In der vorliegenden Arbeit möchte ich näher auf die sogenannten Currency Boards, als spezielle Form der fixen Bindung einer Währung an eine Ankerwährung, eingehen. Zuerst werde ich die Charakteristika dieses Währungssystems beleuchten und anschliessend die historische Entwicklung der Currency Boards erläutern. In einem weiteren Schritt werde ich die Unterschiede zwischen dem idealtypischen Currency Board und einer Zentralbank aufzeigen, danach die generellen Vor- und Nachteile dieser monetären Institution beschreiben. Abrunden möchte ich die Arbeit mit dem aktuellen Beispiel Argentiniens.
Die einzelnen Titel habe ich als Frage formuliert, um so in einer Art Dialog den Sachverhalt eingehend analysieren zu können.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Currency Board – Was ist dies genau ?
2.1. Definition – What is a Currency Board ?
2.1.1. Konstitutive Bestandteile
2.1.2. Institutionelle Rahmenbedingungen
2.1.3. Ziele und Gründe für ein Currency Board
2.2. Wo finden wir heute Currency Boards ?
2.3. Geschichtlicher Rückblick – Wie entstanden die Currency Boards ?
3. Currency Board vs. Zentralbank – What is the difference ?
3.1. Nur Angebot von Noten und Münzen
3.2. Fixer Wechselkurs mit Währungsreserve
3.3. Währungsreserven von mindestens 100%
3.4. Volle Konvertibilität
3.5. Geldpolitik an Regeln gebunden
3.6. Kein „lender-of-last-resort“
3.7. Reguliert nicht das Bankensystem
3.8. Transparent
3.9. Vor politischem Druck geschützt
3.10 Hohe Glaubwürdigkeit
3.11. Seignoragegewinne nur mit Zinsen möglich
3.12. Kann keine Inflation generieren
3.13. Kann Ausgaben der Regierung nicht finanzieren
3.14. Bedarf keiner Voraussetzungen für eine Reform der Geldpolitik
3.15. Reform schnell durchführbar
3.16. Kleiner Mitarbeiterstab
4. Was können wir zusammenfassend nun sagen ?
4.1. Nachteile eines Currency Boards
4.2. Vorteile eines Currency Boards
5. Was geschah in Argentinien ?
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit analysiert Currency Boards als spezielle Form der fixen Währungsbindung, vergleicht sie mit konventionellen Zentralbanken und erörtert deren Vor- und Nachteile anhand des historischen Kontexts sowie des Fallbeispiels Argentinien.
- Charakteristika und institutionelle Rahmenbedingungen von Currency Boards.
- Gegenüberstellung von Currency Board und Zentralbank.
- Analyse der historischen Entwicklung von Währungsämtern.
- Diskussion der Vor- und Nachteile einer regelgebundenen Geldpolitik.
- Fallstudie zur Funktionsweise und zum Scheitern des Currency Boards in Argentinien.
Auszug aus dem Buch
3.2. Fixer Wechselkurs mit Währungsreserve
Der offensichtlichste Unterschied zwischen diesen beiden Systemen ist die Fixierung des Wechselkurses. Dieser ist permanent konstant und kann nur in Krisensituationen angepasst werden. Der festgesetzte Kurs kann in Gesetzen oder in den Statuten des Währungsamtes beschrieben sein, muss aber nicht. Falls eine Zentralbank eine Politik von festen Wechselkursen betreibt, so liegt hier die Differenz darin, dass beim Currency Board eine Deckung von mindestens 100% nötig ist und das Wechselkursziel in den seltensten Fällen gesetzlich verankert ist. Des weiteren wird die Zentralbank ein Zielband vorgeben, innerhalb dessen eine Währung schwanken kann, und den erwünschten Wechselkurs nicht auf etliche Nachkommastellen festsetzen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in das Thema Currency Boards als feste Währungsbindung und Vorstellung des methodischen Vorgehens mittels Dialogcharakter.
2. Currency Board – Was ist dies genau ?: Definition des Währungsamtes, seiner konstitutiven Bestandteile und der institutionellen Voraussetzungen.
3. Currency Board vs. Zentralbank – What is the difference ?: Detaillierter Vergleich der beiden monetären Institutionen hinsichtlich Geldpolitik, Transparenz und geldpolitischer Spielräume.
4. Was können wir zusammenfassend nun sagen ?: Synthese der zuvor erarbeiteten Unterschiede in Form einer Abwägung der Vor- und Nachteile für die Volkswirtschaft.
5. Was geschah in Argentinien ?: Analyse der Implementierung, der Krise und des schließlichen Scheiterns des argentinischen Currency Boards.
Schlüsselwörter
Currency Board, Währungsamt, Zentralbank, Fixer Wechselkurs, Ankerwährung, Geldpolitik, Konvertibilität, Preisstabilität, Argentinien, Währungsreserven, Seignorage, Inflation, Geldmengendeckung, Kapitalabfluss.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Analyse von Currency Boards, einer speziellen monetären Institution zur Bindung einer Währung an eine stabile Ankerwährung, und vergleicht diese mit einer klassischen Zentralbank.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Themen sind die Definition und Funktionsweise von Currency Boards, die Abgrenzung zur Zentralbank, deren Vor- und Nachteile sowie die historische sowie praktische Einordnung am Beispiel Argentiniens.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, in einem dialogorientierten Ansatz die Unterschiede zwischen Currency Boards und Zentralbanken aufzuzeigen und zu evaluieren, inwieweit eine solche Institution Stabilität und Glaubwürdigkeit für eine Volkswirtschaft generieren kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit angewandt?
Es wird ein vergleichender Ansatz gewählt, bei dem die Merkmale der jeweiligen Institutionen gegenübergestellt und in der Folge anhand von ökonomischen Modellen und Fallbeispielen kritisch gewürdigt werden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil widmet sich dem detaillierten Vergleich von 16 spezifischen Merkmalen zwischen Currency Boards und Zentralbanken, um die jeweiligen Konsequenzen für die nationale Geldpolitik und Wirtschaft zu verdeutlichen.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Untersuchung?
Wesentliche Begriffe sind Currency Board, fixe Wechselkurse, Ankerwährung, Währungsreserven, Glaubwürdigkeit und der regulatorische Verzicht auf diskretionäre Geldpolitik.
Wie reagiert ein Currency Board auf asymmetrische Schocks?
Da ein Currency Board keine eigenständige diskretionäre Geldpolitik betreiben kann, ist es kaum in der Lage, auf länderspezifische Konjunkturzyklen oder Schocks zu reagieren, was Anpassungen oft über schmerzhafte Deflationsprozesse erzwingt.
Warum ist das Beispiel Argentinien für die Untersuchung relevant?
Das Beispiel Argentinien demonstriert die langfristigen Risiken eines Currency Boards, insbesondere die Gefahr einer realen Überbewertung und die damit verbundene wirtschaftliche Instabilität, die letztlich zum Zusammenbruch des Systems führen kann.
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- Karl Flubacher (Author), 2002, Currency Boards, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/12409