Der rasante technische Fortschritt in den letzten Jahrzehnten, sowie die sich verändernden Märkte und deren Bedingungen, haben seit geraumer Zeit einen starken Einfluss auf die Finanzmärkte und tragen zu einer an-haltenden Wandlung vom klassischen Parketthandel zu den sogenannten Computerbörsen bei. Die dadurch entstehende Zunahme der Transaktionsanzahl bei gleichzeitig sinkenden Transaktionsvolumen pro Transaktion führen zu allgemein geringeren Margen und einem stetig steigenden Kostendruck. Dies, sowie strengere Regulierungen zur Erhöhung der Transparenz der Finanzgeschäfte, sind Gründe für das wachsende Interesse an den entstehenden Transaktionskosten.
Welche Kosten entstehen bei der Ausführung einer Transaktion, und wo entstehen diese?
Ziel der vorliegenden Arbeit ist es somit, neben einem kurzen Einblick in das elektronische Handelsgeschäft, die auftretenden Transaktionskosten sowie deren Komponenten bei der Durchführung eines elektronischen Handelgeschäfts zu identifizieren und deren Wichtigkeit zu verstehen. Darüber hinaus werden die verschiedenen Kostenkomponenten kategori-siert und mit Hilfe des Implementation Shortfalls aufgezeigt, wo und zu welchem Zeitpunkt diese Kosten entstehen, um letztendlich die Effizienz des aufgeführten Handels auch hinsichtlich der entstehenden Transaktionskosten bewerten zu können.
Dabei dient die Arbeit „Understanding Transaction Cost Components“ von Robert Kissell (JPMorgan Chase), welche 2006 im Journal of Trading er-schienen ist, als Grundlage für die vorliegende Arbeit.
Inhaltsverzeichnis
1 Zielsetzung und Motivation
2 Algorithmic Trading; elektronischer Handel
3 Implementation Shortfall
3.1 Allgemein
3.2 Implementation Shortfall – Complete Execution
3.3 Implementation Shortfall – Incomplete Execution
3.4 Expanded Implementation Shortfall
4 Transaktionskosten
4.1 Definition der Kostenbestandteile
4.2 Investitionskosten
4.2.1 Steuern
4.2.2 Verzögerungskosten
4.3 Tradingkosten
4.3.1 Kommission
4.3.2 Gebühren
4.3.3 Kursdifferenzen
4.3.4 Kursschwankungen
4.3.5 Market Impact
4.3.6 Timingkosten
4.4 Opportunitätskosten
4.5 Eisberg-Modell der Transaktionskosten
5 Fazit und Bewertung
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit ist die Identifizierung und Kategorisierung der bei elektronischen Wertpapiertransaktionen auftretenden Kosten. Die zentrale Forschungsfrage lautet: Welche Kosten entstehen bei der Ausführung einer Transaktion und wo entstehen diese?
- Grundlagen des algorithmischen Handels und der elektronischen Abwicklung
- Theoretische Analyse und mathematische Verifizierung des Implementation Shortfalls
- Differenzierte Untersuchung von Investitions-, Trading- und Opportunitätskosten
- Strukturierung der Kostenbestandteile mittels eines Eisberg-Modells
Auszug aus dem Buch
4.3.5 Market Impact
Der Market Impact bezeichnet den Einfluss, den ein Händler auf den Preis einer Aktie hat, wenn er diese kauft oder verkauft. Der Effekt bedingt eine Preisänderung gegen die Interessen des Aktienhändlers, zum Einen Preissteigerungen beim Kauf (durch Erhöhung der Nachfrage) und zum Anderen Preisverfall beim Verkauf (durch Erhöhung des Angebots). Market Impact ist eine nicht transparente und variable Transaktionskostenkomponente.
Die ungewünschte preistreibende Wirkung größerer Aufträge wird vielfach als zentrales Problem impliziter Transaktionskosten im Aktienhandel angeführt. Neben den Spreadkosten gilt die Reduzierung bzw. gänzliche Vermeidung der daraus resultierenden Market Impact-Kosten als Dreh und Angelpunkt für einige elektronische Handelssysteme. Insbesondere Crossing-Systeme versuchen Market Impact-Kosten zu vermeiden. Dies zu erreichen, wird mit mehreren Teilausführungen auf verschiedenen Märkten versucht.
Zum besseren Verständnis wird in „Abbildung 5: Darstellung des Market Impact“ ein Beispiel aufgeführt. Das Diagramm zeigt eine leichte Preisschwankung um $10,00, bis ein Investor ein grosses Paket Aktien verkauft und dadurch den Preis auf $9,80 drückt. Kurz nach der Transaktion steigt der Preis wieder auf $9,95.
Der gesamte Market Impact in diesem Fall beträgt $0,20 pro Aktie ($10,00-$9,80=$0,20). Der temporäre Market Impact ist $0,15 ($9,95-$9,80=$0,15) und der permanente Market Impact beträgt $0,05 ($10,00-$9,95=$0,05).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Zielsetzung und Motivation: Einleitung in die Thematik der Transaktionskosten im Kontext des Wandels vom Parketthandel zu Computerbörsen.
2 Algorithmic Trading; elektronischer Handel: Übersicht über die Formen des elektronischen Handels und die Bedeutung des Algorithmic Tradings.
3 Implementation Shortfall: Detaillierte theoretische und rechnerische Auseinandersetzung mit der Messung von Transaktionskosten durch den Implementation Shortfall.
4 Transaktionskosten: Umfassende Kategorisierung und Beschreibung der verschiedenen Kostenkomponenten wie Kommissionen, Steuern und Market Impact.
5 Fazit und Bewertung: Zusammenfassende Einschätzung der Analyse und Bedeutung des Eisberg-Modells für das Verständnis von Transaktionskosten.
Schlüsselwörter
Algorithmic Trading, Transaktionskosten, Implementation Shortfall, Elektronischer Handel, Market Impact, Opportunitätskosten, Investmentkosten, Tradingkosten, FIX-Protokoll, Effizienz, Kursdifferenzen, Verzögerungskosten, Finanzmärkte, Kostenanalyse, Eisberg-Modell
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die entstehenden Kosten bei der Ausführung von Wertpapiertransaktionen im Kontext des algorithmischen Handels.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Fokus stehen die Definition und Kategorisierung von Transaktionskosten sowie die Messung dieser Kosten mithilfe des Implementation Shortfalls.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, die Effizienz der Auftragsausführung durch Identifikation und Bewertung der verschiedenen Kostenkomponenten transparent zu machen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Neben einer theoretischen Literaturanalyse werden mathematische Modelle (Implementation Shortfall) durch eigene Beispielrechnungen überprüft und korrigiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Einführung in das Algorithmic Trading, die methodische Analyse mittels Implementation Shortfall und eine detaillierte Aufschlüsselung der Transaktionskosten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Schlagworte sind Algorithmic Trading, Transaktionskosten, Implementation Shortfall, Market Impact und das Eisberg-Modell.
Wie definiert die Arbeit den Implementation Shortfall?
Er wird als Differenz zwischen dem gehandelten und dem theoretischen Portfolio definiert und dient zur Quantifizierung der gesamten Transaktionskosten.
Welche Rolle spielt das Eisberg-Modell?
Es veranschaulicht, dass implizite Kosten ca. 90% der Transaktionskosten ausmachen und somit das größte Einsparpotential für Trading-Algorithmen bieten.
Was unterscheidet Investment- von Tradingkosten?
Investmentkosten entstehen durch Kursänderungen zwischen Kaufentscheidung und Kaufbeginn, während Tradingkosten direkt während der Ausführung durch Marktmechanismen anfallen.
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- Dipl. Wirtschaftsinformatiker (BA) Stefan Bauert (Author), Christian Kopp (Author), 2008, Algorithmic Trading, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/124022