Das deutsche Bildungssystem wirkt sehr selektiv in seiner Gliedrigkeit. Von daher ist es Kindern der 2. Generation, die aus Familien ausländischer Herkunft hervorgehen und zum größten Teil aus Arbeiterfamilien stammen, nicht möglich in einem gleichen Maße wie die deutschen Kinder deren entsprechende und vergleichbare Bildungsstruktur zu erlangen (Bundesministerium....2000, S. 175).
Von einer Chancengleichheit kann weder bei Kindern aus Familien ausländischer Herkunft noch bei deutschen Kindern gesprochen werden. Eine klärungsbedürftige Frage wäre die folgende: „Gehört zur Chancengleichheit für die Migrantenkinder die Möglichkeit des Erlernens der Muttersprache“ (Bildungsministerium...2000, S. 175).
Statistisch betrachtet müsste für eine Chancengleichheit der Anteil der verschiedenen sozialen Schichten mit dem Anteil der Bevölkerung in den verschiedenen Bildungsbereichen und –sektoren partizipieren. Dies tritt für die Bevölkerung der Bundesrepublik jedoch nicht ein, wie eine Studie von Block und Klemm zur Verteilung der Kinder aus verschieden sozialen Schichten im Jahr 1995 belegt:
Aus dieser geht hervor, dass 19, 2 % der 17- 18 jährigen Kinder aus Arbeiterfamilien in gymnasialen Oberstufen lernten (inklusive Oberstufe der Gesamtschulen und Fachoberschulen), jedoch 60,8 % der Beamtenkinder im gleichen Schultypus unterrichtet wurden...
Inhaltsverzeichnis
- Anzahl der Schüler mit Migrationshintergrund in Deutschland
- Bildungs- und Sozialstrukturforschung
- Faktoren für den geringen Bildungsfortschritt bei Migranten
- Bildungsbeteiligung der Kinder aus Familien ausländischer Herkunft
- Anteil der ausländischen Kinder mit Hauptschulabschluss, Realschulabschluss, Abitur bzw. ohne schulischen Abschluss
- Hauptschule
- Realschule
- Abitur
- Bildungsbeteiligung nach dem Herkunftsland
- Unterschiede nach Geschlecht
- Migrantenkinder in Sonderschulen
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit untersucht die Bildungsbeteiligung und Bildungsabschlüsse von Kindern mit Migrationshintergrund in Deutschland. Sie analysiert die Faktoren, die den geringen Bildungsfortschritt dieser Gruppe beeinflussen und beleuchtet die Unterschiede im Bildungserfolg im Vergleich zu deutschen Kindern.
- Anzahl und Anteil von Schülern mit Migrationshintergrund im deutschen Schulsystem
- Einfluss der sozialen Herkunft und des Bildungsniveaus der Eltern auf den Bildungserfolg der Kinder
- Analyse von Faktoren, die den Bildungsfortschritt von Migrantenkindern behindern
- Vergleich der Bildungsbeteiligung von Migrantenkindern mit der von deutschen Kindern
- Überrepräsentation von Migrantenkindern in bestimmten Schulformen
Zusammenfassung der Kapitel
Der erste Abschnitt präsentiert Statistiken zur Anzahl der Schüler mit Migrationshintergrund in Deutschland. Der zweite Abschnitt beleuchtet den Einfluss der sozialen Herkunft und des Bildungsniveaus der Eltern auf den Bildungserfolg der Kinder und kritisiert die Selektivität des deutschen Bildungssystems. Der dritte Abschnitt befasst sich mit verschiedenen Faktoren, die den geringen Bildungsfortschritt bei Migrantenkindern beeinflussen, wie z.B. Sprachbarrieren und die hohe Anzahl an Seiteneinsteigern.
Schlüsselwörter
Migrationshintergrund, Bildungsbeteiligung, Bildungsabschlüsse, soziale Herkunft, Chancengleichheit, Schulsystem, Integration, Sprachbarrieren, Seiteneinsteiger, Sonderschulen.
Häufig gestellte Fragen
Wie steht es um die Chancengleichheit für Migrantenkinder im deutschen Bildungssystem?
Statistiken zeigen, dass Kinder aus Familien ausländischer Herkunft oft geringere Bildungschancen haben. Das System wirkt selektiv, da der Bildungserfolg stark von der sozialen Herkunft und dem Status der Eltern (z. B. Arbeiterfamilie vs. Beamtenfamilie) abhängt.
Welche Faktoren behindern den Bildungsfortschritt von Migranten?
Zentrale Hindernisse sind Sprachbarrieren, die soziale Schichtung der Elternhäuser sowie die hohe Anzahl an Seiteneinsteigern, die erst später in das deutsche Schulsystem eintreten.
Gibt es Unterschiede in der Bildungsbeteiligung nach Herkunftsland?
Ja, die Arbeit zeigt auf, dass die Bildungsbeteiligung und die erreichten Schulabschlüsse je nach Herkunftsland der Familien variieren, was oft mit der jeweiligen Sozialstruktur der Zuwanderergruppen zusammenhängt.
Warum sind Migrantenkinder in Sonderschulen überrepräsentiert?
Dies wird häufig auf mangelnde Sprachförderung und diagnostische Defizite zurückgeführt, die dazu führen, dass Kinder aufgrund von Sprachschwierigkeiten fälschlicherweise als lernbehindert eingestuft werden.
Spielt die Muttersprache eine Rolle für die Chancengleichheit?
Die Frage, ob das Erlernen und die Förderung der Muttersprache zur Chancengleichheit beitragen, ist ein zentraler Diskussionspunkt. Viele Experten sehen darin eine wichtige Basis für den erfolgreichen Erwerb der Zweitsprache Deutsch.
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- Achim Zeidler (Author), 2003, Sozialisation bei Migranten und ethnischen Minderheiten, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/124090