In diesem Projekt soll der institutionelle Charakter des Nachmittagtalkshow-Gesprächs näher beleuchtet werden, indem die Verwendung von Scherzen in einem solchen Gespräch untersucht wird.
Als Datenmaterialhabe ich eine Sendung der an jedem Werktag auf Pro 7 ausgestrahltenTalkshow „Hans Meiser“ gewählt. Die Daten wurden unter folgenden übergreifenden Fragestellungen betrachtet: Auf welche Art und Weise und an welchen Stellen wird gescherzt? Lassen sich sequentielle Strukturen erkennen? Welche Funktion hat das Scherzen? Inwiefern ist anzunehmen, daß der Kontext eine Rolle spielt bzw., dass die Verwendung von Scherzen institutionellen Charakter trägt?
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung und Problemformulierung
2 Methodenwahl und theoretischer Rahmen
2.1 Methodenwahl
2.2 Gespräch im institutionellen Rahmen
2.3 Scherzen und Macht
3 Datenkollektion
3.1 Das Datenmaterial
3.2 Das Transkript
3.3 Die Sendung
3.3.1 Das Thema
3.3.2 Gesprächsteilnehmer
4 Analyse
4.1 Gesamteindruck
4.2 „style shifting“
4.2.1 „style shifting“ während einer Gesprächsphase
4.2.2 „style shifting“ in Introduktionsphasen
4.3 Wir-Gemeinschaft und Distanzierung
4.3.1 Suche nach Verbündeten (Moderator)
4.3.2 Suche nach Verbündeten (Gäste)
5 Konklusion
Zielsetzung & Themen
Diese Projektarbeit untersucht den institutionellen Charakter von Nachmittagstalkshows, indem sie analysiert, wie Scherze in der Kommunikation eingesetzt werden. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, auf welche Weise Sprecher Scherze interaktiv entwickeln, welche Funktionen diese im institutionellen Kontext erfüllen und wie sie zur Etablierung oder Aushandlung von Machtverhältnissen sowie zur Bildung von Gemeinschaften beitragen.
- Verwendung von Scherzen als Interaktionsmodalität in Talkshows
- Machtdemonstration und Gesprächskontrolle durch "style shifting"
- Bildung von Wir-Gemeinschaften und Distanzierungsstrategien
- Die Rolle des Moderators und der Gäste im institutionellen Gefüge
- Einfluss des Studiopublikums als Verbündeter in der Interaktion
Auszug aus dem Buch
Ausschnitt 1
1 HM: =[•hh]gudede(0,3)seiten, schlechte Seiten, gute
2 s-=ZEIten, schlechte ZEIten(.)erwarten sie(.)durch
3 die produktion¿, durch das filmemachen GUte zeiten?
4 erwarten sie, daß sie (.) viel geld verdienen
5 können? •HHH
6 T: nat[ürlich.]
7 HM: [HHHhhh]hh•
8 (0,2)
9 HM: hmhm, mehr als in ihrem erlernten beruf auf JEden
10 fall.
11 JA.
12 (0,3)
13 HM: mhm (0,2)•hh ich WÜNSCH ihnen ganz viel GLÜCK
14 (0,2) und(.) ich wünsche ihnen, daß ihre wünsche
15 sich erfÜlln und daß sie nich erfahrungen machen
16 müssen, die ihnen hinterher leid tun.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung und Problemformulierung: Einführung in das Thema der Daily-Talkshows in Deutschland und Darlegung der Zielsetzung, den Einsatz von Scherzen im institutionellen Rahmen zu untersuchen.
2 Methodenwahl und theoretischer Rahmen: Begründung der Wahl der Konversationsanalyse als Methode sowie Einbettung des Projekts in theoretische Konzepte zu institutioneller Kommunikation, Macht und Scherzmodalitäten.
3 Datenkollektion: Beschreibung der Datengrundlage, bestehend aus einer Talkshow-Sendung, sowie Erläuterung der Transkription und Vorstellung der Gesprächsteilnehmer.
4 Analyse: Untersuchung des Gesamteindrucks, der Machtetablierung durch "style shifting" sowie der Bildung von Gemeinschaften und Distanzierungen durch Scherzaktivitäten.
5 Konklusion: Zusammenfassung der Ergebnisse, die zeigen, dass Scherzen in Talkshows kein zufälliges Phänomen ist, sondern ein wirksames Mittel zur Steuerung der Gesprächskontrolle und der Aushandlung von Bündnissen darstellt.
Schlüsselwörter
Konversationsanalyse, Talkshow, Scherzen, Institutionelle Kommunikation, Macht, Dominanz, style shifting, Wir-Gemeinschaft, Gesprächskontrolle, Moderation, Interaktionsmodalität, Kontextualisierungshinweise, Hans Meiser, Gesprächsdynamik, Distanzierung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Verwendung von Scherzen in der Talkshow "Hans Meiser" und untersucht deren Funktion im institutionellen Rahmen dieser Art von Unterhaltungsprogramm.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der Machtetablierung durch Sprache, dem "style shifting", der Wir-Gemeinschaftsbildung sowie der Interaktion zwischen Moderator, Gästen und Publikum.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist aufzuzeigen, wie Sprecher Scherze interaktiv entwickeln und welche Funktion diese für die Aufrechterhaltung oder Veränderung von Machtverhältnissen und institutionellen Rollen spielen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin nutzt die Konversationsanalyse (KA), da diese Methode den interaktionalen Aspekt des Gesprächs am stärksten in den Mittelpunkt stellt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil wird anhand von Transkriptausschnitten dargelegt, wie der Moderator durch Scherze die Gesprächskontrolle ausübt, wie Gäste versuchen, Bündnisse mit dem Publikum zu schließen, und wie sich Gesprächsmodalitäten zwischen Ernst und Scherz verschieben.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Konversationsanalyse, Macht, style shifting, Interaktionsmodalität, Wir-Gemeinschaft und institutionelle Kommunikation.
Wie nutzt der Moderator das Publikum als Instrument?
Meiser nutzt das Studiopublikum häufig als Verbündeten, um seine Position zu stärken, sich von Gästen zu distanzieren oder deren Argumente ins Lächerliche zu ziehen.
Was ist das Ergebnis der Analyse bezüglich der Gäste?
Gäste zeigen zwar eine anfängliche Spielbereitschaft, um ein positives Bild von sich zu zeichnen, geben diese jedoch oft auf, wenn sie erkennen, dass der Moderator die Gesprächskontrolle nicht abgeben wird und ein Bündnis nicht zustande kommt.
- Arbeit zitieren
- B. Eng. Ines Munoz Zuniga (Autor:in), 2001, Scherzen und Macht im institutionellen Rahmen des Talkshowgesprächs. Der lange Weg zum Pornostar, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/124120