Die vorliegende Masterarbeit soll ausgewählte, unternehmenssteuerliche Herausforderungen der „neuen Arbeitswelt“ darstellen, praktische Probleme für Steuerabteilungen und Steuerberater multinationaler Konzerne aufzeigen und Reformüberlegungen ableiten. Insbesondere soll dargestellt werden, dass die gegenwärtige Definition der Betriebsstätte dergestalt überarbeitet werden muss, dass sie für die Praxis eine rechtssichere Anwendung ermöglicht. Hierzu werden im folgenden Kapitel die thematischen sowie theoretischen Grundlagen gelegt. Anschließend erfolgt eine praxisorientierte Analyse anhand ausgewählter Fallbeispiele, die die praktischen Herausforderungen darstellen soll. Darauf aufbauend werden die Ergebnisse der Analyse zusammengefasst und konzeptionelle Reformüberlegungen angedacht.
Die Arbeits- und Geschäftswelt unterliegt einem stetigen Wandel und ist heute wohl globaler und digitaler als je zuvor. Während die Besteuerungsprinzipien der Globalisierung der Arbeits- und Geschäftswelt noch vergleichsweise gerecht wurden, scheint die Digitalisierung der Arbeits- und Geschäftswelt, eine Reform der Besteuerungsprinzipien zu erfordern. Im Zuge der Globalisierung haben sich Konzerne herausgebildet, die in einer Vielzahl der Länder durch eine Gesellschaft oder eine Betriebsstätte physisch präsent sind. Die bestehenden Besteuerungsprinzipien verknüpfen die physische Präsenz mit einer steuerbaren Wertschöpfung. Die Besteuerungsprinzipien bilden hierbei ein industrielles Weltbild ab – gedanklich wird auf Fabrikations-, oder Geschäftsstellen und dergleichen abgestellt.
Die zunehmende Digitalisierung der Geschäftswelt löst die Verknüpfung von physischer Präsenz eines Konzerns und dessen Wertschöpfung. Ein Konzern kann heute in einem Land wirtschaftlich präsent sein, ohne dass er in diesem Land eine Gesellschaft oder Betriebsstätte begründet. Zugleich führt die fortschreitende Digitalisierung der Arbeitswelt, die zuletzt durch die Corona-Pandemie einen bedeutenden Schub erhalten hat, zu einem physischen Auseinanderfallen der Räumlichkeiten des Konzerns sowie seiner Belegschaft. In vielen Bereichen ist heute nicht mehr erforderlich, dass ein Mitarbeiter in das Büro der Gesellschaft kommt, für die er tätig wird. Mit Hilfe seines Computers kann der Mitarbeiter faktisch zu jeder Zeit, von jedem Ort und für jede Gesellschaft des Konzerns arbeiten.
Inhaltsverzeichnis
A. Einführung
B. Grundlagen
I. Charakteristika der „neuen Arbeitswelt“
II. Steuerliche Theorie
1. Betriebsstätte
2. Lohnsteuer
3. Ort der (tatsächlichen) Geschäftsleitung
4. Exkurs: BEPS 2.0
C. Praxisorientierte Analyse ausgewählter Fallbeispiele
I. Ausländisches Homeoffice
1. Betriebsstätte
2. Lohnsteuer
II. Mobiles Arbeiten
1. Betriebsstätte
2. Lohnsteuer
III. Virtuelle Arbeitskraft
1. Betriebsstätte
2. Lohnsteuer
IV. Regionale Führungsrollen
1. Betriebsstätte
2. Lohnsteuer
3. Ort der (tatsächlichen) Geschäftsleitung
D. Zusammenfassung und konzeptionelle Reformüberlegungen
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die unternehmenssteuerlichen Herausforderungen, die sich durch die zunehmende Digitalisierung und die damit verbundene „neue Arbeitswelt“ für multinationale Konzerne ergeben, mit dem Ziel, praktische Probleme für Steuerabteilungen aufzuzeigen und konzeptionelle Reformüberlegungen zur rechtssicheren Anwendung der Betriebsstättendefinition abzuleiten.
- Charakteristika und Trends der „neuen Arbeitswelt“
- Steuerrechtliche Herausforderungen bei Homeoffice und mobilem Arbeiten
- Grenzen und Reformbedarf der Betriebsstättendefinition
- Lohnsteuerliche Risiken und Arbeitgeberpflichten bei grenzüberschreitenden Einsätzen
- Bedeutung von Standortfragen und Geschäftsleitungsmerkmalen
Auszug aus dem Buch
A. Einführung
Die Arbeits- und Geschäftswelt unterliegt einem stetigen Wandel und ist heute wohl globaler und digitaler als je zuvor. Während die Besteuerungsprinzipien der Globalisierung der Arbeits- und Geschäftswelt noch vergleichsweise gerecht wurden, scheint die Digitalisierung der Arbeits- und Geschäftswelt, eine Reform der Besteuerungsprinzipien zu erfordern.
Besonders deutlich wird dies mit Blick auf multinationale Konzerne: Im Zuge der Globalisierung haben sich Konzerne herausgebildet, die in einer Vielzahl der Länder durch eine Gesellschaft oder eine Betriebsstätte physisch präsent sind. Die bestehenden Besteuerungsprinzipien verknüpfen die physische Präsenz mit einer steuerbaren Wertschöpfung. Ein Konzern, der in einem Land eine Gesellschaft gründet, wird in diesem Land regelmäßig mit dem der Gesellschaft zuzurechnenden Gewinn besteuert. Entsprechendes gilt, sodann der Konzern in dem Land eine Betriebsstätte begründet. Die Besteuerungsprinzipien bilden hierbei ein industrielles Weltbild ab – gedanklich wird auf Fabrikations-, oder Geschäftsstellen und dergleichen abgestellt.
Die zunehmende Digitalisierung der Geschäftswelt löst die Verknüpfung von physischer Präsenz eines Konzerns und dessen Wertschöpfung. Ein Konzern kann heute in einem bestimmten Land wirtschaftlich präsent sein, ohne dass er in diesem Land eine Gesellschaft oder Betriebsstätte begründet. Zugleich führt die fortschreitende Digitalisierung der Arbeitswelt, die zuletzt durch die Corona-Pandemie einen bedeutenden Schub erhalten hat, zu einem physischen Auseinanderfallen der Räumlichkeiten des Konzerns sowie seiner Belegschaft. In vielen Bereichen ist heute nicht mehr erforderlich, dass ein Mitarbeiter in das Büro der Gesellschaft kommt, für die er tätig wird. Mit Hilfe seines Computers kann der Mitarbeiter faktisch zu jeder Zeit, von jedem Ort und für jede Gesellschaft des Konzerns arbeiten.
Zusammenfassung der Kapitel
A. Einführung: Darstellung des stetigen Wandels der Arbeitswelt durch Digitalisierung und Globalisierung und die daraus resultierende Notwendigkeit der Reform von Besteuerungsprinzipien.
B. Grundlagen: Erläuterung der Charakteristika der „neuen Arbeitswelt“ sowie Darstellung steuerrechtlicher theoretischer Grundlagen, insbesondere bezüglich Betriebsstätten, Lohnsteuer und dem Ort der Geschäftsleitung.
C. Praxisorientierte Analyse ausgewählter Fallbeispiele: Untersuchung konkreter Szenarien wie ausländisches Homeoffice, mobiles Arbeiten, virtuelle Arbeitskräfte und regionale Führungsrollen auf ihre steuerlichen Konsequenzen hin.
D. Zusammenfassung und konzeptionelle Reformüberlegungen: Fazit der Untersuchung mit konkreten Vorschlägen zur administrativen Erleichterung und fachlichen Präzisierung der Betriebsstätten- und Lohnsteuerregelungen unter Berücksichtigung der neuen Arbeitsbedingungen.
Schlüsselwörter
Neue Arbeitswelt, Betriebsstätte, Lohnsteuer, Homeoffice, Mobiles Arbeiten, Digitale Transformation, Doppelbesteuerung, OECD, Unternehmenssteuerrecht, Ansässigkeit, Geschäftsleitung, Arbeitnehmerentsendung, Steuergestaltung, Rechtsunsicherheit, Reformüberlegungen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert, wie moderne Arbeitsformen wie Homeoffice und mobiles Arbeiten die traditionellen steuerlichen Ansknüpfungspunkte für Konzerne, wie die Betriebsstätte, herausfordern.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Zentrale Themen sind die Abgrenzung von Betriebsstätten trotz digitaler Präsenz, die Lohnsteuerpflichten des Arbeitgebers bei grenzüberschreitender Tätigkeit sowie die Bestimmung des Ortes der Geschäftsleitung.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es, praktische steuerliche Probleme der „neuen Arbeitswelt“ für multinationale Konzerne zu verdeutlichen und Reformvorschläge für eine rechtssichere Steuerpraxis abzuleiten.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es handelt sich um eine rechtswissenschaftliche Analyse, die theoretische Grundlagen aus Gesetzgebung und Rechtsprechung mit einer praxisorientierten Prüfung anhand von vier Fallbeispielen kombiniert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert vier Fallbeispiele: ausländisches Homeoffice, mobiles Arbeiten, virtuelle Arbeitskräfte und regionale Führungsrollen, jeweils in Bezug auf Betriebsstätten- und Lohnsteuerfragen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Kernszenarien sind die „neue Arbeitswelt“, Betriebsstättenrisiken, Lohnsteuerhaftung und die Notwendigkeit praxisgerechter Reformen durch Gremien wie die OECD.
Wie bewertet der Autor die aktuellen Regeln zur Betriebsstätte?
Der Autor bemängelt, dass die aktuellen Tatbestandsmerkmale der Betriebsstätte, insbesondere der "feste" Bezug zur Örtlichkeit und die Verfügungsmacht, in der digitalen Welt unzureichend konkretisiert sind und Rechtsunsicherheit schaffen.
Welche Rolle spielt die Corona-Pandemie für diese Arbeit?
Die Pandemie fungierte als Katalysator, der die physische Entkopplung der Arbeit von den Büro-Räumlichkeiten durch verstärktes Home-Office und mobiles Arbeiten schlagartig vorangetrieben hat.
- Arbeit zitieren
- Max Kronenberg (Autor:in), 2021, Unternehmenssteuerliche Herausforderungen der "neuen Arbeitswelt". Ausländisches Homeoffice, mobiles Arbeiten und virtuelle Arbeitskraft, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1241032