die Argumente für eine Epistokratie nach Brennans Verständnis abzuwägen und ein Resümee zu ziehen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Jason Brennan: „Against Democracy“

2.1 Zum Wählerverhalten

2.2 Zur Epistokratie

3. Kritische Auseinandersetzung

3.1. Kritik an der Vorgehensweise

3.2 Kritik am Lösungsvorschlag

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht, ob die Epistokratie nach Jason Brennans Verständnis eine geeignete Regierungsform für heutige politische Systeme darstellt, indem sie Brennans demokratiekritische Argumente einer kritischen Analyse unterzieht.

  • Die demokratiekritischen Thesen von Jason Brennan
  • Die Analyse des Wählerverhaltens (Hobbits, Hooligans, Vulkanier)
  • Strukturen und Auslegungsformen der Epistokratie
  • Die methodische Kritik an Brennans Diagnose
  • Die normativen und praktischen Probleme des Lösungsvorschlags

Auszug aus dem Buch

2.1 Zum Wählerverhalten

Brennans Demokratiekritik ist vielseitig. In seinem Werk kritisiert er nicht nur die demokratische Wählerschaft, sondern vielschichtige Argumente von Demokratiebefürwortern, wie dass die Demokratie dem Individuum Autonomie über sein Schicksal überlässt (vgl. Kapitel 4 in Brennan 2017), oder die Demokratie eine hohe semiotische Bedeutung hat und deshalb wertvoll ist (vgl. Kapitel 5 in Brennan 2017). Von theoretischen, ideelen und normativen Argumenten bis hin zu empirischen Erkenntnissen führt Brennan eine Bandbreite an Kritikpunkten gegen die Demokratie auf. Dieser Abschnitt beschäftigt sich und vertieft den wohl schwerwiegendsten Einwand gegen die Demokratie Brennans: Die Inkompetenz der Wähler.

In Anbetracht der zahlreichen individuellen politischen Einstellungen, Ansichten und Meinungen der einzelnen Bürger, unterteilt Brennan zur vereinfachten Darstellung die Menschen in drei Gruppen: Die Hobbits, die Hooligans und die Vulkanier (Brennan 2017: 18ff.). Hierbei bilden die Hobbits jene Bevölkerungsgruppe, die weder eine politische Meinung noch etwaige Kenntnisse über politische oder sozialwissenschaftliche Themen besitzt. Sie sind politisch apathisch (ebd.: 19f.).

Die Hooligans hingegen besitzen klare und eindeutige politische Einstellungen und Ansichten, mit denen sie sich stark identifizieren. Aus diesem Grund lassen sie sich nur schwer von ihren Einstellungen abbringen. Sie sind in ihrer politischen Meinung festgefahren und voreingenommen, weswegen sie auch andere politische Einstellungen herabwerten und ablehnen (ebd.: 20).

Die Vulkanier spiegeln den „rationalsten“ Wähler wider, der nur jene Überzeugungen verfolgt, die er wissenschaftlich belegen kann. Vulkanier interessieren sich zwar für politische Themen, sind bei der Betrachtung verschiedener Sachverhalte jedoch stets emotionslos und unvoreingenommen. Auch verurteilen sie andere politische Meinungen und Ansichten nicht, sondern wägen für sich rational anhand wissenschaftlicher Erkenntnisse ab, ob sie der Meinung zustimmen oder nicht (ebd.: 20f.).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in Brennans Werk „Against Democracy“ ein und erläutert die Relevanz der Untersuchung des demokratischen Wählerverhaltens für die Frage nach einer Epistokratie.

2. Jason Brennan: „Against Democracy“: Hier werden die zentralen Thesen Brennans, die Kategorisierung von Wählern und die Definition der Epistokratie einschließlich ihrer theoretischen Säulen zusammengefasst.

2.1 Zum Wählerverhalten: Dieser Abschnitt vertieft Brennans Klassifizierung des Wählerverhaltens in Hobbits, Hooligans und Vulkanier sowie seine Argumente zur rationalen Ignoranz und kognitiven Verzerrungen.

2.2 Zur Epistokratie: Der Fokus liegt auf der Definition der Epistokratie, dem Kompetenzprinzip und der Vorstellung verschiedener Modelle zur Umsetzung epistokratischer Herrschaftsformen.

3. Kritische Auseinandersetzung: In diesem Kapitel werden wissenschaftliche Rezensionen und Kritiken zu Brennans Argumentationslogik und seinem Lösungsvorschlag zusammengetragen.

3.1. Kritik an der Vorgehensweise: Dieser Teil befasst sich mit der methodischen Kritik an Brennan, insbesondere hinsichtlich lückenhafter Argumentation und einseitiger empirischer Belege.

3.2 Kritik am Lösungsvorschlag: Hier wird der Lösungsvorschlag der Epistokratie kritisch hinterfragt, wobei insbesondere die Probleme der Kompetenzmessung und die Gefahr sozialer Exklusion im Zentrum stehen.

4. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse der Analyse zusammen und kommt zu dem Schluss, dass Brennans Werk zwar Reformbedarfe moderner Demokratien aufzeigt, sein Entwurf der Epistokratie jedoch problematisch bleibt.

Schlüsselwörter

Epistokratie, Jason Brennan, Demokratiekritik, Wählerverhalten, politische Kompetenz, rationale Ignoranz, Kompetenzprinzip, politische Partizipation, Hobbits, Hooligans, Vulkanier, kognitive Verzerrungen, politische Idealtypen, Legitimität, Regierungsform.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit setzt sich kritisch mit Jason Brennans Werk „Against Democracy“ und seinem Vorschlag auseinander, die Demokratie durch eine Epistokratie, also eine Herrschaft der Wissenden, zu ersetzen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Felder sind die Analyse des demokratischen Wählerverhaltens, das Kompetenzprinzip, methodologische Mängel in der Argumentation Brennans sowie die Risiken und praktischen Probleme epistokratischer Modelle.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Das Ziel ist zu untersuchen, ob die Epistokratie in Brennans Sinne als Regierungsform für moderne politische Systeme eine geeignete und realistische Alternative zur Demokratie darstellt.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Arbeit?

Die Arbeit ist als kritische Auseinandersetzung konzipiert, die Brennans Thesen anhand zahlreicher Rezensionen, empirischer Studien und politikwissenschaftlicher Kritiken analysiert und bewertet.

Was umfasst der Hauptteil der Arbeit?

Der Hauptteil gliedert sich in eine strukturierte Zusammenfassung von Brennans Werk und eine umfangreiche methodische sowie inhaltliche Kritik an dessen Diagnose und Therapie (der Epistokratie).

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Epistokratie, Wählerinkompetenz, Kompetenzprinzip, politische Partizipation, rationale Ignoranz und die Unterscheidung zwischen Hobbits, Hooligans und Vulkaniern.

Kann in einer Epistokratie das Problem der Kompetenz eindeutig gelöst werden?

Die Arbeit verdeutlicht, dass Brennan das Problem der Definitionshoheit und der objektiven Messbarkeit von Kompetenz nicht überzeugend lösen kann, da keine präzise Theorie der politischen Kompetenz vorliegt.

Welches zentrale Risiko sieht die Autorin bei der Implementierung einer Epistokratie?

Ein wesentliches Risiko ist die Gefahr einer „Welle der Exklusion“ und gesellschaftlicher Segmentierung, bei der sozioökonomisch schwächere Gruppen von der politischen Mitbestimmung ausgeschlossen werden könnten.

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Details

Titel
Ist die Epistokratie eine geeignete Regierungsform?
Untertitel
Eine kritische Auseinandersetzung mit Jason Brennans Argumenten für eine Epistokratie
Hochschule
Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Note
2,3
Autor
Marina Athanail (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2018
Seiten
27
Katalognummer
V1240225
ISBN (PDF)
9783346663481
ISBN (Buch)
9783346663498
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Jason Brennan Epistokratie Demokratietheorie Regierungsform Against Democracy Platon Politea Politische Theorie Experten Philosophie Philosophenherrschaft Wissensherrschaft Expertenherrschaft Herrschaft der Wissenden Rousseau Brennan
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Marina Athanail (Autor:in), 2018, Ist die Epistokratie eine geeignete Regierungsform?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1240225
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Leseprobe aus  27  Seiten
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