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Der Monsun Ostasiens - Arten, Ablauf und Auswirkungen auf den Menschen

Title: Der Monsun Ostasiens - Arten, Ablauf und Auswirkungen auf den Menschen

Term Paper (Advanced seminar) , 1999 , 23 Pages , Grade: 1

Autor:in: Christian Hainzinger (Author)

Geography / Earth Science - Meteorology, Aeronomy, Climatology
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Die klassische Definition von Monsunen geht von vier Faktoren aus :
1. Monsunwinde sind Winde mit einem markanten jahreszeitlichen Wechsel in der Windrichtung um mindestens 120°.
2. Monsune, die vom Meer in Richtung Land wehen, sind feucht, nicht stabil und brin-gen Regen. Monsune in entgegengesetzter Richtung sind trocken, stabil und bringen keinen Regen.
3. Die Ursache für Monsune ist die unterschiedliche Aufheizung von Land und See.
4. Tropische Monsune werden als umgelenkte Winde der Südhalbkugel gesehen, die ü-ber den Äquator hinweg auf die Nordhalbkugel wehen und dort durch die Corioliskraft umgelenkt werden.

Diese Definition erwies sich jedoch als nicht haltbar. Zuviele Winde wären demnach Monsunwinde gewesen; z.B. wurde auch das europäische Windsystem mit seinem Wech-sel von SW im Winter auf NW im Sommer als Monsun bezeichnet. Wird jedoch die Ge-nese, d.h. der Zusammenhang zwischen der Frontogenese, der planetarischen Zirkulation, der jahreszeitlichen Verteilung der Niederschläge und die unterschiedliche Erwärmung der jeweiligen kontinentalen und ozeanischen Bereiche beachtet, dann reduziert sich das Gebiet der tropischen Monsune auf Süd- und Südostasien sowie Ostasien, ausserdem noch auf Nordostafrika und Nordaustralien.
Dabei traten jedoch in der Vergangenheit erneut Probleme auf: Der ostasiatische Monsun passte nicht ganz ins Bild. Er hat im Sommer eine südöstliche Richtung im Gegensatz zur südwestlichen Richtung des südasiatischen Monsuns, und – vor allem – er ist im ausser-tropischen Bereich wirksam, nämlich im subtropischen China und im subtropisch-gemässigten Japan.

[...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Problemstellung

2. Der Wintermonsun

2.1. Polarfront und Jetstream

2.2. Zyklone und Antizyklone

2.3. Der Wintermonsun in Japan

2.4. Der Wintermonsun in China

3. Der Sommermonsun

3.1. Der Ablauf des Sommermonsuns

3.2. Klimatologie: Fronten, Jetstreams, indischer Monsun

4. Die Auswirkungen auf den Menschen

5. Ostasiatischer Monsun und Indischer Monsun

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die klimatologischen Mechanismen und atmosphärischen Zusammenhänge des ostasiatischen Monsunsystems. Dabei wird die wissenschaftliche Forschungsfrage verfolgt, inwiefern sich der ostasiatische Monsun als eigenständiges Phänomen vom südasiatischen System abgrenzen lässt und welche Rolle dabei die Dynamik von Jetstreams, Polarfronten und Hochdruckgebieten spielt.

  • Analyse der Dynamik von Winter- und Sommermonsun in Ostasien
  • Untersuchung der klimatischen Besonderheiten in Japan und China
  • Rolle des tibetischen Hochlandes und der Jetstreams für die Zirkulation
  • Auswirkungen der monsunalen Witterung auf Gesellschaft und Landwirtschaft
  • Vergleichende Betrachtung von ostasiatischem und indischem Monsun

Auszug aus dem Buch

2.3. Der Wintermonsun in Japan

In Japan führt er zu einer ausgeprägten Ost-West-Differenzierung. Obwohl die Winde aus Sibirien kalt und trocken sind, führen sie im Westen des Landes, an der Küste des Japanischen Meeres, zu enormen Niederschlägen in Form von Schnee. Schneehöhen von 1,40m sind nicht ungewöhnlich, der Rekord liegt bei 3,77m, gemessen im Februar 1946 in Takada in Mittelhonshu. Auf der pazifischen Seite Japans hingegen herrschen gänzlich unterschiedliche Verhältnisse: Der Schneehöhenrekord für Tokyo liegt bei 46cm (1883)! Diese Unterschiede vor allem in der winterlichen Witterung sind auch ein Grund für die Zweiteilung Japans in „Ura-Nippon“ (Hinterjapan = benachteiligte Region: Verkehr im Winter eingeschränkt, grössere Städte erst seit dem 20.Jh.) und „Omote-Nippon“ (Vorderjapan = bevorzugte Region: Hauptsiedlungsregion, grosse Städte, geschützte Häfen). Wenn man dann noch die geographische Breite Japans berücksichtigt, die etwa mit der des südlichen Mittelmeers vergleichbar ist, sind die genannten Schneehöhen noch bemerkenswerter. Sie markieren weltweit die Südgrenze der Schneeakkumulation (29°N).

Der Grund für diese auf den ersten Blick ungewöhnliche Niederschlagsverteilung im Winter ist nur indirekt der NW-Monsun. Erst seine Modifikation während der Überquerung des relativ warmen Japanischen Meeres führt zur Anreicherung der – wie oben erläutert – sehr kalten und deshalb sehr trockenen Luft aus Sibirien mit Feuchtigkeit. Wie die Karte der Meeresströmungen um Japan und die Karte der Januar-Isothermen zeigen, kann der warme Kuroshio die Wassertemperatur bis nach Hokkaido positiv beeinflussen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Problemstellung: Dieses Kapitel hinterfragt die klassische Definition von Monsunen und zeigt auf, dass der ostasiatische Monsun aufgrund seiner außertropischen Wirksamkeit und speziellen Dynamik gesondert betrachtet werden muss.

2. Der Wintermonsun: Es wird die Entstehung und Ausprägung des Wintermonsuns durch das sibirische Kältehoch und das Aleutentief analysiert, wobei die unterschiedlichen Auswirkungen auf Japan und China hervorgehoben werden.

3. Der Sommermonsun: Dieses Kapitel erläutert den kontinuierlichen Ablauf des Sommermonsuns und die zentrale Rolle der Frontensysteme sowie des tibetischen Hochlandes für die Niederschlagsverteilung.

4. Die Auswirkungen auf den Menschen: Hier werden die sozioökonomischen Konsequenzen der monsunalen Variabilität, insbesondere für die Landwirtschaft und den Hausbau in China und Japan, erörtert.

5. Ostasiatischer Monsun und Indischer Monsun: Dieses Kapitel schließt die Untersuchung mit einem Vergleich der beiden Monsunsysteme ab und kommt zu dem Ergebnis, dass es sich beim ostasiatischen Monsun um ein eigenständiges Phänomen handelt.

Schlüsselwörter

Ostasiatischer Monsun, Wintermonsun, Sommermonsun, Polarfront, Jetstream, Sibirisches Hoch, Tibethoch, Pazifikhoch, Japan, China, Niederschlagsverteilung, Klimatologie, Mei-yu, Baiu, atmosphärische Zirkulation

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit dem komplexen Wettersystem des ostasiatischen Monsuns und analysiert dessen Entstehung, Dynamik und Auswirkungen auf die Regionen Ostasiens.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die Schwerpunkte liegen auf der meteorologischen Differenzierung zwischen Winter- und Sommermonsun, dem Einfluss topographischer Barrieren wie dem tibetischen Hochland sowie der Bedeutung von Jetstreams.

Was ist das primäre Forschungsziel?

Das Ziel ist es, die Eigenständigkeit des ostasiatischen Monsuns gegenüber dem südasiatischen System nachzuweisen und die klimatologischen Ursachen für die extremen Wetterunterschiede zu identifizieren.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf die Auswertung meteorologischer Fachliteratur, aerologischer Analysen sowie klimatologischer Datensätze und Fallstudien aus Japan und China.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Beschreibung des Winter- und Sommermonsuns, deren klimatologische Steuerung durch Fronten und Hochdruckgebiete sowie deren sozioökonomische Auswirkungen.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind neben dem Monsun selbst die Begriffe Polarfront, Jetstream, Tibethoch, Pazifikhoch sowie die regionalspezifischen Wetterphänomene Mei-yu und Baiu.

Warum ist der japanische Winter so extrem unterschiedlich im Vergleich zu anderen Regionen auf dieser Breitengradstufe?

Der extreme Kontrast zwischen schneereichem Hinterjapan und frühlingshaftem Vorderjapan entsteht durch die Feuchtigkeitsaufnahme der sibirischen Kaltluft über dem warmen Japanischen Meer und den anschließenden Föhn-Effekt nach Überwindung der Gebirge.

Inwiefern beeinflusst das tibetische Hochland das gesamte Monsunsystem?

Das Tibethoch fungiert als einer der entscheidenden Steuerungsfaktoren für die großräumige Zirkulation, indem es die Position der Jetstreams beeinflusst und maßgeblich zur Blockierung oder zum Zufluss feuchter Luftmassen beiträgt.

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Details

Title
Der Monsun Ostasiens - Arten, Ablauf und Auswirkungen auf den Menschen
College
Catholic University Eichstätt-Ingolstadt  (Mathematisch-geographische Fakultät)
Course
Neuere klimatologische Fragestellungen (HS)
Grade
1
Author
Christian Hainzinger (Author)
Publication Year
1999
Pages
23
Catalog Number
V124051
ISBN (eBook)
9783640296477
ISBN (Book)
9783640302062
Language
German
Tags
Monsun Ostasiens Arten Ablauf Auswirkungen Menschen Neuere Fragestellungen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Christian Hainzinger (Author), 1999, Der Monsun Ostasiens - Arten, Ablauf und Auswirkungen auf den Menschen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/124051
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