Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › German Studies - Linguistics

Zur Orthographiegeschichte - Erste und Zweite Rechtschreibkonferenz

Title: Zur Orthographiegeschichte - Erste und Zweite Rechtschreibkonferenz

Seminar Paper , 2002 , 15 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Wencke Thiele (Author)

German Studies - Linguistics
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

In der Lingustik stellt die Orthographie eine wichtige Forschungsdomäne dar. Und für viele ist das bekannte Wörterbuch heute eine selbstverständliche Sache. Welche Rolle spielte aber sein Namensgeber in der Geschichte der Rechtschreibung? Und wie wurden die Regeln für "richtiges" Deutsch festgelegt?

[..]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

ORTHOGRAPHIEGESCHICHTE :

I. UND II. RECHTSCHREIBKONFERENZ

RICHTUNGEN DER ORTHOGRAPHIETHEORIE VOR DER KONFERENZ

a) Schulgrammatiken und Adelungsche Orthographietradition

b) Historisch – vergleichende Position

c) Phonetische Richtung

I. RECHTSCHREIBKONFERENZ ( 1876 )

NACH DER RECHTSCHREIBKONFERENZ ( 1876 – 1901 )

II. RECHTSCHREIBKONFERENZ ( 1901 )

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die historische Entwicklung der deutschen Rechtschreibung mit einem Fokus auf die Bestrebungen zur Vereinheitlichung im 19. Jahrhundert, insbesondere durch die Erste und Zweite Rechtschreibkonferenz. Dabei wird analysiert, wie unterschiedliche theoretische Strömungen – wie die Schulgrammatik, die historisch-vergleichende und die phonetische Richtung – die Debatte prägten, welche Hindernisse (etwa durch politische Einflussnahme) überwunden werden mussten und wie schließlich die Etablierung einer einheitlichen Regelung gelang.

  • Theoretische Positionen der Orthographietheorie im 19. Jahrhundert
  • Die Rolle von Konrad Duden und Rudolf von Raumer
  • Verlauf und Ergebnisse der Ersten Rechtschreibkonferenz (1876)
  • Die Phase der behördlichen Zersplitterung (1876–1901)
  • Die Zweite Rechtschreibkonferenz (1901) und die Etablierung der Einheitsorthographie

Auszug aus dem Buch

a) Schulgrammatiken und Adelungsche Orthographietradition

Die Adelungsche Orthographie wurde nach ihrem Verfasser Johann Christoph Adelung (1732-1806) benannt. In ihr fasst Adelung die orthographischen Prinzipien , welche er als Ergebnisse eines langen sprachlichen Entwicklungsprozesses sieht , sowie die am weitesten verbreitetsten Orthogramme zusammen . Die Adelungsche Rechtschreibung bildete somit ein umfangreiches Nachschlagewerk für die Vereinheitlichung der deutschen Rechtschreibung. „Die vollständige Anweisung zur deutschen Orthographie“ erschien 1788.

J. Chr. Aug. Heyse und K. F. Becker , zwei Vertreter der Schulgrammatik , griffen die Adelungsche Orthographie für ihre Orthographietheorien auf. Es zeigen sich vielfach Übereinstimmungen zwischen der Theorie Adelungs und der Heyses bzw. Beckers. So sind sich die Sprachwissenschaftler darüber einig, „dass die (...)Sprache entweder gesprochen oder geschrieben“ wird , also zwei Existenzweisen besitzt und dass zwischen den zwei Polen Lautung und Schreibung eine enge Beziehung besteht. Für alle drei Wissenschaftler ist die Lautung primär, die Schreibung sekundär. Doch vertreten die drei Sprachforscher durchaus auch unterschiedliche Ansichten oder Herangehensweisen :

1. Für Adelung gilt , dass „die allgemeine und möglichst leichte Verständlichkeit (...) die erste und einige Absicht der Sprache und Schrift ist“ und dass es die Absicht der Schrift sei , „...die Töne des Mundes dem Auge sichtbar darzustellen .“ Die Sprache hat demzufolge zwei Funktionen : Erfassung und Aufzeichnung. Becker / Heyse vertreten hingegen die Auffassung, dass die Sprache nur über eine Aufzeichnungsfunktion verfüge.

Zusammenfassung der Kapitel

RICHTUNGEN DER ORTHOGRAPHIETHEORIE VOR DER KONFERENZ: In diesem Kapitel werden die drei Hauptströmungen (Schulgrammatik, historisch-vergleichende Methode, phonetische Richtung) gegenübergestellt, die vor der Konferenz maßgeblich die theoretische Debatte zur Rechtschreibung beeinflussten.

I. RECHTSCHREIBKONFERENZ ( 1876 ): Dieses Kapitel behandelt die erste große Zusammenkunft von Fachleuten zur Vereinheitlichung der deutschen Orthographie, deren Beschlüsse jedoch aufgrund politischer und öffentlicher Widerstände weitgehend scheiterten.

NACH DER RECHTSCHREIBKONFERENZ ( 1876 – 1901 ): Hier wird die Phase beschrieben, in der trotz gescheiterter Konferenz eine De-facto-Einheit durch die weite Verbreitung von Dudens Wörterbüchern und landesspezifische Schulregeln entstand, während politische Hindernisse durch das Kaiserreich bestanden.

II. RECHTSCHREIBKONFERENZ ( 1901 ): Das abschließende Kapitel erläutert, wie es schließlich zur Zweiten Rechtschreibkonferenz kam und wie deren Ergebnisse zur dauerhaften Etablierung der „deutschen Einheitsorthographie“ führten.

Schlüsselwörter

Rechtschreibung, Orthographiegeschichte, Rechtschreibkonferenz, Konrad Duden, Rudolf von Raumer, Schulorthographie, Lautung, Schreibung, Vereinheitlichung, Sprachgeschichte, Phonem, Graphem, Einheitsorthographie, Bismarck, Orthographietheorie

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Geschichte der deutschen Rechtschreibung im 19. Jahrhundert, mit dem spezifischen Fokus auf die Bestrebungen zur Vereinheitlichung und die beiden Rechtschreibkonferenzen von 1876 und 1901.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Felder sind die verschiedenen theoretischen Ansätze der Sprachwissenschaftler zur Orthographie, der Einfluss des Schulwesens, die Rolle von Wörterbuchautoren sowie die behördliche und politische Reaktion auf Regelungsversuche.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist die Dokumentation der Bemühungen, den uneinheitlichen Schreibgebrauch zu systematisieren und die Hindernisse auf dem Weg zur verbindlichen deutschen Einheitsorthographie aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Die Arbeit nutzt eine historische Analyse von Primär- und Sekundärquellen (grammatikalische Schriften, Konferenzprotokolle, Wörterbücher), um die Entwicklung der Orthographie nachzuzeichnen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden die theoretischen Richtungen (Schulgrammatiker, Historiker, Phonetiker), der Verlauf der Ersten Konferenz (1876), die darauffolgende Ära der Zersplitterung und die letztendliche Einigung durch die Zweite Konferenz (1901) detailliert dargestellt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Rechtschreibung, Einheitsorthographie, Konrad Duden, Laut-Graphem-Beziehung und die Konferenzhistorie charakterisiert.

Warum scheiterte die erste Konferenz im Jahr 1876?

Die Konferenz scheiterte primär an heftigem Widerstand in der Öffentlichkeit sowie in der Presse gegen bestimmte Reformvorschläge wie die „Dehnungsfrage“ und an der ausbleibenden behördlichen Unterstützung für die Umsetzung.

Welche Rolle spielte Otto von Bismarck in diesem Prozess?

Bismarck fungierte als politischer Gegner einer einheitlichen Regelung nach Dudens Vorschlägen und erließ Verbote für die Verwendung bestimmter neuer Rechtschreibregeln im behördlichen Schriftverkehr, was den Prozess verzögerte.

Wie gelang schließlich die Durchsetzung der Rechtschreibung um 1901?

Die Durchsetzung gelang durch eine Kombination aus der hohen Akzeptanz von Dudens Wörterbüchern, der stetigen Verbesserung der Regelwerke sowie der veränderten politischen Situation nach dem Rücktritt Bismarcks.

Inwiefern unterschied sich die phonetische Richtung von der historischen Richtung?

Während die historische Richtung die Schreibung an der historischen Entwicklung (Mittelhochdeutsch) orientieren wollte, forderte die phonetische Richtung, dass sich die Schrift möglichst exakt an der aktuellen Aussprache orientieren sollte.

Excerpt out of 15 pages  - scroll top

Details

Title
Zur Orthographiegeschichte - Erste und Zweite Rechtschreibkonferenz
College
Free University of Berlin
Grade
1,7
Author
Wencke Thiele (Author)
Publication Year
2002
Pages
15
Catalog Number
V124047
ISBN (eBook)
9783640296446
ISBN (Book)
9783640302031
Language
German
Tags
Orthographiegeschichte Erste Zweite Rechtschreibkonferenz
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Wencke Thiele (Author), 2002, Zur Orthographiegeschichte - Erste und Zweite Rechtschreibkonferenz, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/124047
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  15  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint